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Erfahrungsbericht von kalamary52

Sueki-Keramik

Pro:

keins

Kontra:

keins

Empfehlung:

Nein

Ich weiß, es interessiert sicher nicht jeden, aber vielleicht braucht der eine oder andere noch ein Referat in Kunst.


Kurze Einführung

Sueki-Keramiken entstanden in Japan, nachdem die dortigen Töpfer neue Techniken von den Koreanern übernommen hatten. Dazu gehörte die Verwendung von Drehscheiben ebenso wie die Entwicklung von Brennöfen, mit denen hohe Temperaturen, die zum Brennen von Steingut nötig sind, erzielt werden konnten. Die Tropfen grüner Glasur auf den Gefäßen entstanden durch Holzascheteilchen, die bei den hohen Temperaturen mit eingeschmolzen sind.


Japan im 5. Jahrhundert

Japans Kultur erlebte unter dem Einfluss des Festlandes im 5. Jahrhundert drastische Veränderungen. Buddhismus und Schriftsprache wurden ebenso übernommen wie Konzepte der Architektur, Stadtplanung, Zentralregierung und Bürokratie.
Für die japanische Kulturentwicklung wichtiger als das wahrscheinlich gewaltsame Eindringen einer festländischen Herrscherschicht war aber wohl die friedliche Einwanderung vieler Chinesen und Koreaner mit, den Japanern bisher unbekannten, handwerklichen Fähigkeiten und kulturellen Kenntnissen.
Bei diesen Einwanderern handelte es sich wohl oft um Flüchtlinge, denn immer dann, wenn auf der koreanischen Halbinsel kriegerische Zustände herrschten, wird in Japan von besonders vielen Einwandern berichtet. So stieg die Zahl der Einwanderer stark an, als 475 die Hauptstadt Paekches, ein kleines Königreich in Südwest-Korea, eingenommen wurde. Des Lesens und Schreibens mächtige Chinesen und Koreaner fanden Stellungen bei Hof und verbesserten die Verwaltung nach ihnen bekannten festländischen Vorbildern. Handwerker brachten neue Techniken in der Weberei, der Metallverarbeitung, der Steinbearbeitung und der Töpferei mit. So auch die für die spätere Kofun-Periode charakteristische Sueki- (Sue-) Keramik.


Herstellung von Sueki-Keramik

Anders als alle früheren Keramiken wurde Sueki-Keramik bei Temperaturen von über
1100 °C gebrannt. Durch diese enorme Hitze, bei der die Tonpartikel zusammenschmolzen, wurde erstmals wasserundurchlässiges Steingut erzeugt. Eine neue Brenntechnik, die aus Korea übernommen wurde, ermöglichte dies.
An Berghängen wurden bis zu zehn Meter lange Tunnelöfen, die sog. anagama (ana = Loch, gama = Brennofen) angelegt. Sie konnten wesentlich höhere Temperaturen als offenes Feuer erzeugen. Durch das Öffnen und Schließen von Lüftungsschlitzen konnte die Temperatur bis zu einem gewissen Ausmaß kontrolliert werden.
Die anagama breiteten sich in ganz Japan aus und werden in vielen Töpfereien auch noch heute in mehr oder weniger ähnlichen Formen benutzt.
Durch Intuition und Erfahrung, Beobachtung der Feuerfarbe und Beachtung der Geräusche im Brennofen lernt der Töpfer mit der Zeit, die besten Ergebnisse zu erzielen.
Die anagama haben ein gewisses Eigenleben, dass zu genialen aber auch katastrophalen Ergebnissen führen kann. Resultate lassen sich nie voraussagen.

Das Befeuern des Ofens ist in der Regel ein mehrtägiges Ritual. Zuerst werden die Gefäße im Ofen aufgestellt. Dann wird in der untersten Kammer mit weichem Holz ein Feuer entfacht. dass sehr genau beobachtet werden muss. Das Feuer soll den Brennofen vollkommen trocknen. Bei einem zu raschen Temperaturanstieg können die Gefäße zerbersten.
Das Feuer wird geschürt, bis es eine Temperatur von 1100 °C erreicht hat. Bei diesem Hitzegrad schmelzen die Tonpartikel zu einem harten, nicht porösen Steingut zusammen.
Wenn das Feuer gelöscht wird und der Ofen zwei bis drei Tage abkühlt, beginnt eine kritische Phase. Erst nach diesem Zeitraum kann der Ofen betreten und die Gefäße herausgeholt werden.
Während des Brennvorganges transportiert der Aufwind Asche und brennende Holzkohlepartikel durch den Ofen, die auf die Gefäße herabfallen und bei optimaler Temperatur zu einer natürlichen Ascheglasur verschmelzen. In späteren Jahrhunderten lernten die Töpfer, diesem Effekt nachzuhelfen, indem sie von vornherein Späne oder Asche auf den Gefäßen verteilten. Doch nicht immer werden die gewünschten Ergebnisse erzielt. Wird der Ton nicht sorgfältig genug durchgeknetet, kann eine Luftblase eine Explosion bewirken. Die Folge sind interessante Splitter auf den anderen Gefäßen im besten Falle. Genauso kann eine Explosion dazu beitragen, dass ein Großteil der Töpferware beschädigt wird. Alle Töpfer sind sich der eigenwilligen Natur des Ablaufs bewusst und haben deshalb großen Respekt vor den anagama. Doch mit etwas Glück gelingt das Zusammenspiel von Feuer und Erde und die langen Arbeitsstunden werden mit schönen Gefäßen belohnt.

Die Sueki-Keramiken wurden nach der traditionellen „Schnur-Wickelmethode“ gefertigt und auf der Töpferscheibe bearbeitet. Sie haben dünne Wandungen und eine charakteristische graue Farbe. Abgesehen von Tropfen und Flecken handelt es sich um unglasierte Keramiken.
Für die Herstellung von Sueki-Keramiken waren bessere Techniken erforderlich als für die Anfertigung der früheren Irdenware. Es gab Gilden professioneller Fachleute, die die wichtigsten Kniffe des Handwerks beherrschten.


Die Verwendung von Sueki-Keramik

Die frühen Sueki-Keramiken des 5. und 6. Jahrhunderts waren fast identisch mit den Silla-Keramiken aus Korea. Sie wurden nach deren Vorbild modelliert und für religiöse oder zeremonielle Zwecke verwendet.
Der Name der Sueki-Keramiken ist wahrscheinlich vom japanischen Verb sueru (opfern) abgeleitet, dass somit auf eine rituelle Verwendung hinweist.
In Grabhügeln wurden zahlreiche Gegenstände gefunden: glatte Schalen mit Deckel, Tassen mit Henkel, Flaschen, Flakons und große Halsgefäße. Etwas ausgefallener sind: dreifüßige Keramiken, die an chinesische Kochgefäße aus Bronze erinnern, einfüßige Gefäße und Schalen sowie aufmodellierte Darstellungen von Tieren und Menschen.
Das Dekor beschränkt sich hauptsächlich auf schlichte, jedoch sehr elegant eingekämmte oder eingeritzte Musterungen. Die Durchbrechungen, die in verschiedenartiger Form in die Fußgestelle geschnitten sind, könnten dazu gedient haben, die Spannung und damit das Risiko des Zerberstens während des Brennvorganges zu verringern.

Seit Ende des 7. Jahrhunderts wurden Sueki-Keramiken eher für den Hausgebrauch als für zeremonielle Zwecke gefertigt. Sie eigneten sich besonders für die Lagerung und das Servieren von Nahrungsmitteln, da sie wasserdicht waren.
Gefäße aus späteren Epochen wurden in Massenproduktion gefertigt. Ihre Formen sind weniger kunstvoll und weisen wenig oder kein Dekor auf.
Die Produktion von Sueki-Keramiken erfolgte landesweit, doch die großen Töpferzentren befanden sich vor allem im Norden der Insel Kyushu, am Inländischen Meer sowie in der Nähe des heutigen Osaka.
Im 10. Jahrhundert gingen (wenige abgelegene Landstriche ausgenommen) die Produktionsziffern der Sueki-Öfen rapide zurück, da neue Arten von Töpferware in Mode kamen.


Fortentwicklung und Herstellungsgebiete

Eine Fortentwicklung der Sueki-Keramiken entstand zur Heijan-Zeit im 9. Jahrhundert im Gebiet des Berges Sanage, nicht weit entfernt von der heutigen Stadt Nagoya. Die sogenannten Sanage-Keramiken wurden in Öfen mit sauberer brennendem und weniger Rauch erzeugendem Holz gebrannt. Die Sanage-Tonkörper sind heller als die charakteristisch dunkelgrauen Sueki-Keramiken.

Insgesamt wurden über 30 Zentren identifiziert, in denen Sueki- und Sanage-Keramik hergestellt wurde. Die berühmtesten Keramikzentren befanden sich in Seto, Tokoname, Echizen, Shigaraki, Tamba und Bizen. Man nennt sie „Die sechs alten Öfen“.

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