Erfahrungsbericht von Hoppelherz
Die Sinnfrage - was ist der Sinn des Lebens?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ich habe mich letztens mit einem 14jährigen unterhalten und über diese
Konversation möchte ich mich nun doch gerne ein wenig auslassen.
Warum?
Nun ja, der junge Mann meinte dann doch, dass der Sinn des Lebens im Tod liegen würde... :-/
Mich hat diese Aussage ziemlich schockiert, auch wenn bei genauerem Nachhaken meinerseits schnell deutlich wurde, dass er sich eigentlich nur sehr oberflächlich mit der Sinnfrage auseinandergesetzt hatte, aber mich hat diese Unbedarftheit, mit der er sich äußerte, doch sehr betroffen gemacht und mich veranlasst, einmal darüber nachzudenken, was einen 14jährigen wohl dazu bewegt, solch radikalen Äußerungen von sich zu geben und inwiefern seine Behauptung, der Tod sei der Sinn des Lebens, überhaupt schlüssig ist.
Ich bin jetzt zum Schluss gekommen, dass die Aussage \"Der Tod ist der Sinn des Lebens\" doch sehr paradox ist.
Bedeutet dass beispielsweise, dass eine Ehe erst ihren Sinn erfüllt hat, wenn beide Partner in die Scheidung eingewilligt haben?
Mein junger Gesprächsgenosse versuchte mir zu erklären, dass das Leben doch auf den Tod hinauslaufe und somit im Sterben begründet sei, aber ist das letztendliche Ziel denn mit dem Sinn gleichzusetzen?
Ich meine nicht!
Als Beispiel führe ich nun z.B. den Arzt an, der alles in seiner Macht stehende tut, um das Leben eines Patienten zu retten, der letztendlich aber doch stirbt.
Waren die vorherigen Bemühungen des Arztes somit sinnlos, da das Ziel, das Leben des Kranken zu erhalten, nicht erreicht wurde?
Nein, da doch durchaus die Chance bestanden hat, dass der Patient es hätte schaffen können.
Hier spiegelt sich der Optimismus wieder, mit dem wir dem Leben entgegentreten (der Arzt weiß eventuell, dass sein Patient nur eine 10%ige Überlebenschance hat, trotzdem schließt er ihn an das Beatmungsgerät an und glaubt auch daran, die 90%Todeswahrscheinlichkeit ausschalten zu können.) , und ist die Behauptung, der Tod sei der Sinn des Lebens, nicht von Pessimismus gekennzeichnet?
Der Arzt sieht einen Sinn in unserem Tun und denken wir nicht alle, dass auch unser Handeln sinnvoll sei?
Ein Freund von mir wollte beispielsweise beruflich schon immer etwas Praktisches machen. In diesem Jahr hat er seine Ausbildung zum Tischler begonnen, nachdem er sein Abi mit einem Schnitt von 2,1 gemacht hatte.
Für die Tischler-Lehre genügt ein Hauptschulabschluss. Macht es also Sinn, dass er die Schule bis einschließlich zur 13. Klasse abgeschlossen hat?
Ja! Denn er will anschließend entweder einen eigenen Betrieb gründen oder auch erst noch Architektur studieren, wobei ihm seine praktischen Erfahrungen durchaus von Vorteil sein würden.
Eine Mitschülerin von mir wird ein ähnlich gutes Abitur ablegen. Sie fängt nächsten Oktober eine Ausbildung zur Krankenschwester an, um ebenfalls bereits praktische Erfahrungen und bereits ein gewisses Basiswissen zu haben, wenn sie im Anschluss Medizin studiert.
Wo wir gerade davon reden: wir hatten im letzten Jahr eine Referendarin an unserer Schule, die bevor sie das Lehramtsstudium aufnahm als gelernte Krankenschwester gearbeitet hatte. Aber dass sie sich nun für einen anderen Beruf entschieden hat, bedeutet doch nicht, dass ihre Arbeit im Pflegebereich sinnlos gewesen ist!
Ihren Patienten hat sie mit Sicherheit sehr geholfen und wir haben ihr ein doch recht fundiertes Geschichts- bzw. Biologiewissen zu verdanken, und ihre Schwesternlehre ist ihr sicherlich sehr von Nutzen, wenn sie den Schülern nun etwas in Biologie erklärt, da sie neben dem theoretischen, rein wissenschaftlichen, ebenfalls über das praktische Wissen verfügt, und auch auf diversen Ausflügen, wenn sich ein Schüler mal wieder selbst massakriert hat. ;-)
Aber wie gesagt: ich unterscheide zwischen \"Sinn\" und \"Ziel\", und der Sinn des Lebens liegt im eigenen Handeln.
Und dies ist ein aktiver Prozess, aber der Tod wirkt von außen auf mich ein.
Natürlich, der Tod folgt auf das Leben, aber das bedeutet nicht, dass ich mich auch unweigerlich für den Tod entscheiden müsste.
Sage ich aber \"Der Tod ist der Sinn des Lebens\", müsste ich mich dann nicht unverzüglich selber töten?
Zudem ist \"unnütz\" nicht ein Synonym für \"sinnlos\"?
Verfüge ich über die Einstellung, den Tod über alles andere zu stellen, meine ich doch nichts anderes, als das Leben als unwichtig, mehr noch: komplett irrelevant, zu betrachten.
Ich vermute, das war für mich das Erschreckendste an dieser Aussage, dass sie aus dem Mund eines 14jährigen kam, der noch nicht viele Aspekte des Lebens kennen gelernt hat, ihm aber bereits so negativ gegenübersteht.
Ich konnte glücklicherweise feststellen, dass dies eher eine spontane Äußerung von ihm war, aber ich meine, sollte man einen solchen Satz zu hören bekommen, sollte man die betreffende Person doch genau beobachten und auch einmal nachfragen, wie genau das gemeint ist, so dass man für sich ausmachen kann, ob es nun auch nur so dahergesagt oder doch gut durchdacht war.
Denn wie gesagt, der Satz \"Der Tod ist doch der Sinn des Lebens\", beinhaltet für mich einen starken Suizidgedanken, dem man in jedem Fall zunächst auf den Grund gehen sollte!
Konversation möchte ich mich nun doch gerne ein wenig auslassen.
Warum?
Nun ja, der junge Mann meinte dann doch, dass der Sinn des Lebens im Tod liegen würde... :-/
Mich hat diese Aussage ziemlich schockiert, auch wenn bei genauerem Nachhaken meinerseits schnell deutlich wurde, dass er sich eigentlich nur sehr oberflächlich mit der Sinnfrage auseinandergesetzt hatte, aber mich hat diese Unbedarftheit, mit der er sich äußerte, doch sehr betroffen gemacht und mich veranlasst, einmal darüber nachzudenken, was einen 14jährigen wohl dazu bewegt, solch radikalen Äußerungen von sich zu geben und inwiefern seine Behauptung, der Tod sei der Sinn des Lebens, überhaupt schlüssig ist.
Ich bin jetzt zum Schluss gekommen, dass die Aussage \"Der Tod ist der Sinn des Lebens\" doch sehr paradox ist.
Bedeutet dass beispielsweise, dass eine Ehe erst ihren Sinn erfüllt hat, wenn beide Partner in die Scheidung eingewilligt haben?
Mein junger Gesprächsgenosse versuchte mir zu erklären, dass das Leben doch auf den Tod hinauslaufe und somit im Sterben begründet sei, aber ist das letztendliche Ziel denn mit dem Sinn gleichzusetzen?
Ich meine nicht!
Als Beispiel führe ich nun z.B. den Arzt an, der alles in seiner Macht stehende tut, um das Leben eines Patienten zu retten, der letztendlich aber doch stirbt.
Waren die vorherigen Bemühungen des Arztes somit sinnlos, da das Ziel, das Leben des Kranken zu erhalten, nicht erreicht wurde?
Nein, da doch durchaus die Chance bestanden hat, dass der Patient es hätte schaffen können.
Hier spiegelt sich der Optimismus wieder, mit dem wir dem Leben entgegentreten (der Arzt weiß eventuell, dass sein Patient nur eine 10%ige Überlebenschance hat, trotzdem schließt er ihn an das Beatmungsgerät an und glaubt auch daran, die 90%Todeswahrscheinlichkeit ausschalten zu können.) , und ist die Behauptung, der Tod sei der Sinn des Lebens, nicht von Pessimismus gekennzeichnet?
Der Arzt sieht einen Sinn in unserem Tun und denken wir nicht alle, dass auch unser Handeln sinnvoll sei?
Ein Freund von mir wollte beispielsweise beruflich schon immer etwas Praktisches machen. In diesem Jahr hat er seine Ausbildung zum Tischler begonnen, nachdem er sein Abi mit einem Schnitt von 2,1 gemacht hatte.
Für die Tischler-Lehre genügt ein Hauptschulabschluss. Macht es also Sinn, dass er die Schule bis einschließlich zur 13. Klasse abgeschlossen hat?
Ja! Denn er will anschließend entweder einen eigenen Betrieb gründen oder auch erst noch Architektur studieren, wobei ihm seine praktischen Erfahrungen durchaus von Vorteil sein würden.
Eine Mitschülerin von mir wird ein ähnlich gutes Abitur ablegen. Sie fängt nächsten Oktober eine Ausbildung zur Krankenschwester an, um ebenfalls bereits praktische Erfahrungen und bereits ein gewisses Basiswissen zu haben, wenn sie im Anschluss Medizin studiert.
Wo wir gerade davon reden: wir hatten im letzten Jahr eine Referendarin an unserer Schule, die bevor sie das Lehramtsstudium aufnahm als gelernte Krankenschwester gearbeitet hatte. Aber dass sie sich nun für einen anderen Beruf entschieden hat, bedeutet doch nicht, dass ihre Arbeit im Pflegebereich sinnlos gewesen ist!
Ihren Patienten hat sie mit Sicherheit sehr geholfen und wir haben ihr ein doch recht fundiertes Geschichts- bzw. Biologiewissen zu verdanken, und ihre Schwesternlehre ist ihr sicherlich sehr von Nutzen, wenn sie den Schülern nun etwas in Biologie erklärt, da sie neben dem theoretischen, rein wissenschaftlichen, ebenfalls über das praktische Wissen verfügt, und auch auf diversen Ausflügen, wenn sich ein Schüler mal wieder selbst massakriert hat. ;-)
Aber wie gesagt: ich unterscheide zwischen \"Sinn\" und \"Ziel\", und der Sinn des Lebens liegt im eigenen Handeln.
Und dies ist ein aktiver Prozess, aber der Tod wirkt von außen auf mich ein.
Natürlich, der Tod folgt auf das Leben, aber das bedeutet nicht, dass ich mich auch unweigerlich für den Tod entscheiden müsste.
Sage ich aber \"Der Tod ist der Sinn des Lebens\", müsste ich mich dann nicht unverzüglich selber töten?
Zudem ist \"unnütz\" nicht ein Synonym für \"sinnlos\"?
Verfüge ich über die Einstellung, den Tod über alles andere zu stellen, meine ich doch nichts anderes, als das Leben als unwichtig, mehr noch: komplett irrelevant, zu betrachten.
Ich vermute, das war für mich das Erschreckendste an dieser Aussage, dass sie aus dem Mund eines 14jährigen kam, der noch nicht viele Aspekte des Lebens kennen gelernt hat, ihm aber bereits so negativ gegenübersteht.
Ich konnte glücklicherweise feststellen, dass dies eher eine spontane Äußerung von ihm war, aber ich meine, sollte man einen solchen Satz zu hören bekommen, sollte man die betreffende Person doch genau beobachten und auch einmal nachfragen, wie genau das gemeint ist, so dass man für sich ausmachen kann, ob es nun auch nur so dahergesagt oder doch gut durchdacht war.
Denn wie gesagt, der Satz \"Der Tod ist doch der Sinn des Lebens\", beinhaltet für mich einen starken Suizidgedanken, dem man in jedem Fall zunächst auf den Grund gehen sollte!
13 Bewertungen, 1 Kommentar
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06.09.2008, 01:56 Uhr von Tratschonkelchen
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Raphael




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