Erfahrungsbericht von Eat_This
Captain Pansi packt seine Siebensachen!
Pro:
Captain Pansi und seine Crew
Kontra:
Das ewige Sicherheitskot wiederauffüllen
Empfehlung:
Nein
Aufgrund der vielen Nachfragen und der unzähligen schlechten Plagiate (wie z.B. Star Trek, Babylon 5 oder Farscape) hat sich unser Drehbuchautor Rainer Zufall wieder aufgerafft, eine neue Folge von \"Captain Pansi und seine Crew\" zu verfassen. Also, Vorhang auf und Bühne frei für \"Captain Pansi und seine Crew\" in Folge 423, \"Immer Ärger mit den Märchenkönigen\".
Captain Pansi, Entdecker und Erforscher zahlloser Welten, Beschützer der Witwen und Waisen, Förder der Kunst und Kultur, sonnte sich mal wieder am Oberdeck in den sieben Sonnen von McGuffin.
Das heißt, eigentlich waren es gar keine Sonnen und der namenlose Fähnrich tat sich auch sehr schwer, die sieben Scheinwerfer auf der reichlich wackeligen Konstruktion des schottischen Bordklempners McGuffin, der an allen Ecken und Enden an Material sparte (er plante, ein kleines Ferienhaus auf den Ringen des Saturn zu errichten und dafür konnte man nie genug Material haben), auf der richtigen Position zu halten. Aber leider hatte Pansi die Urlaubskasse beim Junggesellenabschied eines alten Freundes auf den Kopf gehaut und somit fiel die Reise nach Alpha Ceti Prime ins Wasser. Wer konnte auch ahnen, dass seine Leber noch so in Form war und die Striptänzerinnen sich nur mit Scheinen zufrieden gaben.
Just während seines Sonnenbades kam dem Captain ein phänomenaler Geistesblitz in Form eines herabsegelnden Fähnrichs, der mit den ihm anvertrauten Leuchtmitteln an ihm vorbeisegelte und neben ihm in den Boden einschlug. Lichter tanzten ihm vor Augen und er fühlte ein merkwürdiges Stechen in der Lendengegend, das auch davon kommen konnte, dass ihm das (zum Glück extrem leichte) Gerüst mitten auf seine Banane fiel, die er züchtig mit einer rosaroten Boxershort mit aufgedruckten Erdbeeren (übrigens eine Kreation des italienischen Unterwäschedesigners Ernesto Erdberni) bedeckte. Was hatte ihm die Striptänzerin da ins Ohr geflüstert? \"Lass mich Dich verwöhnen! Ich werde Dir den siebten Himmel zeigen!\" Sieben. Was für eine merkwürdige Zahl. Während der Fähnrich gerade seine Siebensachen vom Boden auflas, durchkramte er sein Astrokenntnisse nach einem siebten Himmel. Schnell kam zu dem Schluss, dass der siebte Himmel außerhalb des ihm bekannten Universums (seiner Brücke und seine Unterkunft) lag.
Was lag also näher, als seinen allwissenden Bordcomputer zu befragen.
\"Fähnrich!\"
\"Ja, oh Steuermann über Gedeih und Verderb dieses Plötiversums?\"
\"Folge er mir auf die Brücke, sie werden den siebten Himmel suchen!\"
\"Sie?\"
\"Na, sie, der befehlshabende Offizier und der Fähnrich!\"
\"Ach, die!\"
Im Eilschritt stürmten Captain Pansi und sein schutzbefohlener Auszubildender, der namenlose Fähnrich, auf die Brücke.
\"Licht!\"
Captain Pansis Stimme donnerte über die Brücke.
\"Ich sagte: \"Licht!\"\"
Doch trotz seiner energischen Aufforderung gab sich die Brücke weiter der Dunkelheit hin.
\"Das gibt es doch gar nicht! Sind denn alle sieben Scheinwerfer der Brücke ausgefallen?\"
Der Fähnrich hüllte sich dezent in Schweigen.
\"Nun gut, Notbeleuchtung aktivieren!\"
Als der Fähnrich damit fertig war, alle Teelichter auf der Brücke zu entzünden, ließ sich Captain Pansi leicht entnervt in seinen Kommandostuhl fallen.
\"Computer, ich benötige eine Zusammenstellung aller Suchergebnisse zu dem Begriff ‚siebter Himmel’.\"
\"Es wurden 1.534.623 relevante Ergebnisse gefunden. Durch Eingabe weiterer Suchbegriffe können Sie die Anzahl der Ergebnisse reduzieren!\"
Wie immer verusachte die erotische Stimme des Bordcomputers heftige Hitzewallungen bei dem Captain.
\"Suche nach den Begriffen \"verwöhnen\" und \"siebter Himmel\".\"
\"Es wurden 7 relevante Ergebnisse gefunden.\"
\"Auflisten!\"
\"Position 1: Zum scharfen Tapir. Vergnügungsbar mit freundlichem Personal. Unsere Mädchen bringen Sie in den siebten Himmel. Lassen Sie sich verwöhnen.
Position 2: Der siebte Himmel.
Bestattungsinstitut mit gehobenem Anspruch. Verwöhnen Sie ihre gewesenen Verwesenden mit exclusiven Titansärgen und opulenten Feuerbestattungen.
Position 3: Jacobs Dröhnung.
Stereoanlagen mit Stil. Der siebte Himmel für Musikfans. Verwöhnen Sie ihre Ohren...\"
Der Captain hörte ohnehin nur mit einem halben Ohr zu, die eineinhalb anderen hatte er auf der Plötflottenakademie verliehen und nie wieder zurückbekommen. Aber das Stichwort \"scharfer Tapir\" rief Erinnerungen in ihm vor.
Natürlich! Die Plötflottenakademie! Rückwärts einparken bei Commander G. Als er beim siebten Versuch schon wieder an das rückwärtige Raumschiff anstieß, murmelte sein Ausbilder etwas davon, dass er den heutigen Tag wohl nur im scharfen Tapir verarbeiten könne.
\"Fähnrich!\"
\"Ja, oh mein Captain?\"
\"Setzen Sie Kurs auf das Magellansystem, ich ziehe mich solange in meine Kabine zurück.\"
\"Jawohl, mon general!\"
Seufzend schwang sich Captain Pansi auf sein Kinderfahrrad (übrigens mit Korb und Hupe) und fuhr in Richtung Kapitänskajüte. Der Fähnrich machte im Sorgen. Ständig las er so überflüssige Sachen wie \"Technisches Handbuch der PS Modena\", \"Vorgehensweise bei Kontakt mit unbekannten Rassen\" und \"Weltraumgefechtstaktiken\". Nun gut, nicht jeder konnte einen so ausgefallenen und exquisiten Geschmack haben wie er, Captain Pansi. Erlesen Werke und Bildbände zierten seine Bibliothek. \"Liebesspiele blutjunger Nonnen\", \"Wild trieben es die alten Pharaonen\", \"Milchgebirge Band 1 - 25\", Stolz erfüllte ihn, als er an seine Sammlung dachte.
\"Vorsicht, frisch gebohnert!\"
Die Warnung der Putzfeudelakrobatin, die gerade ihre Eimerchen durch den Gang schob, kam leider zu spät. Das Kinderrad geriet außer Kontrolle und schlitterte samt seinem Fahrer in Richtung Korridorwand. Pansi versuchte noch, den Lenker herumzureißen, aber vergebens. Mit einem gewaltigen Knall schlug das unkontrollierbare Geschoß in die Wand ein...
\"Captain?\"
Vorsichtig versuchte Pansi, seine Augen zu öffnen. Der Kopf schmerzte ihn und auch seine Rippen erinnerten deutlich an ihre Existenz. Grelles Licht veranlasste Ihn, die Augen wieder zu schließen.
\"Captain? Sind Sie wieder wach?\"
\"Ja, verdammt nochmal, was ist passiert?\"
\"Sie sind auf der Krankenstation, nachdem Sie mit dem Fahrrad auf Bohnerwachs ausgerutscht und schwer gestürzt sind. Die Putzfeudelakrobatin lässt sich tausendmal entschuldigen!\"
\"Die Putze? Zur Strafe darf sie nur noch gebückt durch die Gänge laufen! Zwei Leute mit Schlagbohrmaschinen sollen sie bewachen!\"
Er hörte, wie die Stationsärztin, Nlp, mit ihrer Assistentin tuschelte. Wortfetzen wie \"unzurechnungsfähig\", \"ganz schön einen an der Waffel\" und \"ob ihm etwas bleibt\" drangen zu ihm herüber, aber in seinem momentanen Zustand konnte er ihre Bedeutung nicht voll erfassen. Er zog es vor, das Nachdenken auf später zu verschieben.
\"Captain, öffnen Sie bitte Ihren Mund. Medizin!\"
Widerwillig öffnete Captain Pansi seinen Mund. Ein Haufen widerwärtig schmeckender Tabletten und Pillen wurden ihm verabreicht.
\"Wäh, das schmeckt ja schlimmer als Katzenpipi mit Entengrütze!\"
\"Das ist bemalter Hasenköttel mit Zuckerglasur!\"
\"Das erklärt einiges!\"
Um einer weiteren Medikamentierung durch die Stationsärztin zu entkommen, schwang sich der Captain auf und verließ mit den Worten \"Ich bin gesund, ich muss sofort zum Chefingenieur!\" den Raum.
Zielstrebig steuerte er die Kabine seines alten Kampfgefährten, dem Chefingenieur Huxley Pubert Resellerchen, an, um sich auf den Schock mit diesem erst mal ein paar Gläschen Jack Dooyooels hinter die Binde zu kippen. Wesentlich entspannter und mit ausreichend befeuchteter Binde wollte er gerade den Weg in sein Quartier fortsetzen, als ihn der Fähnrich über die Sprechanlage ausrufen ließ.
\"Der Kapitän und ehrenwerte Befehlshaber dieses Schiffes möge sich bitte bei seinem ihn bewundernden Fähnrich melden!\"
Captain Pansi hasste es, wenn der Fähnrich
ihn ausrufen ließ. In Zukunft würde er Filme wie \"Ben Hur\", \"Spartacus\" und \"Vom Winde verweht\" aus dem Repertoire des Bordkinos streichen! Er eilte auf die Brücke.
\"Captain, wir sind da! Sehen Sie nur!\"
\"Wo?\"
\"Na, auf dem Schirm!\"
Der Captain blickte auf den Schirm.
\"Ja und, ein Regenschirm mit einem Blümchenmuster. Phänomenal!\"
\"Nein, ich meinte den Bildschirm!\"
\"Ach so!\"
Der tragbare Minifernseher in der Mitte der Brücke zeigte eine Raumstation im Orbit des Planeten. Leuchtend rote Neonröhren stellten kopulierende Tapire dar.
\"Ob wir hier richtig sind?\"
Der Captain kratzte sich mit dem rechten kleinen Finger hinter dem linken Ohr. Zweifel keimten in ihm auf wie Sojasprößlinge in der Sonne Japans. Sollte sich hier die Pforte zu einer unentdeckten Galaxie befinden?
\"Willkommen auf der Raumstation \"Zum scharfen Tapir\". Dies ist die automatische Flugkontrolle. Bitte benutzen Sie Dock 12 und bei Husten Mullpoll. Diese Ansage wurde ihnen präsentiert von Mullpoll, dem LSD-Hustenbonbon, das auch lustig macht!\"
\"Nun gut, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Fähnrich, andocken an Dock 12! Und besorgen Sie mir ein paar dieser Hustenbonbons!\"
\"Jawohl, oh Sieger unzähliger Raumschlachten!\"
\"Fähnrich, etwas weniger Pathos bitte!\"
\"Jawohl, glücklicher Gewinner von 4,2 Gefechten gegen stets kleinere Raumschiffe!\"
\"Hmpf! Fähnrich! Zimmerarrest!\"
\"Schon wieder, oh Stammkunde beim Weltraumabschleppdienst?\"
\"Es reicht! Husch, ohne Abendessen auf\'s Quartier!\"
Klug und besonnen wie er war, schickte Captain Pansi ein Vorabkommando, bestehend aus Sherlock mumm, der Bordspionin, und ihrem Söhnlein Brillant, um die Station erkunden. Erst dann sollte der Landungstrupp, bestehend aus dem Chefingenieur, dem Schatzmeister Heino F., und ihm, die Station betreten.
Als das Vorabkommando eine halbe Stunde später sturzbetrunken zurückgekrochen kam, beschloss er, dass diese Station ungefährlich sei und so machte sich der Landungstrupp auf den Weg.
Unzählige Kneipen und Etablissements mit unaussprechbaren Namen luden zu exotischen Trinkkuren ein, von denen der gesundheitsbewusste Captain und sein Landungstrupp nur wenige ausließen.
Dem Delirium nahe torkelten die drei in das von ihnen schon so sehnsüchtig gesuchte Etablissement \"Zum scharfen Tapir\". Zahlreiche humanoide und nonhumanoide weibliche Lebensformen priesen ihre Reize und boten ihre Dienste an.
\"Hallo, Du kleines Flattertier, willst Du eine meiner 17 Brüste berühren?\"
\"Welsche Bludgrubbe haschd Du denn, Schüsche?\"
\"Perversling, mach die Flatter!\"
Irgendwie schien der Schatzmeister, Heino F., kein Glück bei dieser Dame zu haben und beschloss, sich nach einer Blutbank umzusehen. Derweil protzte Reseller mit seinem Allzweckwerkzeug, das von den handwerksbegeisterten Damen auch ausgiebig bestaunt wurde. Captain Pansi saß derweilen in einer Ecke und versuchte verzweifelt, einen klaren Gedanken zu fassen. Just bevor er selbigen erlangte, sprang ein kleines blaues Pelztierchen auf seinen Arm.
\"Küss mich, ich bin ein Märchenkönig!\"
Verdutzt blickte Pansi auf das Fellknäuel, das gerade seine Hosentaschen nach Wertgegenständen durchsuchte.
„Ein Märchenkönig? Ich dachte immer, die sind groß, gutaussehend und haben blondes, lockiges Haupthaar?“
Das Pelzgewusel hörte auf, Hustenbonbons aus der Tüte zu naschen, die es gerade aus der Brusttasche der schmucken Kapitänsuniform (übrigens gelb mit rosa Sternchen) zu Tage gefördert hatte.
„Das ist unsere PR-Abteilung, die lügen den lieben langen Tag. Außerdem habe ich heute frei und bin ungeschminkt. Würdest Du mich jetzt bitte küssen?“
„Küssen? Wieso denn? Passiert dann etwas besonderes? Verwandelst Du Dich in eine phänomenal gut aussehende Frau, die mir alle Wünsche von den Lippen abliest?“
„Das mit den Lippen war schon mal nicht schlecht! Du bekommst Zauberherpes und einen blauen Pelzschnurrbart nebst einem Freigetränk Deiner Wahl und einer Jahreskarte im Schmuddelkino auf Ebene 25!“
Pansi entwendete geistesabwesend dem Märchenkönig seine halbleer gefressene Bonbontüte. Herpes? Was sollte das denn sein? Wieso hatte er in Geschichte nie besser aufgepasst? Er zog es vor, sich zur Beratung mit dem Landungstrupp zurückzuziehen.
„Ein Schnurrbart würde Dir sicher gut stehen! Er würde Deine Dir angeborene Autorität unterstreichen! Außerdem steht Dir blau, Du kannst sowas ja tragen!“
„Denk nur an die ganzen tollen Filme, die wir uns ansehen könnten! Da läuft sicher auch „Liebesgrüße aus der Raumhose“, „Drei Kumpel auf Alpha Ceti Prime“ oder „Wild trieben es die alten Chromulaner“!“
„Herpes? Ist das nicht ein Postzustellservice? Oder ein altgriechischer Postbote? Das kann schon nicht so schlimm sein! Außerdem ist es umsonst!“
„Nimm den fünffachen pangalaktischen Donnergurgler! Das ist der teuerste Drink, den sie hier haben. Und zwar aus dem Eimer und mit 3 Strohhalmen!“
Die Argumente prasselten nur so auf ihn ein und ob seinem schon leicht alkoholisierten Verstandes, welcher bereits krampfhaft versuchte, sich zu verabschieden, um sich nicht noch länger mit diesem dämlichen Kleinhirn unterhalten zu müssen, ließ sich Captain Pansi breitschlagen.
„Nun gut, Herr Märchenprinz, aber nicht mit Zunge!“
Die oberste Direktive sah Verbrüderungsrituale mit unbekannten Rassen nicht so gerne, aber was tat man nicht alles für die Intergalaktische Völkerverständigung und einen fünffachen pangalaktischen Donnergurgler aus dem Eimer mit 3 Strohhalmen!
„Wie Euch beliebt, Captain Edelbert Xaverius Pansi!“
Das possierliche Tierchen war inzwischen bei seiner Brieftasche angelangt und fingerte seinen Führerschein aus dem Portemonnaie.
„Xaverius? Edelbert?“
Der Captain blickte auf seine beiden Kampfgefährten. Tränen ronnen ihnen über Wangen.
„Na und, solch erlesene Vornamen hat nicht ein jeder! Außerdem waren meine Eltern Anhänger altgermanischer Namensgebung“ versuchte sich Edelbert Xaverius Pansi zu rechtfertigen. „Und wenn ihr so weitermacht, gibt es nur einen Strohhalm zum Donnergurgler!“
Hastig riss er dem kleptomanisch veranlagten Pelzbüschel seine Börse aus der Hand, drückte ihm, ehe seine Ratio Veto einlegen konnte, einen Kuss auf die bepelzten Lippen und schüttete sich den Rest seines exotischen Gesundheitsdrinks die Kehle hinunter.
„Nun erfülle Dein Versprechen!“
„Gewonnen! Gewonnen! Gewonnen!“
[Fortsetzung folgt ... ]
Captain Pansi, Entdecker und Erforscher zahlloser Welten, Beschützer der Witwen und Waisen, Förder der Kunst und Kultur, sonnte sich mal wieder am Oberdeck in den sieben Sonnen von McGuffin.
Das heißt, eigentlich waren es gar keine Sonnen und der namenlose Fähnrich tat sich auch sehr schwer, die sieben Scheinwerfer auf der reichlich wackeligen Konstruktion des schottischen Bordklempners McGuffin, der an allen Ecken und Enden an Material sparte (er plante, ein kleines Ferienhaus auf den Ringen des Saturn zu errichten und dafür konnte man nie genug Material haben), auf der richtigen Position zu halten. Aber leider hatte Pansi die Urlaubskasse beim Junggesellenabschied eines alten Freundes auf den Kopf gehaut und somit fiel die Reise nach Alpha Ceti Prime ins Wasser. Wer konnte auch ahnen, dass seine Leber noch so in Form war und die Striptänzerinnen sich nur mit Scheinen zufrieden gaben.
Just während seines Sonnenbades kam dem Captain ein phänomenaler Geistesblitz in Form eines herabsegelnden Fähnrichs, der mit den ihm anvertrauten Leuchtmitteln an ihm vorbeisegelte und neben ihm in den Boden einschlug. Lichter tanzten ihm vor Augen und er fühlte ein merkwürdiges Stechen in der Lendengegend, das auch davon kommen konnte, dass ihm das (zum Glück extrem leichte) Gerüst mitten auf seine Banane fiel, die er züchtig mit einer rosaroten Boxershort mit aufgedruckten Erdbeeren (übrigens eine Kreation des italienischen Unterwäschedesigners Ernesto Erdberni) bedeckte. Was hatte ihm die Striptänzerin da ins Ohr geflüstert? \"Lass mich Dich verwöhnen! Ich werde Dir den siebten Himmel zeigen!\" Sieben. Was für eine merkwürdige Zahl. Während der Fähnrich gerade seine Siebensachen vom Boden auflas, durchkramte er sein Astrokenntnisse nach einem siebten Himmel. Schnell kam zu dem Schluss, dass der siebte Himmel außerhalb des ihm bekannten Universums (seiner Brücke und seine Unterkunft) lag.
Was lag also näher, als seinen allwissenden Bordcomputer zu befragen.
\"Fähnrich!\"
\"Ja, oh Steuermann über Gedeih und Verderb dieses Plötiversums?\"
\"Folge er mir auf die Brücke, sie werden den siebten Himmel suchen!\"
\"Sie?\"
\"Na, sie, der befehlshabende Offizier und der Fähnrich!\"
\"Ach, die!\"
Im Eilschritt stürmten Captain Pansi und sein schutzbefohlener Auszubildender, der namenlose Fähnrich, auf die Brücke.
\"Licht!\"
Captain Pansis Stimme donnerte über die Brücke.
\"Ich sagte: \"Licht!\"\"
Doch trotz seiner energischen Aufforderung gab sich die Brücke weiter der Dunkelheit hin.
\"Das gibt es doch gar nicht! Sind denn alle sieben Scheinwerfer der Brücke ausgefallen?\"
Der Fähnrich hüllte sich dezent in Schweigen.
\"Nun gut, Notbeleuchtung aktivieren!\"
Als der Fähnrich damit fertig war, alle Teelichter auf der Brücke zu entzünden, ließ sich Captain Pansi leicht entnervt in seinen Kommandostuhl fallen.
\"Computer, ich benötige eine Zusammenstellung aller Suchergebnisse zu dem Begriff ‚siebter Himmel’.\"
\"Es wurden 1.534.623 relevante Ergebnisse gefunden. Durch Eingabe weiterer Suchbegriffe können Sie die Anzahl der Ergebnisse reduzieren!\"
Wie immer verusachte die erotische Stimme des Bordcomputers heftige Hitzewallungen bei dem Captain.
\"Suche nach den Begriffen \"verwöhnen\" und \"siebter Himmel\".\"
\"Es wurden 7 relevante Ergebnisse gefunden.\"
\"Auflisten!\"
\"Position 1: Zum scharfen Tapir. Vergnügungsbar mit freundlichem Personal. Unsere Mädchen bringen Sie in den siebten Himmel. Lassen Sie sich verwöhnen.
Position 2: Der siebte Himmel.
Bestattungsinstitut mit gehobenem Anspruch. Verwöhnen Sie ihre gewesenen Verwesenden mit exclusiven Titansärgen und opulenten Feuerbestattungen.
Position 3: Jacobs Dröhnung.
Stereoanlagen mit Stil. Der siebte Himmel für Musikfans. Verwöhnen Sie ihre Ohren...\"
Der Captain hörte ohnehin nur mit einem halben Ohr zu, die eineinhalb anderen hatte er auf der Plötflottenakademie verliehen und nie wieder zurückbekommen. Aber das Stichwort \"scharfer Tapir\" rief Erinnerungen in ihm vor.
Natürlich! Die Plötflottenakademie! Rückwärts einparken bei Commander G. Als er beim siebten Versuch schon wieder an das rückwärtige Raumschiff anstieß, murmelte sein Ausbilder etwas davon, dass er den heutigen Tag wohl nur im scharfen Tapir verarbeiten könne.
\"Fähnrich!\"
\"Ja, oh mein Captain?\"
\"Setzen Sie Kurs auf das Magellansystem, ich ziehe mich solange in meine Kabine zurück.\"
\"Jawohl, mon general!\"
Seufzend schwang sich Captain Pansi auf sein Kinderfahrrad (übrigens mit Korb und Hupe) und fuhr in Richtung Kapitänskajüte. Der Fähnrich machte im Sorgen. Ständig las er so überflüssige Sachen wie \"Technisches Handbuch der PS Modena\", \"Vorgehensweise bei Kontakt mit unbekannten Rassen\" und \"Weltraumgefechtstaktiken\". Nun gut, nicht jeder konnte einen so ausgefallenen und exquisiten Geschmack haben wie er, Captain Pansi. Erlesen Werke und Bildbände zierten seine Bibliothek. \"Liebesspiele blutjunger Nonnen\", \"Wild trieben es die alten Pharaonen\", \"Milchgebirge Band 1 - 25\", Stolz erfüllte ihn, als er an seine Sammlung dachte.
\"Vorsicht, frisch gebohnert!\"
Die Warnung der Putzfeudelakrobatin, die gerade ihre Eimerchen durch den Gang schob, kam leider zu spät. Das Kinderrad geriet außer Kontrolle und schlitterte samt seinem Fahrer in Richtung Korridorwand. Pansi versuchte noch, den Lenker herumzureißen, aber vergebens. Mit einem gewaltigen Knall schlug das unkontrollierbare Geschoß in die Wand ein...
\"Captain?\"
Vorsichtig versuchte Pansi, seine Augen zu öffnen. Der Kopf schmerzte ihn und auch seine Rippen erinnerten deutlich an ihre Existenz. Grelles Licht veranlasste Ihn, die Augen wieder zu schließen.
\"Captain? Sind Sie wieder wach?\"
\"Ja, verdammt nochmal, was ist passiert?\"
\"Sie sind auf der Krankenstation, nachdem Sie mit dem Fahrrad auf Bohnerwachs ausgerutscht und schwer gestürzt sind. Die Putzfeudelakrobatin lässt sich tausendmal entschuldigen!\"
\"Die Putze? Zur Strafe darf sie nur noch gebückt durch die Gänge laufen! Zwei Leute mit Schlagbohrmaschinen sollen sie bewachen!\"
Er hörte, wie die Stationsärztin, Nlp, mit ihrer Assistentin tuschelte. Wortfetzen wie \"unzurechnungsfähig\", \"ganz schön einen an der Waffel\" und \"ob ihm etwas bleibt\" drangen zu ihm herüber, aber in seinem momentanen Zustand konnte er ihre Bedeutung nicht voll erfassen. Er zog es vor, das Nachdenken auf später zu verschieben.
\"Captain, öffnen Sie bitte Ihren Mund. Medizin!\"
Widerwillig öffnete Captain Pansi seinen Mund. Ein Haufen widerwärtig schmeckender Tabletten und Pillen wurden ihm verabreicht.
\"Wäh, das schmeckt ja schlimmer als Katzenpipi mit Entengrütze!\"
\"Das ist bemalter Hasenköttel mit Zuckerglasur!\"
\"Das erklärt einiges!\"
Um einer weiteren Medikamentierung durch die Stationsärztin zu entkommen, schwang sich der Captain auf und verließ mit den Worten \"Ich bin gesund, ich muss sofort zum Chefingenieur!\" den Raum.
Zielstrebig steuerte er die Kabine seines alten Kampfgefährten, dem Chefingenieur Huxley Pubert Resellerchen, an, um sich auf den Schock mit diesem erst mal ein paar Gläschen Jack Dooyooels hinter die Binde zu kippen. Wesentlich entspannter und mit ausreichend befeuchteter Binde wollte er gerade den Weg in sein Quartier fortsetzen, als ihn der Fähnrich über die Sprechanlage ausrufen ließ.
\"Der Kapitän und ehrenwerte Befehlshaber dieses Schiffes möge sich bitte bei seinem ihn bewundernden Fähnrich melden!\"
Captain Pansi hasste es, wenn der Fähnrich
ihn ausrufen ließ. In Zukunft würde er Filme wie \"Ben Hur\", \"Spartacus\" und \"Vom Winde verweht\" aus dem Repertoire des Bordkinos streichen! Er eilte auf die Brücke.
\"Captain, wir sind da! Sehen Sie nur!\"
\"Wo?\"
\"Na, auf dem Schirm!\"
Der Captain blickte auf den Schirm.
\"Ja und, ein Regenschirm mit einem Blümchenmuster. Phänomenal!\"
\"Nein, ich meinte den Bildschirm!\"
\"Ach so!\"
Der tragbare Minifernseher in der Mitte der Brücke zeigte eine Raumstation im Orbit des Planeten. Leuchtend rote Neonröhren stellten kopulierende Tapire dar.
\"Ob wir hier richtig sind?\"
Der Captain kratzte sich mit dem rechten kleinen Finger hinter dem linken Ohr. Zweifel keimten in ihm auf wie Sojasprößlinge in der Sonne Japans. Sollte sich hier die Pforte zu einer unentdeckten Galaxie befinden?
\"Willkommen auf der Raumstation \"Zum scharfen Tapir\". Dies ist die automatische Flugkontrolle. Bitte benutzen Sie Dock 12 und bei Husten Mullpoll. Diese Ansage wurde ihnen präsentiert von Mullpoll, dem LSD-Hustenbonbon, das auch lustig macht!\"
\"Nun gut, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Fähnrich, andocken an Dock 12! Und besorgen Sie mir ein paar dieser Hustenbonbons!\"
\"Jawohl, oh Sieger unzähliger Raumschlachten!\"
\"Fähnrich, etwas weniger Pathos bitte!\"
\"Jawohl, glücklicher Gewinner von 4,2 Gefechten gegen stets kleinere Raumschiffe!\"
\"Hmpf! Fähnrich! Zimmerarrest!\"
\"Schon wieder, oh Stammkunde beim Weltraumabschleppdienst?\"
\"Es reicht! Husch, ohne Abendessen auf\'s Quartier!\"
Klug und besonnen wie er war, schickte Captain Pansi ein Vorabkommando, bestehend aus Sherlock mumm, der Bordspionin, und ihrem Söhnlein Brillant, um die Station erkunden. Erst dann sollte der Landungstrupp, bestehend aus dem Chefingenieur, dem Schatzmeister Heino F., und ihm, die Station betreten.
Als das Vorabkommando eine halbe Stunde später sturzbetrunken zurückgekrochen kam, beschloss er, dass diese Station ungefährlich sei und so machte sich der Landungstrupp auf den Weg.
Unzählige Kneipen und Etablissements mit unaussprechbaren Namen luden zu exotischen Trinkkuren ein, von denen der gesundheitsbewusste Captain und sein Landungstrupp nur wenige ausließen.
Dem Delirium nahe torkelten die drei in das von ihnen schon so sehnsüchtig gesuchte Etablissement \"Zum scharfen Tapir\". Zahlreiche humanoide und nonhumanoide weibliche Lebensformen priesen ihre Reize und boten ihre Dienste an.
\"Hallo, Du kleines Flattertier, willst Du eine meiner 17 Brüste berühren?\"
\"Welsche Bludgrubbe haschd Du denn, Schüsche?\"
\"Perversling, mach die Flatter!\"
Irgendwie schien der Schatzmeister, Heino F., kein Glück bei dieser Dame zu haben und beschloss, sich nach einer Blutbank umzusehen. Derweil protzte Reseller mit seinem Allzweckwerkzeug, das von den handwerksbegeisterten Damen auch ausgiebig bestaunt wurde. Captain Pansi saß derweilen in einer Ecke und versuchte verzweifelt, einen klaren Gedanken zu fassen. Just bevor er selbigen erlangte, sprang ein kleines blaues Pelztierchen auf seinen Arm.
\"Küss mich, ich bin ein Märchenkönig!\"
Verdutzt blickte Pansi auf das Fellknäuel, das gerade seine Hosentaschen nach Wertgegenständen durchsuchte.
„Ein Märchenkönig? Ich dachte immer, die sind groß, gutaussehend und haben blondes, lockiges Haupthaar?“
Das Pelzgewusel hörte auf, Hustenbonbons aus der Tüte zu naschen, die es gerade aus der Brusttasche der schmucken Kapitänsuniform (übrigens gelb mit rosa Sternchen) zu Tage gefördert hatte.
„Das ist unsere PR-Abteilung, die lügen den lieben langen Tag. Außerdem habe ich heute frei und bin ungeschminkt. Würdest Du mich jetzt bitte küssen?“
„Küssen? Wieso denn? Passiert dann etwas besonderes? Verwandelst Du Dich in eine phänomenal gut aussehende Frau, die mir alle Wünsche von den Lippen abliest?“
„Das mit den Lippen war schon mal nicht schlecht! Du bekommst Zauberherpes und einen blauen Pelzschnurrbart nebst einem Freigetränk Deiner Wahl und einer Jahreskarte im Schmuddelkino auf Ebene 25!“
Pansi entwendete geistesabwesend dem Märchenkönig seine halbleer gefressene Bonbontüte. Herpes? Was sollte das denn sein? Wieso hatte er in Geschichte nie besser aufgepasst? Er zog es vor, sich zur Beratung mit dem Landungstrupp zurückzuziehen.
„Ein Schnurrbart würde Dir sicher gut stehen! Er würde Deine Dir angeborene Autorität unterstreichen! Außerdem steht Dir blau, Du kannst sowas ja tragen!“
„Denk nur an die ganzen tollen Filme, die wir uns ansehen könnten! Da läuft sicher auch „Liebesgrüße aus der Raumhose“, „Drei Kumpel auf Alpha Ceti Prime“ oder „Wild trieben es die alten Chromulaner“!“
„Herpes? Ist das nicht ein Postzustellservice? Oder ein altgriechischer Postbote? Das kann schon nicht so schlimm sein! Außerdem ist es umsonst!“
„Nimm den fünffachen pangalaktischen Donnergurgler! Das ist der teuerste Drink, den sie hier haben. Und zwar aus dem Eimer und mit 3 Strohhalmen!“
Die Argumente prasselten nur so auf ihn ein und ob seinem schon leicht alkoholisierten Verstandes, welcher bereits krampfhaft versuchte, sich zu verabschieden, um sich nicht noch länger mit diesem dämlichen Kleinhirn unterhalten zu müssen, ließ sich Captain Pansi breitschlagen.
„Nun gut, Herr Märchenprinz, aber nicht mit Zunge!“
Die oberste Direktive sah Verbrüderungsrituale mit unbekannten Rassen nicht so gerne, aber was tat man nicht alles für die Intergalaktische Völkerverständigung und einen fünffachen pangalaktischen Donnergurgler aus dem Eimer mit 3 Strohhalmen!
„Wie Euch beliebt, Captain Edelbert Xaverius Pansi!“
Das possierliche Tierchen war inzwischen bei seiner Brieftasche angelangt und fingerte seinen Führerschein aus dem Portemonnaie.
„Xaverius? Edelbert?“
Der Captain blickte auf seine beiden Kampfgefährten. Tränen ronnen ihnen über Wangen.
„Na und, solch erlesene Vornamen hat nicht ein jeder! Außerdem waren meine Eltern Anhänger altgermanischer Namensgebung“ versuchte sich Edelbert Xaverius Pansi zu rechtfertigen. „Und wenn ihr so weitermacht, gibt es nur einen Strohhalm zum Donnergurgler!“
Hastig riss er dem kleptomanisch veranlagten Pelzbüschel seine Börse aus der Hand, drückte ihm, ehe seine Ratio Veto einlegen konnte, einen Kuss auf die bepelzten Lippen und schüttete sich den Rest seines exotischen Gesundheitsdrinks die Kehle hinunter.
„Nun erfülle Dein Versprechen!“
„Gewonnen! Gewonnen! Gewonnen!“
[Fortsetzung folgt ... ]




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