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Erfahrungsbericht von ralf0816

SCHULE-alles wie immer-der ERNST-kaum LEBEN

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Vor ein paar Wochen war es soweit, meine Tochter kam in die Grundschule.
Schon lange vorher erfüllte mich der Gedanke daran nicht unbedingt mit großer Begeisterung, erst mal mußte sie die geliebte Kindergruppe verlassen, in mir kamen eher unerfreuliche Erinnerungen an die eigene Grundschulzeit hoch und mit der Einschulung beginnt „der Ernst des Lebens“, der nicht immer spaßig ist und auch absurderweise gar nicht sein soll.

Am Tag der Einschulung war alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Ansprache des Direktors in der Turnhalle, alles leicht muffig und atmosphärisch (für mich) bedrückend.

Der Förderverein stellte sich vor und bietet T-Shirts und sowas zum Verkauf an, ein Lehrer referiert über das Kakaogeld, die älteren Schüler singen ein paar lustige Liedchen.

Das ist ja alles gar nicht so schlimm, vor 30 Jahren war aber alles sehr ähnlich.
In einer Welt, die sich in einem dramatischen Tempo fast jeden Monat(oft nicht zu ihrem Vorteil) verändert, ist das schon sehr befremdlich.

Wenn das die einzigen Parallelen wären, halb so schlimm.

Doch leider sind weder im organisatorischen, noch im pädagogischen Bereich gravierende Verbesserungen zu erkennen.

Wir hatten noch Glück, da meine Tochter in einem Bezirk lebt, der wegen des anspruchsvollen Altbau- Ambiente überwiegend von „Bessergestellten“ bewohnt wird, gibt es wenigstens weder Mord noch Totschlag, andererseits läßt die Größe der Klassen eine gezielte und sinnvolle Beschäftigung mit „problematischen“ Kindern gar nicht zu.(Da sind es 24 Kinder, das gilt schon als toll, unter Umständen kommen 30 und mehr Kinder in eine Klasse, gerade in Schulen die sich in sogenannten Problembezirken befinden, muß man sich mal vorstellen.)

Das seit Jahrhunderten erprobte Konzept des Frontalunterrichtes wird nach wie vor praktiziert, manchmal ein wenig aufgelockert, im Prinzip ist alles beim alten.

Um die Sache richtig nach vorne zu bringen, würde es schon reichen, eine zweite „pädagogische Fachkraft“ in jeder Klasse zu haben, das ist aber nicht machbar.

Zu teuer, zu gewagt.

Es vergeht kein Tag, an dem darüber gejammert wird, das die Kinder keine IT Spezialisten werden, „Deutschland im Bildungsloch“, etc.

Mehr Fremdsprachen auch schon in der Grundschule, Internet auch, mehr Ausrichtung auf die Interessen der Wirtschaft, wenn ich das höre, wird mir einfach übel. Die Renovierung maroder Schulgebäude, mehr LehrerInnen und Aktivitäten ,die den Kindern einfach nur Spaß machen ,das wäre ja schon was.

Unter vernünftigen Umständen ist es für Grundschulkinder übrigens ohne weiteres möglich, Fremdsprachen zu erlernen und mit dem PC zu „arbeiten“.

Das ist der Punkt: Kinder wollen und können unglaublich schnell und viel erlernen, die Grundschule ist aber immer noch in der Lage, ihnen den Spaß daran zu vermiesen.

(Für alle „Nicht-Eltern“: Hört sich sehr nach päd.-Wollpullover-Geschwafel an, stimmt aber, hätte ich in der Härte auch nicht gedacht)

Die Interessen der „Wirtschaft“ sind meiner Tochter und mir übrigens schnurz,
Bildung ist nicht die Heranzüchtung von schon in der Kindheit prädestinierter Arbeitssklaven.

Mehr „Freie Schulen“.

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • harhuettne

    04.03.2002, 20:40 Uhr von harhuettne
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich stimme dir vollkommen zu. Ich selbst kam 1990 in die Grundschule und habe auch nicht gerade positive Erinnerungen daran. Die LehrerInnen waren teilweise einfach schlimm, und erst Recht die Lehrmethoden. Jetzt bin ich in der 11. Klasse und mir häng