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Erfahrungsbericht von Killerfinger

Ich hatte einen Traum....

Pro:

Besser als Alpträume mit Zombies und menschenfressenden Monstern....

Kontra:

nix... gut erholt aufwachen

Empfehlung:

Nein

Ich habe geträumt.......

....ich habe eine Tarnkappe gefunden. Sie ist goldfarben und hat an den Seiten kleine weiße Flügel (so wie der Helm von Asterix).
Sobald ich sie aufsetze, werde ich für andere Menschen unsichtbar. Was mit Dingen passiert, die ich berühre, wenn ich unsichtbar bin, kann ich selber entscheiden. Sie können auch unsichtbar werden, wenn ich das möchte.
So kann ich endlich mal Sachen tun, die man sonst nicht tun darf, kann, oder wozu man im normalen Leben keine Zeit, kein Geld oder aus anderen Gründen keine Möglichkeit hat.

Als erstes gönne ich mir mal ein ordentliches Frühstück aus dem Feinkostladen, denn da mich keiner sieht, brauche ich auch nicht zu bezahlen. So kann ich mal alles probieren, wozu sonst das Geld vielleicht nicht da wäre. Außerdem sieht so keiner, was oder wie viel ich esse (im Klartext, keiner meckert ).
Nun kann ich in aller Ruhe durch die Stadt gehen und mir die Zeit nehmen, alle Läden zu besuchen, auf die ich gerade Lust habe. Im Buchladen guckt keiner schief, weil ich mal alle interessanten Bücher in die Hand nehme und begucke. Das macht dann doch schon Riesen-
Spaß!
Weiter geht´s in die Klamottenläden. Oft werde ich hier von den Verkäufern/-innen bestaunt wie ein neuntes Weltwunder, weil ich zu der Gruppe Frauen gehöre, die keine Kleidergröße 38 haben und trotzdem nicht in Sack und Asche rumlaufen wollen. Auf diese typischen großflächigen Blumenmustern in altrosa, die einem oft angeboten werden, stehe ich nämlich überhaupt nicht! (Knurr*bei*dem*Gedanken)
Normalerweise bin ich dann irgendwann von den nervenden Blicken der Verkäufer/-innen oder den teilweise saftigen Preisen für die schönen Teile so entnervt, daß ich unverrichteter Dinge abziehe. Aber nicht heute!Haha!
Oh, und nebenan ist ein Frisör, das ist toll. Einfach mal ganz in Ruhe an den tollriechenden Fläschchen und Tuben schnüffeln und die eigenen Haare mal mit Profigerät stylen. Daß ich trotzdem ausschaue wie ein wildgewordener Handfeger, kann mir heute ja egal sein.
Ich könnte ja eigentlich eine Bank ausrauben, in dem Zustand, in dem ich gerade bin, habe ich mir überlegt. Aber was habe ich davon? Schließlich fehlt das Geld dann auch wieder jemand, z.B. der alten Dame mit der selbstgestrickten Wollmütze, die da gerade in die Sparkasse geht und ihre magere Rente auf ihr Sparbuch bringt. Nee, dann lassen wir das mit dem Raub mal lieber. Schön wär´s schon, aber wert ist es das wohl doch nicht.
Ich könnte ja mal ein Flugzeug nehmen und zu meiner Ma rüberfliegen und gucken, was sie und mein Schwesterherz gerade so machen. Au ja, das mach ich jetzt!
Da kommt wohl der Voyeur in mir durch.... einfach meine Lieben beobachten, was sie so machen, ohne daß sie das wissen. Aber das ist trotzdem gut so, denn dann kann keiner sehen, wie ich mir die Tränen verbeißen muß, wenn ich doch an die anderen Familienmitglieder denken muss, die hier leider fehlen. Wie schön wäre es jetzt, wenn sie auch dabei wären.....
Naja, dann mache ich mal wieder auf den Heimweg, mal gucken, was mein Freund so macht, wenn ich nicht da bin....aha, kauft schon wieder fleißig bei ebay ein.....da wollen wir doch einfach mal den Stecker vom Modem ziehen, denn eigentlich kann er auch mal wieder eine Kauf-Pause einlegen (und mal wieder was verkaufen.....). Macht der jetzt ein Gesicht :o))).
Aber dafür habe ich meinen Kater zu Tode erschrocken, denn der kann mich wohl anscheinend sehen. Ja, Tiger, ist ja gut. (beruhigend den Kater kraul) So wie er mich jetzt anschnurrt, sieht er mich wohl wirklich.
Wen können wir denn jetzt noch ärgern?
Eigentlich könnte ich dann mal bei meiner besten Freundin vorbeischauen, ob die gerade Zeit hat. Dann würde ich doch glatt die Tarnkappe abnehmen, denn langsam drückt sie etwas. Und mit meiner Freundin kann ich nicht gescheit quatschen, wenn sie mich nicht sieht, oder?
Außerdem habe ich für den Moment genug erlebt, glaube ich.
Wenn ich dann wieder zuhause bin, muß ich mir nur noch ein gutes Versteck für die Tarnkappe einfallen lassen, damit ich sie trotzdem immer wieder finde, wenn mir gerade danach ist, unsichtbar zu sein. Wer hat dieses Bedürfnis nicht auch mal?
Falls sich also mal jemand meine Tarnkappe ausleihen will.......



Vielen Dank für das geduldige Lesen, liebe Yopis.
Ich hoffe, Ihr mochtet meine kleine Geschichte. Obwohl es eigentlich keine Geschichte ist, denn ich habe diesen Traum schon des öfteren wirklich gehabt. Falls sich also ein Traumdeuter unter Euch befindet, der mir sagen kann, was er bedeuten soll.....

Süße Träume wünscht Euch Eure
Jenni aka Killerfinger