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Erfahrungsbericht von Irias

Paulchen hat es hinter sich ..

Pro:

Tiere werden versorgt

Kontra:

überfüllt

Empfehlung:

Nein

In fast jeder Stadt gibt es ein Tierheim. Diese Tierheime sind für viele Haustiere oft die letzte Möglichkeit eine Unterkunft zu finden, in der sie ausreichend Futter, einen Schlafplatz und die notwendige medizinische Versorgung bekommen.

Oft werden süße Welpen den lieben Kleinen zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt. Plötzlich werden die Tiere größer und machen Arbeit, sie sind krank oder was macht man nur mit dem Tier im Urlaub? Wenn die Tiere Glück haben werden häufig sie mit dem Argument „den Hunde / die Katze haben ich gefunden“ im Tierheim abgegeben, oder auch einfach nur an der Tür angebunden. Immerhin ist diese Alternative noch besser als das Tier auszusetzen.

In den meisten Tierheimen werden nicht nur Hunde und Katzen betreut, sondern es finden sich auch Kaninchen, Ratten, Hamster, Vögel und schon mancher Exot wie zum Beispiel Schlangen sind in einem Tierheim gelandet.

In einem gut geführten Tierheim sind die Zwinger in den die Hunde untergebracht sind sauber, d. h es liegt kein Kot auf dem Boden und es sind saubere Fress- und Trinknäpfe da. Auch eine Decke, ein Kissen oder ein Korb, in der Hund schlafen kann fehlt natürlich nicht. Wie groß ein Hundezwinger ist, hängt natürlich auch vom Platzangebot des Tierheims ab. Auf jeden Fall müssen sich die Hunde frei bewegen können. Ob mehrere Hunde in einem Zwinger gehalten werden, kommt auf die Größe der Tiere und natürlich deren Charakter an.

Katzen werden in Tierheimen meistens in einem Katzenhaus gehalten, in dem eine Vielzahl von Ihnen gemeinsam leben. Nur kranke, oder extrem aggressive Tiere werden in einzelnen Käfigen gehalten. Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, wird in den meisten Tierheimen den Katzen auch ein Freigehege angeboten, in dem sie ein wenig das Gefühl von „Freiheit“ bekommen können. In den Katzenhäusern selbst stehen in den mir bekannten Tierheimen ausreichend Katzentoiletten zur Verfügung die regelmäßig gesäubert werden. Natürlich fehlt es auch hier nicht an genügend sauberen Fress- und Trinknäpfen. Auch Klettermöglichkeiten werden den Katzen gegeben, ebenso wie einige Höhlen, in die sich Tiere zurückziehen können und ein wenig Spielzeug.

Natürlich ist für manch verwöhnten Stubentiger schwer sich in der Katzengemeinschaft einzuleben, wenn er zuvor allein mit Menschen gelebt haben. Kleine Raufereien bei Neuankömmlingen sind in den Katzenhäusern keine Seltenheit. Die Pfleger sind meist leider zeitlich nicht in der Lage jeder einzelnen Katze die Streicheleinheiten und die Aufmerksamkeit zu geben, die sie bräuchten. Wenn Interessierte das Katzenhaus betreten ist es immer sehr interessant zu sehen, welche Katzen sich den Menschen „aufdrängen“ und welche sich verängstig zurückziehen. Wenn man die Tiere eine Weile beobachtet und sich zu ihnen setzt, wird man ganz schnell merken, welche die richtige ist. Allerdings sollte man sich bei der Entscheidung Zeit lassen und eine Katze nicht nach „hübsch“ auswählen. Mensch und Katze müssen zusammenpassen und häufig sucht sich die Katze ihren Menschen selbst aus.

Auch eine Krankenstation darf in einem Tierheim nicht fehlen. Neuzugänge, z. B. Findlinge sind manchmal offensichtlich krank, sodass sie bis zur tierärztlichen Untersuchung und anschließender Behandlung von den anderen Tieren getrennt werden müssen um Ansteckungen zu vermeiden. Auch ausgewachsene Kater werden in den Tierheimen kastriert, damit sich das häufig unkontrollierte vermehren der Katzen nicht fortsetzt.

Egal ob es sich um Hunde oder Katzen handelt, wenn sich jemand für ein Tier interessiert, wird der Tierpfleger in einem guten Tierheim Auskünfte zum Tier geben können. Wichtig ist natürlich ob die Tiere in Einzelhaltung oder als Paar abgegeben werden sollen, bzw. sie sich als Zweittier zu einem bereits in dem Haushalt wohnenden Tier eignen. Auch über die Charaktereigenschaften des Tieres können in den meisten Tierheimen die Pfleger Auskünfte geben. Wichtig ist es zu wissen, ob das Tier familientauglich ist, ob es vielleicht Probleme mit Kindern gibt, ob eine Katze als reine Hauskatze gehalten werden kann oder ob sie Freigang braucht. Auch über chronische Erkrankungen oder Behinderungen, wie zum Beispiel Blind- oder Taubheit sollte man informiert werden.

Aber nicht nur auf die Eigenschaften eines Tieres wird eingegangen, sondern auch der Mensch muss einige Fragen zu seinen Verhältnissen beantworten. Die Ansprüche die die verschiedenen Tierheime an die Tierhalter stellen, sind leider sehr unterschiedlich. In den Tierheimen aus denen ich meine Katzen habe, wurde ich gefragt wie groß meine Wohnung ist, ob die Katze Freigang bekommen soll, wie viele Menschen in der Wohnung leben, ob Kinder dort sind und ob ich berufstätig bin. In verschiedenen Tierheimen soll leider ein recht hoher Anspruch an die Halter gestellt werden. Es wird nach der Höhe des Gehaltes gefragt und eine bestimmte Wohnungsgröße wird erwartet. Auch neigen manche Tierheimleiter dazu die Wohnräume vorher anzusehen. Berufstätige bekommen teilweise gar keine Katze, oder nur ein Pärchen. Das man aber gerade Katzen meistens problemlos tagsüber alleine in der Wohnung lassen kann, ohne das sie leiden, wird ignoriert.

Das Tierheime sich informieren wohin die Tiere vermittelt werden ist für mich durchaus verständlich, doch denke ich, dass es gewisse Grenzen gibt. Das es eine Katze mit einem Menschen der sie liebevoll pflegt in einer 50 qm Meter großen Wohnung doch besser hat in einem Tierheimkäfig, dürfte außer Frage stehen. Ich habe diese Probleme zum Glück noch nicht gehabt. Auch zu mir sind bereits Mitarbeiter der Tierheime gekommen und haben nach einer Weile nach den Katzen geschaut. Probleme habe ich bei diesen Besuchen aber nie gehabt und Katzen, Tierheimmitarbeiter und ich waren zufrieden.

Die Tiere werden von den Tierheimen gegen eine Gebühr abgegeben. Diese Gebühren sind von Tierheim zu Tierheim unterschiedlich. Für eine junge Katze beispielsweise werden zwischen 18 € und 50 € in den mir bekannten Tierheimen in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein verlangt.

Von den Gebühren für die vermittelten Tiere kann sich ein Tierheim nicht finanzieren. Von den Städten bekommen die Heime für den Unterhalt Zuschüsse, die meist kaum ausreichen um die Tiere ausreichen zu füttern und die Tierarztkosten zu finanzieren. Daher sind die Tierheime auf Spenden angewiesen und auch auf die Mithilfe von tierlieben Menschen, die unentgeltlich Tätigkeiten im Tierheim übernehmen.

Gerne wird es gesehen wenn Tierfreunde mit Hunden aus den Tierheimen spazieren gehen, damit die Tiere ihren Auslauf bekommen. Allerdings sollte sich derjenigen immer im klaren darüber sein, dass „sein Spaziergehhund“ irgendwann plötzlich weg sein kann. Immerhin ist es Sinn und Zweck die Tiere zu vermitteln, denn leider sind die Tierheime häufig total überfüllt. Gerade in den Urlaubszeiten kommt es jedes Jahr immer wieder dazu, das gewissenlose Menschen ihre Tiere einfach am Straßenrand aussetzen. Der angeblich beste Freund des Menschen hat noch Glück wenn er rechtzeitig gefunden wird und dann im Tierheim landet. Auch nach Weihnachten ist es regelmäßig so, dass die Haustier-Geschenke binnen kürzester Zeit ihren Reiz verloren haben und im Tierheim abgeben werden. Das gleiche Schicksal ereilt Jahr für Jahr diversen lebenden Osterhasen.

Auch Flohmärkte finden in einigen Tierheimen regelmäßig statt. Wer seinen Dachboden mal entrümpelt sollte überlegen ob er nicht Dinge hat die er einem Tierheim für den Flohmarkt zur Verfügung stellt. Auch tatkräftige Hilfe für den Auf- und Abbau wird in vielen Tierheimen gerne gesehen. Das eine gelegentliche Geld- oder Futterspende an ein Tierheim nicht unangebracht ist, brauche ich wohl nicht extra erwähnen ;-).

Ich bin froh, dass es Tierheime gibt, in denen sich Menschen um die Tiere kümmern, die von „ihrem“ Menschen aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gehalten werden konnten, oder was viel schlimmer ist, lästig geworden sind. Sicher können die Mitarbeiter nicht jedem Tier die gleiche Zuwendung geben wie es in einem guten Zuhause der Fall wäre. Aber das überleben der Tiere ist gesichert und eine kleine Chance auf einen neuen Halter bekommen alle.

Jeder der mit Gedanken spielt sich ein Tier ins Haus zu holen, sollte genau überlegen ob er die Verantwortung für viele Jahre auf sich nehmen will. Wenn die Entscheidung gefallen ist, sollte der Gang ins Tierheim nicht fehlen, da hier schon viele Menschen ihren neuen Mitbewohner gefunden haben. Junge Tiere haben häufig recht große Chance ein neues zuhause zu finden. Aber auch die alten Tiere verdienen es einen Menschen zu finden, der sich um sie kümmert und ihnen ein schönen Altersruhesitz gibt. Auch wenn diese „Alten“ manchmal anfangs etwas schwierig sind, mit ein wenig Liebe und Aufmerksamkeit können sie sich zu den anhänglichsten Tieren entwickeln. (Paulchen ist das beste Beispiel, ich hoffe er wird 100 Jahre alt)

Ich habe mittlerweile 9 Katzen aus verschiedenen Tierheimen bei mir gehabt. Teilweise in Einzelhaltung, aber auch zu dritt haben die Fellgesichter schon meine Bude auf den Kopf gestellt. Da sie alle bereits 10 – 15 Jahre alt waren als sie zu mir gekommen sind, haben sie leider selten noch länger als 3 – 6 Jahre gelebt. Trotzdem würde ich jedes Mal wieder ein altes Tier aus dem Tierheim zu mir nehmen, da alle Katzen trotz anfänglicher Schwierigkeiten die liebsten Mitbewohner waren die ich mir vorstellen kann.

Paulchen und ich bedanken uns bei allen Lesern die tatsächlich bis Schluss durchgehalten haben und Paulchen geht jetzt wieder Kommissar Rex schauen ;-)

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