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Erfahrungsbericht von Daniela29

Trennung, auch mich hat es getroffen !!!

Pro:

S.t

Kontra:

S,T

Empfehlung:

Nein

Gerade war ich dabei Berichte zu bewerten, irgendwie in Gedanken versunken. Da kam mir der Gedanke über Trennung zu schreiben, warum weiss ich nicht, denn eigentlich geht es ja niemand etwas an, eigentlich ist es peinlich, denn ich habe versagt. Versagt darin eine glückliche Ehe zu führen. Dieser Gedanke sitzt fest, bei mir wie auch bei meinem inzwischen EX Mann.

Kennengelernt haben wir uns als ich 17 und er 19 Jahre alt war. Natürlich waren wir heftig verliebt. 4 Jahre waren wir zusammen und zogen dann zusammen, schnell war auch der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind da. Nach weiteren 6 Monaten erfüllte sich dieser Wunsch, ich war schwanger. 9 Monate später wurde dann unser Sohn geboren. Schon in der Schwangerschaft waren wir uns immer einig das wir es nicht so machen wie es viele machen. Damals trennten sich einige Bekannte von uns und wir waren uns sicher zu wissen warum dies geschah. Natürlich wollten wir auch nach der Geburt unseres Kindes noch ein Paar sein und nicht nur Eltern, wir nahmen uns vor regelmässig auch noch zusammen etwas zu unternehmen. Vorallem sollten sich Gespräche nicht nur um das Kind handeln.

Umgesetzt haben wir das allerdings schon nach der Geburt unseres ersten Kindes nicht. Gut wir gingen mal ins Kino, aber unternommen haben wir eigentlich nichts mehr ohne Kind. 2 Jahre später kam unsere Tochter zur Welt. Ab da drehte sich eigentlich alles nur noch um die Kinder. Er ging arbeiten, ich hatte zuhause den Stress. Gut wir sagten uns immer irgendwann sind die Beiden gross dann können wir wieder etwas gemeinsam unternehmen und es wird ja alles mit der Zeit einfacher. Pustekuchen!! Die Kinder wurden grösser, aber wir hatten uns schon ziemlich weit entfremdet, so das irgendwie jeder seine eigene Wege ging. Probleme des anderen nahm keiner von uns wirklich wahr und tat diese oft als Bagatelle ab. Trotzdem, an Trennung dachte da noch niemand. Vor 15 Monaten kam meine Tochter zur Welt. Ungewollt schwanger und jede Menge Probleme. Abtreibung, das Kind bekommen, aber wie wenn es da ist, bestimmten unseren Alltag. Unsere 2 Grossen waren da schon 6 und 8 Jahre alt und wir hätten nun eigentlich die Möglichkeit gehabt mal wenigstens auf eine Stunde abends was gemeinsam zu machen. Das ging dann naürlich nicht, weil es war ja nun wieder ein ganz kleiner Zwerg anwesend, der uns total einnahm.
Ab da ging es wohl endgültig bergab, wobei ich da auch noch nicht an Trennung denken wollte,denn wer will das denn schon mit 3 Kindern. Die Hoffnung es wird wieder besser war da, aber diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Wir hatten uns wohl wie es so schön heisst, auseinandergelebt. Zum einen sicher weil wir noch recht jung waren als wir uns kennenlernten, und uns in den Jahren sehr verändert hatten, zum anderen wohl weil wir nie Zeit für uns hatten, besser gesagt uns diese Zeit nie nahmen.
Wir hatten wohl das typische \"Du hörst mir nie zu\" Problem. Keiner wollte nur arbeiten und dann daheim sein, so fingen wir langsam an unsere eigenen Unternehmungen zu starten, aber eben nicht zusammen, sondern jeder für sich. Sagte der eine eine Kleinigkeit war der andere beleidigt. Es war nicht mehr möglich zusammen zu kommunizieren.
Nun sind schon 1,5 Jahre vergangen. Zurück bleibt die Frage, warum konnten wir das nicht umsetzen was wir uns immer vorgenommen hatten. Warum hatte uns der Alltag so sehr eingeholt, das der eine für den anderen keine Zeit mehr hatte?

Den Kindern haben wir alles genau erklärt, so genau wie das möglich ist. Sie können ihn sehen sooft sie wollen. Sicher ist das so besser als wenn man im Riesenstreit auseinandergeht.
Der Weg zum Anwalt blieb natürlich auch nicht erspart, denn es gilt ja auch das Finanzielle zu regeln.
Auf einmal hat man einen Brief in der Hand indem steht \"der gegen den\", war es nicht mal ein zusammen? Jetzt sind wir Gegner. Viele Fragen, Gedanken die mir durch den Kopf gehen, die ich aber nach aussen nicht sehr zeigen kann, denn den Kindern soll ja so gut es geht die Normalität erhalten bleiben.

Ich kann nur raten, redet miteinander, redet auch über Probleme, auch wenn sie euch als eine Kleinigkeit erscheinen und als nicht darüber redenswert erscheinen. Es ist doch so wenn der eine sagt er hat ein Problem mit einer bestimmten Sache, das er das dann ja auch sicher hat und wenn es einem auch als Kleinigkeit erscheint, so sollte man die Probleme des anderen als wichtig ansehen und versuchen Lösungen zu finden.

Streitet euch auch mal so richtig. Wir waren nach aussen immer das Vorzeigeehepaar. Wir hatten tatsächlich so gut wie nie Streit, wir rühmten uns auch damit nie zu streiten. Heute sagen wir es wäre besser gewesen zu streiten, denn ohne Streit schluckt man alles hinunter und das ist nicht gut. Lieber einmal richtig dem Frust freien Lauf lassen und eben mal streiten, das bringt sicher mehr.

Seit nicht zu faul und bequem etwas zu unternehmen. Oder ist z.b Formel 1 am Sonntag schauen wichtiger als ein Unternehmung mit der Familie zu machen? Bei uns war es so. Nur wenn man nachdenkt und sich überlegt das der Fernseher wichtiger war als die Familie, dann kommt man schon an den Punkt, das da was nicht richtig gelaufen ist.

Wichtig ist meines Erachtens das man sich auch wirklich Zeit für sich nimmt. Mal ein essen daheim mit Kerzenlicht wenn die Kinder im Bett sind. Dazu braucht man nicht einmal einen Babysitter, aber man erlebt mal wieder was anderes und freut sich zusammen. Auch sollte man nie vergessen, dem anderen Komplimente zu machen, auch dann nicht wenn man schon lange zusammen ist. Klar man denkt immer der andere weiss das eh schon oder es ist ihm egal nach all den Jahren, aber wenn ihr mal in euch hineinhört, sagt euch diese Stimme sicher auch, das es schön wäre mal wieder zu hören, das man noch gut aussieht.

Wichtig auch mal nur zu zweit etwas unternehmen. Sicher kann mal die Oma oder die Schwester auf die Kinder aufpassen, so das man wieder einmal etwas zu zweit unternehmen kann. Man sollte eben auch Liebende bleiben und nicht nur Eltern.

Ich denke wichtig ist nichts als normal anzusehen. Den anderen immer als einzigartig und wichtig anzusehen und ihn dieses auch merken zu lassen.

Inzwischen habe ich einen neuen Lebenspartner, und ich versuche die Fehler die ich machte nicht mehr zu machen. Ich freue mich ja wirklich wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt. Wenn ich ihm das ab und zu sage bricht es mir keinen Zacken aus der Krone und ihn freut es. Ich werde gerade die Beziehung zu ihm sicher nie als normal ansehen, denn da war schon jede Menge Glück dabei, wenn man bedenkt das er in Berlin wohnte als wir uns kennenlernte. Ich wohne aber am Bodensee. Also eine ordentliche Entfernung. Ich hoffe das ich die Fehler, die ich in meiner Ehe machte, nicht noch einmal machen werde und so für immer diese Beziehung weiterführen kann.


Grüssle, Daniela

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