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Erfahrungsbericht von FrauNeedle

Das Turiner Leichentuch

Pro:

mystisch und superspannend

Kontra:

wo liegt die Wahrheit?

Empfehlung:

Nein

Seit vielen hundert Jahren werden Heiligenbilder und Reliquien angebetet. Am beliebtesten und der Star unter den Reliquien ist wohl das Turiner Grabtuch, das von Gläubigen als das Leichtentuch Christi angesehen wird.
Das Tuch ist 4,36 Meter lang und 1,11 Meter breit und ganz deutlich kann man den Abdruck eines stattlichen Mannes darauf erkennen, allerdings als Negativ. Auch die Blutspuren an Händen und Füßen sind auf dem Tuch zu sehen, genau an den Stellen, an denen Jesus festgenagelt wurde. Ebenso sind auch die Verletzungsspuren des Dornenkranzes zu erkennen.
Aber was hat es mit dem Turiner Grabtuch nun wirklich auf sich?
Ist es echt? Oder ist es eine hervorragende Fälschung?

Obwohl es immer wieder viele Fragen zum Grabtuch gab, erlaubte die Kirche keine wissenschaftliche Prüfung. Erst 1978 wurde einem amerikanischen Forscherteam die Prüfung erlaubt. Genau 5 Tage und Nächte hatten sie Zeit, um das Tuch unter die Lupe zu nehmen. Danach wurde es für wissenschaftliche Untersuchungen vorerst nicht mehr herausgegeben.
Lediglich zur Altersbestimmung, vom Vatikan höchstpersönlich in Auftrag gegeben, wurde es 1988 noch einmal freigegeben. Und ausgerechnet diese Untersuchung hat das Ergebnis zu Tage gebracht, dass es sich um eine Fälschung handeln soll?

Sofort wurden Theorien aufgestellt. Fragen über Fragen wurden laut. Wer war der geniale Fälscher? Wie hat er das zustande gebracht? Wer ist dieser fremde Mann auf dem Tuch?
Das Geheimnis um das Turiner Grabtuch soll nun gelüftet werden – oder doch nicht?

Laut der Untersuchung von 1988, die in verschiedenen unabhängigen Labors (Arizona, England und Schweiz) unternommen wurden, stammt das Tuch wohl aus Frankreich und wurde zwischen 1270 und 1400 gewebt. Damit war wohl klar, der Mann, der in diesem Tuch eingewickelt war, war nicht Jesus, denn der starb bekanntlich weit früher als 14./15. Jahrhundert..

Kurz nach der Bekanntmachung dieses Ergebnisses fing man an zu spekulieren. Wer war wohl damals im Stande, ein Negativbildnis eines stattlichen Mannes in eine Art Tischtuch zu malern? Negativ... Fotografie... Maler.... Die Lösung war klar und bald darauf fiel der Name „Leonardo da Vinci“. Nur er konnte der Urheber dieses Grabtuches sein.

Leonardo da Vinci (1452 - 1519) war ein sehr guter Maler, was er nicht nur mit der schönen Mona Lisa bewiesen hat. Doch im 15. Jahrhundert war man als Maler gezwungenermaßen auch Alchimist, denn Mischfarben gab es damals noch nicht fertig zu kaufen. So hatte wohl auch da Vinci sein ganz privates Geheimrezept, um Mischfarben herzustellen. Es ist ihm also durchaus zuzutrauen, dass er schon damals eine einfache Fotografie erstellen konnte – auch auf einem Tuch.
Nun ist ja bekannt, dass Leonardo auch Anatom war und so wäre ihm ebenfalls zuzutrauen, dass er unter dem Tuch eine Leiche steckte. Jedoch wird gemunkelt, dass es nur der Körper eines Mannes gewesen sein soll, den Kopf soll er aus Gips nach dem Bildnis Jesus modelliert haben. Diese Annahme bestätigte sich wohl auch, als ein kleines Mädchen bei der Betrachtung des Tuches fragte, warum denn der Kopf gegenüber dem Körper so klein sei und außerdem sitzt er ziemlich falsch! Das kleine Mädchen hatte vollkommen recht. Hatte Leonardo da etwa gepatzt?? War er etwa doch nicht der Täter??

Zur Beweisaufnahme forschen wir bei da Vinci noch etwa weiter nach.
Das Bildnis auf dem Turiner Leichentuch weist ein bestimmtes Merkmal auf. Es wurden keine Pinselstriche entdeckt, was nun aussagt, dass das „Negativ“ nicht gemalt wurde. Die Farbunterschiede gehen auch nicht durch das ganze Tuch sondern sind nur obenauf. Kommen wir nun zur Beweisaufnahme von da Vinci zurück.
Um „Licht“ aufzutragen verwendete Leonardo nicht die übliche Bleiweißmischung sondern malte ganz dünne Schichten ohne Weiß übereinander, so dass kein Pinselstrich zu sehen war.
Bekannt ist auch, dass Leonardo da Vinci ein Großmeister der Technik war. Schon lange vor der Erfindung malte er Bilder von Flugzeugen, U-Booten und Taucheranzügen. Warum also nicht auch ein großes (Grabtuch)-Foto?
Es spricht jedenfalls eine Menge dafür, das der Urheber des Turiner Leichentuchs Leonardo da Vinci war. Immer mehr Experten sind davon überzeugt.

Doch einige ließen sich nicht überzeugen von der Datierung des Leichentuchs. Sie stellten Nachforschungen an und kamen zu folgendem Ergebnis:
Das Stück, welches dem Leichentuch 1988 für die Radiokarbon-Methode entnommen wurde, war falsch!! Wieso? Hier die Erklärung:

Bei einem Brand im Jahre 1532 im Kloster von Chamberzu, wurde die Schatulle, in der das Tuch aufbewahrt wurde, schwer beschädigt und somit nahm auch das Tuch einen Schaden. Die Klarissinnen des Klosters versuchten nun, es zu reparieren und nähten Flicken auf das Leichentuch. Möglich, dass so ein Flicken wurde damals untersucht wurde und deshalb das angeblich falsche Ergebnis heraus brachte.
Kurz vor der Jahrtausendwende stellte sich heraus, dass das Turiner Grabtuch von Mikro-Organismen angegriffen wurde. Somit war eine neue Restaurierung erforderlich und man nutzte die Gelegenheit, um neue Forschungen zu unternehmen. Dabei kam folgendes Ergebnis zum Vorschein:

** In diesem Tuch lag ohne Zweifel ein Mann, der in etwa im Jahre 30 n.
Chr. Oder 40 n. Chr. Gekreuzigt wurde!
** Dieser Mann starb ganz eindeutig an einer Kreuzigung, denn auf dem
Rücken der Leiche ist eindeutig der Abdruck eines Holzbalkens zu
sehen.
** Das Tuch weist 14 verschieden Pollen von Pflanzenarten auf, die in
dieser Zusammensetzung nur in der näheren Umgebung von Jerusalem
vorkommen.
** Es lässt sich anhand der Gerinnung des Blutes im Tuch nachweisen,
dass die Leiche nicht länger als 36 Stunden im Tuch lag. Laut Bibel
war das der Zeitpunkt der Auferstehung.
** Der Tote war etwa 1,83 Meter groß, war etwa 78 Kilo schwer und starb
im Alter zwischen 35 und 40 Jahren.
** Im Gesicht hatte er starke Platzwunden, die er sich (laut Bibel)
zuzog, als er unter der Last des schweren Kreuzes mehrmals zusammen
brach.
** Die Wunden von seiner Dornenkrone sind deutlich erkennbar.


Jetzt bin ich erst mal ein wenig wirr im Kopf! Was soll ich denn jetzt glauben? Wenn ich annehme, dass das Leichentuch wirklich von Jesus war, muss ich dann gleichzeitig an die ganzen Geschichten in der Bibel glauben? Ich bin eigentlich kein sehr christlicher Mensch und habe meinen eigenen Glauben. Nun muss ich erst mal in meinem Gehirn ein wenig herum graben, um zu sehen, wie ich das mit meinem Glauben unter einem Hut bekomme.
Kram.... kram.... kram..... Stunden später.....
OK!!
Meine Meinung dazu ist ganz einfach. Ich glaube an der Echtheit des Tuches, bis ich vom Gegenteil überzeugt werde. Tatsache ist, dass ich die Recherche für dieses Thema , die ich in den letzten beiden Tage betrieben habe, sehr interessant fand und dabei auch gleich wieder auf neue interessante Themen gestoßen bin. Die unendlichen Weiten des WWWs sind schon eine tolle Sache :-))

Tja.... Was soll man nun von dem Ganzen halten? Mal ist das Turiner Grabtuch echt und mal ist es eine Fälschung. Wenn man wiederum an die Echtheit des Tuches glaubt, muss man wohl auch gleichzeitig an die Geschichte von Jesus Christus glauben und hier wiederum (zumindest Abschnittsweise) an die Bibel, in der ja die ganze Geschichte aufgeschrieben steht.

Eure Meinung dazu würde mich mal interessieren. Was halten ihr davon??

Danke fürs Lesen - FrauNeedle

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