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Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

LeaMom gärt

Pro:

lecker und gesund, sehr einfach selber herzustellen

Kontra:

Wasserkefirkristalle und Milchkefirknollen werden meist von Hand zu Hand weitergegeben

Empfehlung:

Nein

Nachdem ich schon eine ganze Weile mit einem Kombucha-Teepilz eigene Getränke herstelle, wagte ich mich auch an einen ähnlichen Gesellen, den ich heute vorstellen möchte: den Wasserkefir.
Ich bekam ihn vor einiger Zeit von einer Freundin geschenkt und seitdem läuft er dem Kombucha den Rang ab. Aus zwei Gründen:
er läßt sich wesentlich leichter und schneller ansetzen und ist gerade bei (noch) sommerlichen Temperaturen ein idealer Durstlöscher.

Der Wasserkefir, der auch unter als \"Japanische Meeresalge\", \"Japanische Kristallalge\", \"Japankristall\" oder \"Tibi\" bezeichnet wird sieht zwar etwas seltsam aus, das tut aber seiner Wirkung keinen Abbruch. Wie an den Bezeichnungen schon zu erkennen ist, hat er eine relative Kristallform. Relativ deswegen, weil die einzelnen Körnchen doch recht weich sind, wohingegen man bei einem Kristall normalerweise an spröde Härte denkt. Andere haben ihn als wie zerkochten Reis aussehend beschrieben, aber das klingt mir zu unappetitlich.

Wenn man einige wenige Spielregeln beachtet, ist der Ansatz dessen, was anschließend ein Getränk, das geschmacklich zwischen Bitterlemon und frischem Most liegt, kinderleicht:
Die wichtigste Regel lautet: Wasserkefir und Metall vertragen sich nicht!
Daher also nur solche Gerätschaften benutzen, die aus ihm genehmen Material sind:
ein hohes, 1-2 liter fassendes Glas- oder Kunststoffgefäß, mit Deckel oder ohne
ein Plastiksieb zum Abgießen und Abbrausen
einen Holz- oder Plastiklöffel zum Umrühren

In das Gärgefäß kommt pro Liter
ca. 3 Eßlöffel Zucker, am besten einfacher weißer Haushaltszucker
ca. 1-2 Eßlöffel Wasserkefirkristalle
½ Zitrusfrucht (ich nehme am liebsten Limetten, Zitrone geht aber auch)
ca. 1 Eßlöffel ungeschwefeltes Trockenobst (ich nehme am liebsten 1-2 getrocknete Apfelringe)
Wie bei meinem Kombucha verwende ich ein Gefäß ohne Deckel, den Ansatz nur mittels eines Tuches, das mit einem Gummi befestigt wird, gegen neugierige Fliegengeschützt und stelle es anschließend ins Regal. Fertig.

In den verschiedenen Anleitungen, die ich bislang gelesen habe, wird immer wieder gesagt, daß man diese Mischung einmal umrühren sollte, nach weiteren 24 Stunden noch einmal und daß sie nach 48 Stunden fertig ist, vorausgesetzt die Raumtemperatur lag über 20 Grad.
Auch war die Rede von allen möglichen Trockenobstsorten in den verschiedenesten Gewichtsangaben, komisch, ich hab das von Anfang an so gemacht wie oben beschrieben und auch das klappt wunderbar...

Nach ein paar Stunden sieht man die Wasserkefirkristalle arbeiten, d.h. es steigen kleine Bläschen an die Oberfläche, ein Zeichen dafür, daß der Zucker durch den Gärprozeß in Alkohol umgewandelt wird, die Flüssigkeit selber trübt sich ein und das Trockenobst quillt bis zur Unansehnlichkeit auf.
Nach gut zwei Tagen (plus/minus ein paar Stunden) ist es soweit:
Ich entferne das schützende Tuch, fische das nasse Trockenobst und die halbe Limette heraus, ersteres wandert in den Kompost, zweitere wird ausgepresst und in das Vorratsgefäß gegossen. Über ein Plastiksieb gieße ich das fertige Getränk ebenfalls in das Vorratsgefäß, die Wasserkristalle werden unter lauwarmem Wasser abgespült und wandern direkt in den nächsten
Ansatz.

Das Schöne daran ist, daß die Wasserkefirkristalle im Gegensatz zum Kombucha sehr robust und recht unempfindlich sind, d.h. es reicht wirklich, alle verwendeten Küchenutensilien einfach mit heißem Wasser ab- bzw. auszuspülen,

Wozu nun aber soll Wasserkefir gut sein, oder wogegen?
Nun, darüber gibt es im Internet jede Menge Angaben. Wie immer, wenn etwas aus der Heil- und Esoterikecke kommt. Zum einen ist es reich an Milchsäurebakterien, die den Darm unterstützen, speziell nach Einnahme von Antibiotika, zum anderen regen Milchsäurebakterien und Hefen aber auch insgesamt den gesamten Verdauungsstoffwechsel an (weshalb ja auch Yoghurt und Milchkefir so gesund sind).
Darüber hinaus aber soll das Getränk auch nervenstärkend wirken, den Blutdruck regulieren, einen positiven Einfluß auf die Harnorgane haben, ja selbst macherorts im Leitungswasser enthaltenes Nitrit soll dadurch eliminiert werden können.
Generell gilt: je jünger der Ansatz, desto abführender, je älter, desto stopfender.
Ob und wieviel davon wirklich wahr ist, hab ich bislang weder nachgeprüft oder angezweifelt, ich trinke ihn einfach deswegen, weil er mir schmeckt.


Die am weitesten interessante Seite im Internet war meiner Meinung nach www.kefir.at
Hier findet sich neben einer Anleitung zum Ansatz auch eine Menge Rezepte, ja sogar zu kosmetischen Anwendungen, dies nun nicht nur auf den Wasserkefir bezogen, sondern auch auf den Milchkefir.
Dies ist nämlich der Dritte im Bunde der Helferlein für den Hausgebrauch, und mangels einer eigenen Rubrik möchte ich in hier ebenfalls kurz beschreiben:
Wer wie ich keine Lust hat, dauernd für das Mülelrsche Produkt \"Kalinka Kefir\" im Supermarkt Geld auszugeben, kann nämlich auch diesen ganz leicht selber herstellen.
Benötigt werden dafür nur Milch und pro Liter ca. 2-3 Eßlöffel Milchkefirknollen, die nun nicht klar-milchig-trüb wie beim Wasserkefir, sondern weiß, aber falls \"knolliger\" sind.
Beides kommt in ein Gefäß mit Deckel und soll nun bei 20-25 Grad ca. 24 Stunden ruhen. Nach dieser Zeit ist die Flüssigkeit etwas cremiger geworden und von leicht säuerlichem, prickelnden Geschmack. Läßt man sie länger stehen, werden die Caseinflocken dicker und scheiden sich von einer klaren Restflüssigkeit ab. Genau wie beim Wasserkefir wird alles anschließend durch ein Plastiksieb (!) gegossen, und ist, nach einer lauwarmen Dusche bereit für den nächsten Ansatz.

Wer nun allerdings seinen Helferlein einmal eine Arbeitspause, oder sich selbst eine Verzehrpause, gönnen will, kann auch dies problemlos tun.
Die Wasserkefirkristalle halten sich mit ihrer eigenen Flüssigkeit bedeckt im Kühlschrank einige Wochen, die Milchkefirknöllchen sollten allerdings mit H-Milch bedeckt dort Urlaub machen.
Angeblich soll man beide auch einfrieren können, aber dies hab ich noch nicht ausprobiert.

Wichtig noch der Hinweis für Diabetiker und trockene Alkoholiker: beide sollten diese Getränke meiden! Erstere wegen des Restzuckergehalts, letztere wegen des Alkoholgehalts (wenn er auch nur bei knapp 1% liegt).


Zum Schluß nur noch einige Verwendungsanregungen:

Klar, als allererstes kann man natürlich beide Gärgetränke pur trinken.
Der Wasserkefir nun läßt sich gut mit Obstsäften wie Apfelsaft oderTraubensaft mischen.
Der Milchkefir hingegen kann in der gesamten Küche eingesetzt werden, als Grundlage für eine Salatsoße, für fruchtige Mixgetränke oder auch als Treibmittel für Backwaren wie Pfannkuchen etc.
Wer weitere Anregungen oder gar fertige Rezepte braucht, sollte mal unter www.kefir.at lünkern.
Wer nun so neugierig geworden ist, daß er dies selber mal ausprobieren möchte, einfach mal bei ebay reinschauen - oder mich fragen.

weitere Infos unter:
www.kefir.at
www.kombu.de
http://www.infodienst-mlr.bwl.de/ernaehrung/lebensmittel/waren/getraenke/alkohol/wasserkefi r.htm

© LeaofRafiki 07.09.2002

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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo und doch wieder Yopi, seltener bei Ecomments und Griasdi, und so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin *grins*

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