VW Golf III Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2005
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von cwagner
Der Golf 3 TDi - ein Vernunftsauto
Pro:
Motor, Verbrauch
Kontra:
Fahrwerk, Bremsen, Dieselnageln
Empfehlung:
Ja
Ich fahre den Golf 3 TDi nun seit etwa einem halben Jahr, Zeit ein Resümee zu ziehen.
Meiner ist Baujahr 95, nun also knapp 8 Jahre alt und hat etwa 120.000 km. Ich habe dieses Auto von meinen Eltern übernommen, weil sie sich einen Neuengekauft haben und ich gerade auf der Suche nach einem Winterauto war. Also eigentlich kenne ich den Wagen schon seit seiner Geburt.
Zuerst einmal zu den technischen Daten:
Der 1,9 l Turbodieselmotor hat 4 Zylinder und seine 90 PS produzieren ein sehr ansehnliches Drehmoment (bei cirka 1.900 U/min gibt es 210 Nm). Spätere erhältliche Versionen dieses Motors hatten 110 PS, im Golf 4 dann sogar bis zu 150 PS. Dieser Motor ist einer der Erfolgsmotoren der VW-Gruppe und das liegt an seinen guten Eigenschaften wie zum Beispiel dem niedrigen Verbrauch. Er ist angegeben mit: Stadt/Land/Mix: 6,5/4,5/5,5 l/100km, ich persönlich benötige im Winter etwas unter sechs Litern und im Sommer etwas mehr als fünf Liter pro 100 Kilometer. Bei einem Tankvolumen von 55 Litern bedeutet dies eine Reichweite von über 900 km. Und das ist doch ein schlagkräftiges Argument, ach ja und Motoröl musste ich bei meinen gefahrenen 15.000 km bisher noch nicht nachfüllen.
Die Beschleunigung 0-100 km/h ist mit 12,7 s (Werksangabe) sehr ordentlich, es sind Leistungsreserven fast immer drin, auch Zwischensprints zum Überholen gehen schnell.
Nachteile dieses Motors sind sein nicht zu überhörendes Nageln, besonders deutlich beim Starten im Winter. Wenn der Motor einmal warm ist, werden diese störenden Geräusche doch deutlich angenehmer. Im unteren Drehzahlbereich ist ein deutliches Brummen zu vernehmen aber ab etwa 1600 Umdrehungen ist auch das weg.
Das gut abgestimmte 5 Gang Getriebe sorgt für gute Fahreigenschaften, die Höchstgeschwindigkeit ist mit195 km/h angegeben, und die erreicht mein Golf auch problemlos (laut Tacho eher etwas mehr).
Die Servolenkung arbeitet gut und erstaunlicherweise sogar relativ direkt, ich war hier sehr verwöhnt von meinem Sommerauto, einem Mazda MX-5 und bin daher positiv überrascht.
Das Fahrwerk empfinde ich als sehr schwammig, der Golf hat in Kurven ein Fahrverhalten wie eine Ente. Ich habe auch die Stoßdämpfer testen lassen und als diese noch als gut getestet wurden habe ich ein dezentes Sportfahrwerk (30 mm tiefer) einbauen lassen. Nun bin ich völlig zufrieden, er fährt nun um die Kurven wie ein Gokart, ist allerdings auch deutlich unkomfortabler, was besonders bei Kanaldeckeln, Querfugen und ähnlichem auffällt. Es gibt im Zubehörhandel glücklicherweise ein sehr breites Angebot an Tuningteilen, so dass sich jeder seinen persönlichen Traumgolf zusammenstellen kann. Der Golf neigt im Grenzbereich zum Untersteuern (er schiebt über die Vorderräder) aber das ist gut beherrschbar und macht sich durch Reifenquietschen bemerkbar.
Zur Sicherheit tragen die nicht besonders guten Bremsen nicht gerade bei, da ist bei neuen Autos doch eine Menge passiert. Die Bremsscheiben des TDi haben vorn einen Durchmesser von knapp 26 cm und hinten sind Trommelbremsen verbaut, nicht gerade die neueste Technik. Dazu kommt noch, dass der Wagen hat kein ABS hat, was ich für ein großes Manko halte.
Mein Golf hat Fahrer- und Beifahrer-Airbags, leider fehlen Kopf- und Seitenairbags, aber das war vor 8 Jahren auch noch nicht Stand der Technik. Dennoch hat der Golf seinerzeit bei Crashtests neue Maßstäbe gesetzt.
Den Golf 3 kennt ja eigentlich jeder, sein Design ist eher konservativ und zeitlos, aber gerade deshalb gefällt er eigentlich jedem, oder er missfällt wenigstens nicht. Es ist klar ein Auto für die breite Masse, das erklärt auch seinen Erfolg, schließlich ist nun sogar die ganze Kompaktklasse nach ihm benannt. Die Außenmaße sind etwa 4 m (Länge) sowie 1,70 m (Breite) und 1,4 m (Höhe), kompakt eben.
Im Inneren ist alles an dem Platz an dem man es vermutet, auch hier setzte VW und der Golf Maßstäbe. Es ist zwar sehr viel Plastik verbaut, aber die Qualität und Verarbeitung finde ich recht gut, besonders für ein 8 Jahre altes Auto, bei mir klappert nichts. Die Ergonomie ist hervorragend und der Wagen ist schön übersichtlich. Der Kofferraum fasst 330 Litern, die hintere Sitzbank ist geteilt umklappbar, so dass man auch größere Dinge problemlos transportieren kann.
Das Platzangebot ist vorne sehr gut, die Sitze sind allerdings nicht sonderlich straff gepolstert und quietschen ab und zu, das kann aber auch an der doch schon recht grossen Fahrleistung liegen. Die hinteren Passagiere sitzen bei einer Vollbelegung (mit 5 Personen) ziemlich gequetscht, und die Sitze sind dann dementsprechend unbequem. Ich würde nicht empfehlen längere Strecken mit mehr als vier Personen zu unternehmen.
Mit der Ausstattung bin ich eigentlich sehr zufrieden. Mein Golf ist ein Fünftürer und hat elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Zentralverriegelung, elektrische Spiegelverstellung und eine Lenkradhöhenverstellung. Eine Klimaanlage wäre wünschenswert, aber da ich dieses Auto sowieso hauptsächlich im Winter fahre, ist mir das eigentlich auch egal, immerhin habe ich ein Glasschiebedach.
Als Radio war das Alpha von VW eingebaut, das nur über zwei kleine Lautsprecher in der Konsole verfügt. Also ich dann selbst ein Radio mit CD-Wechsler und vier Boxen nachträglich einbauen wollte, scheiterte ich kläglich an den vielen, verwirrenden Kabeln, die teilweise vorinstalliert waren, dann aber doch wieder nicht... Am Ende überließ ich diese Sache für relativ teures Geld einem Fachmann. Dabei war das Radio doch früher immer eine soo einfache Sache...
Die Kosten für den Diesel halten sich im Rahmen. Nur 281,- Euro Steuern pro Jahr möchte der Fiskus haben. Leider ist der Golf bei den Versicherungen auch gern gesehen, er wird sehr hoch eingestuft, das liegt wohl an der Tatsache, dass er auch bei jungen Leuten (mit einem erhöhten Unfallrisiko sehr beliebt ist. Der TDi ist in der Haftpflicht in Typklasse 19, Teilkasko sogar in Typklasse 34 eingestuft (VK 22).
Im Unterhalt lohnt sich ein Diesel ab etwa 15.000 km pro Jahr, ich brauche beispielsweise bei den Spritkosten ziemlich genau die Hälfte gegenüber meinem Mazda MX-5, den ich im Sommer fahre.
Preise: Wenn man im Internet (z.B. bei mobile.de) schaut, dann ist ein Golf meiner Kategorie für etwa 4.500,- bis 5.000,- Euro zu haben, und die ist er meiner Meinung nach auch wert.
Bei 90.000 km sollte übrigens der Zahnriemen gewechselt werden, das kann ansonsten eine recht teure Angelegenheit werden.
Besondere Erfahrungen hatte ich glücklicherweise mit meinem Golf noch nicht, vor zwei Jahren war einmal die Einspritzanlage verstellt, das musste dann von VW nachjustiert werden und war recht teuer, weil sie das Problem erst nicht gefunden haben. Aufgrund des mittlerweile recht hohen Alters ist vor einigen Wochen eine Zierleiste abgefallen, der Zahn der Zeit hat zu heftig an ihr genagt und der Rost hat die Leiste von innen zernagt. Aber ich denke, das sind doch eher Kleinigkeiten, zumal man sich in dem Fall mit Ersatzteilen vom Schrottplatz behelfen kann.
Fazit:
Der Golf 3 ist ein gelungenes Auto, besonders wenn man bedenkt, dass er schon einige Jährchen auf dem Buckel hat. Besonders der TDi-Motor hat ein hohes Lob verdient, denn Verbrauch und Fahreigenschaften sind hervorragend. Das Dieselnageln und das etwas schwammige Fahrwerk werden von der Summe der positiven Eigenschaften mehr als wettgemacht.
Insgesamt kann ich diesen Wagen empfehlen, ein gutes, eben ein vernünftiges Auto!
Viel Spass beim Fahren
Cwagner
Meiner ist Baujahr 95, nun also knapp 8 Jahre alt und hat etwa 120.000 km. Ich habe dieses Auto von meinen Eltern übernommen, weil sie sich einen Neuengekauft haben und ich gerade auf der Suche nach einem Winterauto war. Also eigentlich kenne ich den Wagen schon seit seiner Geburt.
Zuerst einmal zu den technischen Daten:
Der 1,9 l Turbodieselmotor hat 4 Zylinder und seine 90 PS produzieren ein sehr ansehnliches Drehmoment (bei cirka 1.900 U/min gibt es 210 Nm). Spätere erhältliche Versionen dieses Motors hatten 110 PS, im Golf 4 dann sogar bis zu 150 PS. Dieser Motor ist einer der Erfolgsmotoren der VW-Gruppe und das liegt an seinen guten Eigenschaften wie zum Beispiel dem niedrigen Verbrauch. Er ist angegeben mit: Stadt/Land/Mix: 6,5/4,5/5,5 l/100km, ich persönlich benötige im Winter etwas unter sechs Litern und im Sommer etwas mehr als fünf Liter pro 100 Kilometer. Bei einem Tankvolumen von 55 Litern bedeutet dies eine Reichweite von über 900 km. Und das ist doch ein schlagkräftiges Argument, ach ja und Motoröl musste ich bei meinen gefahrenen 15.000 km bisher noch nicht nachfüllen.
Die Beschleunigung 0-100 km/h ist mit 12,7 s (Werksangabe) sehr ordentlich, es sind Leistungsreserven fast immer drin, auch Zwischensprints zum Überholen gehen schnell.
Nachteile dieses Motors sind sein nicht zu überhörendes Nageln, besonders deutlich beim Starten im Winter. Wenn der Motor einmal warm ist, werden diese störenden Geräusche doch deutlich angenehmer. Im unteren Drehzahlbereich ist ein deutliches Brummen zu vernehmen aber ab etwa 1600 Umdrehungen ist auch das weg.
Das gut abgestimmte 5 Gang Getriebe sorgt für gute Fahreigenschaften, die Höchstgeschwindigkeit ist mit195 km/h angegeben, und die erreicht mein Golf auch problemlos (laut Tacho eher etwas mehr).
Die Servolenkung arbeitet gut und erstaunlicherweise sogar relativ direkt, ich war hier sehr verwöhnt von meinem Sommerauto, einem Mazda MX-5 und bin daher positiv überrascht.
Das Fahrwerk empfinde ich als sehr schwammig, der Golf hat in Kurven ein Fahrverhalten wie eine Ente. Ich habe auch die Stoßdämpfer testen lassen und als diese noch als gut getestet wurden habe ich ein dezentes Sportfahrwerk (30 mm tiefer) einbauen lassen. Nun bin ich völlig zufrieden, er fährt nun um die Kurven wie ein Gokart, ist allerdings auch deutlich unkomfortabler, was besonders bei Kanaldeckeln, Querfugen und ähnlichem auffällt. Es gibt im Zubehörhandel glücklicherweise ein sehr breites Angebot an Tuningteilen, so dass sich jeder seinen persönlichen Traumgolf zusammenstellen kann. Der Golf neigt im Grenzbereich zum Untersteuern (er schiebt über die Vorderräder) aber das ist gut beherrschbar und macht sich durch Reifenquietschen bemerkbar.
Zur Sicherheit tragen die nicht besonders guten Bremsen nicht gerade bei, da ist bei neuen Autos doch eine Menge passiert. Die Bremsscheiben des TDi haben vorn einen Durchmesser von knapp 26 cm und hinten sind Trommelbremsen verbaut, nicht gerade die neueste Technik. Dazu kommt noch, dass der Wagen hat kein ABS hat, was ich für ein großes Manko halte.
Mein Golf hat Fahrer- und Beifahrer-Airbags, leider fehlen Kopf- und Seitenairbags, aber das war vor 8 Jahren auch noch nicht Stand der Technik. Dennoch hat der Golf seinerzeit bei Crashtests neue Maßstäbe gesetzt.
Den Golf 3 kennt ja eigentlich jeder, sein Design ist eher konservativ und zeitlos, aber gerade deshalb gefällt er eigentlich jedem, oder er missfällt wenigstens nicht. Es ist klar ein Auto für die breite Masse, das erklärt auch seinen Erfolg, schließlich ist nun sogar die ganze Kompaktklasse nach ihm benannt. Die Außenmaße sind etwa 4 m (Länge) sowie 1,70 m (Breite) und 1,4 m (Höhe), kompakt eben.
Im Inneren ist alles an dem Platz an dem man es vermutet, auch hier setzte VW und der Golf Maßstäbe. Es ist zwar sehr viel Plastik verbaut, aber die Qualität und Verarbeitung finde ich recht gut, besonders für ein 8 Jahre altes Auto, bei mir klappert nichts. Die Ergonomie ist hervorragend und der Wagen ist schön übersichtlich. Der Kofferraum fasst 330 Litern, die hintere Sitzbank ist geteilt umklappbar, so dass man auch größere Dinge problemlos transportieren kann.
Das Platzangebot ist vorne sehr gut, die Sitze sind allerdings nicht sonderlich straff gepolstert und quietschen ab und zu, das kann aber auch an der doch schon recht grossen Fahrleistung liegen. Die hinteren Passagiere sitzen bei einer Vollbelegung (mit 5 Personen) ziemlich gequetscht, und die Sitze sind dann dementsprechend unbequem. Ich würde nicht empfehlen längere Strecken mit mehr als vier Personen zu unternehmen.
Mit der Ausstattung bin ich eigentlich sehr zufrieden. Mein Golf ist ein Fünftürer und hat elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Zentralverriegelung, elektrische Spiegelverstellung und eine Lenkradhöhenverstellung. Eine Klimaanlage wäre wünschenswert, aber da ich dieses Auto sowieso hauptsächlich im Winter fahre, ist mir das eigentlich auch egal, immerhin habe ich ein Glasschiebedach.
Als Radio war das Alpha von VW eingebaut, das nur über zwei kleine Lautsprecher in der Konsole verfügt. Also ich dann selbst ein Radio mit CD-Wechsler und vier Boxen nachträglich einbauen wollte, scheiterte ich kläglich an den vielen, verwirrenden Kabeln, die teilweise vorinstalliert waren, dann aber doch wieder nicht... Am Ende überließ ich diese Sache für relativ teures Geld einem Fachmann. Dabei war das Radio doch früher immer eine soo einfache Sache...
Die Kosten für den Diesel halten sich im Rahmen. Nur 281,- Euro Steuern pro Jahr möchte der Fiskus haben. Leider ist der Golf bei den Versicherungen auch gern gesehen, er wird sehr hoch eingestuft, das liegt wohl an der Tatsache, dass er auch bei jungen Leuten (mit einem erhöhten Unfallrisiko sehr beliebt ist. Der TDi ist in der Haftpflicht in Typklasse 19, Teilkasko sogar in Typklasse 34 eingestuft (VK 22).
Im Unterhalt lohnt sich ein Diesel ab etwa 15.000 km pro Jahr, ich brauche beispielsweise bei den Spritkosten ziemlich genau die Hälfte gegenüber meinem Mazda MX-5, den ich im Sommer fahre.
Preise: Wenn man im Internet (z.B. bei mobile.de) schaut, dann ist ein Golf meiner Kategorie für etwa 4.500,- bis 5.000,- Euro zu haben, und die ist er meiner Meinung nach auch wert.
Bei 90.000 km sollte übrigens der Zahnriemen gewechselt werden, das kann ansonsten eine recht teure Angelegenheit werden.
Besondere Erfahrungen hatte ich glücklicherweise mit meinem Golf noch nicht, vor zwei Jahren war einmal die Einspritzanlage verstellt, das musste dann von VW nachjustiert werden und war recht teuer, weil sie das Problem erst nicht gefunden haben. Aufgrund des mittlerweile recht hohen Alters ist vor einigen Wochen eine Zierleiste abgefallen, der Zahn der Zeit hat zu heftig an ihr genagt und der Rost hat die Leiste von innen zernagt. Aber ich denke, das sind doch eher Kleinigkeiten, zumal man sich in dem Fall mit Ersatzteilen vom Schrottplatz behelfen kann.
Fazit:
Der Golf 3 ist ein gelungenes Auto, besonders wenn man bedenkt, dass er schon einige Jährchen auf dem Buckel hat. Besonders der TDi-Motor hat ein hohes Lob verdient, denn Verbrauch und Fahreigenschaften sind hervorragend. Das Dieselnageln und das etwas schwammige Fahrwerk werden von der Summe der positiven Eigenschaften mehr als wettgemacht.
Insgesamt kann ich diesen Wagen empfehlen, ein gutes, eben ein vernünftiges Auto!
Viel Spass beim Fahren
Cwagner
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