Venedig Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Preis-Leistungs-Verhältnis:
- Empfehlenswert:
Erfahrungsbericht von GretaGarbo
Murano - ein Ferrari-Pferd aus Glas
Pro:
Glasmanufaktur
Kontra:
zu viele Touristen
Empfehlung:
Ja
Murano
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Insel
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Nordöstlich von Venedig liegen fünf kleine, von langen Kanälen durchzogene Inseln, die mit vielen Brücken verbunden sind, die Murano genannt werden und derzeit zirka 7.000 Einwohner zählen. Vom Markusplatz aus fährt man für 3.000 Lire (Den aktuellen Preis weiß ich leider nicht.) bequem per Vaporetto vorbei an der Friedhofsinsel San Michele in einer halben Stunde zur Hauptinsel von Murano. Schon von weitem kann man den alten Leuchtturm und die Glasfabriken sehen.
Geschichte
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Murano hat sich vor allem durch die Glasmanufakturen einen Namen gemacht. Seit Anfang des 10. Jahrhunderts wurde in Venedig Glasproduktion betrieben, die im 13. Jahrhundert auf die Nachbarinsel Murano verlegt wurde, weil die Brandgefahr durch Schmelzöfen zu gefährlich war. Bereits im Jahre 1291 ordnete Venedig an, dass keiner der Glashandwerker die Inseln jemals verlassen durfte, damit das Glasgeheimnis nicht verraten wird. Fehler! Textmarke nicht definiert.Auf Flucht oder Verrat des Glasgeheimnisses stand die Todesstrafe. Die venezianische Monopolstellung der Glasherstellung wurde erst im 18. Jahrhundert durch böhmische Manufakturen abgelöst. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfuhr Murano dank des aufkommendem Tourismus eine lukrative Wiederbelebung.
Besichtigung einer Glasmanufaktur
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Spätestens wenn man in Murano das Vaporetto verlässt, hält man mindestens drei Visitenkarten von Glasfirmen in der Hand. Da ich aber mit deren Informationen zwecks Ortsunkenntnis nicht viel anfangen konnte, mischte ich mich einfach in einen Pulk anderer Touristen, und eh ich es mich versah, saß ich bei einer Vorführung in einer Glasmanufaktur. Ich hatte mir die Glasfabriken etwas größer und moderner vorgestellt, aber man sitzt nur in einem Hinterhof in einer etwas größeren Scheune, wo unzählige Glasbläser herumrennen und ihr Bestes geben wollen. Als die Zuschauertribüne, ein Holzgestell, endlich voll war, begann einer dieser Glasbläser in weniger als fünf Minuten ein kleines Glaspferdchen - es erinnerte mich irgendwie an Ferrari - herzustellen. Es war wirklich erstaunlich, mit welcher Schnelligkeit und Präzision man aus einem Glasklumpen ein Pferd fertigen kann! Nach der Vorführung wurde ich zusammen mit all den anderen Touristen - größtenteils Amerikaner und Japaner -in das Obergeschoss gelotst, wo man für teueres Geld Billigkitsch und noch mehr Geld kunstvoll geblasenes Murano-Glas kaufen kann. Dazu fällt mir noch eine kleine Anektode ein: Mein spanischer Reisebegleiter, ein überzeugter, gläubiger Katholik, zeigte auf einen sehr bunten Rosenkranz. Ich dachte mir noch: \"Oh Gott, ist das kitschig!\" Kaum fertig gedacht, sagt er zu mir: \"Das muss ich kaufen, meine Mutter liebt solch bunte Sachen!\" Geschmäcker sind eben verschieden...
Glasmuseum
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Der Weg zum nächsten Café führte mich vorbei am Museo dell\' Arte Vetrario im Palazzo Giustinian, das täglich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet hat und - soweit ich mich daran erinnern kann - keinen Eintritt kostet. Dieses Museum gibt einen breit gefächerten Überblick über die jahrhundertealte Glasproduktion, und wer immer noch im Kaufrausch ist, kann auch hier Glasperlen, Kristallgläser, Mosaiksteine, Schmuck, Spiegel, Lampen und Figuren nicht nur bestaunen sondern auch kaufen.
Gastronomie
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Wie ich eben so bin, brauche ich nach einer Besichtigungstour einen Milchkaffee und dazu eine Marlboro. Auf Murano findet man jedoch kaum ein typisch italienisches Café, hier gibt\'s eher Bierkneipen, ich nehme mal an für die Glasbläser, oder Restaurants mit völlig überteuerten Preisen. Neben der wunderschönen, romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert fand ich dann doch ein Café mit Freisitzen, wobei die Speise- und Getränkekarte etwas amerikanisch angehaucht war. Macchiato gab\'s aber auch, und ich konnte mir die Marlboro dazu schmecken lassen.
Meine Erfahrung
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Im Juli 2001 verbrachte ich eine Woche in Venedig. Nachdem ich in Venedig nach vier Tagen sämtliche Sehenswürdigkeiten gesehen hatte, machte ich mich zur Erkundung der Nachbarinseln auf. Nachdem ich die wirklich sehenswerten Insel Lido mit dem berühmten Hotel aus Thomas Mann\'s \"Tod in Venedig\", netten Bars und Shops und dem wunderschönen Strand auf Murano gesehen hatte, war ich von Murano sehr enttäuscht. Murano ist zwar die meist besuchteste Nebeninsel Venedigs, ist meiner Meinung nach jedoch nicht besonders sehenswert. Erstens kann ich mir Glasmanufakturen auch im Bayerischen Wald anschauen, welche mindestens genauso interessant sind, und zweitens nerven auf Murano einfach die vielen Touristen, die wie von einer Wespe gestochen von einem Glasgeschäft zum anderen rennen. Wobei Murano für Amerikaner oder Japaner wahrscheinlich gerade wegen der Glasmanufaktur besonders sehenswert erscheinen mag, da ich annehme, dass es dieses Handwerk in dieser Art weder in Japan noch in Amerika gibt. Wer unbedingt Murano-Glas kaufen will, kann dies auch in einem der vielen Geschäfte in Venedig selbst, wo die Stücke teilweise sogar billiger sind.
Mein Fazit
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Wer nach Venedig reist, etwas Zeit übrig hat und noch nie bei Glasproduktion zugesehen hat, für den ist ein Abstecher nach Murano empfehlenswert. Mich hat diese Insel aber nicht wirklich vom Hocker gerissen, deswegen kann ich leider auch nur 3 *** Sterne vergeben!
© GretaGarbo 14.08.2003
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Insel
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Nordöstlich von Venedig liegen fünf kleine, von langen Kanälen durchzogene Inseln, die mit vielen Brücken verbunden sind, die Murano genannt werden und derzeit zirka 7.000 Einwohner zählen. Vom Markusplatz aus fährt man für 3.000 Lire (Den aktuellen Preis weiß ich leider nicht.) bequem per Vaporetto vorbei an der Friedhofsinsel San Michele in einer halben Stunde zur Hauptinsel von Murano. Schon von weitem kann man den alten Leuchtturm und die Glasfabriken sehen.
Geschichte
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Murano hat sich vor allem durch die Glasmanufakturen einen Namen gemacht. Seit Anfang des 10. Jahrhunderts wurde in Venedig Glasproduktion betrieben, die im 13. Jahrhundert auf die Nachbarinsel Murano verlegt wurde, weil die Brandgefahr durch Schmelzöfen zu gefährlich war. Bereits im Jahre 1291 ordnete Venedig an, dass keiner der Glashandwerker die Inseln jemals verlassen durfte, damit das Glasgeheimnis nicht verraten wird. Fehler! Textmarke nicht definiert.Auf Flucht oder Verrat des Glasgeheimnisses stand die Todesstrafe. Die venezianische Monopolstellung der Glasherstellung wurde erst im 18. Jahrhundert durch böhmische Manufakturen abgelöst. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfuhr Murano dank des aufkommendem Tourismus eine lukrative Wiederbelebung.
Besichtigung einer Glasmanufaktur
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Spätestens wenn man in Murano das Vaporetto verlässt, hält man mindestens drei Visitenkarten von Glasfirmen in der Hand. Da ich aber mit deren Informationen zwecks Ortsunkenntnis nicht viel anfangen konnte, mischte ich mich einfach in einen Pulk anderer Touristen, und eh ich es mich versah, saß ich bei einer Vorführung in einer Glasmanufaktur. Ich hatte mir die Glasfabriken etwas größer und moderner vorgestellt, aber man sitzt nur in einem Hinterhof in einer etwas größeren Scheune, wo unzählige Glasbläser herumrennen und ihr Bestes geben wollen. Als die Zuschauertribüne, ein Holzgestell, endlich voll war, begann einer dieser Glasbläser in weniger als fünf Minuten ein kleines Glaspferdchen - es erinnerte mich irgendwie an Ferrari - herzustellen. Es war wirklich erstaunlich, mit welcher Schnelligkeit und Präzision man aus einem Glasklumpen ein Pferd fertigen kann! Nach der Vorführung wurde ich zusammen mit all den anderen Touristen - größtenteils Amerikaner und Japaner -in das Obergeschoss gelotst, wo man für teueres Geld Billigkitsch und noch mehr Geld kunstvoll geblasenes Murano-Glas kaufen kann. Dazu fällt mir noch eine kleine Anektode ein: Mein spanischer Reisebegleiter, ein überzeugter, gläubiger Katholik, zeigte auf einen sehr bunten Rosenkranz. Ich dachte mir noch: \"Oh Gott, ist das kitschig!\" Kaum fertig gedacht, sagt er zu mir: \"Das muss ich kaufen, meine Mutter liebt solch bunte Sachen!\" Geschmäcker sind eben verschieden...
Glasmuseum
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Der Weg zum nächsten Café führte mich vorbei am Museo dell\' Arte Vetrario im Palazzo Giustinian, das täglich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet hat und - soweit ich mich daran erinnern kann - keinen Eintritt kostet. Dieses Museum gibt einen breit gefächerten Überblick über die jahrhundertealte Glasproduktion, und wer immer noch im Kaufrausch ist, kann auch hier Glasperlen, Kristallgläser, Mosaiksteine, Schmuck, Spiegel, Lampen und Figuren nicht nur bestaunen sondern auch kaufen.
Gastronomie
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Wie ich eben so bin, brauche ich nach einer Besichtigungstour einen Milchkaffee und dazu eine Marlboro. Auf Murano findet man jedoch kaum ein typisch italienisches Café, hier gibt\'s eher Bierkneipen, ich nehme mal an für die Glasbläser, oder Restaurants mit völlig überteuerten Preisen. Neben der wunderschönen, romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert fand ich dann doch ein Café mit Freisitzen, wobei die Speise- und Getränkekarte etwas amerikanisch angehaucht war. Macchiato gab\'s aber auch, und ich konnte mir die Marlboro dazu schmecken lassen.
Meine Erfahrung
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Im Juli 2001 verbrachte ich eine Woche in Venedig. Nachdem ich in Venedig nach vier Tagen sämtliche Sehenswürdigkeiten gesehen hatte, machte ich mich zur Erkundung der Nachbarinseln auf. Nachdem ich die wirklich sehenswerten Insel Lido mit dem berühmten Hotel aus Thomas Mann\'s \"Tod in Venedig\", netten Bars und Shops und dem wunderschönen Strand auf Murano gesehen hatte, war ich von Murano sehr enttäuscht. Murano ist zwar die meist besuchteste Nebeninsel Venedigs, ist meiner Meinung nach jedoch nicht besonders sehenswert. Erstens kann ich mir Glasmanufakturen auch im Bayerischen Wald anschauen, welche mindestens genauso interessant sind, und zweitens nerven auf Murano einfach die vielen Touristen, die wie von einer Wespe gestochen von einem Glasgeschäft zum anderen rennen. Wobei Murano für Amerikaner oder Japaner wahrscheinlich gerade wegen der Glasmanufaktur besonders sehenswert erscheinen mag, da ich annehme, dass es dieses Handwerk in dieser Art weder in Japan noch in Amerika gibt. Wer unbedingt Murano-Glas kaufen will, kann dies auch in einem der vielen Geschäfte in Venedig selbst, wo die Stücke teilweise sogar billiger sind.
Mein Fazit
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Wer nach Venedig reist, etwas Zeit übrig hat und noch nie bei Glasproduktion zugesehen hat, für den ist ein Abstecher nach Murano empfehlenswert. Mich hat diese Insel aber nicht wirklich vom Hocker gerissen, deswegen kann ich leider auch nur 3 *** Sterne vergeben!
© GretaGarbo 14.08.2003
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