Volksbanken Testbericht

Volksbanken
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Summe aller Bewertungen
  • Filialnetz:  sehr groß
  • Support & Service:  sehr gut
  • Online Banking:  sehr gut
  • Fachliche Beratung:  sehr kompetent

Erfahrungsbericht von princesse

Schufa-freies Bankkonto

  • Filialnetz:  groß
  • Support & Service:  gut
  • Online Banking:  gut
  • Fachliche Beratung:  kompetent
  • Dauer der Nutzung:  länger als 1 Jahr
  • Sind Sie Kunde?:  ja

Pro:

Bucht schnell, Schufa-freies Konto möglich, freundliche und hilfsbereite MitarbeiterInnen, zentral gelegen und genügend Filialen

Kontra:

Transaktionen sind nur an Volksbank-Automaten gebührenfrei, die PIN der Karte kann nicht geändert werden, Kontoauszüge in einem unmöglichen Format (Briefkuvertformat)

Empfehlung:

Ja

Nicht nur Online-Banking


Ich werde immer wieder gefragt, wo es ein Schufa-freies Konto gibt, verständlich, da die meisten Banken Kunden, die nicht ins Schema F passen, von vornherein ablehnen. Und solche gibt es angesicht unserer derzeitigen desolaten Wirtschaftslage immer mehr, da reicht es schon, arbeitslos zu sein. Also, here we are:

Seit etwa 2 Jahren bin ich Kundin bei der Frankfurter Volksbank, habe dort mein Gehaltskonto.

Ich wollte ein Konto bei einer Bank, ohne dass diese die Schufa AG (1) mit meinen persönlichen Daten füttert (wie zum Beispiel Adressänderungen und sonstige vermeintliche \"Unregelmässigkeiten\"). Ich war bis dato bei der Hypovereinsbank und meine Zufriedenheit mit jener Bank sank von Monat zu Monat, hinzu kam, dass ich mein Konto damals in München eröffnete und die Bank sich ausserstande sah, mein Konto nach meinem Umzug nach Frankfurt auch zur dortigen Filiale zu transferieren, ich hätte ein neues Konto eröffnen müssen, das wollte ich aber nicht. So blieb ich denn Kundin einer Bankfiliale in München, die MitarbeitInnen in Frankfurt konnten zwar Transaktionen vornehmen, wenn es etwas spezielles war, mussten sie jedoch jedesmal in München nachfragen. Dort änderte sich alle paar Monate mein Kundenberater, Vereinbahrungen, die ich mit dem vorherigen Berater getroffen hatte, stornierte der Nachfolger einfach ohne Rücksprache und per sofort. Mir reichte es.

Schufa-freies Konto

Ich wollte wechseln, aber diesmal zu einer Bank, die nicht darauf besteht, die Schufa AG mit meinen Daten zu bedienen. Mit einem derartigen Ansinnen stösst man bei den allermeisten Banken aber auf Unverständnis und Ablehnung, selbst, wenn man betont, keinen Kredit und keinen Überziehungsrahmen zu benötigen, einfach ein einfaches Konto über welches ich mein Gehalt laufen lasse und von dem ich abheben kann solange noch etwas drauf ist, Punkt.

Ich hatte mir einmal eine Liste über Ebay besorgt mit Banken in ganz Deutschland, welche Schufa-freie Konten anbieten, aber die Bank die meinem Wohnort am nächsten lag war 30 km weit weg in der Pampa.
Dann sagte mir jemand, dass die Volksbanken auch Schufa-freie Konten anbieten. Sie werben nicht damit und man muss schon nachfragen, ansonsten wird das Konto so wie überall geführt. Und wenn man bei der Frankfurter Volksbank so ein Konto möchte, muss man für die Revisoren explizit ein Formular unterschreiben, dass man sein Konto Schufa-frei führen möchte.

So ein Konto wird nur als Guthabenkonto geführt, das heisst, man kann es nicht überziehen, das ist aber ganz gut so, denn die Überziehungszinsen sind im Allgemeinen exorbitant hoch. Und man bekommt statt einer EC-Karte \"nur\" eine Bankkarte, mit der man aber überall (fast überall) bezahlen kann, wo die Verkäufer (Tankstellen zum Beispiel) online sind mit ihren Kartengeräten, man muss seine PIN eingeben, mit Unterschrift und Lastschrift geht es nicht oder nur im Ausnahmefall, wenn die Verbindung zum Bankkonto nicht hergestellt werden kann. Das macht aber auch nichts, so kann mit meiner Karte kein Schindluder getrieben werden, jemand, der mit dieser Karte einkaufen will, muss sich zumindestens die Mühe machen meine PIN auf irgendeine Weise zu knacken.

Natürlich kann ich bei jedem Bankomaten (auch im Ausland) mit meiner Bankkarte Geld von meinem Konto abheben.

Online-Banking

Ich habe ein sogenanntes Online-Banking-Konto genommen, das ist besonders günstig was die Gebühren anbelangt, ich habe im letzten Quartal 8 Euro nochwas für die Kontoführung abgebucht bekommen.

Das Onlinebanking ist einigermassen einfach, es ist die Variante mit den sogenannten Tan-Listen (2), ich kann mich von jedem Rechner aus (nicht nur von zu Hause, auch vom Arbeitsplatz zum Beispiel) quasi auf mein Konto einloggen und Überweisungen tätigen, Kontostand begutachten, Kontobewegungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums abfragen. So kann ich auch mal am Wochenende eine Überweisung tätigen, dann, wenn ich genügend Zeit habe, und meine Transaktionen sind nahezu papierlos, bis auf die Tatsache dass ich in irgendwelchen regelmässigen Abständen Kontoauszüge geschickt bekomme, das müssen sie machen. Das Format dieser Kontoauszüge finde ich mangelhaft, statt übersichtlich A4 ist es dieses Format welches genau in einen üblichen länglichen Briefumschlag, ohne dass der Inhalt geknickt werden müsste, hineinpasst. Bei der Hypovereinsbank gabs die Auszüge auf A4 und man konnte zudem seine PIN (für die Karte) selber ändern, das funktioniert leider bei der Frankfurter Volksbank auch nicht (Was teilweise im Auslang zum Beispiel Standard ist).
Die Maske, in der man seine Transaktionen online tätigt, ist ziemlich übersichtlich, und ich kann mir zudem Vorlagen erstellen für Empfänger, die immer mal wieder etwas von mir Überweisungen bekommen.
Natürlich kann ich auch Daueraufträge erstellen, diese allerdings nicht online, dafür muss ich ein entsprechendes Formular ausfüllen und der bank schicken.

Die Seite im Internet baut sich schnell auf und mit drei Klicks bin ich bei meinem Konto. Was mich hier etwas erstaunt ist das Passwort, welches lediglich aus 5 Zeichen und meines Wissens nur aus Buchstaben und Zahlen besteht (keine Sonderzeichen). Aber möglicherweise haben sie ja da eine Sperre eingebaut, falls jemand, ähnlich wie beim Bankomat, dreimal eine falsche PIN eingibt, geht gar nichts mehr. Ich verzichte auf den Test.

Die Bank ansich

ist eine genossenschaftliches Institution, was bedeutet, dass Kunden Anteile erwerben können (in einem limitierten Masse), ein Anteil kostet 50.- Euro und jährlich bekommt man dann eine Ausschüttung, eine Dividende (ich erinnere mich nicht genau wieviel, so zwischen 3 und 5 Euro waren es wohl für einen Anteil) und ist Teilhaber dieser Bank, welche übrigens die zweitgrösste Volksbank Deutschlands ist.

Natürlich kann man bei dieser Bank alle Geschäfte tätigen, welche seriöse Banken insgesamt anbieten, diverse verschiedene Konten, Börsengeschäfte, Depots, Kredite, Altersvorsorge, Bausparverträge via Schwäbisch Hall.

Eine kleine Übersicht (Stand 1.11.2003) für junge Menschen

Kontoführung
- über Internet, damit weltweiter Zugang zum eigenen Konto
- über das Handy
- über die Geschäftsstellen

Nutzung der Geldautomaten des Hauses und
deren Geschäftsstellen mittels VR-BankCard

Kreditkartennutzung ab 18 Jahren

Bargeldloses Bezahlen der Handyrechnung, des Beitrages für den Sportverein usw.

Beratung zu allen Fragen rund ums Geld

Preis: kostenfrei während Schule, Ausbildung oder Studium

Der Bargeldbezug bei den hauseigenen Bankomaten ist gebührenfrei, bei denen anderer Institute kostet es zum Teil bis zu 5 Euro, was an den anderen Instituten liegt, nicht unbedingt an der Volksbank. Wünschenswert wäre es in diesem Zusammenhang, dass die Frankfurter Volksbank wenigstens mit den Sparkassen einen Cashpool bilden würde (könnte aber auch genauso gut mit anderen Banken sein), sodass Kunden beider Häuser bei Benutzung der jeweiligen Automaten nicht diese horrenten Kosten hätten und das bei einem grösseren Angebot an Automaten.

Ich erspare den LeserInnen jetzt weitere Details über die Historie der Bank, ebenso über weitere Einzelheiten, mit welchen ich selber noch nicht in Berührung kam. Wer aber mehr wissen möchte über diese bank kann sich erste Informationen sicherlich über das Internet (in dem wir uns ja gerade befinden) einholen. http://www.frankfurter-volksbank.de/

Ich bin sehr zufrieden mit der Frankfurter Volksbank und vergebe 5 Sterne, weil die kritisierten Punkte vernachlässigbare Details sind.
Ich habe übrigens festgestellt, dass die Frankfurter Volksbank mein Gehalt ein bis zwei Tage schneller auf mein Konto bucht als die Hypovereinsbank. Auch Überweisungen sind schnell beim Empfänger, meist innert 2 Tagen.


(1) Schufa AG: Eine Datenbank mit durchaus kommerziellem Hintergrund, welche Daten über jeden Bürger Deutschland zu sammeln versucht, sobald einer einen Vertrag abschliesst mit einer Bank, einem Telekomunikationsunternehmen oder bei einem Versandhaus etwas bestellt. Man unterschreibt bei Vertragsabschluss eine Klausel, dass der Geschäftspartner autorisiert wird, bei der Schufa Daten abzufragen und über einen auch abzuladen. Die Datensammelwut wird dadurch begründet, dass die Geschäfte sich vor zahlungsunwilligen und -unfähigen Kunden schützen müssen.
Es ist aber nicht meine Aufgabe als Kunde, den Firmen dabei behilflich zu sein, woanders funktioniert es ja auch ohne Schufa. Wenn jemand von mir Daten will, soll er dafür bezahlen. Firmen, die auf dieser Unterschrift bestehen, bekommen mich i.d.R. nicht als Kundin.

(2) Tan-Listen sind Listen, auf denen vom Computer zufällig generierte sechsstellige Codes stehen (50 pro Seite, oder 100) welche jeweils nur einmal verwendbar sind. Das bedeutet, wenn ich eine Transkation tätige via Online-Banking, nehme ich eine dieser Nummern und diese kann kein zweites Mal verwendet werden. Selbst wenn einem meine Tanliste in die Hände fallen sollte, braucht er immer noch mein Passwort, um an mein Konto zu kommen und Überweisungen zu tätigen. Eine relativ hohe Hürde für Betrug und Diebstahl.

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