Mad City (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Realjackass

Dabei wollte er nur seinen Job zurück..

Pro:

Die Darsteller und die Thematik des Films

Kontra:

Ein kleines bisschen mehr Action hätte wohl keinem geschadet

Empfehlung:

Ja

Gestern, Sonntag dem 20 Febraur habe ich zur besten Sendezeit einen Film auf Vox gesehen, von dem ich sehr begeistert war, obwohl ich ihn schon kannte. Warum? Lest selbst.



Story
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Der Reporter Max Breckett wird strafversetzt, nachdem er seinen Chef vor laufender Kamera bloßstellt. Nun muss er in Kalifornien irgendwelche langweiligen Reortagen liefern, was ihm natürlich garnicht gefällt.

Eines Tages bekommt Max die Anweisung, mit einer Praktikantin in das örtliche Museum zu fahren, um dort einige Leute zu interviewen. Das Museum musste nämlich ein paar Arbeiter entlassen. Es kommt jedoch alles anders, als erwartet. Als das Interview schon fertig ist, geht Max auf die Toilette, um sich frisch zu machen. Just in dem Moment betritt ein Mann das Museum, der eine große Sporttasche bei sich trägt. Nach einem kurzen Streit mit der Museumsleiterin zieht der Mann, Sam Bailey, eine Remington-Schrotflinte aus seiner Sporttasche und richtet sie auf die verdutzte Frau. Diese willigt aber immer noch nicht ein, ihm zuzuhören und so feuert Sam einen Schuss ab. Dieser trifft den schwarzen Wachmann Cliff, der vor der Tür stand. Natürlich hat Sam das nicht so geplant, denn Cliff war sein Freund. Der nun verzweifelte Mann gerät in Panik, als er sieht, dass das ganze schon live im Fernsehen übertragen wird. So nimmt er die Museumsleiterin und eine Gruppe von Kindern als Geisel.

So passiert es, dass Max Breckett, der die ganze Zeit auf der Toilette war und per Mikrofon im Fernsehen gesprochen hat, entdeckt wird. Dieser erkennt die Einfältigkeit des Geiselnehmers und nutzt die Situation für seine eigenen Zwecke: Wenn er es nämlich schafft, die Situation eskalieren zu lassen, ist ihm als einziger Reporter live vor Ort ein Comeback sicher...




Schauspieler
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Sam Breckett wird gespielt von Dustin Hoffman, den viele wohl aus Filmen wie `Hook´ oder `Der Marathon-Mann´ kennen dürften, welche 2 seiner bekanntesten Streifen sind.
In Mad City spielt Hoffman einen redfertigen Reporter, der eigentlich in jeder Situation cool bleibt und bei der Geißelnahme seine ideale Chance für ein Comeback sieht. Wenn er es nämlich schafft, das ganze Land auf die Situation aufmerksam zu machen, steht er im Mittelpunkt. So gibt er sich als Freund des Geißelnehmers Sam Bailey aus, dem er helfen will. In Wahrheit manipuliert er den leichtgläubigen Mann aber nach Strich und Faden.

Desweiteren hätten wir da John Travolta als Sam Bailey, vielen wohl aus `Pulp Fiction´ oder `Face Off´ bekannt. Der Mann, der sonst für seine harten Rollen bekannt wurde ist hier als verwirrter und sehr leicht beeinflussbarer Familienvater zu sehen, der nicht akzeptiert, dass er gefeuert wird und man ihm nicht zuhört. In der Hoffnung, bei der Museumsleiterin auf ein offenes Ohr zu stoßen und Eindruck zu schinden, bewaffnet er sich mit einer Pumpgun und mehreren Kilo Dynamit. Dass die Situation so eskaliert hatte Bailey nicht geplant und auch auf seinen Freund Cliff wollte er nicht schießen. Im großen und ganzen spielt Travolta einfach einen Mann, der von allem überfordert ist und nur verstanden werden will. Das schafft er sehr gut!

Auch alle Nebendarsteller haben ihre Sache gut gemacht, mir ist niemand Negativ in Erinnerung.




Daten zum Film
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Originaltitel: Mad City
Alternativtitel: -
Land: USA (1997)
Regie: Constantin Costa-Gavras
Länge: ca 110 Minuten
Freigabe: 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass




Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird vertrieben von Warner Bros. und enthält natürlich die ungekürzte Fassung des Films, was ja bei einer FSK 12 klar ist.
Desweiteren sind auf dem Silberling der Kinotrailer und einige Zusatzinformationen anzufinden.




Kritik
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Die Überschrift `Kritik´ trifft es sehr gut, denn der Film ist auch kritisch - Gesellschaftskritisch. Sogar in mehreren Punkten, aber erstmal zum wichtigsten: Der Film bzw. der Regisseur erhebt die Faust gegen die Mediengeilheit der USA. Er kritisiert, dass sobald sich ein Unglück ereignet, sich alle darauf stürzen wie Hunde, denen ihr Fressen vorgeworfen wird. Dies bringt er in seinem Film sehr gut rüber: Die Situation wäre nie so eskaliert, wenn Max Breckett nicht da gewesen wäre, denn eigentlich, aber nur wenn man es ganz genau nimmt, ist er es, der hinter allem steckt - ungefähr so wie Engelchen und Teufelchen die auf den Schultern von Sam Baily sitzen: Und Hoffman spielt das Teufelchen.

Neben der Mediengeilheit werden auch viele kleine Dinge angezweifelt: Das wachsende Interesse an Realityshows bekommt ebenso sein Fett weg, wie die Waffenvernarrtheit der Amerikaner. Zitat: ``Das ist doch nichts schlimmes, sondern nur `ne ganze normale Remington´´. Während so ein Satz in Deutschland undenkbar wäre, wird es in den USA akzeptiert: Was von Constantin Costa-Gavras aufs Korn genommen wird.

Was ich zudem noch Interessant fand, war wie die Menschen auf Sam Bailey reagiert haben. Die einen haben in ihm einen Irren gesehen, der seine Waffe auf kleine Kinder richtete, die anderen einen Familienvater, der nicht gefeuert werden wollte. Letztendlich war Sam Bailey aber nur noch, was die Medien und die Reporter aus ihm gemacht haben: ersteres..

Natürlich wäre es ein Fehler gewesen, irgendwelche untalentierten Schauspieler ans Werk zu lassen und dieser Fehler wurde glücklicherweise vermieden! Alle Darsteller, selbst die in der kleinsten Nebenrolle, passen wunderbar in die Rolle und man kauft ihnen alles ab. Blutig ist der Film übrigens überhaupt nicht, aber das nur mal als kleine Randbemerkung.. Wer Action en maße sucht ist hier ebenso falls am PLatz, wie die, die auf spannende Thriller stehen. Mad City ist einfach ein Gesellschaftskritischer Film, der von seinen Interessanten Charakteren lebt.




Fazit
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Ein Film, den man gesehen haben sollte! Es ist kein typischer Thriller und ein Actionfilm erst recht nicht! Was dem Zuschauer in den knapp 100 Minuten geboten wird ist vielmehr offene Gesellschaftskritik, die sicherlich bei vielen Menschen in den USA nicht auf positiven Anklang gestoßen ist, da bin ich mir sicher.
Gerade die Leute, die sich häufig Nachrichten ansehen und alles glauben, was da erzählt wird, sollten ein Auge auf `Mad City´ werfen, aber auch für alle anderen dürfte der Streifen einen Kauf lohnen.
Einzig und allein die Tatsache, dass ein kleines bisschen mehr Action dem Streifen sicherlich nicht geschadet hätte, verwehrt dem Film die Höchstwertung.

Mfg
Realjackass

31 Bewertungen, 1 Kommentar

  • modschegibbchen

    23.02.2005, 21:04 Uhr von modschegibbchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    die rolle des journalisten war für hofmann ja nicht neu. bereits in "alle männer des präsidenten" spielte er mit redford einen pressefuzzi. guter bericht. lg heike