Mad City (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Nietzsche

Gelungene Mediensatire?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ja, so ein gebrochener Fuß bringt doch einen entscheidenen Vorteil: Wenn man möchte, kann man den ganzen Tag fernsehen und muß noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben nichts getan zu haben, denn man kann faktisch gar nichts tun! ; (
Beschriebene Situation verleitete mich gestern Abend dann auch dazu (nachdem ich NICHT den ganzen Tag fern gesehen hatte!) mir Mad City anzusehen, ohne recht zu wissen, worum es in dem Film geht.

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Die Story:
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Max Bracket (Dustin Hoffman) arbeitet in dem kalifornischen Provinzkaff Madeleine, da er einst vor TV-Moderator Kevin Hollander (Alan Alda) die Nerven verlor, als dieser ihn zum Zustand der Leichen eines Flugzeugabsturzes befragte. Vor diesem Vorfall gehörte Bracket zu den ganz großen!
Nun ist er gerade dabei über die finanziellen Schwierigkeiten eines lokalen Museums zu berichten und während er sich auf der Toilette aufhält, betritt Sam Baily (John Travolta), mit einem Gewehr und einer Tasche voll Sprengstoff bewaffnet, das Museum. Bracket reagiert schnell und erstellt per Telefon und seiner noch bestehenden Verkabelung inklusive Mikro eine Liveschaltung, anstatt die Polizei zu rufen!

Er bekommt mit, daß Sam ehemaliger Wachmann des Museums ist, der wegen der Etatkürzungen entlassen wurde und auf diese Weise seinen Job zurückbekommen will. Während des Gespräches mit der Museumsleiterin löst sich ein Schuß aus seinem Gewehr und trifft per Zufall den noch angestellten Wachmann (dessen Namen ich vergessen habe! *ggg*). Nun wird das Gebäude von der Polizei umstellt, da sich im Museum zudem auch eine Schulklasse Kinder befindet.
Bracket wird von Sam entdeckt, nachdem dieser mitbekommen hat, daß er im Fernsehen ist. Doch Bracket manipuliert Sam nach seinen Wünschen, erkennt er ihn ihm doch nicht nur einen einfachen und naiven Mann, der im Effekt das Museum erstürmt hat, sondern auch die Chance für sein Come-Back in der Medienwelt! Das Täter-Opfer Verhältnis gerät dabei ins Wanken... .

Durch Bracket überredet gibt Sam schließlich ein Interview vor dessen laufender Kamera und avanciert damit fast zum Medienliebling. Vor dem Museum wird ein wahrer Jahrmarkt mit Buden aufgebaut und schnell gibt es auch T-Shirts mit Sam als Motiv zu kaufen.
Doch dies sind nicht die einzigen Folgen des Fernsehinterviews: Daneben beginnt ein wahrer Medienrummel, in dem es nur noch darum geht möglichst großen Profit einzufahren – egal, ob die Wahrheit berichtet wird oder nicht. Die Medien beeinflussen dabei gezielt das Bild, daß Sam in den Augen der Gesellschaft hinterläßt und als der angeschossene Wachmann stirbt, wird es gnadenlos in den Dreck gezogen, wobei auch Kevin Hollander tatkräftig mithilft... .

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Meine Meinung:
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Dieser Film lebt ganz klar von seinen beiden Hauptdarstellern Dustin Hoffman und John Travolta. Beide spielen ihre Rolle gut und überzeugend: Hoffman die des skrupellosen Medienfuzzis, der versucht über Leichen gehend sein Image wieder herzustellen und Sam dabei äußerst intelligent manipuliert und Travolta den naiven und völlig verzweifelten Familienvater, der keine andere Möglichkeit mehr sah, als mit einer Waffe aufzutauchen, damit ihm endlich zugehört würde („denn im Fernsehen ist das auch immer so“). Wären beide Schauspieler nicht, so würde der Film an zu viel verlieren, denn die Handlung gerät manchmal ins zu überzogene und teilweise auch ins völlig unbegründete. Doch darauf gehe ich später noch mal ein.

Regisseur Constantin Costa-Gavras wollte mit diesem Film eine Mediensatire schaffen und zugleich mit der Sensationsgeilheit der Presse abrechnen. Zum Teil ist ihm das anschaulich und unterhaltsam gelungen, z.B. wenn Bracket das Museum verläßt und auf Sams Frage danach, woher er wüßte, daß er auch wiederkäme antwortet: „Weil du gute Einschaltquoten bringst!“ Oder aber als sich Journalisten am Krankenhausfenster des verwundeten Wachmanns hochseilen und live vom Krankenbett berichten.
Der Film ist voll solcher gelungener Überzeichnungen des Medienrummels, wobei die meißten traurigerweise gar keine Übertreibungen mehr darstellten. Heutzutage wird jeder interviewt und vor allem wird ALLES gezeigt: Egal ob Leichenteile, explodierende Flugzeuge oder Menschen, die in den Tod springen. Die Frage danach, ob dies wirklich sein muß und sollte, drängt sich dabei unweigerlich auf (das hoffe ich zumindest!).

Der Film verliert trauriger Weise gegen Ende an Motivation. Dies geschieht eigentlich bereits, nachdem man Brackets Nervenzusammenbruch von damals miterlebt hat, denn warum ist er dann wieder skrupellos geworden? Das erschien mir ein wenig unglaubwürdig. Genauso wie die Tatsache, daß er am Ende dann doch wieder anklagte, obwohl er der Auslöser für die Welle war, die über das Museum schwappte!

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Fazit:
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Der Film ist unterhaltsam und interessant in jedem Fall und wirft die eine oder andere Frage nach dem Sinn bzw. Unsinn der Medienwelt auf, der man sich ruhig mal stellen sollte. Seine Hauptdarsteller beeindrucken in ihren Rollen und verleihen dem Film in jeder Weise einen dicken Pluspunkt.
Der Film ist genau das richtige für einen ruhigen Fernsehabend, bei dem man auch ein oder zwei ernste Gedanken fassen möchte.

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USA 1997
Länge: 115 Minuten


Darsteller: John Travolta (Sam Bailey), Dustin Hoffman (Max Brackett), Mia Kirshner (Laurie Callahan), Alan Alda (Kevin Hollander), Robert Prosky (Lou Potts), Blythe Danner (Mrs. Banks), William Atherton (Dohlen), Ted Levine (Lemke), Tammy Lauren (Miss Rose), William O'Leary (CTN Junior Executive)

Regie: Constantin Costa-Gavras

Stab:
Produzenten: Arnold Kopelson, Anne Kopelson für Punch Productions

Drehbuch: Tom Matthews

Vorlage: Story von Tom Matthews, Eric Williams

Buch zum Film: Roman "Mad City" von J. H. Marks

Musik: Thomas Newman

Kamera: Patrick Blossier

24 Bewertungen, 2 Kommentare

  • DuncanMcCloud

    26.02.2002, 21:22 Uhr von DuncanMcCloud
    Bewertung: sehr hilfreich

    klar ist die gelungen ;) .. gruss, duncan

  • Alfred_Jodocus_Quark

    25.02.2002, 13:45 Uhr von Alfred_Jodocus_Quark
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht, und interessanter nick-name ;-) "der Übermensch"