Weight Watchers Testbericht




Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Andreas1501
UPDATE: 12 Kilogramm weniger in 12 Wochen!
Pro:
Guter und beständiger Abnahmeerfolg, überzeugendes Programm, gute Hilfen und Erklärungen
Kontra:
fester Wille notwendig (oder ist das sogar positiv?)
Empfehlung:
Ja
Warum und wie abnehmen?
b>
Nach unserem Sommerurlaub 2004 war es soweit: Mein Gewicht überstieg erstmals seit längerer Zeit die 100-Kilo-Marke, und das war mir bei einer Körpergröße von 1,77 Meter dann doch zu viel. Ich wollte - mal wieder - abnehmen, aber diesmal nicht nur 2 - 3 Kilogramm, sondern ein richtiges Abspeckprogramm durchziehen.
Also schaute ich mich so um, was ich auf dem "Abnehm-Markt" so finden konnte, und ich fand vieles, was mir absolut nicht einleuchten wollte. Da sollte man nur von diesem und jenem essen, von irgendwas anderem aber auf keinen Fall etwas, da wurden Kohlehydrate verboten, dort Fette, dort sollte man möglichst nur Obst essen und so weiter und so weiter.
Auf meiner ziemlich intensiven Suche konnte es nicht ausbleiben, dass ich auch auf die Weight Watchers stieß, denn diese machen momentan recht offensive Werbung für ihre Treffpunkte. So was wollte ich ja nun gar nicht machen, aber über dieWebseite www.weightwatchers.de kam ich immerhin dazu, michber die Grundlagen dieses Programms eingehend informieren zu können. Was ich da las, ergab für mich Sinn und überzeugte mich, zumindest das Männerprogramm (MP5) zu bestellen.
Das WeightWatchers-Männerprogramm MP5
b>
Ich bestellte also über die Webseite das genannte Männerprogramm und erhielt einige Tage später in einem kleinen Paket (69,00 Euro) die folgenden Teile:
- Grundlegende Informationen über WW in einem Buch mit Spiralbindung
- Buch mit WW-Points
- Kärtchen, um die verbrauchten Points zu notieren
- CD-ROM mit dem Computerprogramm für Männer von WW
- Maßband zum Messen des Bauchumfangs
Nach kurzem Sortieren der verschiedenen Bestandteile des Pakets vertiefte ich mich in das Buch mit den grundlegenden Informationen und empfand diese als äußerst realistisch und sinnvoll aufgebaut. Erstmals machte ich mir grundsätzliche Gedanken über meine bisherige Ernährungsweise und merkte schnell, dass diese alles andere als gesund und abwechslungsreich war, dafür aber viele "Fettbomben" enthielt.
Das Grundkonzept von WW sieht so aus:
- Man darf grundsätzlich alles essen.
- Jede Nahrung wird mit WW-Points belegt.
- Points ergeben sich aus Kalorien und Fettgehalt.
Beispiele:
* Brötchen: 2 Points
* Scheibe Toastbrot: 1 Point
* Scheibe Knäckebrot: 0,5 Points (Wasa Mjölk)
* Laugenbrezel: 3 Points
* Fertigpizza: 14 - 22 Points
* Pommes Frites aus dem Backofen, mittlere Portion: 8 Points
* Putenfleisch 150g: 2 Points
* Bratfett 10g: 3 Points
* Knusper-Jogurt von Müller: 4 - 6 Points
* Obst (viele Sorten): 0 Points
* Typisches Nudel-Fertiggericht aus der Tüte: 12 Points
* Big Mac: 11,5 Points
* Chicken Mc Nuggets 6 Stück: 5 Points
* Nudeln (100g Rohware): 6 Points
* Reis (100g Rohware): 5 Points
* 1 Scheibe Salami (20g): 2 Points
* Butter (20g): 4,5 Points
- Für jeden Tag bzw. die Woche gilt eine Höchstgrenze an Points, bei mir 30 pro Tag.
- Mit Sport kann man einige Bonus-Points erarbeiten. Dafür gibt es eine umfangreiche Liste mit vielen Sportarten (z. B. Schwimmen 15 Minuten = 2 Bonuspoints).
Das ist eigentlich schon alles. Ich habe mich entschieden, die Punktesammlung nicht manuell zu betreiben, sondern meine Points in einer Kalkulationstabelle zu erfassen, was die Sache übersichtlicher macht und außerdem mit der Zeit eine Art individuelle Punktetabelle ergibt, in der wiederkehrende Gerichte leicht nachgeschlagen werden können.
Notwendige Umstellungen...
b>
Vor allem das "Fettproblem" sollte nun anders werden! Mit der Hilfe der Bücher und vor allem des Computerprogramms war es leicht, Lebensmittel zu identifizieren, die man zum Zwecke des Abnehmens besser meiden sollte. Andererseits zeigte es sich schnell, dass ich viele Dinge, die ich schon immer gern gegessen hatte, bedenkenlos weiterhin essen könnte, da die WW-Points angenehm gering waren. So erschien mir die Vorgehensweise machbar und realistisch.
Beim Einkaufen achtete ich anfangs verstärkt auf fettreduzierte Artikel und war erstaunt, was es da alles gibt, das mir bis dahin nie aufgefallen war. Bei Wurst und Käse zum Beispiel ist es überhaupt kein Problem, nach einigem Probieren Produkte zu finden, die wirklich gut schmecken, aber nur wenig Fett enthalten. Dass zum Beispiel Honig gesund ist und wohl Kalorien, aber kaum Fett enthält, war mir bisher nicht bewusst. Also weg mit Nutella und Erdnussbutter, her mit Honig und Marmelade! Weg mit Pommes Frites, her mit einem Salatteller (selbst bei Mc Donald's kein Problem)!
Am wichtigsten ist die Umstellung beim Kochen und Braten: Viel Fett schmeckt gut, macht aber dick, die Points sprechen da eine überdeutliche Sprache. Also in beschichteten Pfannen möglichst fettarm braten, in Soßen keine oder nur wenig Sahne hineingießen, wo immer möglich Light-Produkte verwenden. Dies ist anfangs etwas ungewohnt, macht sich aber schnell in gesparten Points bezahlt.
Fertiggerichte sind in vielen Fällen überhaupt kein Problem, denn diese sind oft schon für bewusste Ernährung ausgerichtet - die Ausnahmen von dieser Regel kann man ja links liegen lassen. Selber kochen ist natürlich auch kein Problem, das WW-Computerprogramm enthält einen Points-Kalkulator, der für beliebige Lebensmittel die Points ausrechnet, wenn die Kalorienzahl und der Fettgehalt bekannt ist.
Schwierig wird es nur bei Kuchen, Torten, Snacks usw. In vielen Fällen hilft da nur Verzicht bzw. die deutliche Reduzierung der Menge, was dann allerdings einhergeht mit Hungergefühlen, welche nicht angenehm sind. Nach kurzer Zeit jedenfalls hatte ich mich von Flips, Chips und Kuchen weitestgehend verabschiedet. Und was das Schönste ist: ich habe bis heute nichts vermisst!
Weniger gefiel mir am WW-Programm, dass auch Bewegung und gar Sport empfohlen - wenn nicht gar verlangt - wurde. Ich entschied mich für Schwimmen und Radfahren und habe es als ehemaliger Couch-Potato tatsächlich geschafft, in jeder Woche die gewünschten Leistungen zu erbringen. Nach anfänglicher Überwindung fiel mir das auch wider Erwarten gar nicht mehr schwer. Mittlerweile gehe ich jede Woche einmal schwimmen (2500m) und fahre viel Rad, im beginnenden Winter wieder mehr auf dem Hometrainer.
Meine Erfahrungen
b>
Viele schlechte Erfahrungen mit anderen Diäten führten nicht unbedingt zu übermäßigen Erwartungen an das Weight-Watchers-Programm. Ich wollte es "halt mal ausprobieren", doch bereits nach einer Woche bemerkte ich den Spaß an der Sache, erste Erfolge mit Waage und Maßband ließen mich hoffnungsvoller an das Abnehmen herangehen.
Im Computerprogramm habe ich die mittlere Stufe gewählt. Das bedeutet eine durchschnittliche Abnahme von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche und erlaubt zu diesem Zweck, 30 Points pro Tag bzw. 210 Points pro Woche zu sich zu nehmen. 10 Bonuspoints pro Woche durch Sport habe ich mir vorgenommen und bis jetzt auch immer erfüllt - das wäre noch vor kurzem undenkbar für mich gewesen.
Ob es nun leicht ist oder nicht, mit 30 Points pro Tag auszukommen? Ich weiß es wirklich nicht, für mich war es kein Problem, weil ich fast nur noch Dinge esse, die relativ wenige Points haben und doch satt machen. Und wenn das Points-Level mal vor dem Abendessen voll ist, gibt es abends nur noch Obst, da kann man die meisten Sorten sogar für 0 Points essen! Nicht vergällen lasse ich mir nur da tägliche Glas Rotwein, die dafür notwendigen (wenigen) Punkte reserviere ich nach Möglichkeit immer.
Das wichtigste ist aber der Abnahmeerfolg, und der ist wirklich beeindruckend: Genau wie es das Programm vorhersagt, beträgt die Abnahme im Durchschnitt 1 Kilogramm pro Woche. Ich mache WW jetzt seit 11 Wochen und habe 11 Kilogramm abgenommen, mein Bauchumfang hat sich um 12 cm verringert, was natürlich dazu führt, dass kaum noch eine Hose passt. Meine Sakkos und Hemdkrägen sind alle viel zu weit, aber ich beginne schon langsam damit, neue Sachen zu kaufen.
Bestärkt werde ich durch meine ganze Umgebung, Familie, Freunde und Arbeitskollegen, die immer wieder auf das veränderte Aussehen eingehen und mich sehr loben und teilweise auch etwas bewundern - immerhin war ich nicht unbedingt als "Kostverächter" bekannt, und da zählt es wohl doppelt, wenn man sich erfolgreich einschränken kann.
Gesundheitlich gesehen bin ich überzeugt, dass es mir deutlich besser geht, besonders vom Blutdruck her und natürlich auch bei der allgemeinen Fitness. Schnaufen beim Treppensteigen und generell mangelnde Kondition sind kein Problem mehr, wozu natürlich nicht nur die Abnahme, sondern auch der "Sport" (echte Sportler mögen mir verzeihen) einen Teil beiträgt.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden und von WW begeistert. Das durchdachte Konzept ohne Verbote, aber mit wichtigen Regeln, ist gut nachvollziehbar und - festen Willen vorausgesetzt - auch leicht durchzuziehen. Wer im stillen Kämmerlein und ohne Druck von außen immer wieder "sündigt", ist besser beraten, sich bei einer lokalen WW-Gruppe anzumelden und die wöchentlichen Gruppensitzungen zu besuchen. Für mich wäre das auf keinen Fall etwas gewesen, für so etwas habe ich keine Lust; mein fester Wille abzunehmen reicht zum Glück aus. (Weitere Informationen zu Gruppentreffen kann ich nicht geben, ich weiß nur, dass es pro Woche einen festen Betrag kostet um ca. 15 Euro, und dass es sogar bei uns in der Provinz mehrere parallele Treffen gibt.)
Ein typischer WW-Tag bei mir
b>
Frühstück: Knusper-Jogurt oder Toastbrot mit Honig bzw. Magerfrischkäse (5 Points)
Zwischennmahlzeit: 1 Apfel (0 Points) oder 1 Brezel (3 Points)
Mittagessen: individuelle Zusammenstellung mit max. 18 - 20 Points, vgl. oben
Abendessen: Obst oder Knäckebrot mit div. Magerfrischkäse und Putenwurst je nach noch verfügbaren Points, 1 Glas Rotwein (2 Points)
In der Summe bemühe ich mich, die 30 Points pro Tag oder auf jeden Fall die 210 Points pro Woche einzuhalten. Dies gelingt bis auf wenige Ausnahmen wie Familienfeste sehr gut.
Nach dem Abnehmen
b>
Irgendwann hat man sein Wunschgewicht erreicht (ganz so weit bin ich noch nicht) und möchte dieses dann halten. Hier scheitern sicherlich die meisten Diäten, denn wenn nach dem Ende einer Diät wieder gegessen wird wie früher, ist es kein Wunder, wenn das Gewicht auch wieder steigt. Ich habe hier noch keine eigene Erfahrung, kann aber Folgendes beitragen:
1. Wer mit WW über mehrere Wochen oder Monate erfolgreich abgenommen hat, dürfte seine Ernährung grundlegend umgestellt haben. Nach meiner Einschätzung kann es kein großes Problem sein, dabei zu bleiben. Ich jedenfalls habe nicht vor, wieder zu kochen und zu essen wie früher.
2. Das WW-Programm endet nicht mit dem Wunschgewicht, sondern gibt wertvolle Tipps, wie das Gewicht gehalten werden kann. Zum Beispiel könnte man weiter Points sammeln, was einem sowieso in Fleisch und Blut übergegangen ist, sich aber einige Points mehr genehmigen. Dann wird sich das Gewicht leicht halten lassen.
3. "Sündigen" durch Restaurant-Besuche oder Fast Food ist natürlich wieder eher erlaubt als während der Abnahmephase, doch sollten immer wieder sparsame Tage eingelegt werden.
Fazit
b>
Ich bin begeistert, beeindruckt und von mir selbst überrascht: in wenigen Wochen konnte ich mit dem WW-Programm ein Gewicht erreichen, das ich zuletzt mit 19 Jahren mal hatte, und das ist fast 20 Jahre her! Und das, ohne an einem einzigen Tag hungrig ins Bett gehen zu müssen!
WW ist etwas völlig anderes als "FDH" (friss die Hälfte), denn mit FDH habe ich reichlich Erfahrung und so gut wie keinen Erfolg. Damals hatte ich weder Sport getrieben noch bewusst Fette vermieden, nur von den sowieso vorhandenen fetten Speisen etwas weniger gegessen. Dies hatte sicherlich den Effekt, zeitweise nicht mehr weiter zuzunehmen, aber abnehmen konnte ich auf diese Weise nicht. Trotzdem ging ich öfters hungrig ins Bett; dies passierte mir bei WW noch nie.
Im Zuge des WW-Abnehmprogramms habe ich meine Ernährung konsequent umgestellt auf weniger Essen, fettarmes Essen und viel mehr Obst, Gemüse und Salat als früher. Ich hatte mir immer eingeredet, dass mir das nicht schmeckt, aber das war pure Einbildung. Ich glaube schon, mich heute sehr viel gesünder und ausgewogener zu ernähren als bisher, obwohl es immer noch ab und zu Fast Food und solche Dinge gibt, aber eben in Maßen. Die Lebensqualität hat darunter wider Erwarten nicht gelitten, sondern ist gestiegen. Dass die Fitness und natürlich das Aussehen sich deutlich verbessert haben, dürfte ebenfalls klar sein.
Insgesamt wüsste ich keinen einzigen Grund, der gegen das WW-Programm spricht. Mein Erfolg findet im Bekanntenkreis schon erste Nachahmer, die genauso begeistert sind. Deshalb meine volle Empfehlung!
© Andreas Wilhelm, 27.11.2004 / 02.12.2004
Sollte ich wichtige Informationen vergessen haben, bitte ich um einen entsprechenden Kommentar. Ich werde den Bericht dann gerne ergänzen.
46 Bewertungen, 4 Kommentare
-
03.11.2005, 20:07 Uhr von biene11
Bewertung: sehr hilfreichSehr informativ. Herzlichen Glückwunsch zur Abnahme. <br/>Ich bin auch dabei und bin inzwischen bei 8 Kilo angelangt.
-
05.05.2005, 10:45 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichBin erst seit knapp einer Woche dabei, und - da ich jezt bereits 1,5 Kg weniger auf die Waage bringe - noch hochmotiviert. Klasse, wenn das einer monatelang durchhält und dabei allmählich sein Ziel erreicht !!!
-
13.12.2004, 19:36 Uhr von naila
Bewertung: sehr hilfreichsuper ausfuehrlicher und guter bericht!
-
02.12.2004, 16:28 Uhr von german_girl
Bewertung: sehr hilfreichherzlichen glückwunsch zu dieser tollen leistung. ist ja nicht immer ganz einfach das abnehmen. viele scheitern ja auch daran. aber auch nen schöner ausführlicher bericht. liebe grüße
Bewerten / Kommentar schreiben