Werkstätten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Tomcat01

Aspirin für Mercedes

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Als ich Mitte des Jahres mal wieder unterwegs war nach einem neuen Wagen ausschau zu halten,
ist mir nach Besuch von den verschiedensten Autohäusern aufgefallen, daß Deutschland wirklich eine Dienstleistungswüste ist.
Doch dies wurde mir vor allem bei den Mercedes-Benz Niederlassungen verdeutlicht.

Auf der Suche nach einem gebrauchten Van mit zwei Schiebetüren und einer einigenermaßen guten Ausstattung, hatte ich mich eigentlich für die V-Klasse von Mercedes entschieden- war aber anderen Fabrikaten auch aufgeschlossen.
Da man meistens Autos einer fremden Marke bei einem Autohaus günstiger erstehen kann, habe ich mich bei vielen verschiedenen Autohäusern umgeschaut.
Immerhin in den Glauben, wenn ich 50.000.- bereit bin für ein Auto auszugeben, daß ich dann wohl auch gerne beraten werde.
Das dies wohl ein Irrtum war, bekam ich gerade bei den Mercedes Niederlassungen deutlich gezeigt.
Als ich dort wegen einer gebrauchten V-Klasse nachfragte, fühlten sich die PKW- Verkäufer meist gar nicht zuständig und verwiesen mich in die LKW Abteilung.
In der LKW Abteilung schien aber auch nicht das Interesse an einem Autoverkauf groß zu sein
und dementsprechend sah die Beratung aus.
Nun-ja, vielleicht hat es Mercedes nicht nötig Autos für 50.000 DEM zu verkaufen,
da sie ja um wesendlich teurere Wagen im Angebot haben?

Aber nun speziell zu dem Mercedes-Händler in der Aspirin-Stadt (die ich auch später brauchte!).

Dort angekommen sah ich eine sehr schön ausgestattete V-Klasse als TDI.
Als mich dann der Verkäufer ansprach, teilte ich Ihn erst einmal mit, welche Wünsche ich an meinen neuen Gebrauchten stellte, und das ich auch nichts gegen einen Diesel einzuwenden hätte.

Dieser konnte, oder wollte mir auf meine Fragen, die ich zu der V-Klasse hatte keine Antwort geben
und verschwand mit der Bemerkung, das ich mich an die LKW-Abteilung wenden sollte.
Da war er weg und hatte mir noch nicht einmal den Wagen aufgeschlossen.
Als ich ihn dann deswegen suchte viel mir noch ein Chrysler Voyager auf, der mir im ersten Augenblick auch sehr gefiel. Der Verkäufer schließ mir dann endlich die V-Klasse auf, und war schon wieder am verschwinden,
als ich Ihn bat mir auch bitte den Voyager mal zu öffnen.
"Weshalb soll ich das denn machen, Sie wollen doch eh einen Diesel !?"
Mit dieser Bemerkung verschwand er dann wieder.
Ich glaube er hatte den Voyager dann doch noch aufgeschlossen, aber mein Interesse war mit der eben gemachten Bemerkung natürlich erst einmal verschwunden.

Also schaute ich mir nur die V-Klasse an, bevor ich mich an einen Verkäufer der LKW-Abteilung wandte.
Nach einigen vagen Erläuterungen über den Wagen fragte ich, was man noch am Preis machen könnte.
Mit einem überheblichen Grinsen sagte man mir, das da NICHTS machbar ist.
Schade eigentlich, für 3000 DEM weniger hätte ich ihn wohl nach einer Probefahrt gekauft.

Etwa fünf Tage später hatte ich immer noch nichts passendes gefunden, also überwindete ich mich, mir doch noch mal den Voyager anzuschauen.
Doch was sah ich da? Die V-Klasse war verkauft und es lag noch das Preisschild auf dem Sitz, wo er mit 3000.- weniger als vor fünf Tagen deklariert war!

Mit ein wenig Wut im Bauch sah ich mir dann den Voyager an, als ich von einem anderen Verkäufer angesprochen worden bin.
Er gefiel mir ganz gut, also machte ich Tags drauf eine Probefahrt und kaufte Ihn.
Der Wagen war immerhin nur fast halb so teuer wie die V-Klasse.

Als ich den Wagen dann in Empfang nehmen sollte, mit Garantie, Übergabedurchsicht und gründlich aufbereitet war die Überraschung groß.
Ich hatte zwei Tage vorher einen neuen Kratzer, der bei dem Händler draufgekommen sein muß bemängelt, und es wurde mir gesagt, das die sich darum bis zur Übergabe kümmern werden.
Aber nicht nur der Kratzer war noch da, der Wagen ist ebenfalls nicht aufbereitet worden,
und ob eine Übergabe Inspektion gemacht worden war, habe ich dadurch langsam auch in Frage gestellt. Denn ein Schalter, den man nur in seine Verankerung hätte eindrücken müssen, hing immer noch nur an den Drähten.
Darauf sagte mir doch echt der Verkäufer, ich solle mich an jemanden von der Auslieferung wenden. Sollte ich da schon sein Laufbursche werden?
Wer ist denn dafür zuständig, das der Wagen Ordnungsgemäß ausgeliefert wird, die Angestellten des Autohauses, oder der Kunde?????
Ne- ich will das ganze Drama jetzt abkürzen, ich mußte auf jeden Fall noch ca. 5 Stunden warten, bis ich nach lautstarken Protest endlich meinen Wagen in Empfang nehmen konnte.
Das heißt allerdings nicht, das an dem Wagen nun alles O.K. war!

Nun, nach etwa 2,5 Monaten ist der Garantiefall eingetreten und der Wagen mußte in die Werkstatt. Ich wurde von dem Mercedes Händler erst einmal direkt zur Garantieabteilung geschickt (Telefonisch). Diese teilte mir mit, das ich sofort nach Mercedes fahren sollte.
Dort wurde ich vom Verkauf zur Werkstatt und zurück geschickt.
Dann vom Verkauf nach Chrysler.
Später für den Regulierungsantrag ging in etwa das gleiche Spiel los!

Nein, so einen miesen Service habe ich wirklich noch nicht erlebt!
Sowie beim Kauf und beim Schadensfall.
Bisher hatte ich im Schadensfall immer einen Leihwagen bekommen, und mußte den Wagen nur beim Händler abstellen, der sich dann um alles weitere gekümmert hatte.
Egal ob ich bei Ihm ein Eigen- oder Fremdfabrikat erworben hatte!
Egal ob es sich um einen Neu- oder Gebrauchtfahrzeug handelte!

Service scheint meiner Meinung nach gerade bei Mercedes ein Fremdwort zu sein.
Oder bekommt man den Service nur, wenn man eine neue S-Klasse kauft?

Wenn ich es irgendwie verhindern kann, war das mein letzter Besuch bei Mercedes.

Sollte ich doch noch mal in die Lage kommen werde ich mir auf jeden Fall Aspirin einpacken,
denn soviel Service tut mir im Kopf weh!!!

(Die Preisangaben beziehen sich noch auf unsere alte Währung!)

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Seneca_X1

    19.07.2002, 13:55 Uhr von Seneca_X1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe es auch schon mehrmals erlebt, dass gerade Autoverkäufer es anscheinend nicht nötig haben, sich um ihre Kunden zu bemühen. Auch Mercedes ist mir hier noch als nicht besonders positives Erlebnis im Hinterkopf. Ich hätte den Voya