Wien Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von AustroError
In Wien braucht man kein Auto...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
KURZES VORWORT
Mobil und ständig \"up to date\" sein ist wichtiger geworden als je zuvor - das verlangt nicht nur der Arbeitgeber, auch wir selber wollen gerne auf dem neuesten Stand sein und schnell, günstig und sicher von Punkt A nach Punkt B gelangen.
In der Provinz (ich bin im Harz/Sachsen-Anhalt aufgewachsen und habe dort gearbeitet) ist man auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen, man ist dadurch unabhängig von den dort spärlich verkehrenden Bussen und Bahnen.
Wohlwissend, dass o.g. Tatsache für Großstädte nicht zutrifft, habe ich mir die Mühe erspart meinen ohnehin fast schrottreifen 83er VW Golf reparieren zu lassen und ihn mit nach Wien zu nehmen (bzw. das Abenteuer, die österreichische Hauptstadt mit diesem Auto erreichen zu wollen...)
Die Wiener U-Bahn kenne ich seit Februar 2001 (damals war ich noch zu Besuch). Seit Juli nutze ich dieses Verkehrsmittel fast täglich und habe Erfahrungen gesammelt, die ich Ihnen/Euch nicht vorenthalten möchte.
SERVICE
Zunächst steht man - wie wohl in jeder fremden Stadt - relativ hilflos vor dem Fahrscheinautomaten und lacht ein paar Tage später über sein eigenes Unvermögen. Im Normalfall tippt man in Wien den Code \"1100\" über die Tastatur ein, wirft 19 Schilling ein (Papiergeld wird angenommen und Restgeld erstattet. Achtung! Es gibt Automaten, die nur Münzen oder 100-ATS-Scheine annehmen!). Außer diesem \"Fahrschein für eine einmalige Fahrt innerhalb der Wiener Kernzone\" (Zone 100), kann man z.B. 4-Streifen-Karten (gültig für 4 Fahrten), Wochen- oder Monatskarten erstehen.
Wichtig! Der Einzelfahrschein gilt für EINE Fahrt in EINE Richtung innerhalb der Kernzone. Es kann also in ALLE der bereits oben genannten Verkehrsmittel umgestiegen werden, ohne einen neuen Fahrschein lösen zu müssen...
Für 1,50 € (vor dem Euro 19 ATS = 1,38 €) kann man - falls man möchte - quer durch Wien fahren. Klingt gut für eine Strecke über 20km - allerdings bezahlt man denselben Preis auch für eine Fahrt von nur 3 Stationen (für bis zu 2 Stationen kann man einen Kurzstreckenfahrschein erwerben).
ÜBERSICHTLICHKEIT
Fahrplan, Umgebungsskizze u. Streckenführung der insgesamt 5 U-Bahn-Linien sind in den Stationsbereichen und in der Bahn selbst immer gegenwärtig. Eine Verwechselung der Strecken ist durch unterschiedliche Farbgebung praktisch ausgeschlossen.
Die Strecken:
U1 - Rot: Kagran (22. Bezirk/Donaustadt) nach Reumannplatz (10. Bezirk/Favoriten)
U2 - Lila: Schottenring (1.Bezirk/Innere Stadt) nach Karlsplatz (1.Bezirk/Innere Stadt)
U3 - Orange: Simmering (11. Bezirk/Simmering) nach Ottakring (16. Bezirk/Ottakring)
U4 - Grün: Heiligenstadt (19. Bezirk/Döbling) nach Hütteldorf (14. Bezirk/Penzing)
U5 - gibt es nicht...
U6 - Braun: Floridsdorf (21. Bezirk/Floridsdorf) nach Siebenhirten (23. Bezirk/Liesing)
Zusätzlich wird über Lautsprecher in der Bahn das jeweils nächste Stationsziel (mit den verfügbaren Anbindungen an U-, Schnell-, Straßenbahn und Autobus) bekanntgegeben.
SICHERHEIT
Wien zählt zu den sichersten Großstädten von Europa (im Vergl. zu Berlin werden ca. ein Drittel weniger Straftaten gemeldet), die Wiener U-Bahn ist ebenso sicher! Da ich mich selbst noch nie bedroht gefühlt habe, gebe ich hier (ausnahmsweise) die Erfahrungen anderer Bürger Wiens wieder. Nach deren Angaben erfolgt die komplexe \"Überwachung\" des gesamten U-Bahn-Bereiches mittels Kamera. Bei Bedarf ist das zuständige Sicherheitspersonal innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Ich habe so eine Situation - wie gesagt - innerhalb von 15 Monaten noch nicht erlebt (bin bisher ca. 1000 km U-Bahn gefahren).
VERFÜGBAR- /PÜNKTLICHKEIT
Mit den Wiener U-Bahnen lassen sich ALLE 23 Bezirke problemlos und schnell erreichen, auch wenn unter Umständen ein mehrmaliges Umsteigen notwendig ist. Darüberhinaus können für weiter entfernte Ziele ohne Zuzahlung alle anderen Verkehrsmittel der Wiener Linien (dazu gehören alle o.a. incl. der U-Bahn selber) weiter benutzt werden.
Von Betriebsanfang bis Betriebsende, also von 5 bis 1 Uhr, verkehren die U-Bahnen im 2- bis 7-Minuten-Takt (je nach Stosszeit :-) Man erwischt praktisch immer eine...
Sollte tatsächlich einmal eine kurzfristige Änderung im Fahrplan auftreten, wird man über Lautsprecher darauf und entsprechende Ersatzlinien hingewiesen.
SAUBERKEIT
Im Vergleich zu den mir bekannten U-Bahn-Netzen in den drei größten deutschen Städten schneidet Wien eindeutig am besten ab (vor München, Hamburg und Berlin). Was nicht heißen soll, dass es in dieser Beziehung keinen Nachholbedarf gibt.
AUSBAU
Ohne Investition kein Wachstum! So planen die Wiener Linien, die U1 mit der bisherigen Endhaltestelle Kagran bis nach Leopoldau und die U2 (endet zur Zeit am Schottenring) bis nach Stadlau auszubauen. Den Fahrgästen entstehen dadurch mit Sicherheit keine Unannehmlichkeiten. In letzter Zeit mehren sich jedoch die Anzeichen, dass aus Kosten- und Rentabilitätsgründen diese Pläne vorerst auf Eis gelegt werden.
EIN WORT IN EIGENER SACHE
In der Wiener U-Bahn war ich noch keiner einzigen Fahrschein-Kontrolle ausgesetzt (und wenn, hätte ich ein gutes Gewissen gehabt) und habe keine Ahnung, wie viele Leute \"schwarz\" fahren. Ich für meinen Teil werde weiterhin für diesen guten Service bezahlen...
FAZIT
Die Wiener U-Bahn halte ich für ein uneingeschränkt empfehlenswertes Verkehrsmittel. Man kommt schneller vorwärts als mit dem Auto und hat logischer Weise auch keine Parkplatzprobleme (dbzgl. unterscheidet sich Wien von keiner anderen Großstadt). Die Kosten halten sich in Grenzen (wenngleich der TEURO auch hier zugeschlagen hat), Sicherheitsengpässe sind mir persönlich nicht bekannt und der höchste \"Verschmutzungsgrad\" sind vielleicht ein paar herumliegende Zeitungen.
Wenn es nach mir ginge, könnte ich ganz auf ein Auto verzichten...
Liebe Grüße
Steffen
(veröffentlicht bei yopi, ciao, dooyoo, ecomments)
KURZES VORWORT
Mobil und ständig \"up to date\" sein ist wichtiger geworden als je zuvor - das verlangt nicht nur der Arbeitgeber, auch wir selber wollen gerne auf dem neuesten Stand sein und schnell, günstig und sicher von Punkt A nach Punkt B gelangen.
In der Provinz (ich bin im Harz/Sachsen-Anhalt aufgewachsen und habe dort gearbeitet) ist man auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen, man ist dadurch unabhängig von den dort spärlich verkehrenden Bussen und Bahnen.
Wohlwissend, dass o.g. Tatsache für Großstädte nicht zutrifft, habe ich mir die Mühe erspart meinen ohnehin fast schrottreifen 83er VW Golf reparieren zu lassen und ihn mit nach Wien zu nehmen (bzw. das Abenteuer, die österreichische Hauptstadt mit diesem Auto erreichen zu wollen...)
Die Wiener U-Bahn kenne ich seit Februar 2001 (damals war ich noch zu Besuch). Seit Juli nutze ich dieses Verkehrsmittel fast täglich und habe Erfahrungen gesammelt, die ich Ihnen/Euch nicht vorenthalten möchte.
SERVICE
Zunächst steht man - wie wohl in jeder fremden Stadt - relativ hilflos vor dem Fahrscheinautomaten und lacht ein paar Tage später über sein eigenes Unvermögen. Im Normalfall tippt man in Wien den Code \"1100\" über die Tastatur ein, wirft 19 Schilling ein (Papiergeld wird angenommen und Restgeld erstattet. Achtung! Es gibt Automaten, die nur Münzen oder 100-ATS-Scheine annehmen!). Außer diesem \"Fahrschein für eine einmalige Fahrt innerhalb der Wiener Kernzone\" (Zone 100), kann man z.B. 4-Streifen-Karten (gültig für 4 Fahrten), Wochen- oder Monatskarten erstehen.
Wichtig! Der Einzelfahrschein gilt für EINE Fahrt in EINE Richtung innerhalb der Kernzone. Es kann also in ALLE der bereits oben genannten Verkehrsmittel umgestiegen werden, ohne einen neuen Fahrschein lösen zu müssen...
Für 1,50 € (vor dem Euro 19 ATS = 1,38 €) kann man - falls man möchte - quer durch Wien fahren. Klingt gut für eine Strecke über 20km - allerdings bezahlt man denselben Preis auch für eine Fahrt von nur 3 Stationen (für bis zu 2 Stationen kann man einen Kurzstreckenfahrschein erwerben).
ÜBERSICHTLICHKEIT
Fahrplan, Umgebungsskizze u. Streckenführung der insgesamt 5 U-Bahn-Linien sind in den Stationsbereichen und in der Bahn selbst immer gegenwärtig. Eine Verwechselung der Strecken ist durch unterschiedliche Farbgebung praktisch ausgeschlossen.
Die Strecken:
U1 - Rot: Kagran (22. Bezirk/Donaustadt) nach Reumannplatz (10. Bezirk/Favoriten)
U2 - Lila: Schottenring (1.Bezirk/Innere Stadt) nach Karlsplatz (1.Bezirk/Innere Stadt)
U3 - Orange: Simmering (11. Bezirk/Simmering) nach Ottakring (16. Bezirk/Ottakring)
U4 - Grün: Heiligenstadt (19. Bezirk/Döbling) nach Hütteldorf (14. Bezirk/Penzing)
U5 - gibt es nicht...
U6 - Braun: Floridsdorf (21. Bezirk/Floridsdorf) nach Siebenhirten (23. Bezirk/Liesing)
Zusätzlich wird über Lautsprecher in der Bahn das jeweils nächste Stationsziel (mit den verfügbaren Anbindungen an U-, Schnell-, Straßenbahn und Autobus) bekanntgegeben.
SICHERHEIT
Wien zählt zu den sichersten Großstädten von Europa (im Vergl. zu Berlin werden ca. ein Drittel weniger Straftaten gemeldet), die Wiener U-Bahn ist ebenso sicher! Da ich mich selbst noch nie bedroht gefühlt habe, gebe ich hier (ausnahmsweise) die Erfahrungen anderer Bürger Wiens wieder. Nach deren Angaben erfolgt die komplexe \"Überwachung\" des gesamten U-Bahn-Bereiches mittels Kamera. Bei Bedarf ist das zuständige Sicherheitspersonal innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Ich habe so eine Situation - wie gesagt - innerhalb von 15 Monaten noch nicht erlebt (bin bisher ca. 1000 km U-Bahn gefahren).
VERFÜGBAR- /PÜNKTLICHKEIT
Mit den Wiener U-Bahnen lassen sich ALLE 23 Bezirke problemlos und schnell erreichen, auch wenn unter Umständen ein mehrmaliges Umsteigen notwendig ist. Darüberhinaus können für weiter entfernte Ziele ohne Zuzahlung alle anderen Verkehrsmittel der Wiener Linien (dazu gehören alle o.a. incl. der U-Bahn selber) weiter benutzt werden.
Von Betriebsanfang bis Betriebsende, also von 5 bis 1 Uhr, verkehren die U-Bahnen im 2- bis 7-Minuten-Takt (je nach Stosszeit :-) Man erwischt praktisch immer eine...
Sollte tatsächlich einmal eine kurzfristige Änderung im Fahrplan auftreten, wird man über Lautsprecher darauf und entsprechende Ersatzlinien hingewiesen.
SAUBERKEIT
Im Vergleich zu den mir bekannten U-Bahn-Netzen in den drei größten deutschen Städten schneidet Wien eindeutig am besten ab (vor München, Hamburg und Berlin). Was nicht heißen soll, dass es in dieser Beziehung keinen Nachholbedarf gibt.
AUSBAU
Ohne Investition kein Wachstum! So planen die Wiener Linien, die U1 mit der bisherigen Endhaltestelle Kagran bis nach Leopoldau und die U2 (endet zur Zeit am Schottenring) bis nach Stadlau auszubauen. Den Fahrgästen entstehen dadurch mit Sicherheit keine Unannehmlichkeiten. In letzter Zeit mehren sich jedoch die Anzeichen, dass aus Kosten- und Rentabilitätsgründen diese Pläne vorerst auf Eis gelegt werden.
EIN WORT IN EIGENER SACHE
In der Wiener U-Bahn war ich noch keiner einzigen Fahrschein-Kontrolle ausgesetzt (und wenn, hätte ich ein gutes Gewissen gehabt) und habe keine Ahnung, wie viele Leute \"schwarz\" fahren. Ich für meinen Teil werde weiterhin für diesen guten Service bezahlen...
FAZIT
Die Wiener U-Bahn halte ich für ein uneingeschränkt empfehlenswertes Verkehrsmittel. Man kommt schneller vorwärts als mit dem Auto und hat logischer Weise auch keine Parkplatzprobleme (dbzgl. unterscheidet sich Wien von keiner anderen Großstadt). Die Kosten halten sich in Grenzen (wenngleich der TEURO auch hier zugeschlagen hat), Sicherheitsengpässe sind mir persönlich nicht bekannt und der höchste \"Verschmutzungsgrad\" sind vielleicht ein paar herumliegende Zeitungen.
Wenn es nach mir ginge, könnte ich ganz auf ein Auto verzichten...
Liebe Grüße
Steffen
(veröffentlicht bei yopi, ciao, dooyoo, ecomments)
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