Reservoir Dogs (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von sunnyblack
Wenn Tarantino Ohren aufschlitzen lässt...
Pro:
Coolness, geniale Einfälle, Dialoge
Kontra:
zu dialogreich, zu handlungsarm
Empfehlung:
Ja
Da stehen wir nun- haben die oben geschriebenen Zeilen gelesen und denken uns: Ist das der Grund warum Tarantino so hoch geschätzt wird?
Seine vor Gewalt und Brutalität strotzenden Drehbücher (Reservoir Dogs, True Romance, Pulp Fiction, From Dusk Till Dawn) beweisen selbstverständlich immer wieder, dass er etwas Besonderes ist. 1992 (im Alter von knapp 30 Jahren) konnte sich Tarantino dann mit seinen eigen angesparten 50.000 Dollar seinen ersten Kinoflim leisten, bei dem er auch als Regisseur fungierte: "Reservoir Dogs", den ich hier beäugen werde.
Wie kein anderer versteht Tarantino es in seinen Filmen extreme Gewalt, fabelhafte Dialoge, skurille Figuren, kultige Musik ("Jungle Boogie" von Kool & The Gang aus dem Film "Pulp Fiction") und hervorragend durchdachte Strukturelemente zu einer unterhaltsamen Mixtur zu mischen, die nicht nur dem Anspruch des gewöhnlichen Massenpublikums nach Unterhaltung Genüge tut, sondern es sogar schafft, Cineasten auf aller Länge zu begeistern.
Wer erinnert sich nicht gerne an die grandiose Dialogszene zwischen Christopher Walken und Dennis Hopper in "True Romance" (1994) oder an den fabelhaften Eröffnungsdialog zwischen John Travolta und Samuel L. Jackson in "Pulp Fiction" (1994) oder aber an diese wunderbare "Tischszene" in "Reservoir Dogs" (1992), in der sich Chris Penn, Harvey Keitel, Steve Buscemi, Michael Madsen, Tim Roth und Tarantino selbst in eine wunderbare Diskussion über das Lied "Like a Virgin" und die Frage nach gerechtfertigtem Trinkgeld verlieren (siehe oben)?
Immer ist Gegenstand des Dialogs das Alltägliche und dennoch sind die diskutierenden keine Menschen gewöhnlichen Schlags, sondern Killer oder skrupellose Gangster. Ist es nicht diese verwundernde Diskrepanz zwischen Alltäglichem und Skurillem, diese Erkenntnis, dass selbst Killer nur Menschen und keine Martini schlürfenden Roboter sind, die Sympathie mit diesem Abschaum an Gesellschaft erwecken lässt? Ist es nicht diese Lässigkeit, diese "Ich-scheiß-auf alles" Haltung der Charaktere, die uns Empathie vermittelt?
Seien wir mal ehrlich… Wie sehr würde uns "Reservoir Dogs" gefallen, wenn es nicht diese grandiose Szene von Michael Madsen gäbe (dazu dieser unvergessliche Titel von Bob Dylan "Stuck in the Middle With You")?
Wäre es nicht ein gewöhnlicher Gangsterfilm über die Frage des Vertrauens, in der uns ein Konglomerat an Gangstertugenden und Lebenseinstellungen präsentiert wird, der so strukturiert ist, dass der Zuschauer fast jede Sekunde mitdenken muss?
Oder ist es bei "Reservoir Dogs" nur dieses Ratespiel, wer wohl der Verräter des Coups ist, das eineinhalb Stunden lang Spannung aufkommen lässt? Waren Sie nicht auch gelangweilt, wenn Tarantino Mr. Oranges Aufnahme in die Gangstergruppe schildert, was aber sein muss, weil man sonst Mr. Whites Entscheidung am Ende nicht versteht?
Gebannt schauen wir zu, wie gedanklich zerstreute Gangster (der Vertuschung ihrer Identität willen nach Farben benannt: Mr. Orange, Mr. White, Mr. Pink), versuchen anhand ihrer Überzeugungen, das Richtige in dieser "Scheiß"- Situation zu tun. Wobei "Scheiß"- Situation impliziert, dass die "Reservoir Dogs" während eines Diamantenraubes von einem aus ihren Reihen an die Polizei ausgeliefert wurden. Dass Tarantino, um seine Protagonisten cooler zu gestalten, diese Identitätsvertuschung benutzt, zeigt einmal mehr, wie sehr er es wie kein anderer versteht, mit filmischen, dramaturgischen Mitteln Trends zu setzen (die coolen Anzüge und die fabelhafte Idee mit den Namen) deren Coolness kein Mensch widerstehen kann.
FAZIT:
Reservoir Dogs ist ein gut durchmixter Cocktail, mit einem Schuss edelsten Dom Perignon;
ein, in seiner Geschichte zerstückeltes, mit grandiosen Dialogen und wunderbarer Musik bestücktes und in ein überzeugendes, hervorragend konstruiertes Verräterspiel gehülltes, filmisches Kammerspiel (gespielt von den qualitativsten "Kammermusikern" Hollywoods), das einen Behälter für Tarantinos Ideen der Coolness darstellt und somit verstehen lässt, wie viel Potential noch in diesem Ausnahmetalent der Filmgeschichte steckt.
Wer Tarantinos Regiedebut nicht gesehen hat, möge ihn jetzt sehen oder für immer Schweigen!
Originaltitel: Reservoir Dogs
Jahr: 1992
Dauer: 99 min
Genre: Thriller
Regisseur: Quentin Tarantino
Schauspieler: Harvey Keitel, Michael Madsen, Chris Penn, Tim Roth, Steve Buscemi, Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Musik: Quentin Tarantino
Land: USA
34 Bewertungen, 6 Kommentare
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18.02.2006, 11:42 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh
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22.01.2006, 21:16 Uhr von sindimindi
Bewertung: sehr hilfreichMein Genre ist es nicht, aber der Bericht verdient Respekt! <br/>LG, Roland
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21.01.2006, 13:57 Uhr von Lidlefood
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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20.01.2006, 07:40 Uhr von kakaue
Bewertung: sehr hilfreichsh lg chris
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19.01.2006, 22:49 Uhr von AngelikaBS
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön! Würde mich über einen Gegenbesuch freuen :-) Grüße von Angelika. Wir kennen uns doch auch von Ciao ;-) Setze Dich gleich mal auf meine Infomails :-))
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19.01.2006, 20:04 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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