Reservoir Dogs (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von der_dominator

der_dominator ist ein wilder Hund....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Geschichte ist schnell erzählt, sechs Gangster treffen sich in Los Angeles um den größten Coup ihres Lebens zu landen. Der Plan ist Perfekt und Ziel ist der Ortsansässige Juwelier, eigentlich nur mit wertlosen Rohdiamanten bedacht, der gerade an diesem Tag eine Ladung geschliffener Diamanten bekommt.

Es soll gar nicht lang dauern, nur schnell rein zum Juwelier, die Diamanten schnappen und wieder raus. Da es unter normalen Umständen etwa vier Minuten bis zum erscheinen der Polizei vergehen, bleibt auch genug Zeit für die sechs, sich, wie abgesprochen in der etwas abgelegenen Lagerhalle zu treffen. Soweit der Plan...


Es war im Jahre 1991 als Quentin Tarantino, inspiriert vom 1987 erschienenen Cover Hard 2, einen Gangsterfilm drehte, um alle anderen, bis dato gedrehten Gangsterfilme in den Schatten zu stellen. Bereits als Junge drehte Tarantino experimentelle Kurzfilme, und so war es nur eine Frage der Zeit bis dem extravaganten, in Konxille / Tennesee geborenen Amerikaner der Durchbruch in Hollywood gelingen sollte.

Schon bald gelang es ihm „Alt Star“ Harvey Keitel von seiner Idee, eines kompromisslos brutalen, voll schwarzem Humor triefenden Independentstreifens. Keitel, erklärte sich nicht nur bereit den Streifen des bis dato unbekannten Filmemachers zu produzieren, er bot sich gleich noch für eine der Hauptrollen an, etwas besseres kann einem Jungspund ja kaum passieren.


# Inhalt
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Zurück zu unseren sechs Schurken. Wie kaum anders zu erwarten, ging ihr Plan in die Hose und lediglich Mr. Orange (Tim Roth), der kurz vorm verbluten ist, und Mr. White (Harvey Keitel) erreichen die Lagerhalle. Ganz klar, jemand muss unsere Bösewichte verraten haben.


# Farbspiel
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Der ein oder andere wird sich vielleicht wundern was es mit diesem Farbspiel auf sich hat. Mr. Orange, Mr. White – Zufall? Mitnichten, den um bei einem scheitern die Identität der einzelnen zu wahren bekamen alle sechs vor beginn der Aktion einen Decknamen. Zu Mr. Orange und Mr. White gesellen sich noch Mr. Brown (Quentin Tarentino), Mr. Blonde (Michael Madsen), Nice Guy Eddie (Chris Penn), Mr.Blue (Eddie Bunker) und Mr. Pink (Steve Buscemi) .


# zurück zur Story
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Mr. Pink ist auch der nächste der die Lagerhalle erreicht. Gemeinsam mit White rekonstruieren sie die Situation, sie geben Mr. Blonde die Schuld an dem Misserfolg des Überfalls, schließlich war er es, der im Juweliergeschäft plötzlich wild um sich schoss.

Ein kurzes Fazit: der Plan ist gescheitert, aber Mr. Pink konnte mit den Juwelen in die Lagerhalle flüchten wo er auf den im sterben liegenden Mr. Orange trifft, der mitsamt Mr. White auf den Rest der Meute wartet. Mr. Brown ist tot (erlitt einen Kopfschuss) und von einem Verräter fehlt jede Spur.

Mr. Blonde erreicht die Lagerhalle, einen Bullen im Kofferraum – einen Milchshake in der Hand. Gemeinsam mit Mr. Pink und Mr. White schleppt er den Polizisten in die Halle, fesselt ihn an einen Stuhl und verhört ihn. Mr. Orange ist derweil ohnmächtig. Als Nice Guy Eddie auf die Bühne kommt, beschließen die beiden die Autos, die allesamt vor der Halle parken verschwinden zulassen damit ihr Boss (im übrigen Eddies Dad) nicht ungehalten wird.

Nachdem Mr. Blonde mit seinem Opfer allein ist, foltert er ihn auf grausame Art und Weise. Zunächst schneidet er ihm sein rechtes Ohr ab, im Anschluss bekippt er den hilflosen, vor Angst wimmernden Polizisten mit Benzin und zückt das Feuerzeug. In gerade diesem Moment ertönt ein Schuss und Mr. Blonde geht Tod zu Boden. Mr. Orange ist wieder aus seiner Ohnmacht erwacht und stellt sich als Verräter heraus.

Mr. White, Mr. Pink und Eddie erreichen erneut die Lagerhalle und finden den toten Mr. Blonde, sowie Mr. Orange und den immer noch gefesselten Polizisten vor. Die Situation eskaliert als ihr Boss Joe die alte Lagerhalle erreicht. Da nun jeder jeden verdächtigt kommt es zu einem Schusswechsel, bei dem Mr. White angeschossen werden, Joe und Eddie sterben.

Als die Polizei die Lagerhalle erreicht macht sich Mr. Pink mit den Diamanten aus dem Staub, da Mr. White, Mr. Orange seinen Namen verraten hat, bleibt er bei ihm um ihn gegebenenfalls zu retten. In diesem Augenblick eröffnet Mr. Orange dem völlig schockierten Mr. White, das er der Verräter ist, worauf dieser ihn erschießt.


Ein letztes Fazit: der ursprünglich als perfekt ausgetüftelter gegoltene Plan endet in einem Fiasko. Von ursprünglich sechs Ganoven überlebt lediglich Mr. Pink, welcher sich mit der kompletten Beute aus dem Staub macht. Mr. White erschießt den als Verräter enttarnten Mr. Orange und wird in Gewahrsam genommen. Auch Mr. Blue und Mr. Brown, Mr. Blonde und dessen Opfer sind tot.


# Die Schauspieler
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Wow, was Tarantino hier in seinem ersten Film an Land zieht kann sich durchaus sehen lassen.

Da währe zum einen der bereits erwähnte Harvey Keitel, in der Rolle des Mr. White, der sich für einen Gangster schon beinahe rührend um den verletzten Mr. Orange kümmert. Selten habe ich Keitel in so glänzender Verfassung erlebt, als sein Vertrauen gegen Ende des Filmes bitter enttäuscht wird, fühlt der Zuschauer mit, kann seine Situation nachvollziehen und empfindet Mitleid mit dem brutalen Gangster.

Dann ist da noch Tim Roth, der den im sterben liegenden Verräter Mr. Orange, gekonnt spielt. Würde ich es nicht besser wissen, ich würde ihm glatt glauben er stürbe wirklich. Im Gegensatz zu „Four Rooms“ überzeugt Roth, der dieses Jahr im „Planet der Affen“ zu bewundern war , in seiner Rolle.

Besonders hervorzuheben ist allerdings Michael Madsen, der den Psychopatischen und eiskalten kalten Killer förmlich lebt. So schrecklich sich das auch anhört, aber es ist eine Freude ihm dabei zuzusehen wie er brutal den Gesetzeshüters foltert und ihn immer wieder aufs neue verhöhnt.

Auch wenn es für Quentin Tarantino nie zum absoluten Durchbruch als Schauspieler reichen wird, weiß der oft verschmähte und des öfteren als „Hackfresse“ titulierte Amerikaner durchaus zu Gefallen.

Letztendlich ist es Steve Buscemi, der in seiner Rolle als leicht schwuchtliger Mr. Pink, den Zuschauer mit immer neuen, verblüffend idiotischen Gesprächsthemen unterhält, egal ob es um Trinkgeld oder die Wahl seines Decknamens geht.

Die anderen Darsteller, heißt Chris Penn, Eddie Bunker und Lawrenence Tierny machen ihre Sache recht gut, ohne besonders zu Überragen. Insgesamt empfinde ich keine der Haupt oder Nebenrollen als Fehlbesetzt.


# die Schauplätze
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Wahrscheinlich werdet ihr es bereits gemerkt haben, so richtig viel an Kulissen gibt es hier nicht, mal abgesehen von den, den Film durchziehenden Rückblenden spielt der Film lediglich in der alten Lagerhalle, was aber keinesfalls stört, schließlich lebt der Film von den Charakteren und deren Geschichte und nicht von irgendwelchen Aussenaufnahmen.

# Meine Lieblingszene
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Nicht das ihr mich jetzt für pervers haltet, aber die Szene in der Mr. Blonde den Bullen beinahe zu Tode foltert gefällt mir am besten. Nicht weil ich etwa daran gefallen finde, wie andere Menschen leiden, viel mehr verbindet diese Szene all das, was einen guten Tarantino ausmacht, die recht gewöhnungsbedürftigen Gewaltszenen auf der einen, der bitterböse schwarze Humor auf der anderen Seite. Hinzukommt eine wirklich glänzende schauspielerische Leistung, sowohl von Opfer als auch von Täter und stimmige Musik, die komplett im Gegensatz zu dem steht, was sie eigentlich auf dem Bildschirmsehen.

Davon mal abgesehen ist die Musik nicht nur in dieser Szene als überaus gelungen zu bezeichnen.


# Meine Meinung
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Es hat lange gedauert bis mir Tarantinos Erstling vor die Linsen kam. Immerhin ist der Film mittlerweile schon 10 Jahre alt. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber gestehen das ich erst siebzehn bin, und mir vor zehn Jahren der Gang ins Kino verwährt wurde. Und eigentlich begann meine Begeisterung für Tarantino Filme erst im Sommer, als ich durch Zufall „Pulp Fiction“ erwarb. Glauben sie mir es ist gar nicht einfach an „Reservoir Dogs“ ranzukommen, denn sowohl auf DVD als auch auf Video ist der Kultfilm vergriffen, für letzteres wird auf Schwarzmärkten mit bis zu 150 DM gehandelt, wohlgemerkt unter Tarantino Fans. Letztendlich habe ich es meiner Freundin zu verdanken, das ich den Film nun doch mein eigen nennen darf.

Was ist denn nur so toll an dem Film? Im wesendlichen ist es der kompromisslose Mix, aus rabenschwarzem Humor und extremer Gewaltdarstellung, die den, wohlgemerkt Erwachsenen, Zuschauer begeistert. Hinzukommen Klasse Darsteller und richtig gute Musik.

Ungewöhnliche Kamerapositionen, beispielsweise aus einem Kofferraum heraus und schier endlos lang scheinende Szenen, immer wieder durchbrochen von Rückblicken, , die sowohl die eigentliche Handlung vorantreiben als auch das ganze Drumherum erläutern, sprechen für die Kreativität des Jungen Filmemachers, der auch das Drehbuch zu „Reservoir Dogs“ schrieb.


# was ihr sonst noch wissen solltet
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Originaltitel: Reservoir Dogs USA 1991
Spielzeit: 95 Minuten

Darsteller: Harvey Keitel, Michael Madsen, Steve Buscemi, Quentin Tarantino, Chris Penn u.a

Regie: Quentin Tarantino

FSK: 18

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