Wüstenrennmäuse Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Futterkosten:  sehr gering
  • Pflegeaufwand:  sehr gering
  • Spielbereitschaft:  hoch

Erfahrungsbericht von Bluebirdunfa

Meine kleinen Flitzer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Rennmäuse

Vor ca. 15 Jahren züchtete ich Mongolische Rennmäuse. Ich war auf diese Art gekommen, weil sie gegenüber unseren Farbmäusen , den Vorteil hat, vollkommend geruchlos zu sein. Unsere heimischen Farbmäuse verbreiten immer einen leicht muffigen Geruch. Diesen bekommt man auch nicht durch ständiges saubermachen weg. Dieser Geruch ist arteigen.
Ratten waren damals noch nicht so „IN“. Auch haben Ratten den Nachteil auch einen arteigenen Geruch zu haben. Vor allem die Böcke sollen einen unangenehmen Geruch verbreiten. Dieser ist nur durch eine Kastration zu verhindern. Ratten werden auch wesentlich größer.
Rennmäuse liegen in ihrer Größe zwischen den Mäusen und Ratten.
Ich besaß sie wegen ihres possierlichen Verhaltens. Da ich die Tiere gerne beobachte und nicht unbedingt damit kuscheln muss, sind Rennmäuse aufgrund ihres Verhaltens ideal. Man kann die ganze Familie und die Jungenaufzucht beobachten. Schade ist es immer gewesen, wenn ich mich von meiner Nachzucht trennen musste. Aus Platzgründen.
Rennmäuse gehören zu den Wüstenmäusen, und zur Familie der Wühler, Unterfamilie: Wühlmäuse
Sie haben ein munteres Wesen und eine sehr hübsche Färbung. Es sah immer sehr putzig aus, wenn sie aufgerichtet im Käfig standen. Die Haltung ist problemlos, geruchslos und sauber.

Rennmäuse, allgemein

Gestalt und Größe:
maus – bis rattenartig, 12 cm Körper + 10 cm Schwanzlänge
Farbe: Oberseite dunkelgrau, hellbraun , Unterseite: weißlich, immer heller als der Rücken
Mittlerweile gibt es durch die Zucht auch Farbvarietäten.
Gewicht: ca. 60 g
große Ohren,
Hinterbeine länger als Vorderbeine,
Schwanz lang, wenig behaart.
Tragzeit: 21 Tage
Wurfzahl pro Jahr 2 - 3
Anzahl der Jungen: 2 bis 6
Zeit des Säugens : 3 Wochen, aber nach 14 Tagen wird schon zusätzliche feste Nahrung aufgenommen.
Geschlechtsreife: mit 3 Monaten
Alter 5 bis 6 Jahre
Vorkommen: Afrika, Vorder – und Mittelasien, Indien
Nahrung: Quetschhafer, ganze Getreidekörner, Mais(trocken), Sonnenblumensamen, Waldvogelfuttermischung, Pellets für Mäuse und Allesfresser, Hundekuchen,
Beikost: Wildbeeren, Kräuter, Grünzeug, Gemüse, Kartoffeln, Obst (Äpfel), gekochtes Fleisch, Mehlwürmer, andere Insekten

Lebensweise:
Meine Mongolischen Rennmäuse waren auch am Tag aktiv, Die meisten Arten sind aber wohl Nachtaktiv.
Sie leben normalerweise in Halbwüsten, Wüsten und Wüstensteppen.
Rennmäuse bauen verzweigte Erdbauten.
Die mongolischen Rennmäuse kann man in kleinen Kolonien halten.
Die Tiere laufen vierfüßig und flüchten bei Gefahr Kängeruhartig.

Haltung:
Im Prinzip ist die Haltung denkbar einfach.
Ich hielt meine Tiere früher in Aquarien. Heute ziehe ich dafür aber engmaschige Kleintierkäfige vor. Natürlich wie immer; je größer umso besser. Nur in großen Käfigen kommen diese Tiere in ihren Bewegungen erst zur Geltung. Und diese Tiere bewegen sich phantastisch. Sie sind immer unterwegs und munter. Meine Tiere erhielten früher ab und zu einen Freilauf in der Wohnung. Allerdings hat man dann mit dem einfangen mächtig zu tun. Sie sind rasend schnell. Den Namen „Rennmäuse“ tragen sie zurecht. Mein Aquarium richtete ich damals mehrstöckig ein. Mit Zweigen zum klettern. Es war ein recht großes altes ausrangiertes Aquarium. In den Kleinsäugerkäfigen würde ich das heute auch empfehlen.
Man kann hier Zweige zwischen die Käfigstangen schieben.
Rennmäuse nutzen wirklich den Raum aus. Sie klettern auch gerne. Zum schlafen stellt man ein größeres Schlafhäuschen hinein. Es empfiehlt sie, wenn möglich 2 Häuschen reinzustellen. Je nachdem, wie viel Tiere man hat. Ich hatte immer ein Männchen mit 2 Weibchen und den Jungtieren zusammen.
In das Schlafhäuschen kommt dann eine Heueinlage. Als Streu benutzte ich fast immer nur Vogelsand. Den fand ich besser als Sägespäne. Man konnte dann wundervoll beobachten, wie die Tiere ihr Sandbad nahmen. Auch wenn Sägespäne verwendet werden, empfehle ich eine flache Schale mit Vogelsand extra reinzustellen.
Ich stellte damals selbstgebaute Futterschalen auf. Eine Vogeltränke die man zwischen die Gitterstäbe stellt, gipste ich in einen Marmeladendeckel oder ähnliches. So konnte das Röhrchen nicht mehr umfallen und stand fest im Käfig. Auf die Art und weise hatte ich eine automatische Futtereinrichtung. Damals gab es so etwas ja noch nicht zu kaufen (in der DDR) In dieser Vorrichtung verschmutzte das Futter nicht. Ich stellte immer separat noch eine Wassertränke auf. Wenn Rennmäuse allerdings genügend Feuchtfutter erhalten, benötigen sie kein Wasser.
Ich fütterte Körnermischungen, Gemüse, Salat, Heu, hartes Brot usw. (siehe Nahrungsliste, oben)
Ab und zu benötigen Rennmäuse, sowie Goldhamster etwas tierische Zukost. Man kann dafür Mehlwürmer nehmen (Ist aber nicht jedermanns Sache), gekochte Eier oder gekochtes mageres Fleisch.
Die ideale Haltungstemperatur liegt bei 20 grad. Es empfiehlt sich mindestens 2 Tiere zu halten.
Krankheiten hatten meine Rennmäuse nie. Aber sie sind empfindlich gegen Nässe und Zugluft.

So , ich hoffe ich habe euch diese wunderschönen possierlichen Tiere etwas näher gebracht.

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • feldhase

    07.08.2002, 13:30 Uhr von feldhase
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe selber Mäuse und Ratten gehabt und bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einer neuen - Liebhabe- Herausforderung! Ich werde mich mal näher über Rennmäuse erkundigen. Danke für diesen Bericht.