Ziehen von Weisheitszähnen Testbericht

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Erfahrungsbericht von smily777

Meine 3 Wochen mit und ohne Zähne :D

Pro:

Sie sind endlich raus, keinen Druck mehr, liebes Versorgen von mama

Kontra:

schlecht Schlafen, schmerzen

Empfehlung:

Ja

Also..
Am Montag den 14.6.2004 wurden mir alle 4 Weisheitszähne entfernt.
Da ich denen helfen will die solch eine Behandlung noch vor sich haben, habe ich mich dazu entschlossen einen Bericht zu schreiben.

---Beschwerden---
Es fing alles damit an dass ich im März morgens aufwachte und mein ganzer Kiefer mir weh tat. Meine Zähne fühlten sich an, als ob ich ne Klammer getragen hätte. (Bin 20, hatte mit 14 ne Klammer) Ich hab mir aber nix dabei gedacht und so zog sich das ganze dann noch zwei Woche hin....jeden Tag wachte ich mit den erträglichen Schmerzen auf und jeden Tag dachte ich das es morgen bestimmt weg ist.

---Zahnarzt---
Schließlich überredete ich mich dann zum Zahnarzt zu gehen. (Hab so schreckliche Angst vorm Zahnarzt...) Zum glück stellte er keine Löcher fest und da ich schon ahnte das meine Weisheitszähne druck auf meine anderen Zähne ausübten... wurden alle 4W.-zähne geröntgt. Und tatsächlich alle drückten sie ziemlich gemein gegen die anderen Zähne und lagen zu dem auch noch ganz schief im Kiefer. Meine Zahnärztin meinte also das alle 4 gezogen werden müssen.

---Kieferorthopäde---
Also suchte ich mir einen guten Kieferchirurgen in der Nähe und machte einen Termin aus. An diesem Tag wurde ich noch mal geröntgt (die anderen Aufnahmen waren zu klein) und der Termin für den 14.6 wurde beschlossen. Ich hatte noch die Auswahl zwischen 2-2 oder alle 4 auf einmal. Ich entschied mich für alle 4 auf einmal, da ich es dann erstens hinter mir habe und zweitens zahlt die Krankenkasse dann die Vollnarkose.

---Die OP---
Ich muß ehrlich gestehen, dass ich schon etwas nervös war. Ich hatte noch nie eine Vollnarkose gehabt und wusste nicht was danach auf mich zukam. Ich durfte 6 Stunde vor der OP weder etwas essen noch etwas trinken. Noch nicht einmal Kaugummi kauen. Zum Glück war mein Termin um 7:30, so hatte ich eben mal kein Frühstück. Meine Mutter fuhr mit mir zum Kieferorthopäden wo mich der Anästhesist direkt begrüßte und mitnahm. Ich bekam noch 1-2 Fragen und dann musste ich mich auf einen Stuhl-Tisch legen. Ich redete innerlich mit mir selbst, dass ich ganz ruhig bleiben soll.
Der Anästhesist gab mir eine Spritze in den linken arm und redete weiter mit den Helferinnen. Sofort als die Spritze gesetzt war merkte ich wie es mir leicht schwindelig wurde. Dann fielen mir die Augen stück für stück zu. Durch die geschlossenen Augen sah ich noch das Licht der OP Lampe. Ich versuchte die Augen wieder auf zu machen, doch es ging nicht. „Ganz ruhig...tief atmen“ redete ich mir selbst ein, um nicht in Panik zu fallen. Dann merkte ich wie mir das schlucken schwer fiel --- dann saß meine Mom neben mir. „ Ich bins, es ist vorbei...alles gut gelaufen“ hörte ich meine Mama sagen :) . Was?? schon vorbei?? komisch... sehr seltsam...ich lag auf einer Liege, meine Mom saß neben mir.. ich spürte meine Lippen nicht, da sie noch betäubt waren. Ich stellte meine Beine auf und fühlte mein Gesicht ab.
Meine Mom erzählte mir, dass die OP 30 Min gedauert hat und dass ich schon seit 30 Min da liege... es dauerte noch mal 15 Min bis der Anästhesist herein kam und meinte ich soll jetzt aufstehen. Ich dachte der macht witze, da ich mich noch total unfähig fühlte zu gehen. Naja ich tat was er sagte ..setzte mich auf und er ging mit mir in einen anderen Raum. Langsam schmerzten meine Backen und ich wollte jetzt nach hause. Doch zuerst schob mir eine Helferin riesige Watte pads in den Mund genau auf die Wunden. „Fest zubeißen, sie können jetzt nach hause... gut kühlen!!“ meinte sie zu mir. Ich tat was sie sagte und biss zu....aber es tat so weh das ich es sofort wieder sein ließ. Meine Mom stützte mich und so gelangten wir zum nah geparkten Auto. Direkt drückte mir meine Mama 2 Kühlpads in dünne Waschlappen gesteckt in die Hände und ich begann schon auf dem Heimweg (15 min) mit dem kühlen. Bei der Apotheke holten wir noch die verschriebenen Schmerztabletten.

---Zuhause---
Zum Glück hatte ich eine Jacke über einem T-shirt angehabt. So musste ich nix über den Kopf ausziehen als ich mich ins Bett legte. Meine Backen taten mittlerweile richtig weh und ich wollte eine Schmerztablette nehmen. Aber wie nimmt man so ein riesen Ding wenn einem der Mund so schmerzt?? Na ja wofür hat man Kartoffelstampfer im Haus. Also wurde die Tablette schön klein gemahlen und mit Wasser vermischt. Ich wollte es erst mit einem Strohhalm versuchen aber ich konnte meine Backen zum saugen gar nicht anspannen. Also kippte ich mir das Wasser-Gemisch einfach in den Mund und schluckte es runter. Ich bekam neue Kühlpads und schlief dann auch sofort ein. Nach ca. 3 Stunden wurde ich wach und wollte etwas essen. Meine Mom hatte HIP-Baby Gläschen gekauft. (nur am rande ... die Früchte Gläschen sind ok..alles andere schmeckte mir persönlich gar nicht) Ich löffelte also vorsichtig ein bisschen von dem Früchtebrei. Einfach in den Mund und runterschlucken, da ich angst hatte das sich etwas in den Wunden festsetzten könnte. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Kühlen-Fernsehen-Kühlen-Fernsehen-Kühlen-EM sehen. Abends nahm ich noch eine Schmerztablette und schlief dann –oh wunder- auf dem Rücken ein. In der Nacht wurde ich wach, hatte jedoch nicht so große schmerzen, so dass ich nach etwas Fernsehen wieder einschlief.

---zweiter Tag---
Ziemlich früh weckten mich meine schmerzenden Wangen. Als ich mir vorsichtig über die Backen strich merkte ich auch was geschehen war. Vorsichtig stand ich auf und ging ins Badezimmer. *aaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhh* Meine rechte Wange war angeschwollen wie wenn ein Hamster seinen ganzen Wintervorrat drin verstecken würde. Auf der linken Seite sah man auch eine Schwellung, doch wesentlich geringer. Ich kroch nach einer kleinen Katzenwäsche wieder ins Bett und wartete auf meine Mutter die mir meine Schmerztablette brachte. Sie konnte sich bei meinem Anblick ein lachen nicht verkneifen...aber ich musste ja selber schmunzeln (soweit das möglich war). Eine Halbe Stunde nach der Schmerztablette ging es mir schon viel besser. Ich zappte mich durch das morgen Programm und hörte „fünf freunde“, „TKKG“ und „die 3 ???“ Ich weiß ich bin 20 Jahre alt, aber wenn man im Bett liegt...gibt’s nichts besseres als solche Kassetten. :) Mittags hatte meine Mutter Kartoffeln mit Soße und Wirsing gemacht. Ich knetete alles klitze klein und schluckte es so in kleinen Happen hinunter. Nach einem riesigen Teller taten mir zwar wieder die Wunden etwas weh, aber das warme Essen hatte mir auf jeden Fall gut getan. Ich verbrachte den Nachmittag wieder mit Kühlen und Fernsehen. Außerdem nahm ich um 16 Uhr eine weitere Schmerztablette. Abends aß ich Apfelmus, da ich auf Milchprodukte(wegen den Bakterien) verzichten wollte. Dann stand ich auch endlich mal auf, da ich mit meinem Vater das Fußball spiel Deutschland-Holland sehen wollte. Da ich nicht die Zähne putzen konnte, ich aber ein unangenehmes Gefühl im Mund hatte und nebenbei auch nicht scharf auf Karies oder ähnliches war, spülte ich jeden Abend und jeden Morgen mit „Chlorhexamed“ meinen Mund aus. Das kann ich nur empfehlen weil man danach auch so ein frisches Gefühl im Mund hat. Um 22 Uhr nahm ich NOCH eine Schmerztablette. Also insgesamt 3 an einem tag. Na ja auf der Packungsbeilage stand das man bis zu 4 an einem Tag nehmen darf. Und da ich ziemliche schmerzen hatte wollte ich auf die 3. nicht verzichten.

---3 Tag (aua)---
Ich schlief trotz Schmerztablette schlecht und wenig. Ich wachte in der Nacht öfters auf (da ich sowieso auf dem Rücken so schlecht schlafen kann) und nutzte die Zeit dann zum kühlen(was ja nicht nur die Schwellung, sondern auch die Schmerzen lindert). Morgens brachte meine Mutter mir, Apfelmus mit kleinen Marmorkuchenstückchen drin. *Das soll ich essen???* Ich aß es und es war lecker... danach stand ich auf, putzte mir die vorderen Zähne vorsichtig und bewunderte meine riesigen Wangen im Spiegel. Wankte dann vorsichtig wieder ins Bett (Ich hatte die ganze Zeit immer starke Kreislaufprobleme). Ich verbrachte den Tag wieder mit lesen, Fernsehen und Kassetten hören. Ich nahm nach dem Mittag essen (erbsen-möhren, Kartoffeln, Hackbraten alles schön klein gestampft) wieder eine Schmerztablette. Nachmittags gabs dann auch endlich mal ein Eis. Abends nahm ich wieder eine Schmerztablette, gurgelte noch mal mit der Lösung und ging dann Müde ins Bett. Wieder schlief ich schlecht und wieder war ich froh als die langweilige Nacht vorbei war.

Donnerstags ging es mir dann aber schon viel besser, aber die Schwellung war immer noch sehr stark. Ich stand auf, setzte mich zu meinen Eltern an den Tisch (es gab Suppe) und etwas in den Garten. Ich brauchte keine Schmerztablette, nur noch die Kühlpads. Ab dem Tag ging es Stückchenweise Bergauf. Es tat noch weh, aber es war erträglich. Ich schlief besser und ich hatte nicht mehr so arge Probleme mit dem Kreislauf.

Freitag früh musste ich dann zur Nachuntersuchung. (was hatte ich Panik davor, das sie mir an den empfindlichen Stellen weh tut) So saß ich mit meinen großen Hamsterbacken im Warte Zimmer und wurde von allen angestarrt. Aus spaß meinte ich zu meiner Mom, das ich mir als nächstes meine Nase operieren lassen will. (der Arzt ist auch Gesichtschirurg). Darauf hin erntete ich noch mehr komische Blicke. Hehe.. mir wars egal, ich war stolz auf meine Monstermäßigen Wangen! :) Ich ging ins Behandlungszimmer und setzte mich unruhig hin. Die Arzthelferin untersuchte meinen Mund und tastete von außen gegen die Zahnreihen. „hier ist es noch sehr hart, da muß ich mal was fester drücken“ und schon drückte sie mir richtig feste gegen die unteren Zähne. Ich zuckte zurück und bat sie das doch nicht ganz so feste zu machen, da es für einen Moment wirklich weh tat. Sie meinte aber dann, es sei alles in Ordnung und es sei noch zu früh, um die Fäden raus zu holen, das soll ich nächste Woche machen lassen, bzw. die würden von alleine Rauskommen. Also durfte ich wieder gehen.
Abends kam mein Freund mit dem Zug von unserem zu hause zu meinen Eltern. Ich weiß nicht wie ich seinen Gesichtsausdruck deuten soll, als er mich gesehen hat. Erschrocken, Amüsiert oder war es einfach nur die Freude mich zu sehn?? Wie auch immer, das Wochenende verbrachte ich mit weichem Essen (Rührei mit Spinat z.B.) und ausruhen.
Sonntags fuhren wir mit dem Zug in unsere Wohnung nach Köln.

---Fäden---
Dienstags musste ich wieder arbeiten, was auch gut ging, da die Schwellung mittlerweile vollkommen weg war. Aber ich hatte so einen ekelhaften und komischen Geschmack im Mund. Immer noch spülte ich jeden Morgen und Abend mit der Lösung und putzte zusätzlich vorsichtig über die ersten Zähne. Aber der Geschmack ging nicht weg. Also ging ich zu meiner Zahnärztin in Köln die mir sagte, das die Fäden gezogen werden müssen. Sie vereiste kurz die Backen und zup zupf zapf waren alle Fäden draußen. Es blutete einwenig aber es tat nicht weh. Ab da an wurde es VIEL besser. Der Geschmack war weg und ich konnte schon gut Nudeln und Reis essen. Als mir einmal etwas Nudel zwischen letztem Zahn und Wunde hängen blieb, versuchte ich alles um die Reste heraus zu bekommen. Es gelang mir nicht. Bis ich mir eine Haarnadel zurecht bog und VORSICHTIG unter die Nudel schob. Ich drückte sie so zu sagen oben heraus und das Problem war gelöst. Ich will jetzt keinen dazu anstiften mit Haarnadeln im Mund rum zu fuchteln aber ich war sehr vorsichtig und es hat geklappt. Würde sonst eher dazu raten, eine Munddusche zu benutzen oder zum Zahnarzt zu gehen. Vorallem nicht in der Wunde selber rumpulen. Nicht das die wieder aufgeht!!!!
3 Wochen nach der OP konnte ich dann auch wieder richtig essen. Fleisch und Brötchen waren kein Problem mehr.

---Fazit---
Ich muss ehrlich sagen, es war eine schöne Zeit. Klar, die schmerzen und die Schwellung und das schlechte Schlafen war sicher nicht angenehm. Aber meine Mutter hat sich so wundervoll um mich gekümmert. Ich hab alte Kassetten gehört und wurde mit leckerem Essen versorgt. Es war wie als Kind, wenn man Krank war und nicht in die Schule konnte.
Ich hab in den 2 Wochen 3 Kilo abgenommen, welche ich mir aber sobald ich wieder essen konnte mit Genuss und Freude wieder drauf gefuttert habe.
Außerdem bin ich froh das ich nun endlich keinen Druck mehr auf den Zähnen habe.
Wenn es weh tut, nehmt eine Schmerztablette, dafür sind sie ja da und wenn alles vorbei ist, geht ihr erst mal richtig, lecker was essen.

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