Erfahrungsbericht von HilkMAN
Kuenstliche Intelligenz dringend gesucht...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
...denn an natuerlicher bestand bei der Produktion dieses Filmes ganz offensichtlich ziemlicher Mangel. Es ist ja oft so, dass ich bei Filmen das Gefuehl habe, eine gute Idee sei schlecht umgesetzt worden, aber so krass wie diesmal war's noch selten.
Wir schreiben das Jahr... ach egal, so ein paar Jahrzehnte voraus jedenfalls. Die Meeresspiegel sind gestiegen und haben grosse Teile der Welt ueberflutet. Die Ueberlebenden muessen mit knappen Resourchen auskommen, daher sind Geburten stark sanktioniert (kein Wunder, dass Nahrung knapp ist - die Landschaft besteht vor allem aus Staedten und Waeldern). Roboter sind stark im Kommen, denn die essen nichts. Diese Roboter aehneln echten Menschen enorm, nur an Kleinigkeiten sind sie erkennbar (sie blinzeln zum Beispiel nicht). Nun will eine Firma erstmals einen Roboter programmieren, der lieben kann.
Aber wen? Als Zielgruppe bietet sich schliesslich ein Ehepaar an, dessen Sohn seit Jahren im Koma liegt. Das Paar nimmt jetzt einen Robotersohn bei sich auf (gespielt von Haley Joel Osment, dem einzigen Lichtblick des Films). Die offensichtlichen Fragen, die das aufwirft (ein nicht alterndes Kind? Wer will das haben?) werden vor Vertragsabschluss natuerlich nicht behandelt. Es dauert ein wenig, bis die Mutter sich an den neuen Sohn gewoehnt - gerade noch rechtzeitig, um beim unerwarteten Erwachen des richtigen Sohnes in Gewissenskonflikte zu geraten. Schliesslich merkt das Paar, dass das Roboterkind zu viel Probleme bereitet und die Mutter setzt es im Wald aus.
Kurzer Einschnitt: Diese ersten geschaetzt 45 Minuten sind noch das Interessanteste an dem Film. Und auch die sind so schreiend unlogisch, dass ich es kaum fassen konnte. Der VATER bringt das Roboterkind nach Hause, die MUTTER (und nur diese! WARUM???) programmiert es darauf, sie (und nur sie) zu lieben, wenige Filmminuten spaeter versucht der VATER mit allen Mitteln, das Kind loszuwerden, bis die MUTTER es schliesslich im Wald aussetzt?! Dazu Details: Was laege fuer ein Ehepaar mit einem schwerbehinderten und einem Roboterkind naeher als eine Poolparty, bei der die Kinder natuerlich voellig unbeaufsichtigt sind? Als das Unvermeidliche passiert, ist die Mutter vor allem damit beschaeftigt, ihre Sonnenbrille cool zu finden, waehrend der Vater hinterherspringt. Der Film versucht mit solchen Szenen erfolgreich, jede Identifikation mit den Eltern unmoeglich zu machen. Die Konflikte der Mutter beim Aussetzen des Kindes sollten wohl anruehren - schiefgegangen, die Mutter hat mich einfach nicht genug interessiert.
Anschliessend wechselt der Film das Genre und wird endgueltig zum Science Fiction. Religioese Roboterhasser fangen freilaufende Robos ein und zerstoeren sie in einer Arena. Laut, hektisch und wieder: voellig unmotiviert. Was soll der Quatsch? Aber es kommt natuerlich immer gut, ein Kind aus Gefahren zu erretten, und so geschieht es auch hier (an dieser Stelle fand ich den Streifen uebrigens mal fuenf Sekunden lang spannend, als die Retterin nicht blinzelte).
Alles, was danach kommt, ist so irrsinnig beknackt, dass ich jetzt mal lieber die Klappe halte. Aber keine Sorge: Immer, wenn Ihr glaubt, dass der Tiefpunkt erreicht sei, kommt es noch schlimmer. Alle am Design dieses Filmes Beteiligten muessen schwer unter Drogen gestanden haben.
Ich fasse mal zusammen: Der erste Teil des (viel zu langen) Streifens haette ertraeglich sein koennen, wenn die Charaktere fuer fuenf Pfennig ueberzeugend gewesen waeren. Als es dann langsam haette spannend werden koennen, gab das Produktionsteam die Hoffnung auf Besserung offenbar auf und versuchte, ein plattes Science-Fiction-Abenteuer-Maerchen zu drehen, und das ging noch gruendlicher schief. Wer also dachte, Final Fantasy haette die schwaechste Story des Filmsommers, wird hier eine sehr, sehr boese Ueberraschung erleben.
So, genug gemeckert, ich habe auch noch ein Lob parat: Haley Joel Osment muss spaetestens seit A.I. als einer der ganz grossen Schauspieler unserer Zeit angesehen werden. Die Rolle des einsamen Roboterjungen spielt er einfach perfekt, ueber die volle Distanz hinweg. Dem ist nichts hinzuzufuegen, es war eine Augenweide. Ich freue mich schon auf den naechsten Film mit ihm (und hoffe, er waehlt ein besseres Drehbuch - obwohl er in A.I. aufgrund der Schwaeche von allem anderen noch mal zusaetzlich glaenzen kann).
Osments Leistung reicht allerdings nicht aus, um fuer diesen Film meine Empfehlung aussprechen zu koennen. Daher: Macht lieber einen Bogen um A.I.
Wir schreiben das Jahr... ach egal, so ein paar Jahrzehnte voraus jedenfalls. Die Meeresspiegel sind gestiegen und haben grosse Teile der Welt ueberflutet. Die Ueberlebenden muessen mit knappen Resourchen auskommen, daher sind Geburten stark sanktioniert (kein Wunder, dass Nahrung knapp ist - die Landschaft besteht vor allem aus Staedten und Waeldern). Roboter sind stark im Kommen, denn die essen nichts. Diese Roboter aehneln echten Menschen enorm, nur an Kleinigkeiten sind sie erkennbar (sie blinzeln zum Beispiel nicht). Nun will eine Firma erstmals einen Roboter programmieren, der lieben kann.
Aber wen? Als Zielgruppe bietet sich schliesslich ein Ehepaar an, dessen Sohn seit Jahren im Koma liegt. Das Paar nimmt jetzt einen Robotersohn bei sich auf (gespielt von Haley Joel Osment, dem einzigen Lichtblick des Films). Die offensichtlichen Fragen, die das aufwirft (ein nicht alterndes Kind? Wer will das haben?) werden vor Vertragsabschluss natuerlich nicht behandelt. Es dauert ein wenig, bis die Mutter sich an den neuen Sohn gewoehnt - gerade noch rechtzeitig, um beim unerwarteten Erwachen des richtigen Sohnes in Gewissenskonflikte zu geraten. Schliesslich merkt das Paar, dass das Roboterkind zu viel Probleme bereitet und die Mutter setzt es im Wald aus.
Kurzer Einschnitt: Diese ersten geschaetzt 45 Minuten sind noch das Interessanteste an dem Film. Und auch die sind so schreiend unlogisch, dass ich es kaum fassen konnte. Der VATER bringt das Roboterkind nach Hause, die MUTTER (und nur diese! WARUM???) programmiert es darauf, sie (und nur sie) zu lieben, wenige Filmminuten spaeter versucht der VATER mit allen Mitteln, das Kind loszuwerden, bis die MUTTER es schliesslich im Wald aussetzt?! Dazu Details: Was laege fuer ein Ehepaar mit einem schwerbehinderten und einem Roboterkind naeher als eine Poolparty, bei der die Kinder natuerlich voellig unbeaufsichtigt sind? Als das Unvermeidliche passiert, ist die Mutter vor allem damit beschaeftigt, ihre Sonnenbrille cool zu finden, waehrend der Vater hinterherspringt. Der Film versucht mit solchen Szenen erfolgreich, jede Identifikation mit den Eltern unmoeglich zu machen. Die Konflikte der Mutter beim Aussetzen des Kindes sollten wohl anruehren - schiefgegangen, die Mutter hat mich einfach nicht genug interessiert.
Anschliessend wechselt der Film das Genre und wird endgueltig zum Science Fiction. Religioese Roboterhasser fangen freilaufende Robos ein und zerstoeren sie in einer Arena. Laut, hektisch und wieder: voellig unmotiviert. Was soll der Quatsch? Aber es kommt natuerlich immer gut, ein Kind aus Gefahren zu erretten, und so geschieht es auch hier (an dieser Stelle fand ich den Streifen uebrigens mal fuenf Sekunden lang spannend, als die Retterin nicht blinzelte).
Alles, was danach kommt, ist so irrsinnig beknackt, dass ich jetzt mal lieber die Klappe halte. Aber keine Sorge: Immer, wenn Ihr glaubt, dass der Tiefpunkt erreicht sei, kommt es noch schlimmer. Alle am Design dieses Filmes Beteiligten muessen schwer unter Drogen gestanden haben.
Ich fasse mal zusammen: Der erste Teil des (viel zu langen) Streifens haette ertraeglich sein koennen, wenn die Charaktere fuer fuenf Pfennig ueberzeugend gewesen waeren. Als es dann langsam haette spannend werden koennen, gab das Produktionsteam die Hoffnung auf Besserung offenbar auf und versuchte, ein plattes Science-Fiction-Abenteuer-Maerchen zu drehen, und das ging noch gruendlicher schief. Wer also dachte, Final Fantasy haette die schwaechste Story des Filmsommers, wird hier eine sehr, sehr boese Ueberraschung erleben.
So, genug gemeckert, ich habe auch noch ein Lob parat: Haley Joel Osment muss spaetestens seit A.I. als einer der ganz grossen Schauspieler unserer Zeit angesehen werden. Die Rolle des einsamen Roboterjungen spielt er einfach perfekt, ueber die volle Distanz hinweg. Dem ist nichts hinzuzufuegen, es war eine Augenweide. Ich freue mich schon auf den naechsten Film mit ihm (und hoffe, er waehlt ein besseres Drehbuch - obwohl er in A.I. aufgrund der Schwaeche von allem anderen noch mal zusaetzlich glaenzen kann).
Osments Leistung reicht allerdings nicht aus, um fuer diesen Film meine Empfehlung aussprechen zu koennen. Daher: Macht lieber einen Bogen um A.I.
24 Bewertungen, 2 Kommentare
-
18.02.2002, 15:19 Uhr von Renator
Bewertung: sehr hilfreichWieso empfiehlst du den Film an Freunde wenn er schlecht ist????
-
18.02.2002, 09:18 Uhr von SuperGirly
Bewertung: sehr hilfreichLieber K.I. als menschliche Dummheit...
Bewerten / Kommentar schreiben