Arlington Road (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
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Erfahrungsbericht von ZordanBodiak
Das GRAUEN in unserer NACHBARSCHAFT...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Eine Schande. Eine Schande, dass die DVD-Kategorie zu einem derartig gutem Film noch gänzlich verwaist ist. Ein Zustand der eigentlich ohne Umschweifen geändert werden muss...
*Der Film*
Blutüberströmt wankt ein Junge über eine Straße in einem idyllischen Vorort. Geistesgegenwärtig bringt Michael Faraday - ein Geschichtsprofessor, der seine Frau, eine FBI-Agentin, durch einen Terroranschlag verloren hat - den Jungen in ein Krankenhaus, wo er im Laufe des Tages die neuhinzugezogenen Eltern und Nachbarn Oliver und Cheryl Lang kennen lernt. Schon seit zwei Monate wohnen sie in einem gegenüberliegenden Haus, aber bis jetzt hatte sie Michael noch nicht einmal wahrgenommen.
Aus Dank für die Rettung ihres Sohnes laden die Langs Michael mit seiner Freundin Brooke und seinem Sohn Grant zu einer Feier zu Bradys Rückkehr aus dem Krankenhaus ein. Langsam baut sich zwischen den zwei Familien eine Freundschaft auf, die aber durch seltsame Briefe – die an Oliver gerichtet sind aber in Michaels Briefkasten landen – und offen herumliegenden Bauplänen in Olivers Büro getrügt wird. Zwar ist Oliver ein Architekt, aber die Pläne stimmen nicht mit den Aussagen von Oliver überein.
Langsam zweifelt Michael an dem augenscheinlich freundlichen Oliver, er glaubt, dass sein Nachbar ein Terrorist ist, der in naher Zukunft einen Anschlag plant...
Die Story – geschrieben von Ehren Kruger, der auch für die Drehbuchvorlage von „Scream 3“ verantwortlich war – hört sich augenscheinlich als ziemlich gewöhnlich an. Aber allein die Eröffnungssequenz verspricht bereits einen Thriller der Extraklasse. In bedrohlich unscharfen Bildern wankt ein Junge über eine Straße, aus dem Off erklingen Stimmen, die augenscheinlich unsinnige Kommentare abgeben. Der erste Tropfen Blut fällt auf den Boden und man sieht wie blutverschmiert der Arm des Jungens ist. Der unwissende Michael hält an und sieht hilflos das verletzte Kind, welches schmerzverstört zu schreien beginnt.
Ohne Vorwarnung schlägt Regiedebütant Mark Pellington den Zuschauer ins Gesicht und schmeißt ihn in das eiskalte Wasser seiner Geschichte. Langsam baut er ein undurchdringliches Netz um die Paranoia Michaels auf, ist er aufgrund des Todes seiner Frau endgültig dem Wahnsinn verfallen, oder hat er in seinen Anschuldigungen gegenüber Oliver recht, eine Frage die erst im Laufe des Filmes geklärt wird und in diesem Bericht sicherlich keine Aufklärung erhalten wird.
Was diesen Film aber zu einem absoluten Meisterwerk macht, das in den Kinos leider viel zu wenig Beachtung gefunden hat, ist der absolut überragende Schluss. Leider kann ich nicht auf diesen näher eingehen, um nicht die Spannung, beziehungsweise den Knalleffekt des Filmes zu nehmen, aber eines sei gesagt: Ein Schlag ins Gesicht ist noch milde ausgedrückt, mit solch einem drastischen Ende rechnet ohne Frage keiner. Für mich persönlich ist dies eines der mutigsten und radikalsten Finale, die ich in meiner gesamten Laufbahn als Filmliebhaber gesehen habe. Noch nie habe ich einen Schluss, der derartig an der Fassade von Amerika kratzt, gesehen.
Auch bezüglich der Besetzung kann man sich bei weitem nicht beklagen. Jeff Bridges (Michael Faraday) und Tim Robbins (Oliver Lang) bilden ein absolut überragendes Kontrahenten-Gespann, deren Leistung nur mit einem sehr gut belohnt werden kann. Ebenso sind die Nebenrolle bis ins kleinste mit brillant aufspielenden Darstellern besetzt, die sich mit ihrem Agieren nachhaltig in das Gedächtnis des Zuschauers brennen. Allen voran natürlich die Oscar-nominierte Joan Cusack (Cheryl Lang; Oscar-nominierung für „In & out“) und die beiden Darsteller der Jungen Mason Gamble (Brady Lang; sicherlich jedem mit seiner Darstellung des kleinen „Dennis“ bekannt) und Spencer Treat Clark (Grant Faraday).
Durch die Ereignisse am 11. September vergangenen Jahres hat der Film zusätzlich einiges an Brisanz erhalten. War die Filmpremiere zunächst für den Herbst vorgesehen, vorschob man diesen verständlicherweise auf den 04. März. Sicherlich ist einiges in „Arlington Road“ filmische Freiheit, aber eine nicht geringe wahre Verbindung zum Thema Terrorismus kann man diesem Meisterwerk nicht absprechen. Zwar liefert Ehren Kruger mit seinem Drehbuch keine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema – er baut vorwiegend auf das enorme Spannungspotential des Themas –allerdings konnte er im Jahre 1998 auch nicht erahnen, dass sein Film einmal eine derartige Aktualität genießen wird.
Abschließend kann ich diesem Film nur die absolute Höchstwertung geben, die er aufgrund seines genialen Schlusses eindeutig verdient hat. Mark Pellington lässt das Grauen in einer idyllischen Vorstadt auf die Protagonisten los und regt so den Zuschauer zum Nachdenken an: Wer ist in der Lage terroristische Anschläge zu verüben? Kann man Gewaltverbrecher an ihrem Äußeren erkennen? Wie weit ist der Film von der Realität entfernt? Wie sehr kann man den vorgesetzten Berichterstattungen im Fernseher trauen?
Kurz gesagt: Ein Psycho-Trip, der durch seine Aktualität besticht.
*Die DVD*
Oh, mein Gott! Was soll das denn sein?? Gar keine Extras?? Ich dachte so etwas gibt es doch gar nicht und wäre nur ein Phänomen, das bei billigen B–Movie DVDs auftritt! Aber wie uns Universal beweist kann man auch eine DVD zu einem starbesetzten Hollywood-Streifen gänzlich ohne Extras ausliefern. Noch nicht einmal Zeit zum Draufpressen simpler Texttafeln, die die Biographien der Darsteller enthalten haben die Macher gefunden, oder unterlegen des stillstehenden Menüs mit Musik. Da kann man eigentlich nur eine SECHS aussprechen.
Was die DVD hingegen vor dem absoluten Versagen rettet ist das sehr gute Bild und der ebenso gelungene Ton, der glücklicherweise auch in zwei verschiedenen Sprachen (Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1) vorliegt. Ebenso haben die Hersteller an die hörgeschädigten Zuschauer gedacht (Untertitel in Deutsch, Englisch und Holländisch), was der DVD ein paar weitere kleine Pluspunkte einbringt.
Bedenke ich zum Abschluss auch noch den kleinen Preis von knapp 12 Euro, kann ich der DVD noch mit viel Ach und Krach 3 Punkte auf meiner Skala geben. Um ehrlich zu sein, ist hier aber auch ein gewisser Sympathiepunkt für den überragenden Film bedacht.
Für die DVD kann ich hingegen nur eine Empfehlung mit Einschränkung aussprechen. Wer Filme lieber in der Originalsprache guckt (was ich eigentlich nur empfehlen kann), kann ohne Zweifel zu der DVD greifen, wer hingegen auf Extras versessen ist, sollte sich den Kauf noch einmal gut Überlegen. Bei „Arlington Road“ wird er leider in Sachen Extras nicht fündig, was dem Erwerb der DVD leider einen fahlen Beigeschmack beifügt.
Filmwertung: 10/10 Punkte
DVD-Wertung: 3/10 Punkte
*Der Film*
Blutüberströmt wankt ein Junge über eine Straße in einem idyllischen Vorort. Geistesgegenwärtig bringt Michael Faraday - ein Geschichtsprofessor, der seine Frau, eine FBI-Agentin, durch einen Terroranschlag verloren hat - den Jungen in ein Krankenhaus, wo er im Laufe des Tages die neuhinzugezogenen Eltern und Nachbarn Oliver und Cheryl Lang kennen lernt. Schon seit zwei Monate wohnen sie in einem gegenüberliegenden Haus, aber bis jetzt hatte sie Michael noch nicht einmal wahrgenommen.
Aus Dank für die Rettung ihres Sohnes laden die Langs Michael mit seiner Freundin Brooke und seinem Sohn Grant zu einer Feier zu Bradys Rückkehr aus dem Krankenhaus ein. Langsam baut sich zwischen den zwei Familien eine Freundschaft auf, die aber durch seltsame Briefe – die an Oliver gerichtet sind aber in Michaels Briefkasten landen – und offen herumliegenden Bauplänen in Olivers Büro getrügt wird. Zwar ist Oliver ein Architekt, aber die Pläne stimmen nicht mit den Aussagen von Oliver überein.
Langsam zweifelt Michael an dem augenscheinlich freundlichen Oliver, er glaubt, dass sein Nachbar ein Terrorist ist, der in naher Zukunft einen Anschlag plant...
Die Story – geschrieben von Ehren Kruger, der auch für die Drehbuchvorlage von „Scream 3“ verantwortlich war – hört sich augenscheinlich als ziemlich gewöhnlich an. Aber allein die Eröffnungssequenz verspricht bereits einen Thriller der Extraklasse. In bedrohlich unscharfen Bildern wankt ein Junge über eine Straße, aus dem Off erklingen Stimmen, die augenscheinlich unsinnige Kommentare abgeben. Der erste Tropfen Blut fällt auf den Boden und man sieht wie blutverschmiert der Arm des Jungens ist. Der unwissende Michael hält an und sieht hilflos das verletzte Kind, welches schmerzverstört zu schreien beginnt.
Ohne Vorwarnung schlägt Regiedebütant Mark Pellington den Zuschauer ins Gesicht und schmeißt ihn in das eiskalte Wasser seiner Geschichte. Langsam baut er ein undurchdringliches Netz um die Paranoia Michaels auf, ist er aufgrund des Todes seiner Frau endgültig dem Wahnsinn verfallen, oder hat er in seinen Anschuldigungen gegenüber Oliver recht, eine Frage die erst im Laufe des Filmes geklärt wird und in diesem Bericht sicherlich keine Aufklärung erhalten wird.
Was diesen Film aber zu einem absoluten Meisterwerk macht, das in den Kinos leider viel zu wenig Beachtung gefunden hat, ist der absolut überragende Schluss. Leider kann ich nicht auf diesen näher eingehen, um nicht die Spannung, beziehungsweise den Knalleffekt des Filmes zu nehmen, aber eines sei gesagt: Ein Schlag ins Gesicht ist noch milde ausgedrückt, mit solch einem drastischen Ende rechnet ohne Frage keiner. Für mich persönlich ist dies eines der mutigsten und radikalsten Finale, die ich in meiner gesamten Laufbahn als Filmliebhaber gesehen habe. Noch nie habe ich einen Schluss, der derartig an der Fassade von Amerika kratzt, gesehen.
Auch bezüglich der Besetzung kann man sich bei weitem nicht beklagen. Jeff Bridges (Michael Faraday) und Tim Robbins (Oliver Lang) bilden ein absolut überragendes Kontrahenten-Gespann, deren Leistung nur mit einem sehr gut belohnt werden kann. Ebenso sind die Nebenrolle bis ins kleinste mit brillant aufspielenden Darstellern besetzt, die sich mit ihrem Agieren nachhaltig in das Gedächtnis des Zuschauers brennen. Allen voran natürlich die Oscar-nominierte Joan Cusack (Cheryl Lang; Oscar-nominierung für „In & out“) und die beiden Darsteller der Jungen Mason Gamble (Brady Lang; sicherlich jedem mit seiner Darstellung des kleinen „Dennis“ bekannt) und Spencer Treat Clark (Grant Faraday).
Durch die Ereignisse am 11. September vergangenen Jahres hat der Film zusätzlich einiges an Brisanz erhalten. War die Filmpremiere zunächst für den Herbst vorgesehen, vorschob man diesen verständlicherweise auf den 04. März. Sicherlich ist einiges in „Arlington Road“ filmische Freiheit, aber eine nicht geringe wahre Verbindung zum Thema Terrorismus kann man diesem Meisterwerk nicht absprechen. Zwar liefert Ehren Kruger mit seinem Drehbuch keine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema – er baut vorwiegend auf das enorme Spannungspotential des Themas –allerdings konnte er im Jahre 1998 auch nicht erahnen, dass sein Film einmal eine derartige Aktualität genießen wird.
Abschließend kann ich diesem Film nur die absolute Höchstwertung geben, die er aufgrund seines genialen Schlusses eindeutig verdient hat. Mark Pellington lässt das Grauen in einer idyllischen Vorstadt auf die Protagonisten los und regt so den Zuschauer zum Nachdenken an: Wer ist in der Lage terroristische Anschläge zu verüben? Kann man Gewaltverbrecher an ihrem Äußeren erkennen? Wie weit ist der Film von der Realität entfernt? Wie sehr kann man den vorgesetzten Berichterstattungen im Fernseher trauen?
Kurz gesagt: Ein Psycho-Trip, der durch seine Aktualität besticht.
*Die DVD*
Oh, mein Gott! Was soll das denn sein?? Gar keine Extras?? Ich dachte so etwas gibt es doch gar nicht und wäre nur ein Phänomen, das bei billigen B–Movie DVDs auftritt! Aber wie uns Universal beweist kann man auch eine DVD zu einem starbesetzten Hollywood-Streifen gänzlich ohne Extras ausliefern. Noch nicht einmal Zeit zum Draufpressen simpler Texttafeln, die die Biographien der Darsteller enthalten haben die Macher gefunden, oder unterlegen des stillstehenden Menüs mit Musik. Da kann man eigentlich nur eine SECHS aussprechen.
Was die DVD hingegen vor dem absoluten Versagen rettet ist das sehr gute Bild und der ebenso gelungene Ton, der glücklicherweise auch in zwei verschiedenen Sprachen (Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1) vorliegt. Ebenso haben die Hersteller an die hörgeschädigten Zuschauer gedacht (Untertitel in Deutsch, Englisch und Holländisch), was der DVD ein paar weitere kleine Pluspunkte einbringt.
Bedenke ich zum Abschluss auch noch den kleinen Preis von knapp 12 Euro, kann ich der DVD noch mit viel Ach und Krach 3 Punkte auf meiner Skala geben. Um ehrlich zu sein, ist hier aber auch ein gewisser Sympathiepunkt für den überragenden Film bedacht.
Für die DVD kann ich hingegen nur eine Empfehlung mit Einschränkung aussprechen. Wer Filme lieber in der Originalsprache guckt (was ich eigentlich nur empfehlen kann), kann ohne Zweifel zu der DVD greifen, wer hingegen auf Extras versessen ist, sollte sich den Kauf noch einmal gut Überlegen. Bei „Arlington Road“ wird er leider in Sachen Extras nicht fündig, was dem Erwerb der DVD leider einen fahlen Beigeschmack beifügt.
Filmwertung: 10/10 Punkte
DVD-Wertung: 3/10 Punkte
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