Born 2 Die (DVD) Testbericht

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ab 13,81
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Actionflick ohne Sinn und Verstand!

Pro:

Abschlusskampf zwischen Jet Li und Dacascos, Szene nach dem Abspann

Kontra:

der ganze restliche Film

Empfehlung:

Nein

Irgendwie scheint der ehemalige Kameramann Andrzej Bartkowiak (unter anderem „Speed“, „Im Auftrag des Teufels“, „Lethal Weapon 4“) mittlerweile auf den Geschmack gekommen zu sein und den Platz hinter der Kamera gegen den auf dem Regiestuhl eintauschen zu wollen. Seine Filme gehen dabei alle in dieselbe Richtung: Angefangen bei „Romeo must die“ über „Exit wounds“ bis hin zu „Born 2 Die“ und wohl auch zu seinem nächsten Projekt „Alarmstufe Rot 3“: Actionfilme ohne viel Sinn und Verstand mit dem Rapper DMX und an dessen Seite entweder Jet Li oder Steven Seagal. Auch ein Großteil der restlichen Darsteller war hier und da schon einmal mit von der Partie.

In „Born 2 Die“, so der Titel dem man dem Streifen „Cradle 2 the Grave“ in Deutschland verpasste, bilden Jet Li und DMX das Fäuste schwingende Heldenduo. Der von dem Rapper DMX gespielte Fait ist ein Dieb. Mit seinem Team ist er gerade bei der Ausführung eines großen Diamantencoups, als er von dem taiwanesischen Geheimdienstagenten Su (Jet Li) gestört wird. Dieser hat ihren Coup der Polizei gemeldet, so dass Fait und seine Leute abhauen müssen.

Auf der Flucht verlieren sie einen Teil der Beute: Wertvolle schwarze Diamanten, hinter denen Su her ist. Doch dieser ist nicht der einzige der die Diamanten will: Der zwielichtige Gangster Ling (Mark Dacascos) und seine Freundin Sona (Kelly Hu) sind bereit für diese Diamanten jeden zu töten. Um an die Diamanten zu kommen, kidnappen sie deswegen Faits Tochter Vanessa (Paige Hurt), weil sie glauben, dass dieser noch die Diamanten hat.

Um seine Tochter zu retten, verbündet sich Fait mit Su. Gemeinsam ziehen sie gegen die Gangster in den Kampf...


Die Story ist schon nicht gerade innovativ und gelungen, der Film noch weniger. Was Regisseur Bartkowiak hier verbrochen hat, toppt den noch recht gelungenen Streifen „Romeo must die“ um ein vielfaches (im negativen Sinne). Film und Story sind von hinten bis vorne voll von Logiklöchern und handwerklichen Fehlern. Das fängt mit banalen Dingen an, wie einem unerklärlichen Wechsel von Nacht zu Tag in wenigen Sekunden und setzt sich in abstrusen Szenen fort, in denen ein Gangster aus einem gerade explodierten Hubschrauber „aussteigt“ und sich putzmunter wieder in den Kampf stürzt.

Was dem Fortkommen der Geschichte nicht dienlich ist, wird einfach ausgeklammert. Was der Held ist in einem Parkhaus von einer Hundertschaft von Polizisten umzingelt und muss da jetzt irgendwie raus? Da lässt man einfach seine Freunde mit einem Auto ins Parkhaus fahren und wieder raus. Um das ganze einigermaßen logisch zu machen, zeigt man mit einer weit entfernten Kamera, dass das Auto von Polizisten bei der Rausfahrt durchsucht wird. Warum die Polizisten den nicht gerade kleinen Herrn DMX übersehen haben, weiß wahrscheinlich nicht einmal Herr Bartkowiak und deswegen muss es der Zuschauer ja auch nicht wissen.

Selbst die Actionszenen zünden irgendwie nicht. Jet Li ist ein toller Kämpfer, doch statt diesen Rap-Prügel-Movies sollte er wirklich versuchen weiter ästhetische Filme wie „Hero“ zu drehen, in denen seine Fähigkeiten voll zur Geltung kommen. Hier wirkt sein pseudo-cooles Auftreten lächerlich und schon seine erste Szene ist affig: Jet Li „seilt“ sich von einem Hochhaus ab, in dem er einfach runter springt, sich an einem Fenstersims festhält, sich nach kurzer Zeit wieder fallen lässt und am nächsten Fenstersims wieder festhält. Das ganze ein paar Mal und er ist an seinem Ziel. Ganz toll.

Die restlichen Darsteller hätte man auch alle beruhigt austauschen können. DMX kann mittlerweile wenigstens recht anständig prügeln, Gabrielle Union darf zwar einmal ihre optischen Reize einsetzen, ist aber kein Vergleich zu der leider verstorbenen Aaliyah und Kelly Hu hätte man beruhigt weglassen können, so wenig fällt sie auf.

Die größte Enttäuschung ist aber Mark Dacascos. Der asiatische Prügelstar mimt einen derart wenig furchteinflössenden und lauen Gangsterboss, wie man es selten im Kino zu sehen bekommen hat. Und auch seiner Kampfkunst darf er kaum zeigen, richtig eigentlich nur im Endkampf gegen Jet Li.

Dieser ist auch eins der wenigen Highlights des Films, eigentlich das einzige des regulären Streifens, denn das zweite kommt nach dem Abspann. Dort reißen Anthony Anderson und Komiker Tom Arnold (beide wohl auf dem besten Weg Dauerbesetzung in Bartkowiaks Streifen zu werden) ein paar Zoten und machen sich hauptsächlich Gedanken mit welchen Schauspielern man die eben erlebte Geschichte verfilmen könnte. Da machen sie sich auch etwas über den polnischen Regisseur lustig und es wird eine Verbindung zu einer ähnlichen Szene nach dem Abspann von „Romeo must die“ geknüpft, an der Anderson auch beteiligt war. Ganz amüsant, aber das war es auch.

F A Z I T
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Wer auf Action ohne Sinn und Verstand aus dem Hause “Bartkowiak” steht, wird mit diesem Film vielleicht etwas anfangen können, der große Rest aber nicht. Deswegen sollte man sich den Film wohl nur anschauen, wenn man ein Fan dieser Werke ist.

Drei von zehn Punkten!

D A T E N
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Titel Deutschland: Born 2 Die
Originaltitel: Cradle 2 the Grave
Genre: Action
USA 2003, FSK 16, Laufzeit : 101 Minuten

Darsteller: Jet Li (Su), DMX (Fait), Mark Dacascos (Ling), Anthony Anderson (Tommy), Kelly Hu (Sona), Tom Arnold (Archie), Gabrielle Union (Daria), Michael Jace (Odion), Drag-On (Miles), Paige Hurd (Vanessa), Paolo Seganti (Christophe), Richard Trapp (Douglas)

Regie: Andrzej Bartkowiak
Produzenten: Joel Silver
Drehbuch: John O’Brien, Channing Gibson
Musik: John Frizzell
Kamera: Daryn Okada
Schnitt: Derek Brechin


W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0306685/

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=33059


© Björn Becher 2003

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