Das Glücksprinzip (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von FloVi

Network Marketing rettet die Welt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Siebtklässler Trevor McKinney ist ein Außenseiter. Die Schule mit ihren Sicherheitsvorkehrungen macht ihm (berechtigte) Angst, seine Mutter ist Alkoholikerin, ihre ständigen leeren Versprechungen aufzuhören hängen ihm zum Hals raus. Sein Vater schaut alle paar Jahre wieder mal rein, verprügelt Mom, und schwört dann, dass er sich ändern wird.

Zum Beginn des Schuljahres bekommt Trev einen neuen Lehrer, den mit Brandnarben überzogenen Eugene Simonet. Der gibt den Kindern die Aufgabe zu einem Schulprojekt, mit dem sie einfach nur die Welt verbessern sollen. Der Zyniker geht davon aus, dass - wie in den Klassen zuvor - zwei dutzend Leergutsammlungen dabei rauskommen.

Trevor jedoch nimmt die Sache sehr ernst und bastelt sich ein Schneeballsystem für "gute Taten" zurecht. Man muss jemandem Hilfe leisten, der ohne diese Hilfe aufgeschmissen wäre und es darf für den Helfer selbst auch nicht gerade einfach sein. Der Geholfene muss versprechen, als Gegenleistung seinerseits drei Menschen zu helfen.

In einem Selbstversuch fängt Trevor mit einem Obdachlosen an, den er mit nach Hause nimmt und ihm zu Essen gibt, wovon Arlene McKinney natürlich überhaupt nicht einverstanden ist. Völlig überfordert scheint der Junge aber zu sein, als er versucht seine Mutter und den Lehrer miteinander zu verkuppeln.

Unbemerkt vom Initiator entwickelt die Sache die gewünschte Eigendynamik, verbreitet sich schleichend über das ganze Land und gelangt bis zu einem Journalisten, dem bei einer nächtlichen Autopanne ein Luxuswagen geschenkt wird. Seine Recherchen führen ihn tatsächlich zu Trevor und einem tragischen Ende.

Meinung
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Nanu, dachte ich mir so. Helen Hunt (sagenhaft in Besser gehts nicht), Kevin Spacey, der brillante Minimalist und der zweifellos hoch talentierte Haley Joel Osment in einem Film von Mimi Project: Peacemaker Leder. Das muss doch die 3,00 Euro pay-per-view-Gebühr bei Premiere World wert sein. Selbst schuld, ich hätte gewarnt sein sollen, immerhin hat Frau Leder auch schon Deep Impact vergeigt.

Hier allerdings hat sie sich selbst übertroffen; selten wurde eine Story mit so viel Potential derart dünn verfilmt. Da die Story in Las Vegas spielt, könnte Leder aus dem Vollen greifen, die ganze Scheinwelt aus Glitter und Oberflächlichkeit zusammenbrechen lassen und die fast schon perverse Diskrepanz zwischen Arm und Reich aufzeigen. Stattdessen nur Pathos und aufgesetzt wirkende Einzelschicksale, die trotz der wirklich gut agierenden Darstellerriege zur reinen Effekthascherei verkommen.

Dabei hätte der Film in den richtigen Händen einschlagen können wie eine Bombe. Rob Reiner eventuell, der bereits mehrfach bewiesen hat, dass er Tragik und Komödie sehr gut mit Hilfe eines Schusses Satire miteinander verbinden kann. So jedoch blieb mir am Ende des Films nur das zwiespältige Gefühl, eine richtig gute Geschichte äußerst mies erzählt bekommen zu haben. Da half auch das beeindruckende Spiel von Angie Dickinson (als alkoholkranke und obdachlose Großmutter von Trevor) nicht mehr.

Fazit: Lest lieber das Buch, die Story ist es wert.

Das Glücksprinzip
Pay It Forward, USA 2000, ca. 123 Minuten, FSK 12
Regie: Mimi Leder

Darsteller (Rolle)
Kevin Spacey (Eugene Simonet)
Helen Hunt (Arlene McKinney)
Haley Joel Osment (Trevor McKinney)
Angie Dickinson (Grace, Trevors Großmutter)

22 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Gabri

    12.05.2002, 21:56 Uhr von Gabri
    Bewertung: sehr hilfreich

    Interessanter Bericht, auch wenn die Geschichte etwas kurz erwähnt ist. Gruss Gabri

  • Barney

    12.05.2002, 19:58 Uhr von Barney
    Bewertung: sehr hilfreich

    Die Handlung macht irgendwie neugierig. Gut geschrieben.

  • Borg7of9

    12.05.2002, 19:56 Uhr von Borg7of9
    Bewertung: sehr hilfreich

    Trotz deiner eher negativen Kritik hat es mich neugierig gemacht, diesen Film anzuschauen. Denn die Story an sich hat etwas sehr interessantes auf sich.