Erfahrungsbericht von DieEine
Unschuldig und doch schuldig?
Pro:
Kevin Spacey, bedrückende Geschichte, hammerharter Schluss, regt zum Nachdenken an, ist einfach anders als andere Filme über die Todesstrafe
Kontra:
Spannung wird manchmal unnötig in die Länge gezogen, man sollte den Film nicht alleine gucken
Empfehlung:
Ja
Letztes Wochenende war ich nach langer Zeit mal wieder in der Videothek und hab mir ein paar Filme ausgeliehen, die ich im Kino verpasst hatte oder wo ich niemanden gefunden habe, der mit mir reingeht. \"Das Leben des David Gale\" war einer dieser Filme, für den ich keine meiner Freunde begeistern konnte und so musste ich mir den mit \"Thriller\" betitelten Film eben alleine angucken.
Der Film hat mich so bewegt wie schon lange kein Film mehr - um meinen Eindruck mal vorwegzunehmen - und deshalb möchte ich Euch heute darüber berichten. Komme ich aber erstmal zum Inhalt, den ich mal kurz anreißen werde.
Die Geschichte des David Gale
***************************
David Gale (Kevin Spacey) ist Philosophie-Professor und neben seinem Job an der Uni Aktivist gegen die Todesstrafe im Bundesstaat Texas.
In seiner Ehe kriselt es gewaltig, aber bei seinen Studenten ist er sehr beliebt, so beliebt sogar, dass die junge Belinne ihn verführt. Allerdings zeigt sie ihn am nächsten Tag wegen Vergewaltigung bei der Polizei an und ruiniert damit seine berufliche und auch seine private Karriere.
Die Anzeige wird zwar zurückgezogen, aber fortan ist keine Universität bereit ihn als Professor einzustellen. Als auch noch seine Frau und sein Sohn ihn verlassen, fängt er an zu trinken und so langsam aber sicher geht sein Leben den Bach runter. Einzigst seine Kollegin bei \"Death Watch\", Constance, hält zu ihm.
Diese Frau soll David Gale später vergewaltigt und auf brutale Weise umgebracht haben, weshalb er jetzt in der Todeszelle sitzt und auf seine Hinrichtung wartet.
Vor seiner Todesspritze möchte Gale seine Geschichte allerdings noch einer Journalistin erzählen. Für diesen Job hat er sich die junge Journalistin Bitsy Bloom (Kate Winslet) ausgesucht, die ihn vier Tage vor seine Hinrichtung interviewen darf.
In intimen Gesprächen mit Gale wird Bitsy von seiner Unschuld überzeugt. Gale erzählt ihr, dass es wohl ein Video von dem Mord an Constance geben wird, das ihn entlasten könnte und tatsächlich findet Bitsy in ihrem Hotelzimmer bald einen Ausschnitt dieses Video, was sie restlos von der Unschuld Gales überzeugt.
Sofort nimmt sie sich dem Fall an und versucht das Video zu finden, Gales Unschuld zu beweisen und damit sein Leben zu retten. Ein Kampf gegen die Zeit beginnt...
Die Meinung von Edelgroove
*************************
Heftig, einfach nur heftig. Das war meine erste Reaktion als der Abspann lief. Vielleicht gehe ich an manche Filme zu unbedarft ran, aber ich hatte mit dem Schluss wirklich nicht gerechnet.
Die grandiose schauspielerische Leistung von Kevin Spacey haben mich die ganze Zeit an die Unschuld David Gales glauben lassen und ich habe wirklich richtig mitgefiebert, ob die Journalistin die Unschuld beweisen könnte.
Ich mag den Schluss des Films hier nicht verraten, weil ich denke, dass sich einige Leser den Film vielleicht noch ansehen werden. Nur soviel sei verraten. David Gale ist unschuldig. Oder etwa nicht? Über diese Frage kann man am Ende des Films noch gut diskutieren, ebenso wie über die Frage nach der Notwendigkeit der Todesstrafe. Sind die Leute, die den Mördern die Spritze verabreichen nicht auch Mörder?
Die eigentlich Frage, um die es David Gale und seinen Mitstreitern bei \"Death Watch\" geht, ist die, ob es nicht passieren kann, dass Unschuldige zum Tode verurteilt werden. Ist das System wirklich so sicher? Wie muss David Gale sich als Gegner der Todesstrafe und augenscheinlich Unschuldiger in der Todeszelle fühlen?
Ich finde die Gefühle sind in dem Film wirklich sehr gut dargestellt, der Film hat durchweg eine sehr gedrückte Stimmung, die sich im Wetter widerspiegelt, aber auch in der Kleidung der Akteure. Einfach alles ist dunkel, trist und traurig in dem Film und am Ende bekommt man als Zuschauer auch noch einen dicken Knüppel vors Gesicht geschlagen.
Beinahe hätte ich am Ende auch ein paar Tränen verdrückt, weil ich so geschockt war. Nicht, weil mich der Schluss so wahnsinnig schockiert hätte, ich hätte einfach heulen können über die Entscheidung, die David Gale getroffen hat und über die Stärke dieses Menschen.
Gut, wie sagt man so schön: \"ist ja nur ein Film\", aber es gibt im realen Leben viele Menschen, die bereit sind für eine Sache zu sterben und sowas berührt mich eben immer.
Allerdings gibt es eine Sache, die mich an dem Film ein bisschen genervt hat - was mich an vielen Filmen nervt: lahmarschige Frauen.
Bitsy verhält sich am Schluss des Films so dämlich, dass man am Liebsten durch den Fernseher kriechen möchte, um die Frau anzubrüllen und ich saß wirklich in meinem Sessel und hab gesagt \"nun geh doch endlich los zu dumme Kuh, hör auf zu heulen und renn\".
Es macht mich wahnsinnig, wenn durch solche Szenen, wo jemand einfach bewegungslos dasteht oder unnötige Zeit vergeudet, die Spannung unerträglich in die Länge gezogen wird.
Edelgrooves Fazit
***************
\"Das Leben des David Gale\" ist ein sehr bedrückender Film, der aber nicht nur für anspruchsvolle Menschen gedacht ist, da er wirklich auch sehr spannend ist. Als Thriller würde ich ihn zwar nicht unbedingt bezeichnen, sondern eher als Drama, aber denke, dass \"Thriller\" einfach mehr Menschen anspricht.
Ich kann den Film nur empfehlen, allerdings empfehle ich, den Film nicht alleine zu gucken, da man am Ende auf jeden Fall einen Diskussionspartner braucht.
Der Film hat mich so bewegt wie schon lange kein Film mehr - um meinen Eindruck mal vorwegzunehmen - und deshalb möchte ich Euch heute darüber berichten. Komme ich aber erstmal zum Inhalt, den ich mal kurz anreißen werde.
Die Geschichte des David Gale
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David Gale (Kevin Spacey) ist Philosophie-Professor und neben seinem Job an der Uni Aktivist gegen die Todesstrafe im Bundesstaat Texas.
In seiner Ehe kriselt es gewaltig, aber bei seinen Studenten ist er sehr beliebt, so beliebt sogar, dass die junge Belinne ihn verführt. Allerdings zeigt sie ihn am nächsten Tag wegen Vergewaltigung bei der Polizei an und ruiniert damit seine berufliche und auch seine private Karriere.
Die Anzeige wird zwar zurückgezogen, aber fortan ist keine Universität bereit ihn als Professor einzustellen. Als auch noch seine Frau und sein Sohn ihn verlassen, fängt er an zu trinken und so langsam aber sicher geht sein Leben den Bach runter. Einzigst seine Kollegin bei \"Death Watch\", Constance, hält zu ihm.
Diese Frau soll David Gale später vergewaltigt und auf brutale Weise umgebracht haben, weshalb er jetzt in der Todeszelle sitzt und auf seine Hinrichtung wartet.
Vor seiner Todesspritze möchte Gale seine Geschichte allerdings noch einer Journalistin erzählen. Für diesen Job hat er sich die junge Journalistin Bitsy Bloom (Kate Winslet) ausgesucht, die ihn vier Tage vor seine Hinrichtung interviewen darf.
In intimen Gesprächen mit Gale wird Bitsy von seiner Unschuld überzeugt. Gale erzählt ihr, dass es wohl ein Video von dem Mord an Constance geben wird, das ihn entlasten könnte und tatsächlich findet Bitsy in ihrem Hotelzimmer bald einen Ausschnitt dieses Video, was sie restlos von der Unschuld Gales überzeugt.
Sofort nimmt sie sich dem Fall an und versucht das Video zu finden, Gales Unschuld zu beweisen und damit sein Leben zu retten. Ein Kampf gegen die Zeit beginnt...
Die Meinung von Edelgroove
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Heftig, einfach nur heftig. Das war meine erste Reaktion als der Abspann lief. Vielleicht gehe ich an manche Filme zu unbedarft ran, aber ich hatte mit dem Schluss wirklich nicht gerechnet.
Die grandiose schauspielerische Leistung von Kevin Spacey haben mich die ganze Zeit an die Unschuld David Gales glauben lassen und ich habe wirklich richtig mitgefiebert, ob die Journalistin die Unschuld beweisen könnte.
Ich mag den Schluss des Films hier nicht verraten, weil ich denke, dass sich einige Leser den Film vielleicht noch ansehen werden. Nur soviel sei verraten. David Gale ist unschuldig. Oder etwa nicht? Über diese Frage kann man am Ende des Films noch gut diskutieren, ebenso wie über die Frage nach der Notwendigkeit der Todesstrafe. Sind die Leute, die den Mördern die Spritze verabreichen nicht auch Mörder?
Die eigentlich Frage, um die es David Gale und seinen Mitstreitern bei \"Death Watch\" geht, ist die, ob es nicht passieren kann, dass Unschuldige zum Tode verurteilt werden. Ist das System wirklich so sicher? Wie muss David Gale sich als Gegner der Todesstrafe und augenscheinlich Unschuldiger in der Todeszelle fühlen?
Ich finde die Gefühle sind in dem Film wirklich sehr gut dargestellt, der Film hat durchweg eine sehr gedrückte Stimmung, die sich im Wetter widerspiegelt, aber auch in der Kleidung der Akteure. Einfach alles ist dunkel, trist und traurig in dem Film und am Ende bekommt man als Zuschauer auch noch einen dicken Knüppel vors Gesicht geschlagen.
Beinahe hätte ich am Ende auch ein paar Tränen verdrückt, weil ich so geschockt war. Nicht, weil mich der Schluss so wahnsinnig schockiert hätte, ich hätte einfach heulen können über die Entscheidung, die David Gale getroffen hat und über die Stärke dieses Menschen.
Gut, wie sagt man so schön: \"ist ja nur ein Film\", aber es gibt im realen Leben viele Menschen, die bereit sind für eine Sache zu sterben und sowas berührt mich eben immer.
Allerdings gibt es eine Sache, die mich an dem Film ein bisschen genervt hat - was mich an vielen Filmen nervt: lahmarschige Frauen.
Bitsy verhält sich am Schluss des Films so dämlich, dass man am Liebsten durch den Fernseher kriechen möchte, um die Frau anzubrüllen und ich saß wirklich in meinem Sessel und hab gesagt \"nun geh doch endlich los zu dumme Kuh, hör auf zu heulen und renn\".
Es macht mich wahnsinnig, wenn durch solche Szenen, wo jemand einfach bewegungslos dasteht oder unnötige Zeit vergeudet, die Spannung unerträglich in die Länge gezogen wird.
Edelgrooves Fazit
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\"Das Leben des David Gale\" ist ein sehr bedrückender Film, der aber nicht nur für anspruchsvolle Menschen gedacht ist, da er wirklich auch sehr spannend ist. Als Thriller würde ich ihn zwar nicht unbedingt bezeichnen, sondern eher als Drama, aber denke, dass \"Thriller\" einfach mehr Menschen anspricht.
Ich kann den Film nur empfehlen, allerdings empfehle ich, den Film nicht alleine zu gucken, da man am Ende auf jeden Fall einen Diskussionspartner braucht.
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