Das Schweigen der Lämmer (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von R.D.L.A.
Hannibal at its best!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Im allgemeinen Hannibal Trubel, der durch den gerade im Kino angelaufenen „Der Rote Drache“ erneut geschürt wurde lief letztens auf RTL „Das Schweigen der Lämmer“, also der Film mit dem alles begann. Eigentlich handelt es sich dabei in der Reihenfolge um den zweiten Film, während „Der Rote Drache“ der eigentliche Beginn ist. „Das Schweigen der Lämmer gilt als bisher bester Film der Trilogie, wobei ich mir von „Der Rote Drache“ noch kein Bild machen konnte.
Clarice Sterling wird von ihrem Vorgesetzten Jack Crawford zu dem Psychopathen Dr. Hannibal Lecter geschickt, um von ihm etwas über die Psyche von Serienkillern zu erfahren. Sterling ist noch in der Ausbildung zum Agent, doch sie ist psychologisch geschult und man glaubt, dass Lecter eher mit einem Beginner redet, als mit einem alten Hasen.
Der eigentliche Grund für die Befragung Lecters ist der aktuelle Serienkiller, der nur als Buffalo Bill bekannt ist. Buffalo Bill scheint selber ein Psychopath zu sein, der seine Opfer teilweise häutet und in Seen versenkt. Lecter soll nun dessen Psyche ergründen.
Doch er ist schlauer als die meisten annehmen und er zwingt Clarice Sterling seine eigenen Spielchen auf, hilft ihr jedoch auch bei der Ermittlung weiter.
Dazu mischt sich noch sein Psychologe Dr. Chilton mit in die Angelegenheit ein, was jedoch fürchterliche Konsequenzen hat. Dazu hat Buffalo Bill ein weiteres Opfer entführt und die Zeit für die Ermittler wird denkbar knapp.
Im Grunde eine fast sehr gut durchdachte Story. Nur der Punkt, dass man eine noch nicht einmal vollkommen ausgebildete FBI Agentin zu einem der gefährlichsten inhaftierten Männer schickt, scheint doch ein wenig weit her geholt zu sein. Dafür wird jedoch eine halbwegs akzeptable Erklärung gefunden. Im Großen und Ganzen kann die Geschichte jedoch überzeugen und scheint in sich, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, doch recht logisch zu sein.
Getragen wird der Film vor allem von den beiden genialen Hauptdarstellern. Da wäre zum einen Anthony Hopkins, der fast schon nur noch als Hannibal Lecter bekannt zu sein scheint. Und dabei handelt es sich in gewisser Weise wirklich um seine Paraderolle. Und speziell in „Das Schweigen der Lämmer“ weiß er mehr als nur zu überzeugen. Seine Mimik und seine sehr zurückhaltende Gestik sind schlichtweg genial.
Ihm in nichts nach steht Jodie Foster, der man die Entwicklung zur Agentin im förmlich sehen und sehr gut nachvollziehen kann. Dabei kann man vor allem zu Beginn des Films deutlich die Unsicherheit ihres Charakters sehen, den sie mit der Zeit jedoch mehr und mehr abschüttelt.
Kein Wunder also, dass gerade die Gespräche zwischen Clarice Sterling und Dr. Hannibal Lecter zu den absoluten Höhepunkten des Films gehören. Besonders sticht ihr erstes Aufeinandertreffen heraus, bei dem sich beide erst einmal beschnuppern und man vor allem von Sterlings Seite ihre Unsicherheit sieht, die ihr Lecter schonungslos aufzeigt. Beide Darsteller haben 1992 zurecht einen Oscar bekommen.
Bei dieser grandiosen Leistung ist es natürlich schwer für die anderen Darsteller mitzuhalten. Doch auch Scott Glenn, der Sterlings Vorgesetzten mimt und Ted Levine, der Buffalo Bill spielt, können ihren Rollen, so unterschiedlich sie auch angelegt sind, die Nötige Glaubhaftigkeit vermitteln.
Regisseur Jonathan Demme legte bei „Das Schweigen der Lämmer“ sehr viel wert aufs Detail. Man könnte ihn fast mit der Figur des Buffalo Bill vergleichen, der ähnlich detailgetreu an sein „Werk“ geht. Dabei gelingt es Demme nicht nur die Schauspieler ins recht Licht zu rücken, sondern er legt auch sehr viel wert auf das Umfeld in der die Handlung spielt. So wechselt er nicht von Schauplatz zu Schauplatz, sondern zeigt immer auch einen Teil des Umfeldes, in der die Szene gerade spielt. So bekommt der Zuschauer einen Einblick in das Gesamte Umfeld des Films und vieles wirkt so sehr real und somit spannungssteigernd.
Die Spannung wird zusätzlich noch von der immer ruhig bleibenden Musik gesteigert. Dies ist schon direkt zu Filmbeginn der Fall, als Sterling ihr Trainingsprogramm absolviert. Dabei läuft schon im Off eine fast schon psychedelische Musik, die den Zuschauer schon etwas schlimmes ahnen lässt, obwohl noch nichts tragisches ansteht. Diese Art der Hintergrundmusik zieht sich durch den gesamten Film.
Um die Darsteller noch besser in Szene zu setzten, arbeitet die Kamera sehr viel mit Gesichtsaufnahmen. Das führt dazu, dass man sehr oft die Augen der Darsteller zu sehen bekommt und man schon an den Augen erkennen kann, wie gut oder schlecht gespielt wird. Und dank der wirklich guten Leistung führen diese Nahaufnahmen zu einem ungemein intensiven Erleben des Films. Man kann in den Augen der Darsteller schon ihre Gefühle erkennen. Dies ist meistens auch durch nicht so nahe Aufnahmen der Fall, wird durch diese jedoch noch weiter verstärkt.
Insgesamt kann man sagen, dass Jonathan Demme mit „Das Schweigen der Lämmer“ ein wirklich großer Film gelungen ist, der nicht zu Unrecht die wichtigsten Oscars gewann (auch wenn dies eigentlich kein Kriterium für einen guten Film ist). An diesem Film hat sich auf jeden Fall „Hannibal“ und ich befürchte auch schon “Der Rote Drache“ zumindest einen Zahn abgebrochen.
Der Film kann sowohl was Spannung, als auch was schauspielerische Leistung angeht absolut überzeugen. Hinzu kommt noch eine außerordentliche Detailtreue. Abzüge gibt es jedoch für einige, kleinere Teile der Story, die nicht ganz so passen wollen. Diese sind jedoch auch eher nicht gravierend. Und so bekommt „Das Schweigen der Lämmer“ 9 von 10 möglichen Punkten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-21 21:25:14 mit dem Titel Hannibal at its best!
Im allgemeinen Hannibal Trubel, der durch den gerade im Kino angelaufenen „Der Rote Drache“ erneut geschürt wurde lief letztens auf RTL „Das Schweigen der Lämmer“, also der Film mit dem alles begann. Eigentlich handelt es sich dabei in der Reihenfolge um den zweiten Film, während „Der Rote Drache“ der eigentliche Beginn ist. „Das Schweigen der Lämmer gilt als bisher bester Film der Trilogie, wobei ich mir von „Der Rote Drache“ noch kein Bild machen konnte.
Clarice Sterling wird von ihrem Vorgesetzten Jack Crawford zu dem Psychopathen Dr. Hannibal Lecter geschickt, um von ihm etwas über die Psyche von Serienkillern zu erfahren. Sterling ist noch in der Ausbildung zum Agent, doch sie ist psychologisch geschult und man glaubt, dass Lecter eher mit einem Beginner redet, als mit einem alten Hasen.
Der eigentliche Grund für die Befragung Lecters ist der aktuelle Serienkiller, der nur als Buffalo Bill bekannt ist. Buffalo Bill scheint selber ein Psychopath zu sein, der seine Opfer teilweise häutet und in Seen versenkt. Lecter soll nun dessen Psyche ergründen.
Doch er ist schlauer als die meisten annehmen und er zwingt Clarice Sterling seine eigenen Spielchen auf, hilft ihr jedoch auch bei der Ermittlung weiter.
Dazu mischt sich noch sein Psychologe Dr. Chilton mit in die Angelegenheit ein, was jedoch fürchterliche Konsequenzen hat. Dazu hat Buffalo Bill ein weiteres Opfer entführt und die Zeit für die Ermittler wird denkbar knapp.
Im Grunde eine fast sehr gut durchdachte Story. Nur der Punkt, dass man eine noch nicht einmal vollkommen ausgebildete FBI Agentin zu einem der gefährlichsten inhaftierten Männer schickt, scheint doch ein wenig weit her geholt zu sein. Dafür wird jedoch eine halbwegs akzeptable Erklärung gefunden. Im Großen und Ganzen kann die Geschichte jedoch überzeugen und scheint in sich, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, doch recht logisch zu sein.
Getragen wird der Film vor allem von den beiden genialen Hauptdarstellern. Da wäre zum einen Anthony Hopkins, der fast schon nur noch als Hannibal Lecter bekannt zu sein scheint. Und dabei handelt es sich in gewisser Weise wirklich um seine Paraderolle. Und speziell in „Das Schweigen der Lämmer“ weiß er mehr als nur zu überzeugen. Seine Mimik und seine sehr zurückhaltende Gestik sind schlichtweg genial.
Ihm in nichts nach steht Jodie Foster, der man die Entwicklung zur Agentin im förmlich sehen und sehr gut nachvollziehen kann. Dabei kann man vor allem zu Beginn des Films deutlich die Unsicherheit ihres Charakters sehen, den sie mit der Zeit jedoch mehr und mehr abschüttelt.
Kein Wunder also, dass gerade die Gespräche zwischen Clarice Sterling und Dr. Hannibal Lecter zu den absoluten Höhepunkten des Films gehören. Besonders sticht ihr erstes Aufeinandertreffen heraus, bei dem sich beide erst einmal beschnuppern und man vor allem von Sterlings Seite ihre Unsicherheit sieht, die ihr Lecter schonungslos aufzeigt. Beide Darsteller haben 1992 zurecht einen Oscar bekommen.
Bei dieser grandiosen Leistung ist es natürlich schwer für die anderen Darsteller mitzuhalten. Doch auch Scott Glenn, der Sterlings Vorgesetzten mimt und Ted Levine, der Buffalo Bill spielt, können ihren Rollen, so unterschiedlich sie auch angelegt sind, die Nötige Glaubhaftigkeit vermitteln.
Regisseur Jonathan Demme legte bei „Das Schweigen der Lämmer“ sehr viel wert aufs Detail. Man könnte ihn fast mit der Figur des Buffalo Bill vergleichen, der ähnlich detailgetreu an sein „Werk“ geht. Dabei gelingt es Demme nicht nur die Schauspieler ins recht Licht zu rücken, sondern er legt auch sehr viel wert auf das Umfeld in der die Handlung spielt. So wechselt er nicht von Schauplatz zu Schauplatz, sondern zeigt immer auch einen Teil des Umfeldes, in der die Szene gerade spielt. So bekommt der Zuschauer einen Einblick in das Gesamte Umfeld des Films und vieles wirkt so sehr real und somit spannungssteigernd.
Die Spannung wird zusätzlich noch von der immer ruhig bleibenden Musik gesteigert. Dies ist schon direkt zu Filmbeginn der Fall, als Sterling ihr Trainingsprogramm absolviert. Dabei läuft schon im Off eine fast schon psychedelische Musik, die den Zuschauer schon etwas schlimmes ahnen lässt, obwohl noch nichts tragisches ansteht. Diese Art der Hintergrundmusik zieht sich durch den gesamten Film.
Um die Darsteller noch besser in Szene zu setzten, arbeitet die Kamera sehr viel mit Gesichtsaufnahmen. Das führt dazu, dass man sehr oft die Augen der Darsteller zu sehen bekommt und man schon an den Augen erkennen kann, wie gut oder schlecht gespielt wird. Und dank der wirklich guten Leistung führen diese Nahaufnahmen zu einem ungemein intensiven Erleben des Films. Man kann in den Augen der Darsteller schon ihre Gefühle erkennen. Dies ist meistens auch durch nicht so nahe Aufnahmen der Fall, wird durch diese jedoch noch weiter verstärkt.
Insgesamt kann man sagen, dass Jonathan Demme mit „Das Schweigen der Lämmer“ ein wirklich großer Film gelungen ist, der nicht zu Unrecht die wichtigsten Oscars gewann (auch wenn dies eigentlich kein Kriterium für einen guten Film ist). An diesem Film hat sich auf jeden Fall „Hannibal“ und ich befürchte auch schon “Der Rote Drache“ zumindest einen Zahn abgebrochen.
Der Film kann sowohl was Spannung, als auch was schauspielerische Leistung angeht absolut überzeugen. Hinzu kommt noch eine außerordentliche Detailtreue. Abzüge gibt es jedoch für einige, kleinere Teile der Story, die nicht ganz so passen wollen. Diese sind jedoch auch eher nicht gravierend. Und so bekommt „Das Schweigen der Lämmer“ 9 von 10 möglichen Punkten.
Clarice Sterling wird von ihrem Vorgesetzten Jack Crawford zu dem Psychopathen Dr. Hannibal Lecter geschickt, um von ihm etwas über die Psyche von Serienkillern zu erfahren. Sterling ist noch in der Ausbildung zum Agent, doch sie ist psychologisch geschult und man glaubt, dass Lecter eher mit einem Beginner redet, als mit einem alten Hasen.
Der eigentliche Grund für die Befragung Lecters ist der aktuelle Serienkiller, der nur als Buffalo Bill bekannt ist. Buffalo Bill scheint selber ein Psychopath zu sein, der seine Opfer teilweise häutet und in Seen versenkt. Lecter soll nun dessen Psyche ergründen.
Doch er ist schlauer als die meisten annehmen und er zwingt Clarice Sterling seine eigenen Spielchen auf, hilft ihr jedoch auch bei der Ermittlung weiter.
Dazu mischt sich noch sein Psychologe Dr. Chilton mit in die Angelegenheit ein, was jedoch fürchterliche Konsequenzen hat. Dazu hat Buffalo Bill ein weiteres Opfer entführt und die Zeit für die Ermittler wird denkbar knapp.
Im Grunde eine fast sehr gut durchdachte Story. Nur der Punkt, dass man eine noch nicht einmal vollkommen ausgebildete FBI Agentin zu einem der gefährlichsten inhaftierten Männer schickt, scheint doch ein wenig weit her geholt zu sein. Dafür wird jedoch eine halbwegs akzeptable Erklärung gefunden. Im Großen und Ganzen kann die Geschichte jedoch überzeugen und scheint in sich, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, doch recht logisch zu sein.
Getragen wird der Film vor allem von den beiden genialen Hauptdarstellern. Da wäre zum einen Anthony Hopkins, der fast schon nur noch als Hannibal Lecter bekannt zu sein scheint. Und dabei handelt es sich in gewisser Weise wirklich um seine Paraderolle. Und speziell in „Das Schweigen der Lämmer“ weiß er mehr als nur zu überzeugen. Seine Mimik und seine sehr zurückhaltende Gestik sind schlichtweg genial.
Ihm in nichts nach steht Jodie Foster, der man die Entwicklung zur Agentin im förmlich sehen und sehr gut nachvollziehen kann. Dabei kann man vor allem zu Beginn des Films deutlich die Unsicherheit ihres Charakters sehen, den sie mit der Zeit jedoch mehr und mehr abschüttelt.
Kein Wunder also, dass gerade die Gespräche zwischen Clarice Sterling und Dr. Hannibal Lecter zu den absoluten Höhepunkten des Films gehören. Besonders sticht ihr erstes Aufeinandertreffen heraus, bei dem sich beide erst einmal beschnuppern und man vor allem von Sterlings Seite ihre Unsicherheit sieht, die ihr Lecter schonungslos aufzeigt. Beide Darsteller haben 1992 zurecht einen Oscar bekommen.
Bei dieser grandiosen Leistung ist es natürlich schwer für die anderen Darsteller mitzuhalten. Doch auch Scott Glenn, der Sterlings Vorgesetzten mimt und Ted Levine, der Buffalo Bill spielt, können ihren Rollen, so unterschiedlich sie auch angelegt sind, die Nötige Glaubhaftigkeit vermitteln.
Regisseur Jonathan Demme legte bei „Das Schweigen der Lämmer“ sehr viel wert aufs Detail. Man könnte ihn fast mit der Figur des Buffalo Bill vergleichen, der ähnlich detailgetreu an sein „Werk“ geht. Dabei gelingt es Demme nicht nur die Schauspieler ins recht Licht zu rücken, sondern er legt auch sehr viel wert auf das Umfeld in der die Handlung spielt. So wechselt er nicht von Schauplatz zu Schauplatz, sondern zeigt immer auch einen Teil des Umfeldes, in der die Szene gerade spielt. So bekommt der Zuschauer einen Einblick in das Gesamte Umfeld des Films und vieles wirkt so sehr real und somit spannungssteigernd.
Die Spannung wird zusätzlich noch von der immer ruhig bleibenden Musik gesteigert. Dies ist schon direkt zu Filmbeginn der Fall, als Sterling ihr Trainingsprogramm absolviert. Dabei läuft schon im Off eine fast schon psychedelische Musik, die den Zuschauer schon etwas schlimmes ahnen lässt, obwohl noch nichts tragisches ansteht. Diese Art der Hintergrundmusik zieht sich durch den gesamten Film.
Um die Darsteller noch besser in Szene zu setzten, arbeitet die Kamera sehr viel mit Gesichtsaufnahmen. Das führt dazu, dass man sehr oft die Augen der Darsteller zu sehen bekommt und man schon an den Augen erkennen kann, wie gut oder schlecht gespielt wird. Und dank der wirklich guten Leistung führen diese Nahaufnahmen zu einem ungemein intensiven Erleben des Films. Man kann in den Augen der Darsteller schon ihre Gefühle erkennen. Dies ist meistens auch durch nicht so nahe Aufnahmen der Fall, wird durch diese jedoch noch weiter verstärkt.
Insgesamt kann man sagen, dass Jonathan Demme mit „Das Schweigen der Lämmer“ ein wirklich großer Film gelungen ist, der nicht zu Unrecht die wichtigsten Oscars gewann (auch wenn dies eigentlich kein Kriterium für einen guten Film ist). An diesem Film hat sich auf jeden Fall „Hannibal“ und ich befürchte auch schon “Der Rote Drache“ zumindest einen Zahn abgebrochen.
Der Film kann sowohl was Spannung, als auch was schauspielerische Leistung angeht absolut überzeugen. Hinzu kommt noch eine außerordentliche Detailtreue. Abzüge gibt es jedoch für einige, kleinere Teile der Story, die nicht ganz so passen wollen. Diese sind jedoch auch eher nicht gravierend. Und so bekommt „Das Schweigen der Lämmer“ 9 von 10 möglichen Punkten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-21 21:25:14 mit dem Titel Hannibal at its best!
Im allgemeinen Hannibal Trubel, der durch den gerade im Kino angelaufenen „Der Rote Drache“ erneut geschürt wurde lief letztens auf RTL „Das Schweigen der Lämmer“, also der Film mit dem alles begann. Eigentlich handelt es sich dabei in der Reihenfolge um den zweiten Film, während „Der Rote Drache“ der eigentliche Beginn ist. „Das Schweigen der Lämmer gilt als bisher bester Film der Trilogie, wobei ich mir von „Der Rote Drache“ noch kein Bild machen konnte.
Clarice Sterling wird von ihrem Vorgesetzten Jack Crawford zu dem Psychopathen Dr. Hannibal Lecter geschickt, um von ihm etwas über die Psyche von Serienkillern zu erfahren. Sterling ist noch in der Ausbildung zum Agent, doch sie ist psychologisch geschult und man glaubt, dass Lecter eher mit einem Beginner redet, als mit einem alten Hasen.
Der eigentliche Grund für die Befragung Lecters ist der aktuelle Serienkiller, der nur als Buffalo Bill bekannt ist. Buffalo Bill scheint selber ein Psychopath zu sein, der seine Opfer teilweise häutet und in Seen versenkt. Lecter soll nun dessen Psyche ergründen.
Doch er ist schlauer als die meisten annehmen und er zwingt Clarice Sterling seine eigenen Spielchen auf, hilft ihr jedoch auch bei der Ermittlung weiter.
Dazu mischt sich noch sein Psychologe Dr. Chilton mit in die Angelegenheit ein, was jedoch fürchterliche Konsequenzen hat. Dazu hat Buffalo Bill ein weiteres Opfer entführt und die Zeit für die Ermittler wird denkbar knapp.
Im Grunde eine fast sehr gut durchdachte Story. Nur der Punkt, dass man eine noch nicht einmal vollkommen ausgebildete FBI Agentin zu einem der gefährlichsten inhaftierten Männer schickt, scheint doch ein wenig weit her geholt zu sein. Dafür wird jedoch eine halbwegs akzeptable Erklärung gefunden. Im Großen und Ganzen kann die Geschichte jedoch überzeugen und scheint in sich, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, doch recht logisch zu sein.
Getragen wird der Film vor allem von den beiden genialen Hauptdarstellern. Da wäre zum einen Anthony Hopkins, der fast schon nur noch als Hannibal Lecter bekannt zu sein scheint. Und dabei handelt es sich in gewisser Weise wirklich um seine Paraderolle. Und speziell in „Das Schweigen der Lämmer“ weiß er mehr als nur zu überzeugen. Seine Mimik und seine sehr zurückhaltende Gestik sind schlichtweg genial.
Ihm in nichts nach steht Jodie Foster, der man die Entwicklung zur Agentin im förmlich sehen und sehr gut nachvollziehen kann. Dabei kann man vor allem zu Beginn des Films deutlich die Unsicherheit ihres Charakters sehen, den sie mit der Zeit jedoch mehr und mehr abschüttelt.
Kein Wunder also, dass gerade die Gespräche zwischen Clarice Sterling und Dr. Hannibal Lecter zu den absoluten Höhepunkten des Films gehören. Besonders sticht ihr erstes Aufeinandertreffen heraus, bei dem sich beide erst einmal beschnuppern und man vor allem von Sterlings Seite ihre Unsicherheit sieht, die ihr Lecter schonungslos aufzeigt. Beide Darsteller haben 1992 zurecht einen Oscar bekommen.
Bei dieser grandiosen Leistung ist es natürlich schwer für die anderen Darsteller mitzuhalten. Doch auch Scott Glenn, der Sterlings Vorgesetzten mimt und Ted Levine, der Buffalo Bill spielt, können ihren Rollen, so unterschiedlich sie auch angelegt sind, die Nötige Glaubhaftigkeit vermitteln.
Regisseur Jonathan Demme legte bei „Das Schweigen der Lämmer“ sehr viel wert aufs Detail. Man könnte ihn fast mit der Figur des Buffalo Bill vergleichen, der ähnlich detailgetreu an sein „Werk“ geht. Dabei gelingt es Demme nicht nur die Schauspieler ins recht Licht zu rücken, sondern er legt auch sehr viel wert auf das Umfeld in der die Handlung spielt. So wechselt er nicht von Schauplatz zu Schauplatz, sondern zeigt immer auch einen Teil des Umfeldes, in der die Szene gerade spielt. So bekommt der Zuschauer einen Einblick in das Gesamte Umfeld des Films und vieles wirkt so sehr real und somit spannungssteigernd.
Die Spannung wird zusätzlich noch von der immer ruhig bleibenden Musik gesteigert. Dies ist schon direkt zu Filmbeginn der Fall, als Sterling ihr Trainingsprogramm absolviert. Dabei läuft schon im Off eine fast schon psychedelische Musik, die den Zuschauer schon etwas schlimmes ahnen lässt, obwohl noch nichts tragisches ansteht. Diese Art der Hintergrundmusik zieht sich durch den gesamten Film.
Um die Darsteller noch besser in Szene zu setzten, arbeitet die Kamera sehr viel mit Gesichtsaufnahmen. Das führt dazu, dass man sehr oft die Augen der Darsteller zu sehen bekommt und man schon an den Augen erkennen kann, wie gut oder schlecht gespielt wird. Und dank der wirklich guten Leistung führen diese Nahaufnahmen zu einem ungemein intensiven Erleben des Films. Man kann in den Augen der Darsteller schon ihre Gefühle erkennen. Dies ist meistens auch durch nicht so nahe Aufnahmen der Fall, wird durch diese jedoch noch weiter verstärkt.
Insgesamt kann man sagen, dass Jonathan Demme mit „Das Schweigen der Lämmer“ ein wirklich großer Film gelungen ist, der nicht zu Unrecht die wichtigsten Oscars gewann (auch wenn dies eigentlich kein Kriterium für einen guten Film ist). An diesem Film hat sich auf jeden Fall „Hannibal“ und ich befürchte auch schon “Der Rote Drache“ zumindest einen Zahn abgebrochen.
Der Film kann sowohl was Spannung, als auch was schauspielerische Leistung angeht absolut überzeugen. Hinzu kommt noch eine außerordentliche Detailtreue. Abzüge gibt es jedoch für einige, kleinere Teile der Story, die nicht ganz so passen wollen. Diese sind jedoch auch eher nicht gravierend. Und so bekommt „Das Schweigen der Lämmer“ 9 von 10 möglichen Punkten.
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