Der falsche Mann (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 03/2011
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von XXLALF
Unter falschem Verdacht
Pro:
Sehr spannend, sehr bezugsreal
Kontra:
Keiner
Empfehlung:
Ja
hat, dass ich mir nun die Filme vornehmen werde, die wir uns letztes Jahr in
der Müller-Drogerie für nur 5 € die DVD kauften. Mit mindestens zehn DVD's von Hitchcock, die recht selten im Fernsehen gezeigt werden, deckten wir uns ein,darunter sich auch „Der falsche Mann“ befindet, den Hitchcock im Jahre 1957 in den USA in s/w drehte, obwohl zu dieser Zeit schon Filme in Farbe produziert wurden. Nun wieso, das möchte ich jetzt noch nicht verraten.
Deshalb zuerst kurz, der Inhalt des Films
Da ist zunächst mal Christopher Emmanuel Balestrero (Henry
Fonda), der sein Geld in einem New Yorker Nachtclub als Musiker verdient, damit er seine Familie erhalten kann. Er wird von allen nur „Manny“ genannt und eines Tages, eines bewaffneten Raubüberfalls beschuldigt, den er überhaupt nicht begangen hat, denn, wie wir später im Film erfahren, gibt es einen Mann, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht.
In der Zeit, in der Manny in Haft sitzt, verliert seine Frau Rosa (Vera Miles) so nach und nach ihren Verstand.
Manny wird von der aufführenden und rechtssprechenden Gewalt
des Staats, die im Grunde dazu da ist Gerechtigkeit zu schaffen, zunehmend
gedemütigt, gekränkt und erniedrigt, bis seine eigene Persönlichkeit zerstört,
und er nur mehr ein Frack seiner selbst ist.
Und dann wird der wahre Täter bei einem weiteren Raubüberfall
auf frischer Tat gefasst, woraufhin Manny aus der Haft entlassen wird, und
seine Frau aufsucht, die man in der Zwischenzeit in ein Sanatorium eingewiesen hat. Er spricht nicht viel mit ihr, weil sie geistig abwesend wirkt. Aber das was er ihr sagt, dass alles ein gutes Ende genommen hat, erwidert sie nur mit: „Wie schön für dich Manny“.
Manny geht, und sie bleibt im Sanatorium. Vielleicht für immer. Wir wissen es nicht. Jedoch was Hitchcock uns damit zeigen will, ist wohl die furchtbarste und entsetzlichste Variation vom Austausch einer Last.
Nun also zur eigenen Meinung
Dieser Hitchcock „Der falsche Mann“ fällt total aus dem
Rahmen, weil, man wartet und wartet und wartet und nichts Entscheidendes
Passiert. Es fällt kein Schuss, und man findet keinen Toten. Man sieht nur
einen Familienvater, der in Geldsorgen ist. Und dieser wird nach einer
Gegenüberstellung von der Polizei verdächtigt, dass er den Raubüberfall beging. Allein die Verdächtigungen reichen aus, um ihn physisch wie auch psychisch fertig zu machen. Hört sich recht, recht grausam an. Und so wird es auch im Film gezeigt, der wie ein Wochenschaubericht, im nüchtern dargelegten Schwarzweiß gezeigt wird. Und warum? Weil Hitchcock zum einen die Fiktion in den Hintergrund treten ließ und dafür das Dokumentarische hervorholte, das Glaubwürdigkeit vermittelt und auch so rüberkommt. Muss es ja auch, denn diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit eines New Yorker Musikers der als Dieb von einem Zeugen erkannt wird, aber unschuldig ist. Und so wird er zu einem Opfer der Justiz, bis er endlich doch noch Recht bekommt.
Aber der Film nimmt auch eine Wendung, wenn Hitchcock den
Kern der Geschichte von Christopher Balestrero auf die Geschichte seiner Frau
verlagert. In diesem Moment wirkt der Film etwas gelangweilt auf mich, weil
eben das Ausmaß des Dramas, das mich vor allem wegen der Wirklichkeitsnähe so erschüttert in den Hintergrund rückt, und andere, „Nebensächlichkeiten“ auftauchen, die mich weniger interessieren. Aber das ändert sich.
So wie ich gelesen habe, war es Hitchcocks persönliches Anliegen sich in „Ich beichte“ und „Der falsche Mann“ einer Askese zu widmen, die alle kulinarischen Zutaten und alle kommerziellen Kompromisse ausschließt. Soll heißen, dass er diesen Film ganz ohne Gage drehte. Nun ja, Aussichten für einen großen Erfolg hatte er von vornherein nicht gehabt, wobei natürlich auch das Phänomen mitspielte, dass die amerikanische Filmindustrie in einer heiklen Situation steckte usw. Nun ja, genauer habe ich mich mit diesem Thema noch nicht befasst, weil mich die Umstände nicht sonderlich interessieren, wenn ich
ganz ehrlich bin.
Hitchcock liebte diese Thematik der Geschichte, weil diese der Wirklichkeit entnommenen ist. Die Geschichte eines Mannes, der die Konsequenzen einer Tat zu spüren bekommt, die er nicht begangen hat. So erbarmungslos wie die Justiz mit ihm umgeht, in so einem erbarmungslosem Schwarzweiß ist dieser Film gedreht, der, wie oben schon erwähnt, ein fast schon semidokumentarischer Film ist, der am stärksten einem immer da trifft, wo er den zugrunde liegenden Tatsachen am nächsten kommt. Und wie schon erwähnt, wirkten die fiktiven Teile dieser Geschichte in dem einfach angelegten Film eher störend.
Was ich damit konkret meine, ist die Wendung, die die Geschichte nimmt, wobei Wendung vielleicht nicht ganz das treffende Wort ist. Eher vielleicht (Um)-Bruch. Denn mit Rosas nervlichen Zusammenbruch, fängt Christopher (Manny) zu beten an. Ja, er betet, er betet dass ein Wunder geschehen soll. Und tatsächlich passiert dieses Wunder denn der wahre Verbrecher wird bei einem Raubüberfall geschnappt.
Hitchcock geht mit diesem Ereignis so um, als handle es sich tatsächlich um ein Wunder. Denn er legt im Film das Gesicht des Verbrechers über das des Betenden, was schon eine recht tiefsinnige Bedeutung bekommt. Also da muss man schon tief schlucken, ob man nun Katholik ist oder nicht. Eine ähnliche Szene kommt in „Ich beichte“ drin vor.
Nun kurz zu den Schauspielern
Nun ja, Henry Fonda spielte, soweit ich beurteilen kann, seine Rollen recht überzeugend. Jedoch überzeugender spielte meiner Meinung Vera Miles, die sehr durchdringend die Qualen darlegt, die zum allmählichen Wahnsinn führen. Vor allem aber die langsame Veränderung einer zum Teil aufgebrachten Frau in eine apathische Patientin spielt sie wirklich sehr überzeugend und auch recht sensibel. Auch Anthony Quayle als Fondas Anwalt spielt seine Rolle famos.
Daten zum Film und der DVD „Der falsche Mann“
Regisseur: Alfred Hitchcock
Buch: Maxwell
Anderson, Angus McPhail, nach „The True Story” of Christopher
Emmanuel Balestrero von Maxwell Anderson
Hauptdarsteller: Anthony Quayle (O'Conner),
Vera Miles (Rosè Balestrero), Henry Fonda (Christopher Emmanuel Balestrero), Harold J. Stone (Lieutenant Bowers), Charles Cooper (Detective
Matthews),John Heldabrant (Tomasini), Richard Robbins (Daniel) sowie Esther
Minciotti, Doreen Lang, Laurinda Barrett, Norma Connolly, Nehemiah Persoff,
Lola DÀnnunzio, Kippy Campbell, Robert Essen, Dayton Lummis, Frances Reid, Peggy Webber
Sprache: Deutsch (Mono)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Phoenix Bild- u. Tonträger Vertrieb
Erscheinungstermin: 27. August 2008
Produktionsjahr: 1956
Spieldauer: 101 Minuten
Hitchcocks Film „Der falsche Mann“ war ein Versuch in einem erzählerischen Genre, in dem der Meister bislang noch keine Erfahrung gesammelt hatte. Seine sehr große Angst vor der Polizei drückt er hier so als Warnung an alle aus. Im Grunde will er uns mit diesem Film sagen, dass die Justiz grausam wie auch rachsüchtig sein kann. Und das dieses Los ausnahmslos jeden treffen kann, als „falscher Mann“ in ihr Triebwerk zu kommen.
Ich finde das „Der falsche Mann“ ein Film voller beklemmender Momente ist, weil dieser ein menschliches, nachvollziehbares Drama, vor kriminellem Hintergrund zeigt. Quälend wie auch beunruhigend auch ohne Knalleffekte und berechnender Schocksequenzen.
Volle Punktezahl und meine Empfehlung
58 Bewertungen, 25 Kommentare
-
24.10.2013, 06:34 Uhr von BoxerRocko
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße
-
07.06.2013, 00:08 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW und LG
-
24.05.2013, 01:21 Uhr von Gi22Fr
Bewertung: besonders wertvolltoller bericht - lg gitte
-
26.03.2013, 17:34 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW und LG
-
26.03.2013, 07:44 Uhr von einlustigerkunde
Bewertung: besonders wertvollbesonders wertvoll.
-
23.03.2013, 22:20 Uhr von oskermit
Bewertung: sehr hilfreichKLASSE berichtet!!! DANKE für deinen Besuch bei mir!
-
22.03.2013, 11:02 Uhr von kaengi_the_kangaroo
Bewertung: besonders wertvollCool beschrieben... Aber definitiv nichts, was ich sehen muss. LG
-
19.03.2013, 21:15 Uhr von ClaudiaR.
Bewertung: besonders wertvollliebe grüße
-
18.03.2013, 12:23 Uhr von allegra1805
Bewertung: besonders wertvollbw und LG
-
18.03.2013, 12:11 Uhr von pontiaclilly
Bewertung: besonders wertvollBW und lg
-
17.03.2013, 21:40 Uhr von knuddelfire
Bewertung: besonders wertvollschöne Grüße
-
17.03.2013, 18:57 Uhr von lucky1965
Hitchcock-Filme habe ich immer recht gerne gesehen. Klasse vorgestellt. BW + LG immomaus65
-
17.03.2013, 18:57 Uhr von lucky1965
Bewertung: besonders wertvollHitchcock-Filme habe ich immer recht gerne gesehen. Klasse vorgestellt. BW + LG lucky1965
-
17.03.2013, 17:28 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: besonders wertvollAstrein - Bestnote = BW von mir! Schönen Sonntag und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)
-
17.03.2013, 17:24 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß*~*
-
17.03.2013, 15:40 Uhr von sammelmeilen
bw & lg Antje
-
17.03.2013, 14:23 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße von der KATJA
-
17.03.2013, 14:07 Uhr von monagirl
Bewertung: sehr hilfreichGruß Mona
-
17.03.2013, 14:01 Uhr von wurmi2010
Bewertung: besonders wertvollbw und viele Grüße
-
17.03.2013, 13:49 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Annabelle
-
17.03.2013, 13:26 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollLG Damaris
-
17.03.2013, 13:01 Uhr von Juri1877
Bewertung: besonders wertvollden Hitchcock-Film kannte ich jetzt noch nicht
-
17.03.2013, 12:50 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichWünsche Dir einen schönen Sonntag! LG
-
17.03.2013, 12:49 Uhr von Lucky130
Bewertung: besonders wertvollTOLL: BW!
-
17.03.2013, 12:39 Uhr von minasteini
Bewertung: besonders wertvollBw und einen schönen Sonntag. LG Marina
Bewerten / Kommentar schreiben