Die Verurteilten (VHS) Testbericht

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ab 10,89
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Erfahrungsbericht von suppengirl

Könnte mein Lieblingsfilm sein

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Die Verurteilten“ ist ein seltener Glücksfall. In diesem Film stimmt einfach alles, ich kann und will daran nichts aussetzen. Die Frage nach meinem Lieblingsfilm kann ich eigentlich nicht beantworten, denn es gibt einfach zu viele, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Mit Sicherheit gehört dieser Streifen aber zu den zehn besten, die ich je gesehen habe, ich möchte sogar behaupten, die je gedreht wurden (auch wenn ich davon nur einen Bruchteil kenne). Und wenn der Academy Award (auch bekannt unter dem Namen "Oscar") jemals gerecht vergeben worden wäre, dann wäre „Die Verurteilten (mit immerhin sieben Nominierungen) sicher nicht leer ausgegangen.

Der Inhalt lässt sich recht kurz zusammen fassen: Die USA (genauer: Maine) in den 40er Jahren. Aus Sicht des schwarzen „lebenslänglichen“ Gefängnisinsassen Ellis „Red“ Redding (Morgan Freeman) wird die Geschichte von Andy Dufresne (Tim Robbins) erzählt, der wegen des Mordes an seiner Frau und deren Liebhaber zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt und im gleichen Gefängnis inhaftiert wird. Ob Andy schuldig oder unschuldig ist, bleibt lange unklar, und deshalb will ich das an dieser Stelle auch nicht verraten. Zwischen „Red“ und Andy entwickelt sich über die Jahrzehnte eine tiefe Freundschaft, die trotz des harten Gefängnisalltags Bestand hat. Doch Andy hat nur ein Ziel: Er will ausbrechen...

Für einen Film mit 142 Minuten Laufzeit klingt das nicht gerade nach viel Handlung. Trotzdem wird er niemals langweilig, denn er lebt nicht von Effekten und Action, sondern von seiner Stimmung.

Ich habe lange bevor der Film gedreht wurde die Kurzgeschichte „Pin Up“ von Stephen King, auf der „Die Verurteilten“ basiert, gelesen. Schon davon war ich restlos begeistert, und wer Stephen King nur als Autor von Horrorgeschichten kennt und ihn deshalb vielleicht sogar ablehnt, der sollte sich am besten hiervon eines Besseren belehren lassen (oder auch von „Stand by me“ oder „The Green Mile“). Frank Darabont aber hat es geschafft aus einer wunderschönen Geschichte über eine Männerfreundschaft und vieles mehr einen noch wunderschöneren Film zu machen.

Dabei wird er unterstützt von perfekt besetzten Darstellern: Tim Robbins entspricht genau dem Andy Dufresne, den ich mir beim Lesen vorgestellt habe, und Morgan Freeman glänzt in der wohl besten Rolle seines Lebens. Auch Bob Gunton als aalglatter und gewissenloser Gefängnisdirektor und Clancy Browne als gnadenlos sadistischer Aufseher überzeugen durchwegs.
Hinzu kommen die detailverliebte Ausstattung und nicht zuletzt die Musik von Thomas Newman, die jede Emotion, die der Film im Zuschauer hervorruft unterstützt ohne dabei in den Vordergrund zu drängen oder gar aufdringlich zu wirken. Und Emotionen gibt es im Überfluss, dabei gelingt es Frank Darabont immer dezent zu bleiben. Der Film vereint Tragik, Hoffnung und Grausamkeit - körperliche, aber vor allem auch seelische. Den intensivsten Moment hat „Die Verurteilten“ meiner Meinung nach in einer Nebenhandlung: Brooks (James Whitmore), der Jahrzehnte eingesessen hat und im Gefängnis seinen angestammten Platz hatte (er ist für die Bücherei verantwortlich), wird als alter Mann entlassen. Er schafft es nicht sich in der Welt „da draußen“, die ihm völlig fremd geworden ist, zurecht zu finden und erhängt sich schließlich. Eine der anrührendsten Filmszenen, die ich je gesehen habe.

Frank Darabont ist ein absolutes Meisterwerk gelungen. Ein - wenn ich diese Adjektiv auch nicht gerne gebrauche - schöner Film, dem sich keiner entziehen kann. Leider schaffte er bei „Green Mile“ nicht das gleiche Kunststück (was meiner Meinung nach zu einem Großteil an der absoluten Fehlbesetzung Tom Hanks liegt, aber das ist ein anderes Thema). Warum „Die Verurteilten“ im Kino mehr oder weniger floppte, kann ich mir nicht erklären. Dafür legte er aber eine unvergleichliche und verdiente „Video-Karriere“ hin (ich glaube, er gehört mittlerweile zu den meistverkauften Videos in den USA) und ist mittlerweile als Meisterwerk anerkannt, das sicherlich in die Filmgeschichte eingehen wird.

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • JustOliver

    07.04.2002, 12:05 Uhr von JustOliver
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein Film, der von den Weltklasse-Darstellern lebt. Gruß, Oliver

  • Mummy

    06.04.2002, 23:21 Uhr von Mummy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Film mit guten Darstellern. Morgan Freeman spielt grandios!