Die fabelhafte Welt der Amélie (DVD) Testbericht

ab 4,37
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Engel oder doch eher infantile Kuh?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Fabelhaft = Zauberhaft? Na schön wäre es gewesen! ....denn dann hätte mich der Film eventuell derartig verzaubert, dass ich gar nicht mehr wahrgenommen hätte, wie schnöde „Die fabelhafte Welt der Amelie“ in meinen Augen war.

Wirklich Jahrelang hab ich mit mir gekämpft; ob ich mir dieses von vielen Seiten als „Wunderwerk“ bezeichnete Filmchen mal ansehen sollte ~ mein damaliger Freund fand es zudem regelrecht „bedauerlich“, dass ich diesen Film nicht kennen würde, denn sonstig hätte ich auf seine Frage „was magst du?“ auch schlagfertiger; und nicht einfach mit einem in meinen Augen durch und durch romantischen „was ich mag? Ich mag dich!“ antworten können.

Aha.

Was mir das nun eigentlich sagen sollte, weiß ich bis heut noch nicht wirklich; denn wir alle kennen dass, dass wir in der ersten Phase der Verliebtheit in der man noch absolut keine Ahnung hat, was der andere empfindet, vorrangig sinnentleertes Gestammel von uns geben. Als es dann aber hieß, dass sich der „Amelie“-Film eben auch um die Liebe drehte, war ich doch angefixt und sogar in der Versuchung, mir die berühmt-berüchtigte Collectors-Edition zuzulegen, die neben der DVD auch Murmeln und sonstigen Plumpatsch beinhalten sollte. Aufgrund des Preises und der in meinem Hirn manifestierte Warnung „Achtung; ein Film aus Frankreich“ konnte ich davon absehen und griff erst zu, als ich den Film für rund 7 EUR ergattern konnte.

Und dann sah ich es.


//WAS SAH ICH WOHL?//

bzw.

//DIE STORY UND DESSEN UMSETZUNG//

Die Story lässt sich quasi in einen Satz zusamemnfassen: Amelie hatte eine sonderbare Kindheit, die sie zu einer ganz „besonderen“ (die, realistisch betrachtet, in der heutigen Zeit eher postwendend als „autistisch“ eingestuft und in die Psychiatrie eingewiesen worden wäre) jungen Frau hat reifen lassen ~ als Amelie sich irgendwann verliebt, ist klar, dass auch diese Person irgendwie „besonders“ sein musste.

Und Ende.

Wirklich Ende? Naja, nicht ganz ~ die vermeintliche „Handlung“ erfolgt vorrangig in einer Art „Erzählstil“, wie man es von Hörspielkassetten noch kennen wird.
Die anfängliche Personeneinführung anhand der Phrasen: „Amelie mag dies und das“, Ihr Vater mag jenes ist wahrlich noch etwas, was mich ansprach und begeisterte ~ die skurrilen Umstände; dass beispielsweise ihr Vater jeglichen Körperkontakt vermeiden wollte und ihre Mutter von einer Frau, die sich vom Kirchturm stürzte, erschlagen wurde, hatten ebenfalls was für sich. Wenngleich auch schnell der Faktor des „man kann es auch übertreiben“ anklopfte.

Die ganze Filmverlauf lehnt sich dann an eben dieses „hach wie herrlich verrückt die Welt sein kann“ an ~ als Amelie eines Tages auf eine Holzkiste stößt, die in ihrer Wohnung verborgen war möchte sie diese unbedingt dem ehemaligen Besitzer zurückbringen; da sie der Ansicht ist, dass dieser „Schatz“ einen unersetzbaren Wert für ihn haben muss.
So weit, so nett ~ und natürlich gelingt es Amelie auch, diesen Menschen ausfindig zu machen; und ganz selbstverständlich ist es kein alter Tattergreis, der sich fragt, was er mit dem Mist nun eigentlich noch soll; sondern vielmehr ist er derart erfreut, dass Amelie von dort an beschließt, sich in das bis dato viel zu triste Dasein ihrer wie-weit-auch-immer entfernten Bekannten einzumischen und in dem Zug eben auch mal altbewährte Kupplerin zu spielen.

Bereits an dieser Stelle, als Amelie es schafft, die Vergötterung des Ex bzw. Stalker ihrer Kollegin auf eine andere Kollegin zu lenken fragte ich mich, in welchen Kitsch ich nun eigentlich gelandet bin. Nix gegen Kitschfilme; aber das die wahre Liebe (oder doch eher lediglich Triebe?) wahrhaftig entflammen soll, nur wenn eine selbsternannte Amor-Frau beiden Parteien steckt, der jeweilige andere würde sich für den widerrum anderen interessieren halte ich doch für mehr als pathetischen Schmus.

Das Amelie weiterhin sogar beginnt, aus alten Briefen einen neuen Liebesbrief zusammenzustückeln um ihre versoffene Nachbarin aufzubauen schlägt den Fass den Boden aus. Also mir persönlich wäre es lieber ich könnte mich darauf besinnen, dass mein damaliger Freund sich als fremdgehender Mistkerl entpuppte und es demnach nicht schade ist, dass er sich nie wieder gemeldet hat; als wenn ich einen sehnsuchtsvollen Brief von ihm in den Händen halte ~ und er dennoch nie zurück kam, was mich entweder über seinen vermeintlichen Tod weinen lässt oder aber in einer irrigen Hoffnung lebendig begräbt.

Als absolut tragisch soll uns hier weisgemacht werden, dass Amelie trotz ihrer Güte und Engelhaftigkeit die einzige ist, die nicht wirklich glücklich werden kann; alles getreu dem Motto „Engel sterben einsam“. Das Amelie sich urplötzlich in jemanden verliebt, der rund um einen Passbildautomaten jene Bilder aufsammelt, die kein anderer haben wollte, mag ja noch nachvollziehbar sein ~ ja, auch für mich hätte dieser Mensch einen gewissen Reiz; eben wegen seinen doch recht eindrucksvollen Hobby.

Doch wie Amelie anschließend mit diesem Jüngling (Mathieu Kassovitz) Katz und Maus spielt geht einfach zu weit; und das nicht nur einmal. Ich wage mal die tollkühne These aufzustellen, dass spätestens in dem Moment, als der Knabe Amelie während eines vermeintlichen Blind dates (was nichts anderes bedeutete, als dass der Kerl alleine im Kaffee sitzt und Amelie ihn nicht weiter beachtet) anspricht und sie sich dennoch nicht zu erkennen gibt der Typ sich hätte verarscht vorkommen müssen. Erst recht in dem Moment, als er dann alleine das Cafe verlässt und erneut einen Zettel in seiner Jackentasche vorfindet.

Also ehrlich, liebe Leute ~ an dieser Stelle wäre mir das ganze zu blöd geworden und ich hätte den Zettel entweder in die nächste Tonne gekloppt oder mit einer feindseligen Nachricht verziert und zurückgeleitet.

Was uns hier als absolut romantisches „wer suchet, der findet“ Spiel präsentiert werden sollte, brachte mich für meinen derzeitig nüchtern-realistischen Touch dazu entnervt die Augen zu verdrehen und Amelie beizeiten als einfältige Kuh zu beschimpfen.

Der Film ist derart hochgelobt worden, dass er im Grunde fast schon nichts anderes mehr konnte, als den Nichtwissenden zu enttäuschen. Dass sich aber direkt so ein totalitärer Schmonsens hier verbergen musste, hätte selbst ich nicht gedacht. Die Darstellerin Amelies (Audrey Tautou) wurde durch diesen Film anscheinend berühmt, hatte ihren Durchbruch ~ und auch ich hatte ein regelrechtes Brechgefühl. Und man höre und staune ~ in ihrem letzten Kinofilm hätten die meisten „un’s Amelie“ nicht einmal mehr erkannt.

Die eigentliche Aussage des Filmes ~ sich auch an den kleinen Dingen zu erfreuen; die Besonderheiten des Alltages wahrzunehmen, einfach mehr zu LEBEN ~ mag noch so nobel gewesen sein.

Doch in der Umsetzung der Grundidee ist „Die Fabelhafte Welt der Amelie“ alles anderes als berauschend, und nicht einmal fabelhaft.

Ich für meinen Teil habe die DVD umgehend bei Amazon.de wieder zum Verkauf angeboten ~ und binnen 24 Stunden war sie bereits verkauft. Nun, entweder kannte der andere den Film bis dato ebenfalls nicht und ist Opfer eines nicht verebbenden Hypes geworden; oder aber ich bin es, ab der irgendwas vorbeigegangen sein muss.

Klar, die eigentliche Intention des Werkes habe ich verstanden und konnte zu Beginn auch was mit der „Verkleidung“ des ganzen anfangen ~ doch mich hat nachhaltig geärgert, dass Amelie quasi nur von Menschen umgeben waren, die nach einer Handlung, einem Fingerschnippen gleich, direkt „kuriert“ waren. Und was der Unsinn mit dem Gartenzwerg eigentlich sollte.... nunja, ich mag wenn ich ehrlich bin eigentlich auch nicht mal mehr drüber nachdenken.

Mein

//ERGO//

kann hier und heute also nur lauten, dass ich „Die fabelhafte Welt der Amelie“ keineswegs empfehlen würde. Wer die Gelegenheit hat, den Film mal im TV zu sehen, der tue sich keinen Zwang an; aber ein Kauf der DVD oder gar der Sammleredition ist in meinen Augen etwas, was man schlussendlich einfach nur bereuen kann.

Ins Genre der „Komödie“ passt dieses Machwerk nicht wirklich ~ eigentlich passt es fast in gar keine Sparte. Eher in die Sparte Tragik-Fantasy; sofern es sowas geben sollte. Und im Grunde kann ich eigentlich nur hoffen, dass es diese Sparte NICHT gibt ~ oder zumindest ich mich damit nicht nochmals konfrontieren werde.

19 Bewertungen, 9 Kommentare

  • anonym

    14.07.2006, 00:10 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • SuicideToday

    12.07.2006, 09:41 Uhr von SuicideToday
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~

  • samatweb

    11.07.2006, 23:00 Uhr von samatweb
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dein Bericht ist auch für die, die den Film toll fanden, interessant zu lesen! Gruß

  • anonym

    11.07.2006, 21:34 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • DHAWK

    11.07.2006, 20:01 Uhr von DHAWK
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH mfg DHAWK

  • anonym

    11.07.2006, 19:55 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    So gehen die Meinungen auseinander! Grossartiger Film :-)

  • anonym

    11.07.2006, 19:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe mir diesen Film angeschaut, weil er so in die Wolken gelobt wurde und war einfach neugierig. Aber ehrlich gesagt, empfand ich ihn eher langweilig. Gruss Leseratee.

  • morla

    11.07.2006, 18:40 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • topfmops

    11.07.2006, 17:33 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

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