Die fabelhafte Welt der Amélie (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von sweezer

einfach fabelhaft

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zum Inhalt:

Da sie von ihren Eltern zwar Fürsorge, aber wenig Herzlichkeit erhält, lebt die phantasievolle Amélie von Kindesalter an in ihrer eigenen kleinen, selbstgeschaffenen Welt. Sie entwickelt schon früh ein Auge für die liebenswerten kleinen Dinge und Details in ihrem Umfeld. Und das ändert sich auch nicht, als sie erwachsen wird und nach Paris geht. Sie arbeitet in einem Bistro als Bedienung und ist mit sich und ihrem Leben eigentlich zufrieden. Bis sie...

...ja, bis sie eines Tages durch einen Zufall in ihrem Badezimmer hinter einer Kachel einen Hohlraum findet, in dem eine kleine Blechdose versteckt ist. In dieser Dose finden sich diverse Blechspielzeuge, Fotos, eben allerlei Krimskrams – die \"Schatzkiste\" eines Kindes um die Nachkriegszeit.

Amélie erklärt es sich zum Ziel, jenes \"Kind\" zu finden, das seinerzeit den Schatz versteckt hat und diesen zurückzugeben. Und nicht nur das – sollte derjenige gerührt und erfreut reagieren, dann will es Amélie sich fortan zum Ziel setzen, den Menschen in ihrem Umfeld zu ihrem persönlichen Glück zu verhelfen. (Ob diese es wollen, oder nicht !) Und das tut sie auch. So verkuppelt sie, holt ihren verwitweten Vater aus seiner selbstgewählten Isolation (wie wird nicht verraten...!), steht als Schutz-/ Racheengel einem von seinem Chef verspotteten Ladengehilfen bei, u.v.m..
Und das alles mit so viel Ideenreichtum, Witz, Charme und einer Leichtigkeit, das der geneigte Zuschauer sich wundert, wie einfach man Menschen im Prinzip glücklich machen kann.

Doch dann verliebt sie sich in den schüchternen, aber nicht minder spinnerten Nico. Und das stellt ihre Welt total auf den Kopf, denn nun merkt sie, das sie allen helfen kann, aber wenn es um ihr eigenes Glück geht, sie diejenige ist, die sich selbst am meisten im Wege steht. Und so benötigt es vieler umständlicher und komplizierter, aber für den Zuschauer sehr amüsanten Vorgehensweisen, bis es Amélie gelingt, ihr eigener Glücksbote zu sein..


Meine Eindrücke:

Regisseur Jean-Pierre Jeunet erlangte Bekanntheit mit so skurrilen Streifen wie \"Delicatessen\" und \"Stadt der verlorenen Kinder\". Auch für den letzten Alien-Streifen zeichnete er Verantwortung.

Umso erstaunlicher ist es, das es diesem Mann, der bislang nur Streifen drehte, die eine Mischung aus skurril-düsterer Handlung und Komödie beinhalteten, gelungen ist, eine so feinsinnige, intelligente Komödie mit viel Liebe zu inhaltlichen und optischen Details zu schaffen.

Den Film zu sehen ist wirklich eine wahre Freude. Es stimmt wirklich alles, von der Auswahl seiner Darsteller, über die Lokalitäten bis hin zu der Handlung an sich. Jeunet führt diverse Handlungsstränge parallel zu einander und zuerst scheinen diese erst gar nichts zu bedeuten und entfallen dem Zuschauer gedanklich wieder, aber letztendlich finden alle Stränge bei Amélie zusammen und ergeben ein Gesamtbild und den Aha-Effekt beim Zuschauer.

Wir erleben eine wahre Bilderflut, aber das nicht im negativ-schweren Sinne. Nein, vielmehr ist es so, dass man förmlich genötigt ist, sich den Film mindestens (!) zweimal anzusehen, um auch die kleinen, feinen Details im Hintergrund zu bemerken, die zwar nicht unbedingt der Handlung fehlen, aber trotzdem die liebevolle Neigung zum Detail wiederspiegeln.

Wer jetzt denkt: Hey, das ist bestimmt wieder nur einer von diesen typischen, französischen, pseudo-intellektuellen Filmen, zu denen man einen Spaten mitnehmen muss, um den clever versteckten Witz auszugraben, den muss ich enttäuschen. Sorry Folks, aber dieser Film hat nichts mit \"Pseudo\" zu tun. Jeder, absolut jeder kann hier herzhaft lachen. (O.k. – Scary-Movie-Jünger vermutlich nicht, denn hier ist wirklich nichts seicht-platt-albernes zu finden !)

Somit komme ich zu den Darstellern.

Allen voran natürlich die bezaubernde Audrey Tautou als Amélie. Es ist enorm schwer sich ihrer unglaublichen Präsenz und vor allem diesen großen, schwarzen Brombeeraugen zu entziehen. Ich gebe zu, ich bin verliebt in diesen Blick. Und wer sagt, das er es nicht ist, der hat nicht hingesehen oder schwindelt !!! Tautou ist wirklich die perfekte Wahl für die Rolle gewesen. Sie wirkt gleichzeitig zerbrechlich und dennoch willensstark.

Die Rolle des Nico wird von Mathieu Kassovitz gespielt. Dieser macht sich neben seiner Schauspielerei noch einen guten Namen als Regisseur (Die purpurnen Flüsse). Er spielte seine Rolle solide und mit dem verwirrten Charme, der Nico zu eigen war.

Natürlich sehen wir, wie in bisher allen Jeunet-Streifen, auch hier Dominique Pinon in einer Nebenrolle, als eifersüchtigen Exfreund einer Kollegin Amélies und \"dankbares\" Opfer ihrer Kuppleraktionen.

Zu den weiteren Darstellern bleibt nicht viel zu sagen, sie waren mir eher unbekannt. Alle haben zwar einen leicht verschrobenen Film-Charakter, strahlen aber ungeheuer viel Wärme aus. Eben typisch für Amélies Welt. Bekannt war mir lediglich noch André Dussaulier (Drei Männer & ein Baby).


Mein Fazit:

Für mich definitiv der schönste Film, den ich bislang gesehen habe. Ich nehme mir hiermit das Recht, den Forrest-Gump-Slogan umzuwandeln: Die Welt wird anders sein, wenn Sie sie mit den Augen von Amélie gesehen haben...

Leider hat er dieses Jahr nicht den Oscar als bester fremdsprachiger Film erhalten. Macht nichts, schließlich waren es ja nur Amerikaner, die in der Jury saßen. Die wissen es eben nicht besser.

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