Die fabelhafte Welt der Amélie (DVD) Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 03/2012
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Erfahrungsbericht von rispetto
Amélie und ihre Welt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Regisseur Jean-Piere Jeunet, bekannt geworden mit den Filmen „Delikatessen“ und „Die Stadt der verlorenen Kinder“, hat mit seinem Hang zum Skurrilen und Surrealen mit diesem Film ein wirkliches Meisterwerk abgeliefert. Ein Meisterwerk das schon Kultstatus erreicht hat und das zu Recht!
Fein gesponnen und rasant- witzig erzählt, hält er alles was er am Anfang verspricht und das kann man nun wahrlich nicht von jedem Kinofilm behaupten!
Es geht um Träume und Liebe einer jungen Kellnerin namens Amélie.
In einem Interview erklärt Jeunet das die erzählten Geschichten eigentlich seine eigenen sind und durchaus persönliche Erfahrungen verarbeiten.
Voll mit liebevoll gezeichneten Details, Anekdoten und Gesichtern die man nicht so schnell vergisst, hält einen dieser Film gefangen, man taucht immer tiefer ein in das Leben der Amélie und lässt sich gerne in die Welt ihrer Fantasien hineinziehen.
Jeneut verpasst seinem Film Wendungen, die mehr als ungewöhnlich sind, die Frage nach Realität oder Fiktion stellt sich dem Betrachter einfach nicht, die Übergänge sind immer fließend und eigentlich ist es für das Verständnis auch nicht so wichtig. Der Zuschauer ist nach einer Weile tatsächlich so tief in das Geschehen verstrickt, das ihm die Trennung von Realität und Fantasie zunehmend vor Probleme stellt.
Selbstmordgefährdete Goldfische, sprechende Passbilder, Souffleusen und reisende Gartenzwerge bevölkern diese manchmal wirklich sehr sonderbare Welt und verleihen ihr seinen rätselhaften Zauber.
Diffizil ist auch der Humor in diesem Film.
Ein kleines Beispiel:
Amélie gibt einem Bettler Geld, dieser lehnt die gutgemeinte Spende mit der Begründung ab, er arbeite Sonntags leider nicht! Eine von vielen kleinen Szenen die diesen Film und seinen Anspruch ausmachen. Aufmerksamkeit ist hier gefordert, sonst verpasst man vielleicht etwas.
Sein Ausflug in das Science-Fiction Genre mit dem unsäglichen Aufguss von Alien 4 sei ihm durch diesen hervorragenden Film mehr als verziehen!
Auch die grandiose Kameraführung des Bruno Delbonel, bewährt und bekannt unter anderem auch durch seinen Einsatz in Delikatessen, trägt zu dem, wie aus einem Guss wirkende Meisterwerk einen wesentlichen Anteil bei. Kleine, filigrane Details und wunderschöne Einstellungen fordern auch hier die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters und geben der Geschichte den angemessenen Rahmen.
Die Story:
Amélie Poulain hat es von Anfang an nicht leicht, ihr Vater ein pensionierter Arzt meidet den Kontakt zu seiner Tochter, nur die monatliche Gesundheitsuntersuchung bringt die beiden zusammen.
Amélie ist bei diesen Untersuchungen immer so nervös, das ihr Vater zu dem völlig falschen Ergebnis kommt, seine Tochter habe ernsthafte Herzprobleme. Er unternimmt daraufhin alles um sie von dem normalen Leben zu isolieren!
Jetzt bestimmt die Rücksichtnahme der Eltern das Leben von Amélie.
Selbst die Schule erscheint zu gefährlich für das zerbrechliche Mädchen, fortan übernimmt die Mutter die Rolle der Lehrerin. Amélie, ohnehin ein nervöses Mädchen, aufgewachsen ohne Spielkameraden, zieht sich dadurch immer weiter zurück und lebt mehr und mehr in ihrer blühenden Fantasiewelt.
Nach einem Kirchenbesuch wird die Mutter von einer herabstürzenden Selbstmörderin erschlagen, nur eine der skurrilen und schrägen Episoden in diesem Film.
Ihr Vater zieht sich nach dem Tod seiner Frau immer mehr zurück und Amélie verlässt das ungeliebte Elternhaus und geht nach Paris.
Dort findet sie Arbeit als Kellnerin in einem kleinen Cafe im Künstlerviertel Montmartre und sucht von nun an immer wieder Zuflucht in ihrer kleinen fantastischen Welt zwischen lebenden Bildern und hüpfenden Steinen.
Eines Tages findet sie in ihrem Badezimmer hinter Kacheln eine alte Blechdose, sie beschließt, den Besitzer ausfindig zu machen und ihm die Dose zurückzugeben. Sollte er sich durch diese Geste gerührt zeigen, will sie sich auf ihre ganz eigene Art in die Schicksale anderer Menschen einmischen und diese dann positiv verändern.
Damit beginnt ihr erster wirklicher Kontakt zur Außenwelt und es fängt an ihr zu gefallen.
Von jetzt an bringt sie als wandelnde Samariterin das Glück unter ihre Mitmenschen, ihre Kollegin Georgette (Isabelle Nanty) verkuppelt sie auf wundersame Weise mit einem Stammgast des Cafes (Dominique Pinon, bekannt aus Delikatessen) und der Hausmeisterin verschafft sie einen letzten Liebesgruß ihres verstorbenen Gatten.
Ihren Vater und den Gemüsehändler von nebenan stellt sie mit ihren Aktionen auf eine mehr als harte Probe.
Bei all dem träumt Amélie von ihrem Tod als bejubelte junge Märtyrerin die als Mythos in die Geschichte eingeht.
Ihre Liebe zu Nino(Mathieu Kassovitz), der auch irgendwie anders ist, zwingt sie zu dem Wagnis ihre eigene, fragile Welt zu verlassen. Das gelingt jedoch nicht ohne Probleme.
So vielen Menschen verhilft sie zum Glück, doch bei ihrer eigenen Liebe versagt leider ihre Kunst und letztendlich verlässt sie dabei auch der Mut, den sie wohl auch nie gehabt hat.
Ihre Welt der Fantasie lässt sie schnöde alleine mit ihren Problemen die sie nicht lösen kann und wohl im innersten auch nicht lösen will...
Erst ein guter Geist muss ihr auf die Sprünge helfen....
Eine Geschichte im realen Paris aus der Sicht einer irrealen Träumerin.
Frankreich/Deutschland 2001.
Regie: Jean-Pierrre Jeunet.
Drehbuch: Guillaume Laurant, Jean-Pierre Jeunet.
Darsteller: Andrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Yolande Moreau u.a.
Länge: 120 Min.
Anmerkung:
Wer in diesem Jahr noch nach Paris kommen sollte, kann das Cafe am Montmartre in dem Amélie im Film als Kellnerin gearbeitet hat besuchen, es ist mittlerweile so etwas wie ein Wallfahrtsort geworden und im Originalzustand, also so wie es während der Dreharbeiten dort aussah, zu bewundern. Die bezaubernde Hauptdarstellerin wird man dort aber leider wohl nicht antreffen.
Fazit:
Eine französische Tragikomödie, verschroben und zugleich wunderschön.
Dieser Film hat alle unsere Erwartungen mehr als erfüllt.
120 Minuten Kinovergnügen pur, was will man mehr?
Bis denne, rispetto
©Rispetto. Auch gepostet bei Ciao
Fein gesponnen und rasant- witzig erzählt, hält er alles was er am Anfang verspricht und das kann man nun wahrlich nicht von jedem Kinofilm behaupten!
Es geht um Träume und Liebe einer jungen Kellnerin namens Amélie.
In einem Interview erklärt Jeunet das die erzählten Geschichten eigentlich seine eigenen sind und durchaus persönliche Erfahrungen verarbeiten.
Voll mit liebevoll gezeichneten Details, Anekdoten und Gesichtern die man nicht so schnell vergisst, hält einen dieser Film gefangen, man taucht immer tiefer ein in das Leben der Amélie und lässt sich gerne in die Welt ihrer Fantasien hineinziehen.
Jeneut verpasst seinem Film Wendungen, die mehr als ungewöhnlich sind, die Frage nach Realität oder Fiktion stellt sich dem Betrachter einfach nicht, die Übergänge sind immer fließend und eigentlich ist es für das Verständnis auch nicht so wichtig. Der Zuschauer ist nach einer Weile tatsächlich so tief in das Geschehen verstrickt, das ihm die Trennung von Realität und Fantasie zunehmend vor Probleme stellt.
Selbstmordgefährdete Goldfische, sprechende Passbilder, Souffleusen und reisende Gartenzwerge bevölkern diese manchmal wirklich sehr sonderbare Welt und verleihen ihr seinen rätselhaften Zauber.
Diffizil ist auch der Humor in diesem Film.
Ein kleines Beispiel:
Amélie gibt einem Bettler Geld, dieser lehnt die gutgemeinte Spende mit der Begründung ab, er arbeite Sonntags leider nicht! Eine von vielen kleinen Szenen die diesen Film und seinen Anspruch ausmachen. Aufmerksamkeit ist hier gefordert, sonst verpasst man vielleicht etwas.
Sein Ausflug in das Science-Fiction Genre mit dem unsäglichen Aufguss von Alien 4 sei ihm durch diesen hervorragenden Film mehr als verziehen!
Auch die grandiose Kameraführung des Bruno Delbonel, bewährt und bekannt unter anderem auch durch seinen Einsatz in Delikatessen, trägt zu dem, wie aus einem Guss wirkende Meisterwerk einen wesentlichen Anteil bei. Kleine, filigrane Details und wunderschöne Einstellungen fordern auch hier die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters und geben der Geschichte den angemessenen Rahmen.
Die Story:
Amélie Poulain hat es von Anfang an nicht leicht, ihr Vater ein pensionierter Arzt meidet den Kontakt zu seiner Tochter, nur die monatliche Gesundheitsuntersuchung bringt die beiden zusammen.
Amélie ist bei diesen Untersuchungen immer so nervös, das ihr Vater zu dem völlig falschen Ergebnis kommt, seine Tochter habe ernsthafte Herzprobleme. Er unternimmt daraufhin alles um sie von dem normalen Leben zu isolieren!
Jetzt bestimmt die Rücksichtnahme der Eltern das Leben von Amélie.
Selbst die Schule erscheint zu gefährlich für das zerbrechliche Mädchen, fortan übernimmt die Mutter die Rolle der Lehrerin. Amélie, ohnehin ein nervöses Mädchen, aufgewachsen ohne Spielkameraden, zieht sich dadurch immer weiter zurück und lebt mehr und mehr in ihrer blühenden Fantasiewelt.
Nach einem Kirchenbesuch wird die Mutter von einer herabstürzenden Selbstmörderin erschlagen, nur eine der skurrilen und schrägen Episoden in diesem Film.
Ihr Vater zieht sich nach dem Tod seiner Frau immer mehr zurück und Amélie verlässt das ungeliebte Elternhaus und geht nach Paris.
Dort findet sie Arbeit als Kellnerin in einem kleinen Cafe im Künstlerviertel Montmartre und sucht von nun an immer wieder Zuflucht in ihrer kleinen fantastischen Welt zwischen lebenden Bildern und hüpfenden Steinen.
Eines Tages findet sie in ihrem Badezimmer hinter Kacheln eine alte Blechdose, sie beschließt, den Besitzer ausfindig zu machen und ihm die Dose zurückzugeben. Sollte er sich durch diese Geste gerührt zeigen, will sie sich auf ihre ganz eigene Art in die Schicksale anderer Menschen einmischen und diese dann positiv verändern.
Damit beginnt ihr erster wirklicher Kontakt zur Außenwelt und es fängt an ihr zu gefallen.
Von jetzt an bringt sie als wandelnde Samariterin das Glück unter ihre Mitmenschen, ihre Kollegin Georgette (Isabelle Nanty) verkuppelt sie auf wundersame Weise mit einem Stammgast des Cafes (Dominique Pinon, bekannt aus Delikatessen) und der Hausmeisterin verschafft sie einen letzten Liebesgruß ihres verstorbenen Gatten.
Ihren Vater und den Gemüsehändler von nebenan stellt sie mit ihren Aktionen auf eine mehr als harte Probe.
Bei all dem träumt Amélie von ihrem Tod als bejubelte junge Märtyrerin die als Mythos in die Geschichte eingeht.
Ihre Liebe zu Nino(Mathieu Kassovitz), der auch irgendwie anders ist, zwingt sie zu dem Wagnis ihre eigene, fragile Welt zu verlassen. Das gelingt jedoch nicht ohne Probleme.
So vielen Menschen verhilft sie zum Glück, doch bei ihrer eigenen Liebe versagt leider ihre Kunst und letztendlich verlässt sie dabei auch der Mut, den sie wohl auch nie gehabt hat.
Ihre Welt der Fantasie lässt sie schnöde alleine mit ihren Problemen die sie nicht lösen kann und wohl im innersten auch nicht lösen will...
Erst ein guter Geist muss ihr auf die Sprünge helfen....
Eine Geschichte im realen Paris aus der Sicht einer irrealen Träumerin.
Frankreich/Deutschland 2001.
Regie: Jean-Pierrre Jeunet.
Drehbuch: Guillaume Laurant, Jean-Pierre Jeunet.
Darsteller: Andrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Yolande Moreau u.a.
Länge: 120 Min.
Anmerkung:
Wer in diesem Jahr noch nach Paris kommen sollte, kann das Cafe am Montmartre in dem Amélie im Film als Kellnerin gearbeitet hat besuchen, es ist mittlerweile so etwas wie ein Wallfahrtsort geworden und im Originalzustand, also so wie es während der Dreharbeiten dort aussah, zu bewundern. Die bezaubernde Hauptdarstellerin wird man dort aber leider wohl nicht antreffen.
Fazit:
Eine französische Tragikomödie, verschroben und zugleich wunderschön.
Dieser Film hat alle unsere Erwartungen mehr als erfüllt.
120 Minuten Kinovergnügen pur, was will man mehr?
Bis denne, rispetto
©Rispetto. Auch gepostet bei Ciao
39 Bewertungen, 3 Kommentare
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17.03.2002, 18:23 Uhr von marathoni
Bewertung: sehr hilfreichHallo! Ich finde diesen Film super. Ein Film ohne Sex und Gewalt und doch fesselnd. Gruß Gitta
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06.03.2002, 16:15 Uhr von Metacortex
Bewertung: sehr hilfreichNetter Film...mal sehen wieviele Oskars er mitnimmt...
-
06.03.2002, 09:15 Uhr von Loewenmaus
Bewertung: sehr hilfreichSuper Film. War begeistert. Animiert richtig zum träumen!
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