Die fabelhafte Welt der Amélie (DVD) Testbericht

ab 4,37
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2012

5 Sterne
(28)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Joebln

Wunder geschehn, ich habs gesehn

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Amélie (Audrey Tatou) ist Anfang 20 und arbeitet in einem Café am Montmartre in Paris. In ihrer Kindheit war sie äußerst einsam. Ihre Eltern brachten ihr leider keine Zuneigung und Wärme entgegen. Und aufgrund einer Fehldiagnose ihres Vaters wurde sie auch nicht zur Schule geschickt. So bekam Amélie nicht einmal die Möglichkeit, Kontakt mit anderen Kindern aufzubauen. Ihr blieb als einziger Ausweg die Flucht in eine Tagtraumwelt.
Trotz allem ist sie zu einer wunderschönen, freundlichen, aber sehr scheuen jungen Frau herangewachsen.
Eines Tages findet sie durch Zufall in ihrer Wohnung den Schatz eines kleinen Jungen, der 40 Jahre vor ihr dort lebte und seine kleinen "Wertsachen" in einem Schächtelchen gut im Bad versteckt hatte.
Amélie setzt alles daran, diesen Mann zu finden und ihm das Kästchen zukommen zu lassen. Wenn er sich freut, will sie sich zukünftig aktiv in das Leben ihrer Mitmenschen einmischen.

Natürlich ist der Mann begeistert und so versucht Amélie in der Folge mit Hilfe ihrer Fantasie und ihres Könnens, ihrer Umwelt Gutes zu tun und geheime Wünsche zu erfüllen. Dabei läuft ihr auch Nino (Matthieu Kassovitz) über den Weg. Allein vom sich Begegnen und Sehen verlieben sich beide in einander. Doch ihre Kontaktscheu (Amélie spricht so gut wie gar nicht mit ihr Unbekannten), die ihr bei ihren kleinen "Wundern" immer wieder behilflich ist, steht ihr diesmal im Wege ....

Wie sich sicherlich viele erinnern können, war dieser Film ein regelrechter Kassenschlager. Bereits in Frankreich wurden die Kinos gestürmt und auch in Deutschland fand er begeisterte Anhänger. Leider lief diese kleine Perle nur in wenigen Programm Kinos.

Was macht diesen Film so interessant? In meinen Augen ist es dieses Flair und die Leichtigkeit der Inszenierung, die ich so mit Frankreich assoziiere. Regisseur Jean Pierre Jeunet hat hier ein durch und durch positives, kleines und herzliches Großstadtmärchen inszeniert, das jedem Zuschauer ans Herz geht, ohne dabei kitschig zu werden.

Ein Großteil der Faszination wird natürlich durch die ausgefeilte Technik und die stilistischen Mittel erzielt: Zum Ersten ist da der Erzähler, der den Zuschauer durch den gesamten Film begleitet und nach der Einleitung immer mal wieder ein paar erklärende Worte abgibt. Dann gibt es noch die vielen eher skurrilen Personen, die Amélie umgeben und in meinen Augen nur noch einmal die eigentümliche Sichtweise Amélies auf die Welt, die sie umgibt, verdeutlicht.
Auf der technischen Seite wird zum Beispiel mit verschiedenen Farbtönen gearbeitet, die man über die Szenen legt. Dann gibt es Szenen, die in Zeitraffer ablaufen oder andere, die sehr an Ally McBeal erinnern und dem Zuschauer Amélies Traumwelt verdeutlichen.
Sehr gelungen fand ich auch die Ideen, mit denen Amélie ihre kleinen "Wunder" wahr werden lässt.
So ist der Film trotz einiger melancholischer Szenen sehr dicht, flüssig und die Handlung straff inszeniert. Die 120min fallen einem als Zuschauer gar nicht auf.

Neben den skurrilen Einfällen lebt der Film einzig und allein von Audrey Tatou. Neben den wirklich riesigen schwarzen Augen und dem frechen Bubikopf Haarschnitt legt sie ein Talent an den Tag, das seines gleichen sucht. Die Mimik und die Bewegung passen perfekt zur Figur und zu den Szenen – das ganze Auftreten unterstreicht diesen scheuen und doch sanft und verspielt angelegten Charakter noch zusätzlich. Ich hoffe doch, von ihr noch weitere Filme zu sehen zu bekommen.
Anmerken muss man dazu aber, dass Amélie die Hauptperson in diesem Film ist und alle anderen Figuren ihr mehr oder weniger zu spielen. Sie wurden nur soweit ausgefeilt, dass sie skurril genug sind und Amélies Figur unterstützen.

Die Musik ist passend und natürlich französisch, bleibt aber erfrischend dezent im Hintergrund. Ich kann mich also an keine Details mehr erinnern. Ist das nun gut oder nicht?

Fazit: ein herzerfrischendes Märchen voller Humor und Flair. Hier ist die Antwort auf den ewig gleichen Hollywood Kitsch

28 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Metacortex

    05.03.2002, 14:28 Uhr von Metacortex
    Bewertung: sehr hilfreich

    Cooler Bericht zu nem Coolen Film. Naja, mal sehen wieviele Oskars er abräumt...

  • IvoryB

    01.03.2002, 11:18 Uhr von IvoryB
    Bewertung: sehr hilfreich

    Noch nicht gesehen, wird aber nachgeholt!! Nice weekend!

  • krawallo

    01.03.2002, 11:10 Uhr von krawallo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich liebe diesen Film ! ! !