Donnie Darko (VHS) Testbericht

Donnie-darko-vhs-fantasyfilm
ab 15,93
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von jacktyper

Alles nur Vision?

Pro:

Jake Gyllenhaal / Psychologisch wertvoll / Abstrakte, aber intelligente Darstellung / Düstere Bilder / Passender, melancholischer Soundtrack / Hervorragend gefilmt

Kontra:

---

Empfehlung:

Ja

Am 2.Oktober 1988 nimmt das Leben des 16jährigen Donnie Darko eine dramatische Wendung. Dem sich wegen Verhaltensstörungen in therapeuthischer Behandlung befindenden Teenager erscheint mitten in der Nacht ein Mann im Hasenkostüm und lotst Donnie aus dem Haus und rettet dem Jungen somit das Leben. Denn nur Minuten später kracht die Turbine eines Flugzeugs genau in Donnies Zimmer. Der \"Hase\" Frank warnt vor dem nahe bevorstehenden Weltuntergang in 28 Tagen und animiert Donnie zu gewalttäigen und zerstörerischen Aktionen. So verunstaltet er öffentliche Plätze und zündet seine eigene Schule an. Den Lehrern stets rebellisch - aber intelligent argumentierend - gegenüberstehend, schafft er sich ebensoviele skeptische Widersacher wie Bewunderer. Donnie zählt die Tage bis zur vorausgesagten Apokalypse und richtet sich dabei nach den Hinweisen von Frank. Bis schließlich der finale Tag anbricht...

Mit \"Donnie Darko\" gelang dem damals erst 26jährigen Regisseur Richard Kelly gleich mit seinem Debüt ein Geniestreich. Der Zuschauer wird vor ein Rätsel gestellt, das sich erst im grandiosen Finale aufzulösen scheint und dem Wirken Donnies einen Sinn gibt. Zuvor läuft der Film durch die mehrmalige Einblendung von Datum und Resttagen bis zum Weltuntergang, wie ein Countdown ab.
Ein besseres Beispiel für filmische Perfektion dürfte nur äußerst schwer zu finden sein, denn Kelly liefert weit mehr als durchschnittliche Unterhaltungskost. Die richtige Wahl zwischen musikhinterlegten Passagen und Sequenzen, die absolute Stille voraussetzen, sind nur ein Indiz für diese künstlerische Meisterleistung. Verwendet wurden stets melancholische Klänge, die wunderbar mit dem Inhalt des Films harmonisieren und somit eine einzigartige Symbiose zwischen Bild und Ton entstehen lassen. Am bekanntesten ist wohl der in der Schlussphase verwendete Tears-For-Fears-Song \"Mad World\", den Gary Jules in eine langsamere und somit melodramatischere Form adaptierte.

Wunderschöne, meist düstere Bilder üben eine absolute Faszination aus und schaffen es, ohne viel Dialog zu überzeugen. Die Nahaufnahmen einzelner Personen schaffen eine beängstigend überzeugende Sogwirkung, der man sich nur sehr schwer entziehen können dürfte. Das kongeniale Zusammenspiel von Slow-Motions und Zeitraffern gibt dem Streifen eine weitere besondere Würze. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, dessen Regisseure mit solchen Effekten im Übermaß, die Produktion völlig \"zerschnippeln\" und so vom eigentlichen Geschehen ablenken, ist Kelly in diesem Fall eine überzeugende und immer wieder bewundernswerte Verwendung gelungen.

Donnie wird von Jake Gyllenhaal (\"The Day After Tomorrow\") abolut authentisch dargestellt, womit er alle anderen Schauspieler völlig in den Schatten stellt, was aber auch Sinn und Zweck des Films ist, da der 16jährige im permanenten Fokus steht und die Handlung vorantreibt. Dennoch wissen ebenso Drew Barrymore als exzentrische Lehrerin und Patrick Swayze als Bösewicht zu beeindrucken.

Den Höhepunkt bildet schließlich das geniale, furiose Ende, das überraschend ist und absolut nachdenklich stimmt.
Viele würden den Film spätestens nach der Schlussszene als Fantasy oder SciFi einstufen, doch wäre dies sicherlich zu einfach, denn bei genauerem Betrachten, kann man der Handlung jegliche Realität zusprechen. \"Donnie Darko\" ist ein Psychogramm der ganz besonderen Art, die Durchleuchtung eines menschlichen Lebens, von Visionen geprägt und sich stark vom gewöhnlichen Alltagsdasein, unterscheidend. Somit ist der Film psychologisch hoch interessant und himmelweit entfernt von vielen anderen amerikanischen Streifen mit Möchtegern-Tiefgründigkeit. Der Film ist genresprengend, da auch dramatische und komische Einflüsse existieren.
Aber \"Donnie Darko\" wirft auch philosophische Gedanken über Leben und Zeit auf, die einfach fesselnd sind.

Richard Kelly, der für dieses Debüt eine Grundgage von nur 9000 Dollar bekam, ist in Zusammenarbeit mit Drew Barrymore als leitender Produzentin ein Meisterwerk gelungen, das sprachlos macht, über das man sich aber dennoch im Nachhinein stundenlang unterhalten kann. Nicht umsonst hat der Streifen besonders in den USA mittlerweile Kultstatus erreicht und die Gründung einer riesigen Fangemeinde bewirkt.

Eine abstrakte Darstellung und großartige Inszenierung, die man sich nicht entgehen lassen sollte... Unbedingt ansehen!


\"Donnie Darko\" ist derzeit auf DVD und vereinzelt VHS erhältlich und auf Premiere zu sehen.


\"Donnie Darko\"
USA 2000
D: Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Drew Barrymore, Patrick Swayze, James Duval
R: Richard Kelly
FSK 16
109 Min.

9 Bewertungen, 3 Kommentare

  • PunkFreak

    26.10.2005, 18:03 Uhr von PunkFreak
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieser Film ist einfach nur genial und ich schau ihm mir immer geren wieder an. Dein Bericht lässt sich sehr gut lesen und deshalb bleibt mir einfach nichts anderes übrig als dir ein sehr nützlich zu geben. Ja alle solltren so gute Berichte schreiben...=)

  • morla

    18.10.2005, 16:55 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • anonym

    18.07.2005, 00:16 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich sehr interessant an. liebe grüße tammy