Extreme Ops (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von wildheart
Extreme Flops
Pro:
Nichts
Kontra:
Eine filmische Katastrophe sondergleichen.
Empfehlung:
Nein
Es gibt Filme, die sind gar keine. Sie täuschen lediglich vor, Kunstwerke zu sein. Trotzdem sind sie Teil einer Kultur, die man zwar teilen kann wie den Bereich der Religion etwa – in Islam, Judentum, Christentum, Buddhismus usw. –, deren Teile aber doch aufeinander Bezug nehmen und immer genommen haben, so verfeindet sie auch sein mögen oder gewesen sind. Aus Protest verdammen wir solche Pseudo-Kunstwerke in die ewigen Jagdgründe des Trivialen und meinen, sie damit erledigt zu haben. Weit gefehlt. Wir schreiben alle an derselben Kultur in einem weiten Sinn des Begriffs.
„Extreme Ops“ ist so ein „Machwerk“, ein Schatten seiner selbst, eine Katastrophe als Katastrophe, ein Abziehbild aus Vorurteilen, Klischees, Schall und Rauch, ein Tamtam mit viel Lärm und nichts dahinter, ein Knallbonbon ohne Inhalt mit Figuren ohne Charakter, ein Medienereignis ohne Medium, ohne Vermittlung, denn die bedarf es bei solchen Machwerken nicht, die sich auf eingeschliffene Sehgewohnheiten und ähnliches zumindest bei einem Teil des Publikums verlassen können, Filme mit einer Handlung, die keine ist, und mit Aussagen, die dem Bereich des dumpfen Ressentiments, hinsichtlich Terroristen, bzw. des Vor-Vorurteils hinsichtlich Werbefilmern – die Gruppen, die hier „gegeneinander“ stehen – angehören.
Inhalt
... ist schon fast zu viel gesagt. Ein Werbefilmer namens Ian (Rufus Sewell) nebst Geschäftspartner Jeffrey (Rupert Graves) wollen irgendwo in den Alpen mit Snowboard und Skiern drehen. Zum Team gehören noch Kameramann Will (Devon Sawa), Assistent Mark (Heino Ferch), die Abfahrts-Goldmedaillen-Gewinnerin Chloe (Bridget Wilson-Sampras), die Snowboarder Kittie (Jana Pallaske) und Silo (Joe Absolom). Problem: In dem noch im Bau befindlichen Hotel oben auf der Bergspitze hat sich ein international gesuchter serbischer Terrorist namens Pavle (Klaus Löwitsch) mit seinem psychopathischen und sadistischen Sohn Slavko (David Scheller) und einigen Helfershelfern verschanzt, nachdem er durch einen Flugzeugabsturz seinen Tod vorgetäuscht hatte, um seinen Verfolgern zu entgehen. Nun plant er irgendeinen brutalen Racheakt irgendwo in einer europäischen Stadt. Unwichtig. Das Auftauchen des Werbefilmteams passt Pavle gar nicht in den Kram. Erst stellt Slavko einige der Eindringlinge und findet dabei den Tod. Dann greift Pavle samt verbliebenen Kumpanen vom Hubschrauber aus die Werbefilmer und Skifahrer mit Maschinengewehren an ...
Inszenierung
Dass der Klischeeterrorist Pavle am Schluss das Zeitliche segnet und die harmlosen Werbefilmer samt Snowboardern noch mal davon kommen, versteht sich von selbst. Dazwischen passiert – nichts. Ein paar riskante Abfahrten und Stunts, Sprünge aus der Seilbahn mit Board und Skiern, zwei Lawinen und ein paar Stürze sind zwar ganz nett. Aber außer diesen sattsam bekannten Szenen aus dem Action-Handbuch für Durchschnittsregisseure – die es nicht auf James-Bond-Niveau bringen können – lächeln sich die einen durch einen Film ohne Handlung, während die anderen – Löwitsch, Komorowska und Scheller – hart-coole Sprüche und grimmige Visagen zu bieten haben. Sense! Das war’s.
Zu erkennen sind lediglich Marionetten, keine Menschen aus Fleisch und Blut. Da war die Schwarzwaldklinik ohne „Äktschon“ inhaltsschwangerer. Die Blondine Chloe darf den „harten“ Männern und der vorgeblich fanatischen Kittie „beweisen“, dass „sie auch was kann“. Der Dödel Will darf sich laut Drehbuch zunächst erfolglos in Kittie-Cat verknallen, Löwitsch darf unrasiert gewalttätig werden und aus dem Hubschrauber ballern (meist Drehbuch-absichtlich daneben) – und ich frage mich ernsthaft, was ich hier eigentlich mache.
Kunst? Nein! Film? Nein, Zelluloid mit Nonsens. Kultur? Ja, denn so sind serbische Terroristen und so sind Filmemacher und so sind Snowboardfahrer und so sind die Alpen und so ... eben so, wie es die Boulevardpresse und die Fernsehserien aus der Retorte einem über Jahre hinweg – wenn man sie nicht meidet – immer wieder vorgaukeln, nach der Devise, irgendwas wird schon hängen bleiben – vor allem das Geld bei der Produktionsfirma.
Da allerdings könnten sich United International Pictures und Regisseur Duguay verrechnet haben. Magere 3,1 Mio. Dollar brachte das Startwochenende in den USA. 3,1 Millionen zu viel. Auch „das“ aber ist Teil unserer Kultur, auch wenn wir uns „das“ nicht zu eigen machen wollen, eine „Kunst“ ohne wirklichen Inhalt, ohne Aussage, ohne Tiefe, ohne Menschen, eine „Kunst“, die von den Abfallprodukten der visuellen Medien lebt, dem Visuellen „als solchem“, der Möglichkeit des Visuellen, aber nicht dem inneren Drang, „etwas“, das aus dem Innern, dem Gefühl, dem Bauch, dem Leid, der Freude, dem Humor kommt, so „etwas“ zu visualisieren, eine seelenlose Angelegenheit, eine Form ohne Inhalt, die sich aber als gehaltvoll verkaufen will und tatsächlich Geschmacksrichtungen produzieren kann, die sich aus einer Kombination von Äußerlichkeiten eine „Kultur“ zusammen schustert und das dann für Kunst hält (bzw. als solche verkauft). Aus der Summe von Bedeutungslosigkeiten entsteht so scheinbar etwas Bedeutendes.
Noch ein Fazit? Wozu?
Wertung: 0,5 von 10 Punkten. (Wofür die 0,5 sind, weiß ich auch nicht.)
Extreme Ops
Großbritannien, Deutschland 2002, 93 Minuten
Regie: Christian Duguay
Drehbuch: Michael Zeidan
Musik: Normand Corbeil, Stanislas Syrewicz
Director of Photography: Hannes Hubach
Schnitt: Clive Barrett, Sylvain Lebel
Produktionsdesign: –
Hauptdarsteller: Drevon Sawa (Will), Bridgette Wilson (Chloe), Rupert Graves (Jeffrey), Rufus Sewell (Ian), Heino Ferch (Mark), Joe Absolom (Silo), Jana Pallaske (Kittie), Liliana Komorowska (Yana), Klaus Löwitsch (Pavle), David Scheller (Slavko)
Offizielle Homepage: http://movies.uip.de/extremeops
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0283160
Weitere Filmkritik(en):
„Jam Movies“ (Steve Tilley):
http://www.canoe.ca/JamMoviesReviewsE/extremeops-sun.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de
„Extreme Ops“ ist so ein „Machwerk“, ein Schatten seiner selbst, eine Katastrophe als Katastrophe, ein Abziehbild aus Vorurteilen, Klischees, Schall und Rauch, ein Tamtam mit viel Lärm und nichts dahinter, ein Knallbonbon ohne Inhalt mit Figuren ohne Charakter, ein Medienereignis ohne Medium, ohne Vermittlung, denn die bedarf es bei solchen Machwerken nicht, die sich auf eingeschliffene Sehgewohnheiten und ähnliches zumindest bei einem Teil des Publikums verlassen können, Filme mit einer Handlung, die keine ist, und mit Aussagen, die dem Bereich des dumpfen Ressentiments, hinsichtlich Terroristen, bzw. des Vor-Vorurteils hinsichtlich Werbefilmern – die Gruppen, die hier „gegeneinander“ stehen – angehören.
Inhalt
... ist schon fast zu viel gesagt. Ein Werbefilmer namens Ian (Rufus Sewell) nebst Geschäftspartner Jeffrey (Rupert Graves) wollen irgendwo in den Alpen mit Snowboard und Skiern drehen. Zum Team gehören noch Kameramann Will (Devon Sawa), Assistent Mark (Heino Ferch), die Abfahrts-Goldmedaillen-Gewinnerin Chloe (Bridget Wilson-Sampras), die Snowboarder Kittie (Jana Pallaske) und Silo (Joe Absolom). Problem: In dem noch im Bau befindlichen Hotel oben auf der Bergspitze hat sich ein international gesuchter serbischer Terrorist namens Pavle (Klaus Löwitsch) mit seinem psychopathischen und sadistischen Sohn Slavko (David Scheller) und einigen Helfershelfern verschanzt, nachdem er durch einen Flugzeugabsturz seinen Tod vorgetäuscht hatte, um seinen Verfolgern zu entgehen. Nun plant er irgendeinen brutalen Racheakt irgendwo in einer europäischen Stadt. Unwichtig. Das Auftauchen des Werbefilmteams passt Pavle gar nicht in den Kram. Erst stellt Slavko einige der Eindringlinge und findet dabei den Tod. Dann greift Pavle samt verbliebenen Kumpanen vom Hubschrauber aus die Werbefilmer und Skifahrer mit Maschinengewehren an ...
Inszenierung
Dass der Klischeeterrorist Pavle am Schluss das Zeitliche segnet und die harmlosen Werbefilmer samt Snowboardern noch mal davon kommen, versteht sich von selbst. Dazwischen passiert – nichts. Ein paar riskante Abfahrten und Stunts, Sprünge aus der Seilbahn mit Board und Skiern, zwei Lawinen und ein paar Stürze sind zwar ganz nett. Aber außer diesen sattsam bekannten Szenen aus dem Action-Handbuch für Durchschnittsregisseure – die es nicht auf James-Bond-Niveau bringen können – lächeln sich die einen durch einen Film ohne Handlung, während die anderen – Löwitsch, Komorowska und Scheller – hart-coole Sprüche und grimmige Visagen zu bieten haben. Sense! Das war’s.
Zu erkennen sind lediglich Marionetten, keine Menschen aus Fleisch und Blut. Da war die Schwarzwaldklinik ohne „Äktschon“ inhaltsschwangerer. Die Blondine Chloe darf den „harten“ Männern und der vorgeblich fanatischen Kittie „beweisen“, dass „sie auch was kann“. Der Dödel Will darf sich laut Drehbuch zunächst erfolglos in Kittie-Cat verknallen, Löwitsch darf unrasiert gewalttätig werden und aus dem Hubschrauber ballern (meist Drehbuch-absichtlich daneben) – und ich frage mich ernsthaft, was ich hier eigentlich mache.
Kunst? Nein! Film? Nein, Zelluloid mit Nonsens. Kultur? Ja, denn so sind serbische Terroristen und so sind Filmemacher und so sind Snowboardfahrer und so sind die Alpen und so ... eben so, wie es die Boulevardpresse und die Fernsehserien aus der Retorte einem über Jahre hinweg – wenn man sie nicht meidet – immer wieder vorgaukeln, nach der Devise, irgendwas wird schon hängen bleiben – vor allem das Geld bei der Produktionsfirma.
Da allerdings könnten sich United International Pictures und Regisseur Duguay verrechnet haben. Magere 3,1 Mio. Dollar brachte das Startwochenende in den USA. 3,1 Millionen zu viel. Auch „das“ aber ist Teil unserer Kultur, auch wenn wir uns „das“ nicht zu eigen machen wollen, eine „Kunst“ ohne wirklichen Inhalt, ohne Aussage, ohne Tiefe, ohne Menschen, eine „Kunst“, die von den Abfallprodukten der visuellen Medien lebt, dem Visuellen „als solchem“, der Möglichkeit des Visuellen, aber nicht dem inneren Drang, „etwas“, das aus dem Innern, dem Gefühl, dem Bauch, dem Leid, der Freude, dem Humor kommt, so „etwas“ zu visualisieren, eine seelenlose Angelegenheit, eine Form ohne Inhalt, die sich aber als gehaltvoll verkaufen will und tatsächlich Geschmacksrichtungen produzieren kann, die sich aus einer Kombination von Äußerlichkeiten eine „Kultur“ zusammen schustert und das dann für Kunst hält (bzw. als solche verkauft). Aus der Summe von Bedeutungslosigkeiten entsteht so scheinbar etwas Bedeutendes.
Noch ein Fazit? Wozu?
Wertung: 0,5 von 10 Punkten. (Wofür die 0,5 sind, weiß ich auch nicht.)
Extreme Ops
Großbritannien, Deutschland 2002, 93 Minuten
Regie: Christian Duguay
Drehbuch: Michael Zeidan
Musik: Normand Corbeil, Stanislas Syrewicz
Director of Photography: Hannes Hubach
Schnitt: Clive Barrett, Sylvain Lebel
Produktionsdesign: –
Hauptdarsteller: Drevon Sawa (Will), Bridgette Wilson (Chloe), Rupert Graves (Jeffrey), Rufus Sewell (Ian), Heino Ferch (Mark), Joe Absolom (Silo), Jana Pallaske (Kittie), Liliana Komorowska (Yana), Klaus Löwitsch (Pavle), David Scheller (Slavko)
Offizielle Homepage: http://movies.uip.de/extremeops
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0283160
Weitere Filmkritik(en):
„Jam Movies“ (Steve Tilley):
http://www.canoe.ca/JamMoviesReviewsE/extremeops-sun.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de
41 Bewertungen, 1 Kommentar
-
28.01.2012, 10:43 Uhr von XXLALF
Bewertung: besonders wertvolloh-gott, da hast du dir ja was antan, diesen, in meinen augen nichtssagenden film, anzuschauen und darüber noch einen bericht zu schreiben, der dir wirklich gelungen ist. deshalb bw und ganz liebe grüße
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