Gorillas im Nebel (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von catmother
Nyirmachabelli - die Frau, die einsam im Wald lebt
Pro:
wahre, bewegende Geschichte, grandiose Bilder
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Diesen Film wollte ich mir schon immer ansehen, seit er damals ins Kino kam. Schon allein wegen der Hauptdarstellerin Sigourney Weaver, natürlich des brisanten Themas und nicht zuletzt der wundervollen Aufnahmen von Natur und Tier wegen. Nun hatte ich endlich Gelegenheit, die Verfilmung der Forscher-Biographie auf Premiere zu sehen.
** Die Geschichte **
Louisville, Kentucky 1966: Die Physikerin Dian Fossey (Sigourney Weaver) meldet sich bei dem Forscher und Ethnologen Dr. Louis Leakey (Iain Cuthbertson) von der National Geographic Society, der einige Forschungsprojekte in Afrika betreut. Sie bekniet ihn, sie für die beabsichtigte Zählung der am meisten von der Ausrottung bedrohten Affen, der Berggorillas in Zentralafrika, einzusetzen. Ihr Enthusiasmus überzeugt den Forscher und er schickt sie nach Kongo – zunächst für ein halbes Jahr. Als sie dort ankommt, stellt sie geschockt fest, daß sie völlig auf sich allein gestellt ist; sie muß die Träger und einen Führer auswählen und sich ohne fachkundige Begleitung auf die Suche nach den Berggorillas machen.
Der einheimische Führer Sembagare (John Omirah Miluwe) ist ihr von Anfang an eine gute Unterstützung, macht sie mit den Gegebenheiten in Afrika bekannt und lehrt sie den menschlichen Umgang mit ihren Helfern, hat aber wie Dian keinen blassen Schimmer von den Affen und ihren Gewohnheiten.
Immer wieder finden und vernichten sie auf ihrem Weg Fallen von Wilderern und tote Tiere. Nur eine Affenhorde sichten sie nicht und in der Gesellschaft wird man ungeduldig.
Als 1967 im Kongo der Bürgerkrieg ausbricht, wird das Lager vom Militär aufgelöst und die Amerikanerin des Landes verwiesen. Sembagare folgt ihr, und von Ruanda aus wagen sie noch einmal den Gang in die Berge.
Nach Wochen erfolgloser Suche haben sie endlich Glück und finden eine Gruppe Gorillas, und Dian ist sprachlos vor Staunen und Begeisterung.
Im Laufe der Wochen und Monate, die Sembagare und sie mit den Tieren verbringen, um ihre Gewohnheiten zu studieren, wagt sich Dian immer weiter an die Tiere heran. Damit riskiert sie zwar stets Gewaltattacken des Silberrückens – das ist das Leittier der Gruppe – und auch der anderen männlichen Tiere, doch wie durch ein Wunder geht alles gut. Mehr noch, so nah wie Dian kam noch nie ein Mensch diesen stolzen Tieren.
Die National Geographic Society schickt daraufhin den Fotografen Bob Campbell (Bryan Brown) in Dians Camp, der ebenso begeistert ist von dem, was er dort sieht. Der Film, den er von der Begegnung mit den Berggorillas dreht, wird ein riesiger Erfolg. Die Forscherin und der verheiratete Bob werden ein Paar.
Einzig Dians immerwährender Krieg gegen die Wilderer und gutzahlende Händler von Gorillababies trübt das friedvolle Leben. Und dieser Krieg wird immer härter und gefährlicher.
** Darsteller **
Im Mittelpunkt des Films steht Sigourney Weaver (Alien, Copykill) als Dian Fossey. Diese Frau ist einfach die perfekte Besetzung für jene energische, nach außen harte, aber im Grunde doch sehr einsame Forscherin. Im Grunde erinnert mich die Interpretation der Figur stark an Weavers erste Power-Rolle in den Alien-Filmen, wo sie ebenfalls gegen eine Übermacht zu kämpfen hatte, dabei aber immer noch Frau blieb.
Über John Omirah Miluwe als Darsteller des afrikanischen Führers Sembagare kann ich nichts weiter sagen, als dass er seinen Part gegen die so übermäßig präsente Weaver gut behauptet und ein angenehmes Gegengewicht zur Impulsivität der Fossey darstellt.
Brian Brown (FX Tödliche Tricks) als Fotograf Bob Campbell ist insofern nur eine Nebenfigur und bleibt etwas blaß.
** Hintergrund-Information **
Dian Fossey wurde 1932 in Faifax/Kalifornien geboren. Wegen schlechter Schulnoten konnte sie ihren Traumberuf Tiermedizin vergessen. Statt dessen machte sie einen Abschluß als Bewegungstherapeutin.
Mit 31 reist sie nach Ostafrika, ins Grenzland zwischen Kongo und Uganda und trifft dort erstmals auf die Berggorillas. Die Forschungsarbeit mit den Tieren, aber auch die verabscheuungswürdige Jagd auf die Affen prägen ihr weiteres Leben.
In den Virunga Mountains gründet sie im September 1967 in 3000 Meter Höhe die Karisoke-Forschungsstation - ihr Lebenswerk – und verbringt schließlich dort fast 20 Jahre. Aus anfänglicher Neugier und Faszination entwickelt sich eine tiefe emotionale Beziehung zu den Menschenaffen, bis ihr auf sensationelle Weise letztendlich der direkte Kontakt zu den scheuen Primaten gelingt und diese Bilder um die Welt gehen.
Zermürbend ist jedoch der ständige Kampf gegen Wilderer, die die Gorillas lebend fangen oder töten und ihre Köpfe und Hände als Souvenirs oder Talismane an Touristen verkaufen. Besonders grausam ist die Jagd auf Gorilla-Babies, denn dazu werden die Eltern abgeschlachtet, die sonst ihren Nachwuchs bis zur Selbstaufopferung verteidigen würden.
Immer wieder ruft Dian Fossey zum Schutz der Berggorillas auf und verteidigt vehement ihre „Familie. Dieser unaufhörliche, kompromisslose Krieg, bei der auch die Forscherin mit rabiaten Mitteln vorgeht, mündet schließlich in einem grauenvollen Racheakt der Einheimischen.
** Filmkritik **
Ich fand das auf jeden Fall einen außerordentlichen Film, schon allein wegen der unglaublichen Natur- und Tieraufnahmen, die einem diese Tiere total nahe bringen. Es ist so faszinierend und bewegend zuzusehen, wie man mit Behutsamkeit, Respekt und Geduld das Vertrauen von so imposanten Tieren bekommen kann – einfach schade, daß man selbst nicht dabei war. Allerdings kenne ich dieses Gefühl ein wenig, denn so ähnlich ist es, wenn wir unter Wasser Tieren begegnen, die keine Scheu zeigen.
Die von Sigourney Weaver dargestellte Dian Fossey war schon eine sehr ambivalente Figur, die bei mir als Zuschauer durchaus mal differenzierte Gefühle auslöste. In ihrem Anliegen sehr engagiert und kompromißlos, ist sie als Mensch und Frau absolut schwierig, unduldsam und exzessiv. Zwar verlangt sie von ihren Helfern und Mitarbeitern nicht mehr, als daß sie nicht auch geben würde, aber sie stößt mit ihrer harschen und schonungslosen Art und ihrem Jähzorn die Menschen natürlich vor den Kopf. Das hat mich manchmal sogar abgestoßen an der Heldin des Films.
Und so differenziert muß man auch ihren Kampf gegen das sinnlose Abschlachten der Gorillas betrachten – der unnachgiebige Einsatz für den Erhalt dieser Spezies ist natürlich lobenswert, aber sie hat ihn einfach falsch angefangen, auch wenn ich sie voll verstehen kann, denn mir hat auch das Herz geblutet, die abgeschlagenen Hände und Köpfe der Affen zu sehen. In einem Land mit so einer rückständigen Einstellung gegenüber der Natur und Tieren hätte man diesen Kampf vielleicht mit anderen Mitteln führen müssen, statt die Einheimischen für etwas zu töten, was sie nicht besser wissen und wofür ihnen nie eine Alternative geboten wurde.
Insofern kam die Darstellung des komplizierten Charakters und des sehr schwierigen Lebens dieser ungewöhnlichen Frau auch exzellent rüber.
Sigourney Weaver ist heute übrigens Ehrenpräsidentin des Dian Fossey Gorilla Fund (DFGF).
Unvergleichlich übrigens auch die Musik, die von keinem Geringeren als Maurice Jarre stammt, der mit seinen stimmungsvollen Klangbildern eine wunderschöne Atmosphäre zu den Naturaufnahmen schafft.
** Meine Meinung **
Auf jeden Fall ein Film, den man gesehen haben sollte. Die Botschaft stimmt, die Darstellerin ist überragend und die Bilder einfach umwerfend.
** Daten **
USA 1988
Genre: Drama, Filmbiographie
Originaltitel: Gorillas in the Mist
Regie: Michael Apted
Kamera: John Seale
Musik: Maurice Jarre
FSK 12
** Die DVD **
Extras:
Featurette, Trailer, Cast & Crew
DVD-Type: DVD 9
Laufzeit: 124 min
Regionalcode Code: 2
Sprachen:
Deutsch, Englisch, Spanisch
Tonformat: Dolby Surround
Untertitel:
Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugisisch, Finnisch, Hebräisch, Schwedisch, Kroatisch, Tschechisch, Griechisch, Ungarisch, Polnisch und Türkisch
Preis:
9,90 Euro im Karstadt
14,90 Euro bei Amazon
Wer diesen Film mag und die Bilder in einer besseren Qualität sehen will, der sollte sich die DVD zulegen. Die Extras sind zwar nicht berauschend, aber ein paar Infos über die Crew und das Casting sind schon interessant.
33 Bewertungen, 12 Kommentare
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21.03.2009, 01:56 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Liebe Grüße, Lifo
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18.12.2007, 14:06 Uhr von Markusgeiger86
Bewertung: sehr hilfreichmfg, Markus
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28.06.2007, 22:23 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSH LG Pet
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23.08.2006, 10:25 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreichDer Film ist so traurig - schnief! :o) liebe Grüße Jeanny
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22.08.2006, 17:31 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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20.08.2006, 19:31 Uhr von sandraberg
Bewertung: sehr hilfreichpuh, ich bewerte grad meine infomails der letzten 2 wochen(!!) - da ist ganz schön viel zusammen gekommen, aber das cis ist mir eben sehr wichtig - auch wenn ich nicht tgl. dazu komme. freue mich auch schon wieder auf deine lesungen :-) lg sandra
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15.08.2006, 21:36 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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15.08.2006, 02:24 Uhr von NancyNoack
Bewertung: sehr hilfreichEin klasse Film. Aber verdammt traurig :(
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15.08.2006, 02:06 Uhr von maus1991
Bewertung: sehr hilfreichwirklich sh und lg yvonne
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15.08.2006, 01:23 Uhr von ShortBrini
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht...Brini
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15.08.2006, 01:23 Uhr von MatthiasHuehr
Bewertung: sehr hilfreichCiao Matthias
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15.08.2006, 01:21 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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