Harry und Sally (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von suppengirl

"Ich kurble mal das Fenster runter"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

"Harry & Sally" (Originaltitel: "When Harry met Sally") aus dem Jahre 1989 ist wieder so ein Film, den ich, wenn mich jemand nach meinem Lieblingsfilm fragen würde, zumindest in die nähere Auswahl ziehen würde. Ich habe ihn mittlerweile sicherlich an die zehn Mal gesehen. Und jedesmal bin ich überrascht, wie charmant, amüsant und neu ich ihn immer wieder empfinde. Man kann ihn gar nicht zu oft sehen (natürlich sollte man es wie immer nicht übertreiben!). Jedesmal entdeckt man neue Nuancen, empfindet andere Szenen als besonders gelungen. Besonders die vielen Dialoge - eine tiefe Verbeugung vor Drehbuchautorin Nora Ephron, die mit diesem Film ebenfalls ihren größten Wurf landete - zwischen den beiden Protagonisten, bzw. deren bester Freunde, bergen so viel tiefgründigen Witz, dass man - so scheint es - niemals wirklich alles heraus gehört hat. Ich kann mich erinnern, dass mir der Film damals im Kino schon sehr gut gefallen hat (ich war zu dieser Zeit 16). Sein wahres Potenzial habe ich aber erst über die Jahre und Wiederholungen hinweg erfasst. Wenn ihr ihn noch nicht gesehen haben solltet, dann holt das schleunigst nach! Ihr werdet mir dann sicherlich zustimmen!


Zur Story:

Erzählt wird die Geschichte von Harry Burns (Billy Crystal) und Sally Albright (Meg Ryan). Sie lernen sich kennen, als beide von der Provinz nach New York gehen wollen, um dort ihr berufliches Glück zu finden. Sally besitzt ein Auto und wird zur Mitfahrgelegenheit für Harry, der mit einer Freundin Sallys liiert ist. Auf der langen Fahrt stellen beide ziemlich schnell fest, dass sie sich nicht unbedingt sympathisch sind. Und schon bei diesem ersten Treffen diskutieren sie die im Film entscheidende Frage: Können Männer und Frauen Freunde sein? Nachdem sie in New York angekommen sind, ist für beide klar, dass sie sich wohl nie mehr wieder sehen werden. Doch das Schicksal will es anders.

Wir treffen die beiden fünf Jahre später wieder und genau so treffen sich Harry und Sally wieder: Zufällig auf dem Flughafen und zufällig sitzen sie auch im gleichen Flugzeug. Beide sind gerade frisch verliebt. Während ihrer Unterhaltung im Flugzeug wird klar, dass sich an ihrer gegenseitiger Abneigung (zumindest die von Sally gegenüber Harry) nicht viel geändert hat. Und wieder verlieren sie sich aus den Augen.

Einige Jahre später folgt der nächste Zufall: In einer Buchhandlung schafft es Sally erneut nicht, Harry unerkannt zu entkommen. Beide müssen gerade das Ende ihrer einst so glücklichen Beziehungen verarbeiten. Es ist wohl diese Gemeinsamkeit, die die beiden zunächst eine Art Friedenspakt schließen lässt. Aus diesem Pakt jedoch entwickelt sich langsam aber stetig eine tiefe Freundschaft, deren Verlauf der Film nunmehr ohne große Zeitsprünge verfolgt. Die Frage scheint nun beantwortet: Ja, Männer und Frauen können Freunde sein. Das sieht nun auch der große Zyniker Harry ein. Oder sollte er im Nachhinein doch noch Recht bekommen? Ihr werdet sehen!


Die Darsteller:

Meg Ryan:
Sie gehört mittlerweile nicht mehr unbedingt zu meinen Lieblingsdarstellerinnen, zu eintönig sind mir ihre Rollen. Wer "Harry und Sally" gesehen hat, kann aber ahnen, dass es nach diesem Film wohl einfach ihr Schicksal sein musst, von nun an auf Liebeskomödien fest gelegt zu sein. Aber an den Film ihres Lebens in diesem Genre wird sie sicher nie mehr heran kommen (vor allem nicht, wenn sie ständig mit Tom "ich bin ja so ein braver Amerikaner" Hanks spielt). Ihr Grinsen, als sie im Auto auf Harry wartet, der sich gerade sehr innig von seiner Freundin verabschiedet - an deren Namen sich später beide nicht mehr erinnern können -, und ungeduldig auf die Hupe gedrückt hat, wird sich jedem ins Gedächtnis brennen, der es gesehen hat. Natürlich auf positive Weise ;o). Auf die berühmte Orgasmus-Vortäuschungs-Szene möchte ich gar nicht eingehen, da die wohl jeder kennen wird, auch wenn er den Film nicht gesehen hat.

Billy Crystal:

Tja, wer weiß, wie Billy Crystal aussieht, wird verstehen, dass ich von ihm als romantischen Helden zunächst gar nicht angetan war. Aber er macht seine Sache wirklich sehr überzeugend. Und das ist ja wohl das beste Prädikat für einen Schauspieler, wenn man während eines Films total sein Äußeres vergisst. Er ist schlicht und einfach die Idealbesetzung für Harry. Oder könntet ihr euch Mel Gibson oder Tom Cruise in dieser Rolle vorstellen? Nö!

Carrie Fisher und Bruno Kirby:

Carrie Fisher - bekannt als Prinzessin Leia aus der Star Wars Trilogie - spielt Marie, Sallys beste Freundin. Immer unglücklich verliebt - in einen verheirateten Mann, der seine Frau nie verlassen wird, und jeder weiß, dass er seine Frau nie verlassen wird (!) -, steht sie Sally stets mit Rat zur Seite. Wenn man ihre Leistung in diesem Film sieht, so kann man nur sagen, dass es sehr traurig ist, dass sie nach Star Wars nur noch sehr selten Gelegenheit hatte, ihr Talent zu zeigen.
Bruno Kirby wiederum ist Jess, Harrys bester Freund. Etwas trottelig und spießig (man denke nur an den Radwagentisch!), wirkt er um so sympathischer.


Regisseur Rob Reiner:

Rob Reiner, der Sohn des ebenfalls erfolgreichen Regisseurs Carl Reiner ("Tote tragen keine Karos") und übrigens auch der beste Freund des Hauptdarstellers Billy Crystal, hat auch mit "Harry & Sally" seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Seine bekanntesten und erfolgreichsten Filme reichen vom Jugend-(aber auch für Erwachsene-)Film ("Stand by me") über Thriller ("Misery") und Dramen ("A few good men","The Story of us") bis hin eben zur leichtfüßigen, aber doch tiefsinnigen Komödie "When Harry met Sally". Auch wenn mir nicht alle dieser Filme gefallen haben (das Genre Gerichtsdrama ist nicht unbedingt mein Ding, zumal wenn Tom Cruise und Demi Moore die Hauptrollen spielen ;o)), so muss man doch anerkennen, dass der Mann sein Handwerk beherrscht und es kaum ein Genre gibt, in dem er sich nicht zurecht findet. Schade eigentlich, dass er nur so wenig Filme dreht.


Meine Lieblingsszenen:

"Harry und Sally" besteht eigentlich nur aus Lieblingsszenen, bei jedem Mal Ansehen favorisiere ich eine andere. Trotzdem hier die Highlights:
- Die Überschrift dieser Meinung stellt mein Lieblinszitat dar: Harry sitzt bei Sally im Auto und isst Weintrauben. Schließlich spuckt er die Kerne zum Fenster hinaus - oder will das zumindest tun, denn dummerweise ist es geschlossen. Die Kerne kleben mit reichlich Speichel am Fenster und Harry dreht sich zu Sally rüber und sagt ganz ruhig: "Ich kurble mal das Fenster runter."
- Harry und Sally telefonieren miteinander. Beide liegen schon im Bett. Harry hat gerade ein Buch ausgelesen (;o)). Er glaubt, dass er nicht schlafen kann und kündigt Sally deshalb an, dass er jetzt noch ein bisschen stöhnen üben wird. Was er prompt auch tut, nachdem er aufgelegt hat.
- Jede Szene im Film, bei der Sally im Restaurant etwas zu Essen bestellt (achtet auf das Wort "Extrateller"!)
- Harry und Sally sitzen mit Marie und Jess im Restaurant. Harry will Sally mit Jess verkuppeln, Sally will Harry mit Marie verkuppeln. Doch natürlich kommt alles ganz anders!

Hier könnte ich noch ewig weiter schreiben, aber mir fällt auf, wenn ihr den Film nicht kennt, dann werdet ihr die Beschreibung der Szenen nicht halb so lustig finden wie sie tatsächlich sind. Und wenn ihr ihn schon gesehen habt, dann werdet ihr sicher eure eigenen Favoriten haben. Also: Seht ihn euch einfach selbst an. Zum ersten Mal (würde ja auch Zeit!) oder zum fünften Mal. Das Vergnügen wird in jedem Falle groß sein. Falls nicht, bekommt ihr euer Geld zurück! (fragt sich nur von wem!)

74 Bewertungen, 13 Kommentare

  • musca

    16.07.2003, 23:22 Uhr von musca
    Bewertung: sehr hilfreich

    nicht unbedingt so meine welt!der bericht aber sehr!

  • anonym

    03.07.2002, 08:47 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein genialer Film und ein schöner Bericht darüber.

  • LadyDiva

    17.06.2002, 18:03 Uhr von LadyDiva
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich hab den film auch schon oft gesehen, aber er ist halt so geil...

  • anonym

    13.06.2002, 19:21 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super ausführlicher Bericht, hat Spass gemacht zu lesen, gruß mibod

  • Lonca

    14.05.2002, 14:58 Uhr von Lonca
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich find den Film auch klasse...aber Meg Ryan hat meine Meinung nach noch viele andere gute Filme gut gemacht...man denke an French Kiss, Stadt der Engel, eMail für Dich...

  • Urquhart

    29.04.2002, 01:12 Uhr von Urquhart
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag diesen Film nicht....

  • Karinkroeger

    27.04.2002, 13:18 Uhr von Karinkroeger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein super Film!! Sehe ich immer wieder gerne.

  • Dini2000

    13.04.2002, 17:41 Uhr von Dini2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich liebe diesen Film!!! Ich seh ihn immer wieder gern :-)

  • wilma

    11.04.2002, 12:34 Uhr von wilma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich liebe den Film - vor allem den Satz: Ich hätte gern das Gleiche, was sie hatte. *g*

  • seifertandreas

    10.04.2002, 23:14 Uhr von seifertandreas
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ne gute Meinung nur beim kopieren etwas viel mitgeschnitten ;-). Wirklich gut geschrieben.

  • Tomasso1

    10.04.2002, 23:07 Uhr von Tomasso1
    Bewertung: sehr hilfreich

    17.10 etwas her;)

  • Malwina

    10.04.2002, 23:06 Uhr von Malwina
    Bewertung: sehr hilfreich

    mach mal lieber das "Bericht bearbeiten" raus.... ansonsten ne super Meinung

  • Paketmarke

    10.04.2002, 23:01 Uhr von Paketmarke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gute Meinung. Du hättest beim kopieren deiner Meinung die ersten beiden Zeilen weglassen sollen ;-). Trotzdem gut.