Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Zu wenig Sex!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zwei Jahre Wartezeit sind nach dem letzten Tomb Raider-Film nun vorbei. Gut, der erste Film war, dank weiblicher Hauptrolle, mal etwas anderes im Action-Genre, aber nun auch nicht so umwerfend, dass man das Sequel heiß ersehnen müsste. Trotzdem habe ich mich darauf gefreut, Lara Croft mal wieder auf der Kinoleinwand zu bewundern...

-----STORY:-----
Die Legende um die Büchse der Pandora sollte jedem bekannt sein. Als sie geöffnet wurde, kam das Unheil über die Welt. Aber das ist, wie Lara Croft sagt, nur die harmlose Variante. In Wirklichkeit ist die Büchse der Pandora die effektivste Waffe überhaupt. Mit ihr hat man die Macht über Leben und Tot. Die Büchse liegt in der „Wiege des Lebens“, einem unbekannten Ort. Aber es gibt natürlich eine Karte – in Form einer goldenen Kugel. Nur gibt es da zwei Probleme: Als Lara Croft (Angelina Jolie) diese Kugel findet und bergen will, wird sie ihr von bewaffneten Männern abgenommen. Außerdem ist die Lagekarte der Wiege des Lebens auf der Kugel kodiert...

Lara versucht nun – auch im Auftrag des englischen Königshauses – die Kugel zurück zu bekommen, da sie sonst in die Hände eines zwielichtigen Geschäftsmannes kommt, der sein Geld damit macht, tödliche Viren an Leute zu verkaufen, die wiederum Konkurenten etc. beseitigen wollen. Da es aber zu jedem Virus ein Gegenmittel gibt, will dieser Geschäftsmann nun die Büchse der Pandora. Ob Lara die Übergabe der Büchse und das Dekodieren der Karte rechtzeitig verhindern kann...? Und was ist mit ihrem Ex-Lover Sheridan (Gerard Butler) – steht er wirklich auf Laras Seite...?


-----KOMMENTAR:-----
Ein bisschen unsinnig ist die Idee ja schon, aus der Büchse der Pandora eine solch durchschlagskräftige Waffe zu machen, aber davon sollte man sich nicht abhalten, den Film zu sehen. Bei Actionfilmen ist ja die Handlung weniger wichtig, sondern die Inszenierung der Actionszenen und der einzelnen Akteure. Aber leider hapert es auch daran etwas...

Klar, wer hier Matrix-Effekte erwartet, hat sich geschnitten – das war mir aber auch von vornherein klar. Solche Effekte würden aber auch nicht wirklich zu den historisch anmutenden Drehorten passen und würden den Charme der Croft-Abenteuer wohl gänzlich kaputtmachen – und dabei ist dieser Charme schon jetzt bis auf ein Minimum reduziert worden. Und damit bin ich gleich bei meiner etwas provozierenden Überschrift! Im ersten Teil der Croft-Filme wurde noch sehr stark – vielleicht sogar zu stark – herausgestellt, dass es sich hier um Lara Croft, einen weiblichen Actionheld, handelt. Sie wurde fast in der Manier von Musikvideos in Szene gesetzt. Der Film wirkte über weite Strecken wie eine Aneinanderreihung von verschiedenen Posen von Angelina Jolie. Jetzt, im zweiten Teil, wird zwar in einer sehr intimen Szene von Croft und ihrem Ex wieder deutlich gemacht, wen man hier vor sich hat, aber das war es dann schon fast. Klar, Angelina Jolie hat wieder hier und da eine Szene, die deutlich dazu gedacht sind, ihren Körper in Szene zu setzten, aber diese tauchen kaum noch auf. Croft sieht zwar im größten Tumult immer noch sexy aus, aber wo bleibt der Sex, der im ersten Teil in jeder Szene in der Luft lag? Und ohne diesen Sex sind Tomb Raider-Filme einfach keine Tomb Raider-Filme mehr. Man würde ja auch nicht auf die Idee kommen, James Bond seine Bond-Girls, seine Autos und Q. zu nehmen. Ohne all dies hätte man immer noch einen Actionfilm, aber eben keinen Bond-Film. Diese Kritik macht nun aber vielleicht auch deutlich, auf welch dünnen Beinchen der erste Film stand, wenn der Nachfolger, der ja bis auf diesen sexy Charme dem ersten Teil sehr ähnlich ist, meiner Meinung nach lange nicht mehr an die Qualität der Vorgängers heranreicht...

Schauspielerisch wird hier auch nicht gerade großes Kino geboten. Gut, wir haben es hier mit einem Actionfilm zu tun und da kommt es, wie gesagt, mehr auf die Inszenierung der Akteure, weniger auf deren Qualität an. Angelina Jolie gehört zwar dank ihres Oscargewinns für „Durchgeknallt – Girl durchgedreht“ zu den Großen in Hollywood, aber für ihre zwar solide Leistung in diesem Croft-Abenteuer würde ich ihr nichteinmal eine Nominierung geben. Ähnlich sieht es mit den weiteren Akteuren aus – alle spielen solide, aber sicher nicht herausragend. Das gilt auch für Til Schweiger, der wohl weiter in Amerika Fuß fassen kann. Gut, er spielt, wie es für Deutsche in Hollywood erst üblich ist, einen Bösewicht, macht seine Sache aber wirklich nicht schlecht.

Gut waren hingegen die Actionszenen und Stunts. Sie haben zwar keine neuen Maßstäbe gesetzt, wirken aber echt und sind schon beeindruckend, was natürlich nicht zuletzt an Lara Croft liegt und daran, dass man als Mann Angelina Jolie wohl in jeder Lage stundenlang zusehen kann.


-----FAZIT:-----
Der Film ist in allen Belangen nur Durchschnitt, was nicht so schlimm wäre, wenn der Croft-Charme des ersten Teils erhalten geblieben wäre. Aber ohne ihn wird der Film nicht mehr wirklich sehenswert.

25 Bewertungen