Postman (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2012
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Erfahrungsbericht von tom.112
Terror wird Vernunft besiegen!
Pro:
gute Geschichte, tolle Bilder
Kontra:
manchmal etwas zäh, magere Ausstattung der DVD
Empfehlung:
Ja
Wie ich schon in ein paar anderen Beiträgen geschrieben habe, habe ich ein Faible für Endzeitgeschichten. Im Gegensatz zu vielen Kritikern fand ich Kevin Costners Monumentalwerk "Waterworld" aus dem Jahr 1995 eigentlich sogar ganz gut.
Seinen zweiten Endzeitfilm, bei dem Costner 1997 selbst Regie führte und auch noch gleich seine ganze Familie mitspielen lies, ging aber irgendwie an mir vorbei.
Vor kurzem konnte ich die DVD, die 1998 bei Warner erschienen ist, recht günstig bei Ebay ergattern. Man bekommt sie aber auch bereits für rund 15 Euro.
Der Film:
Der Postman (Kevin Costner, \"Der mit dem Wolf tanzt\") hat zunächst eigentlich wenig mit der amerikanischen Post am Hut. Vielmehr zieht er im Jahr 2013 alleine mit seinem Maultier Bill durch Amerika, das durch einen Krieg und Revolten in Chaos und Anarchie versunken ist. Seinen Lebensunterhalt verdient er durch die Aufführung von Theaterstücken von Wiliam Shakespeare.
Dummerweise läuft er in einem Dorf den Holnisten über dem Weg. Dieser Klan hat seine eigenen brutalen Gesetze geschaffen und zieht plündernd durch die Gegend und sieht sich selbst als neue Hoffnung für das zerstörte Land. Während diese unter Führung des despotischen General Bethlehem (Will Patton, \"Gegen jede Regel\") das Dorf plündern, nehmen sie den Postman gefangen und rekrutieren ihn zusammen mit andern Männern zwangsweise für ihre Armee. Jedoch gelingt dem Postman relativ schnell die Flucht.
In der Nacht findet er in einem alten Postauto Unterschlupf und nimmt dem darin liegenden Skelett die Uniform ab. Zunächst benutzt er die Post, um damit ein Lagerfeuer zu entfachen. Doch irgendwann beginnt er die Briefe zu lesen. Er zieht in seiner Postuniform weiter und ist auf der Suche nach St.Rose, einem Ort in dem noch alles in Ordnung sein soll.
Unterwegs kommt zu der kleinen Stadt Pineview. Nachdem ihn der Sheriff Briscoe (Daniel von Bargen, "Basic Instinct") aber nicht in den Ort lassen will, gibt sich der Postman als Briefträger der neuen US-Regierung unter dem Präsidenten Starky aus. Sein Bluff funktioniert und die Bewohner feiern ihn als Helden und schöpfen aus seinen Erzählungen wieder Hoffnung.
Er kommt in Pineview so gut an, dass Abbey (Olivia Williams, \"The sixth sense\") ein Kind von ihm möchte da ihr eigener Mann unfruchtbar ist. Der Postman gibt sich dieser Bitte nach einem gewissen Zögern aufopferungsvoll hin und schafft es tatsächlich, Abbey zu schwängern. Außerdem möchte der junge Ford Lincoln Mercury (Larenz Tate, \"Menace to society\"), der sich selbst den Namen eines Autos gegeben hat, auch Briefträger werden und sich an den Postman hängen.
Dem Postman gelingt es, von den Einwohnern ein Pferd zu bekommen und zieht mit seiner Tasche voller Briefe weiter und beginnt diese tatsächlich zuzustellen. Dabei keimt bei den Überlebenden immer mehr Hoffnung auf eine besser Zukunft auf und sie beginnen gegen die Holnisten offen zu revoltieren.
Nachdem er sie vor Bethlem gerettet hat und dabei verletzt wurde, verbringen der Postman und Abbey den Winter in einer Berghütte. Als sie von dort weiterziehen, läuft ihnen plötzlich ein Postbotin (Anne Costner) über den Weg. Ford hat während der Postman verschwunden war, ein kleines, aber gut funktionierendes Netz von Briefträgern und sogar eine Postverteilstation aufgebaut.
Dieses System, das sich zu einem wahren Selbstläufer entwickelt hat, und sich überall ausbreitet und den Glauben an die Wiederauferstehung der USA erweckt, ist den Holnisten, die das alte Amerika ablehnen, ein Dorn im Auge, weshalb sie beginnen, auf die Briefträger Jagd zu machen.
Die DVD:
\"Postman\" bekommt man in einem nicht besonders robusten Snappercase. Ein Faltblatt oder Booklet sucht man vergeblich. Auf der Innenseite der Klappe findet man lediglich eine Kapitelübersicht.
Das Menü ist recht übersichtlich mit Standbildern gestaltet und man kommt schnell zu den einzelnen Punkten. Allerdings finde ich die Farbauswahl etwas unglücklich, was einem manchmal das Lesen und navigieren doch etwas schwer macht.
Ton und Bild:
\"Postman\" bekomm man im Format 1:2.35 präsentiert. Teilweise kam mir das Bild etwas unscharf vor, aber im Großen und Ganzen kann man an mit der Bildqualität zufrieden sein.
Den Ton gibt es in Deutsch und Englisch (Dolby Digital 5.1) sowie in Spanisch (Dolby Digital 2.0). Der Klang ist ebenfalls in Ordnung, allerdings hat man von den Möglichkeiten des Surround-Klanges nicht all zu viel Gebrauch gemacht.
Features:
Im Hauptmenü hat man zunächst den Punkt \"Szenenwahl\". Dort kann man anhand kleiner Ausschnitte zwischen den insgesamt 44 Kapitel wählen. Für einen 170-minütigen Film ist diese Zahl meiner Meinung nach absolut in Ordnung.
Im Menüpunkt \"Specials\" findet man unter \"Stab und Besetzung\" einige Texttafeln zu den Schauspielern und den wichtigsten Crewmitgliedern. Leider ist auch hier die Farbwahl etwas unglücklich und die Schrift ziemlich klein. Besonders gut zu lesen ist das Ganze also nicht.
Bei den Anmerkungen von Autor David Brin sollte man ebenfalls nicht all zu viel erwarten. Auch hier kann man nur zwischen drei schlecht lesbaren Texttafeln zappen.
In der Rubrik \"Weltuntergang in der Science-Fiction\" kann man auf drei Seiten ziemlich belangloses Zeugs über verschiedene Weltuntergangsszenarien lesen.
Das erste und einzige interessante Feature ist \"Die Computertricks des Postman\". In der englischsprachigen Minidoku (10:38) bekommt man etwas über die Entstehung der Trickeffekte erzählt. Dies beschränkt sich weitgehend auf die Fahrt mit der Seilbahn und die Wettereffekte. Zur englischen Sprache gibt es einige Untertitel, darunter auch Deutsch.
Als letztes Special haben wir dann noch den US-Kinotrailer (3:33), der ebenfalls mit Untertiteln unterlegt ist.
Ansonsten kann man im Hauptmenü auch noch zwischen den drei Sprachen und den sage und schreibe 22 Untertiteln, darunter auch Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte, wählen.
In den Filmtips gibt es sortiert nach Darsteller zwölf Hinweise auf andere Filme wie \"JFK\" oder \"Demolition Man\". Wer hier die entsprechenden Trailer erwartet, wird aber enttäuscht werden. Es werden lediglich Miniaturen der Filmplakate gezeigt.
Mein Fazit:
Irgendwie kann man schon verstehen, dass \"Postman\" einer der größten Kinoflops der letzten Jahre war. Der Film strotzt nur so vor amerikanischem Pathos und zeiht sich teilweise wie Gummi. Aber trotzdem! Mir hat er gefallen.
Ich fand die Geschichte von David Brin richtig gut. Die Idee, dass eine in Trümmer liegende Welt sich an so einer Banalität wie einigen Briefträger wieder in die Höhe zieht, ist gar nicht mal so schlecht.
Dass sich aus den Briefträgern dann eine Art militanter Pony-Express entwickelt, war wichtig, um in den Film Spannung, die auch auf jeden Fall vorhanden ist, hineinzubringen. Daneben hat Costner auch einige gar nicht mal so schlechte Gags und eine richtig schön schmalzige Liebesgeschichte in dieses Endzeitepos verwurstelt. Das Schlachtgetümmel am Ende wirkt dann wiederum wie ein Streifen über den amerikanischen Bürgerkrieg - zumindest sind da doch ganz gewaltige Ähnlichkeiten zwischen dem Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd und dem Kampf der antiamerikanischen Holnisten und den Postboten.
Einen Haken hat die Sache aber: der Film ist mal wieder zu langatmig. Es dauert fast eine Stunde, bis der Postman überhaupt zum Postman wird. Man hätte hier doch einiges straffen können, was dann sicherlich nicht so viele Kinobesucher abgeschreckt hätte.
Wie es sich gehört ist natürlich alles schön proamerikanisch und die Briefträger laufen immer schön artig mit ihren kleinen Sternenbannern auf der Uniform durch die Gegend. Als dann die Einwohner von Pineview noch \"America the beautiful\" trällern, wurde es selbst mir zu viel. Leider hat Costner hier mal wieder vergessen, dass es auch noch etwas anderes als die tugendhaften USA gibt, aber das scheint inzwischen ja normal zu sein.
Das nervt zwar, macht aber der Geschichte an sich keinen Abbruch. Allerdings wird die Handlung auch nicht jedermanns Sache sein. Man sollte sich also im klaren sein, ob man fast drei Stunden eine Kombination aus Liebesfilm, Endzeitstreifen und Western überstehen kann.
Costner und die anderen Schauspieler wirken allesamt ziemlich routiniert und machen ihre Sache ganz gut. Besonders gefallen haben mir Will Patton als größenwahnsinniger Vertreter für Fotokopierer und Olivia Williams. Etwas schwach dagegen wirkte Larenz Tate, dem man die Rolle als Postmeister und Führer nicht so recht abnehmen kann.
\"Postman\" ist ab 12 Jahren freigegeben. Zwar wird in dem Film auch gemordet und getötet, aber man hat dabei auf detaillierte blutige Szenen oder Gewaltdarstellung verzichtet. Die Freigabe ist also absolut in Ordnung.
Alles in allem ist die DVD für den Preis in Ordnung. Zwar ist das Bonusmaterial ziemlich übersichtlich und der Film hat einige Mankos, aber insgesamt habe ich es nicht bereut, mir den Film zu kaufen. Wem die anderen Costner-Schinken gefallen haben, dem wird \"Postman\" sicher auch gefallen. Ansonsten sollte man eher vorsichtig sein. Wer sich die DVD gönnt, wird aber auf jeden Fall mit tollen Landschaftsarbeiten und einer tollen Kameraführung belohnt.
Danke fürs Lesen, Wegklicken oder Kopieren!
Seinen zweiten Endzeitfilm, bei dem Costner 1997 selbst Regie führte und auch noch gleich seine ganze Familie mitspielen lies, ging aber irgendwie an mir vorbei.
Vor kurzem konnte ich die DVD, die 1998 bei Warner erschienen ist, recht günstig bei Ebay ergattern. Man bekommt sie aber auch bereits für rund 15 Euro.
Der Film:
Der Postman (Kevin Costner, \"Der mit dem Wolf tanzt\") hat zunächst eigentlich wenig mit der amerikanischen Post am Hut. Vielmehr zieht er im Jahr 2013 alleine mit seinem Maultier Bill durch Amerika, das durch einen Krieg und Revolten in Chaos und Anarchie versunken ist. Seinen Lebensunterhalt verdient er durch die Aufführung von Theaterstücken von Wiliam Shakespeare.
Dummerweise läuft er in einem Dorf den Holnisten über dem Weg. Dieser Klan hat seine eigenen brutalen Gesetze geschaffen und zieht plündernd durch die Gegend und sieht sich selbst als neue Hoffnung für das zerstörte Land. Während diese unter Führung des despotischen General Bethlehem (Will Patton, \"Gegen jede Regel\") das Dorf plündern, nehmen sie den Postman gefangen und rekrutieren ihn zusammen mit andern Männern zwangsweise für ihre Armee. Jedoch gelingt dem Postman relativ schnell die Flucht.
In der Nacht findet er in einem alten Postauto Unterschlupf und nimmt dem darin liegenden Skelett die Uniform ab. Zunächst benutzt er die Post, um damit ein Lagerfeuer zu entfachen. Doch irgendwann beginnt er die Briefe zu lesen. Er zieht in seiner Postuniform weiter und ist auf der Suche nach St.Rose, einem Ort in dem noch alles in Ordnung sein soll.
Unterwegs kommt zu der kleinen Stadt Pineview. Nachdem ihn der Sheriff Briscoe (Daniel von Bargen, "Basic Instinct") aber nicht in den Ort lassen will, gibt sich der Postman als Briefträger der neuen US-Regierung unter dem Präsidenten Starky aus. Sein Bluff funktioniert und die Bewohner feiern ihn als Helden und schöpfen aus seinen Erzählungen wieder Hoffnung.
Er kommt in Pineview so gut an, dass Abbey (Olivia Williams, \"The sixth sense\") ein Kind von ihm möchte da ihr eigener Mann unfruchtbar ist. Der Postman gibt sich dieser Bitte nach einem gewissen Zögern aufopferungsvoll hin und schafft es tatsächlich, Abbey zu schwängern. Außerdem möchte der junge Ford Lincoln Mercury (Larenz Tate, \"Menace to society\"), der sich selbst den Namen eines Autos gegeben hat, auch Briefträger werden und sich an den Postman hängen.
Dem Postman gelingt es, von den Einwohnern ein Pferd zu bekommen und zieht mit seiner Tasche voller Briefe weiter und beginnt diese tatsächlich zuzustellen. Dabei keimt bei den Überlebenden immer mehr Hoffnung auf eine besser Zukunft auf und sie beginnen gegen die Holnisten offen zu revoltieren.
Nachdem er sie vor Bethlem gerettet hat und dabei verletzt wurde, verbringen der Postman und Abbey den Winter in einer Berghütte. Als sie von dort weiterziehen, läuft ihnen plötzlich ein Postbotin (Anne Costner) über den Weg. Ford hat während der Postman verschwunden war, ein kleines, aber gut funktionierendes Netz von Briefträgern und sogar eine Postverteilstation aufgebaut.
Dieses System, das sich zu einem wahren Selbstläufer entwickelt hat, und sich überall ausbreitet und den Glauben an die Wiederauferstehung der USA erweckt, ist den Holnisten, die das alte Amerika ablehnen, ein Dorn im Auge, weshalb sie beginnen, auf die Briefträger Jagd zu machen.
Die DVD:
\"Postman\" bekommt man in einem nicht besonders robusten Snappercase. Ein Faltblatt oder Booklet sucht man vergeblich. Auf der Innenseite der Klappe findet man lediglich eine Kapitelübersicht.
Das Menü ist recht übersichtlich mit Standbildern gestaltet und man kommt schnell zu den einzelnen Punkten. Allerdings finde ich die Farbauswahl etwas unglücklich, was einem manchmal das Lesen und navigieren doch etwas schwer macht.
Ton und Bild:
\"Postman\" bekomm man im Format 1:2.35 präsentiert. Teilweise kam mir das Bild etwas unscharf vor, aber im Großen und Ganzen kann man an mit der Bildqualität zufrieden sein.
Den Ton gibt es in Deutsch und Englisch (Dolby Digital 5.1) sowie in Spanisch (Dolby Digital 2.0). Der Klang ist ebenfalls in Ordnung, allerdings hat man von den Möglichkeiten des Surround-Klanges nicht all zu viel Gebrauch gemacht.
Features:
Im Hauptmenü hat man zunächst den Punkt \"Szenenwahl\". Dort kann man anhand kleiner Ausschnitte zwischen den insgesamt 44 Kapitel wählen. Für einen 170-minütigen Film ist diese Zahl meiner Meinung nach absolut in Ordnung.
Im Menüpunkt \"Specials\" findet man unter \"Stab und Besetzung\" einige Texttafeln zu den Schauspielern und den wichtigsten Crewmitgliedern. Leider ist auch hier die Farbwahl etwas unglücklich und die Schrift ziemlich klein. Besonders gut zu lesen ist das Ganze also nicht.
Bei den Anmerkungen von Autor David Brin sollte man ebenfalls nicht all zu viel erwarten. Auch hier kann man nur zwischen drei schlecht lesbaren Texttafeln zappen.
In der Rubrik \"Weltuntergang in der Science-Fiction\" kann man auf drei Seiten ziemlich belangloses Zeugs über verschiedene Weltuntergangsszenarien lesen.
Das erste und einzige interessante Feature ist \"Die Computertricks des Postman\". In der englischsprachigen Minidoku (10:38) bekommt man etwas über die Entstehung der Trickeffekte erzählt. Dies beschränkt sich weitgehend auf die Fahrt mit der Seilbahn und die Wettereffekte. Zur englischen Sprache gibt es einige Untertitel, darunter auch Deutsch.
Als letztes Special haben wir dann noch den US-Kinotrailer (3:33), der ebenfalls mit Untertiteln unterlegt ist.
Ansonsten kann man im Hauptmenü auch noch zwischen den drei Sprachen und den sage und schreibe 22 Untertiteln, darunter auch Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte, wählen.
In den Filmtips gibt es sortiert nach Darsteller zwölf Hinweise auf andere Filme wie \"JFK\" oder \"Demolition Man\". Wer hier die entsprechenden Trailer erwartet, wird aber enttäuscht werden. Es werden lediglich Miniaturen der Filmplakate gezeigt.
Mein Fazit:
Irgendwie kann man schon verstehen, dass \"Postman\" einer der größten Kinoflops der letzten Jahre war. Der Film strotzt nur so vor amerikanischem Pathos und zeiht sich teilweise wie Gummi. Aber trotzdem! Mir hat er gefallen.
Ich fand die Geschichte von David Brin richtig gut. Die Idee, dass eine in Trümmer liegende Welt sich an so einer Banalität wie einigen Briefträger wieder in die Höhe zieht, ist gar nicht mal so schlecht.
Dass sich aus den Briefträgern dann eine Art militanter Pony-Express entwickelt, war wichtig, um in den Film Spannung, die auch auf jeden Fall vorhanden ist, hineinzubringen. Daneben hat Costner auch einige gar nicht mal so schlechte Gags und eine richtig schön schmalzige Liebesgeschichte in dieses Endzeitepos verwurstelt. Das Schlachtgetümmel am Ende wirkt dann wiederum wie ein Streifen über den amerikanischen Bürgerkrieg - zumindest sind da doch ganz gewaltige Ähnlichkeiten zwischen dem Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd und dem Kampf der antiamerikanischen Holnisten und den Postboten.
Einen Haken hat die Sache aber: der Film ist mal wieder zu langatmig. Es dauert fast eine Stunde, bis der Postman überhaupt zum Postman wird. Man hätte hier doch einiges straffen können, was dann sicherlich nicht so viele Kinobesucher abgeschreckt hätte.
Wie es sich gehört ist natürlich alles schön proamerikanisch und die Briefträger laufen immer schön artig mit ihren kleinen Sternenbannern auf der Uniform durch die Gegend. Als dann die Einwohner von Pineview noch \"America the beautiful\" trällern, wurde es selbst mir zu viel. Leider hat Costner hier mal wieder vergessen, dass es auch noch etwas anderes als die tugendhaften USA gibt, aber das scheint inzwischen ja normal zu sein.
Das nervt zwar, macht aber der Geschichte an sich keinen Abbruch. Allerdings wird die Handlung auch nicht jedermanns Sache sein. Man sollte sich also im klaren sein, ob man fast drei Stunden eine Kombination aus Liebesfilm, Endzeitstreifen und Western überstehen kann.
Costner und die anderen Schauspieler wirken allesamt ziemlich routiniert und machen ihre Sache ganz gut. Besonders gefallen haben mir Will Patton als größenwahnsinniger Vertreter für Fotokopierer und Olivia Williams. Etwas schwach dagegen wirkte Larenz Tate, dem man die Rolle als Postmeister und Führer nicht so recht abnehmen kann.
\"Postman\" ist ab 12 Jahren freigegeben. Zwar wird in dem Film auch gemordet und getötet, aber man hat dabei auf detaillierte blutige Szenen oder Gewaltdarstellung verzichtet. Die Freigabe ist also absolut in Ordnung.
Alles in allem ist die DVD für den Preis in Ordnung. Zwar ist das Bonusmaterial ziemlich übersichtlich und der Film hat einige Mankos, aber insgesamt habe ich es nicht bereut, mir den Film zu kaufen. Wem die anderen Costner-Schinken gefallen haben, dem wird \"Postman\" sicher auch gefallen. Ansonsten sollte man eher vorsichtig sein. Wer sich die DVD gönnt, wird aber auf jeden Fall mit tollen Landschaftsarbeiten und einer tollen Kameraführung belohnt.
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