Roter Drache (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Dnome
Hannibal ist zurück - und irgendwie auch nicht
Pro:
Super Darsteller, Spannung, gelungene Verfilmung des Romans
Kontra:
Muß Vergleichen mit "Manhunter" standhalten, der auch seine Fans hat
Empfehlung:
Ja
Einer der bekanntesten und verstörensten Thriller der 90er Jahre war die Verfilmung des Romans \"Das Schweigen Der Lämmer (The Silence Of The Lambs)\" von Thomas Harris im Jahre 1991. Besonders an dieser Sache ist, daß der Story bereits ein anderer Roman vorausgegangen ist.
Das erste Buch von Harris, in dem der irre Psychiater und Kunstliebhaber Hannibal \"The Cannibal\" Lecter auftauchte - allerdings nur als Nebenfigur, hieß \"Red Dragon\". Zur Story komme ich gleich. Die Figur des Hannibal Lecter wurde im Sequel zur Hauptfigur, doch erst in der Verfilmung durch Jonathan Demme gelang das beinahe Unmögliche: Sie wurde sympathisch, und das auf eine groteske und bizarre Art und Weise.
Die Filme:
Im Jahr 1986 wurde \"Roter Drache\" bereits als \"Manhunter\" verfilmt - mit Brian Cox (Neuerdings als General Stryker in \"X2\" zu sehen) als Hannibal Lecter und William L. Petersen als Agent Will Graham. Der Titel \"Manhunter\" wurde gewählt, weil zu dem Zeitpunkt bereits ein minder erfolgreicher Film mit \"Drache\" im Titel in den Kinos lief und die Macher kein Risiko eingehen wollten. Wie auch immer, der Film war mäßig erfolgreich, aber so schlecht eigentlich nicht.
1991 wurde das Sequel gedreht, zuerst war Dennis Hopper im Gespräch, dann sagte der noch relativ unbekannte Anthony Hopkins (zum Glück) für die Rolle des Dr. Lecter zu. SEINE Rolle. Es geht um die Begegnung der unerfahrenen jungen FBI-Agentin Clarice Starling mit dem durchgedrehten, jedoch hochgradig intelligenten Hannibal Lecter, der in einem Spezialtrakt auf Lebenszeit einsitzt. Sie benötigt seine Hilfe, um einen weiteren Irren namens \"Buffalo Bill\" festzunehmen, der seinen Verfolgern stets um einen Schritt voraus zu sein scheint. \"Buffalo Bill\" kidnappt junge Frauen, schleppt sie in sein Versteck und ermordet sie, um sich aus ihrer Haut einen Anzug zu schneidern, durch den er seine kranken sexuellen Gelüste ausleben kann. Sehr verrückt und ganz und gar nicht von der Klasse eines Hannibal Lecter. Der zieht es vor, Menschen bloß zu verspeisen, am liebsten mit einem Glas Chianti.
2001 erschien \"Hannibal\" (verfilmt von Ridley Scott) in den Kinos, die Fortsetzung des Klassikers, die den - wie der Name schon andeutet - Dr. mehr in den Vordergrund hebt und seine finale Konfrontation mit Agent Starling (diesmal von Julianne Moore gespielt) darstellt. Mir gefiel der Film, auch wenn er um einiges blutiger und flacher gehalten ist als sein auf Spannung und Wortduelle zwischen Starling und Lecter beruhender Vorgänger. Ich war sehr überrascht, als ich erfuhr, daß nur ein Jahr später bereits ein weiterer Film der Reihe erscheinen sollte - das Remake von \"Manhunter\".
\"Red Dragon\":
Eigentlich ist die 2002er Version von \"Roter Drache\" allerdings KEIN Remake, sondern eine neu interpretierte Version der Romanvorlage. Hier wird in einer eindringlichen Sequenz gezeigt, wie der junge (im Gegensatz zu Starling jedoch waghalsige) Agent Graham (wie gewohnt überragend von Edward Norton gespielt) Hannibal Lecter gerade noch rechtzeitig durchschaut und überwältigt. In dem kurzen Kampf werden beide lebensgefährlich verletzt, doch überleben. Hannibal macht als \"Der Kannibale\" Schlagzeilen und wird in lebenslange Haft überführt, Graham zieht sich traumatisiert mit seiner Frau aus dem Berufsleben zurück.
Bis zu dem Tag, an dem die \"Zahnfee\" Francis Dolarhyde zuschlägt (Einmalige Leistung von Ralph Fiennes). Es handelt sich um einen unauffälligen Fotolaboranten - oder verwechsle ich das jetzt mit \"One Hour Photo\"? ;-) - der in jeder Vollmondnacht Familien tötet und verstümmelt. Er besitzt einr riesige, beeindruckend aussehende Tätowierung auf dem Rücken, die einem Gemälde nachempfunden ist - er nennt sich den \"Roten Drachen\" und ist hochgradig schizophren. Außerdem bewundert er Dr. Lecter und es gelingt ihm sogar auf geniale Weise, Nachrichten mit diesem auszutauschen. Es ist fast zu spät, als Agent Graham - der einzige, der den Killer fassen kann und dafür erneut mit seinem Widersacher Lecter konfrontiert wird - das Spiel durchschaut, das mit ihm gespielt wird und ihn eventuell seine Familie oder gar das eigene Leben kosten wird.
Meine Meinung:
Ich fand diesen Film sehr spannend. Natürlich geht er - anders als die erste Verfilmung - davon aus, daß dem Zuschauer Hannibal Lecter schon vorher ein Name ist. Allerdings funktioniert er auch, wenn man \"The Silence Of The Lambs\" noch nicht gesehen hat. Der Film endet exakt dann, wenn der Nachfolger einsetzt. Alle Darsteller liefern 1A-Performances, die Optik in dem Film trägt sehr zur Spannung bei. Kenner freuen sich natürlich über die Schlüsselfigur Dr. Lecter, wieder herausragend von Anthony Hopkins gespielt - sicher, er ist inzwischen 10 Jahre älter geworden und alle eingesetzten Special Effects konnten kaum verdecken, daß er doch etwas grauer und faltiger geworden ist, aber das stört nicht. Er hat noch immer diesen durchdringenden Blick drauf und scheint in seiner Rolle unterzugehen. Hopkins, der es sich auch öfters zu einem Spaß macht, sich neben ahnungslose Kinogänger in den Saal zu setzen und sie als Lecter zu erschrecken, ist endlich wieder so da, wie wir ihn haben wollen. Ich persönlich finde, bei einem Film mit Edward Norton kann man kaum etwas falsch machen, denn der Mann ist einer der ganz großen und das schon seit seinem ersten Film \"Primal Fear\", in dem er selbst einen schizophrenen Killer gespielt hatte.
Ralph Fiennes letztenendes überzeugt als Irrer, der jedoch noch ein letztes Fünkchen Gefühl besitzt (wird in einer Szene am Ende des Filmes deutlich). Er übertrifft meiner Meinung nach \"Buffalo Bill\" bei weitem, in direktem Vergleich zieht \"Red Dragon\" aber bestenfalls höchstens gleich, denn sein Nachfolger von 1991 ist einfach der Klassiker.
\"Red Dragon\"= 9/10 (****)
\"The Silence Of The Lambs\"= 10/10 (*****)
\"Hannibal\"= 8/10 (****)
Das erste Buch von Harris, in dem der irre Psychiater und Kunstliebhaber Hannibal \"The Cannibal\" Lecter auftauchte - allerdings nur als Nebenfigur, hieß \"Red Dragon\". Zur Story komme ich gleich. Die Figur des Hannibal Lecter wurde im Sequel zur Hauptfigur, doch erst in der Verfilmung durch Jonathan Demme gelang das beinahe Unmögliche: Sie wurde sympathisch, und das auf eine groteske und bizarre Art und Weise.
Die Filme:
Im Jahr 1986 wurde \"Roter Drache\" bereits als \"Manhunter\" verfilmt - mit Brian Cox (Neuerdings als General Stryker in \"X2\" zu sehen) als Hannibal Lecter und William L. Petersen als Agent Will Graham. Der Titel \"Manhunter\" wurde gewählt, weil zu dem Zeitpunkt bereits ein minder erfolgreicher Film mit \"Drache\" im Titel in den Kinos lief und die Macher kein Risiko eingehen wollten. Wie auch immer, der Film war mäßig erfolgreich, aber so schlecht eigentlich nicht.
1991 wurde das Sequel gedreht, zuerst war Dennis Hopper im Gespräch, dann sagte der noch relativ unbekannte Anthony Hopkins (zum Glück) für die Rolle des Dr. Lecter zu. SEINE Rolle. Es geht um die Begegnung der unerfahrenen jungen FBI-Agentin Clarice Starling mit dem durchgedrehten, jedoch hochgradig intelligenten Hannibal Lecter, der in einem Spezialtrakt auf Lebenszeit einsitzt. Sie benötigt seine Hilfe, um einen weiteren Irren namens \"Buffalo Bill\" festzunehmen, der seinen Verfolgern stets um einen Schritt voraus zu sein scheint. \"Buffalo Bill\" kidnappt junge Frauen, schleppt sie in sein Versteck und ermordet sie, um sich aus ihrer Haut einen Anzug zu schneidern, durch den er seine kranken sexuellen Gelüste ausleben kann. Sehr verrückt und ganz und gar nicht von der Klasse eines Hannibal Lecter. Der zieht es vor, Menschen bloß zu verspeisen, am liebsten mit einem Glas Chianti.
2001 erschien \"Hannibal\" (verfilmt von Ridley Scott) in den Kinos, die Fortsetzung des Klassikers, die den - wie der Name schon andeutet - Dr. mehr in den Vordergrund hebt und seine finale Konfrontation mit Agent Starling (diesmal von Julianne Moore gespielt) darstellt. Mir gefiel der Film, auch wenn er um einiges blutiger und flacher gehalten ist als sein auf Spannung und Wortduelle zwischen Starling und Lecter beruhender Vorgänger. Ich war sehr überrascht, als ich erfuhr, daß nur ein Jahr später bereits ein weiterer Film der Reihe erscheinen sollte - das Remake von \"Manhunter\".
\"Red Dragon\":
Eigentlich ist die 2002er Version von \"Roter Drache\" allerdings KEIN Remake, sondern eine neu interpretierte Version der Romanvorlage. Hier wird in einer eindringlichen Sequenz gezeigt, wie der junge (im Gegensatz zu Starling jedoch waghalsige) Agent Graham (wie gewohnt überragend von Edward Norton gespielt) Hannibal Lecter gerade noch rechtzeitig durchschaut und überwältigt. In dem kurzen Kampf werden beide lebensgefährlich verletzt, doch überleben. Hannibal macht als \"Der Kannibale\" Schlagzeilen und wird in lebenslange Haft überführt, Graham zieht sich traumatisiert mit seiner Frau aus dem Berufsleben zurück.
Bis zu dem Tag, an dem die \"Zahnfee\" Francis Dolarhyde zuschlägt (Einmalige Leistung von Ralph Fiennes). Es handelt sich um einen unauffälligen Fotolaboranten - oder verwechsle ich das jetzt mit \"One Hour Photo\"? ;-) - der in jeder Vollmondnacht Familien tötet und verstümmelt. Er besitzt einr riesige, beeindruckend aussehende Tätowierung auf dem Rücken, die einem Gemälde nachempfunden ist - er nennt sich den \"Roten Drachen\" und ist hochgradig schizophren. Außerdem bewundert er Dr. Lecter und es gelingt ihm sogar auf geniale Weise, Nachrichten mit diesem auszutauschen. Es ist fast zu spät, als Agent Graham - der einzige, der den Killer fassen kann und dafür erneut mit seinem Widersacher Lecter konfrontiert wird - das Spiel durchschaut, das mit ihm gespielt wird und ihn eventuell seine Familie oder gar das eigene Leben kosten wird.
Meine Meinung:
Ich fand diesen Film sehr spannend. Natürlich geht er - anders als die erste Verfilmung - davon aus, daß dem Zuschauer Hannibal Lecter schon vorher ein Name ist. Allerdings funktioniert er auch, wenn man \"The Silence Of The Lambs\" noch nicht gesehen hat. Der Film endet exakt dann, wenn der Nachfolger einsetzt. Alle Darsteller liefern 1A-Performances, die Optik in dem Film trägt sehr zur Spannung bei. Kenner freuen sich natürlich über die Schlüsselfigur Dr. Lecter, wieder herausragend von Anthony Hopkins gespielt - sicher, er ist inzwischen 10 Jahre älter geworden und alle eingesetzten Special Effects konnten kaum verdecken, daß er doch etwas grauer und faltiger geworden ist, aber das stört nicht. Er hat noch immer diesen durchdringenden Blick drauf und scheint in seiner Rolle unterzugehen. Hopkins, der es sich auch öfters zu einem Spaß macht, sich neben ahnungslose Kinogänger in den Saal zu setzen und sie als Lecter zu erschrecken, ist endlich wieder so da, wie wir ihn haben wollen. Ich persönlich finde, bei einem Film mit Edward Norton kann man kaum etwas falsch machen, denn der Mann ist einer der ganz großen und das schon seit seinem ersten Film \"Primal Fear\", in dem er selbst einen schizophrenen Killer gespielt hatte.
Ralph Fiennes letztenendes überzeugt als Irrer, der jedoch noch ein letztes Fünkchen Gefühl besitzt (wird in einer Szene am Ende des Filmes deutlich). Er übertrifft meiner Meinung nach \"Buffalo Bill\" bei weitem, in direktem Vergleich zieht \"Red Dragon\" aber bestenfalls höchstens gleich, denn sein Nachfolger von 1991 ist einfach der Klassiker.
\"Red Dragon\"= 9/10 (****)
\"The Silence Of The Lambs\"= 10/10 (*****)
\"Hannibal\"= 8/10 (****)
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