Tattoo (VHS) Testbericht

Tattoo-vhs-thriller
ab 6,52
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Erfahrungsbericht von Niffchen

Die menschliche Psyche ist unbegreiflich!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich habe mir eben Tattoo angesehen und möchte all denen, die sich überlegen dort reinzugehen, eine kleine Kostprobe oder Entscheidungshilfe an die Hand geben!
Aber gleich vorweg, ich werde hier nicht die gesamte Story bis zum Ende herunterbeten, denn dann braucht Ihr auch nicht mehr ins Kino gehen und der Film wäre in der Tat nur halb so spannend! Aber alles wissenswerte wird hier erscheinen!

--- Story ---

Ein frisch gebackener Polizist wird nach bestandener Prüfung in den Beruf entlassen. Über eine unerwartete Wendung des Schicksals gelangt er zur Mordkommission! Dort wird er einem älteren Kauz zugeteilt, der Ming heisst. Dieser Ming ist ein sehr verschrobener, griesgrämiger Kauz, mit dem nur schwer auszukommen ist.
Das neue Team bearbeitet einen Fall, bei dem den Opfern die Haut abgezogen wurde, um an die Tattoos derer heranzukommen. Der Fall scheint sich gut zu entwickeln, schon alleine, weil eines der Opfer dem Peiniger einen Finger abgebissen hat, der im Magen der Toten bei der Obduktion gefunden wird! Somit scheint die Identität des Serienkillers geklärt. Der Fall entwickelt sich auch zur Zufriedenheit der beiden Polizisten und schon bald scheint der Fall auch gelöst!
Bis dorthin kann jeder Besucher den Weg auch noch gut verfolgen oder sogar vorhersehen. Dann kommen aber die Wendungen, welche die Geschichte spannend machen!

Im folgenden wird die Geschichte durch überraschende Wendungen und nicht vorher erahnte Zusammenhänge geprägt. Die Geschichte entwickelt immer wieder ihr eigenes Leben und will dem vorrausschauenden Kinobesucher partout nicht folgen. Der Besucher wird immer tiefer in die wiederwertigen Perversionen der menschlichen Psyche hineingezogen, ob er will oder nicht.
Im Laufe des Films bekommt das Team eine zentrale Zielfigur, die sich Iretzumi nennt. Diese Figur gilt es im folgenden dingfest zu machen. Dennoch ist dies gar nicht einfach und der Weg dorthin ist mit Trauer, Blut und abstrusem Gedankengut gepflastert! Um die Zielfigur herum entwickeln sich Kreise der Händler, Konsumenten und Handlanger der Perversion, die man sich nicht hätte erträumen lassen!
Der Schluss hält aber den finalen Schuss bereit, mit dem nur wenige Kinobesucher gerechnet hätten! Auf dem Weg nach Hause bleibt dann die entscheidende Frage zu klären "Was passiert jetzt?"


--- Spannungsfaktor ---

Die Geschichte entwickelt sich zum Schluss immer spannender, als sie es am Anfang vermuten lässt! Zuerst scheint sich ein ganz normaler Krimi zu entwickeln, der nur ein wenig spannender gemacht ist als viele andere! Doch dies wird sich schnell ändern. Spätestens nachden das Material dieses normalen Krimis nach knapp einer halben Stunde vorbei ist und sich die Geschichte völlig unerwartet entwickelt!
Während der Geschichte spielen immer wieder neue Personen eine zentrale Rolle. Sie werden im nachhinein wichtiger, als man im Vorfeld erahnt hätte.

--- Bilder ---

Der gesamte Film ist sehr dunkel gehalten. Die Dunkelheit dominiert die Leinwand und zieht den Besucher in ihrem Bann. Es gibt wenig Zeit zum Aufatmen und man verharrt den gesamten Film über in einer Lauerstellung und kann den nächsten Schritt nicht erwarten. Hinter jeder Ecke wird eine Wendung erwartet, auch wenn es dort keine gibt!
Für Leute, die tote Menschen, verstümmelte oder verbrannte Leichen nicht gut sehen können, ist dieser Film nicht gerade der gelungene Ausklang eines ruhigen Abends. In einigen Szenen wird durch direkte Aufnahmen solcher Leichen und den Umgang der Beteiligten Personen ein innerlicher Ekel hervorgerufen. Manche Bilder sind ziemlich hart und für manche Personen nur schwer ohne ein weggucken zu ertragen.

--- Ton ---

Der gesamte Film ist durch stille und kurze Dialoge geprägt. Der Film lebt nicht durch ein High-Tech-Wunder der Tonstudios sondern durch die Stille.
Viele Situationen werden durch die Dialoge nur unzureichend erklärt, so dass der Besucher automatisch zum Nachdenken angeregt wird.
Dies trögt aber nicht zum langweilen bei. Eher nmacht es den Film noch spannender, wil jeder weitere überflüssige Dialog die düstere Stimmung zerstören würde. In diesem Film ist es angebracht eher zu schweigen, als zu viel zu erzählen!

--- Fazit ---

Alles im allem ist dieser Film einer der sehr guten deutschen Werke.
Die Story ist sehr spannend und vorallem nicht vorherrsagbar aufgebaut. Eine ähnliche Story ist mir noch nicht untergekommen und die Figuren passen hervorragend in den Film hinein.
Vor einem Besuch sollte jeder sich darüber im Klaren sein, dass die gezeigten Bilder nicht immer von alltäglicher Natur sind uns sie unter anderem auch den hartgesotteneren unter uns manchmal ein leichtes "Ihh!" entlocken.
Dies sollte sie allerdings nicht davon abschrecken, diesen Film zu besuchen, denn er ist auf jeden Fall sehenswert!

Sehr Empfehlenswert!

--- Weiter Daten ---

Originaltitel Tattoo
Regisseur Robert Schwentke
Land/Jahr D 2001
Länge 108 min.
FSK ab 16

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