Tropico 2: Die Pirateninsel (Management PC Spiel) Testbericht

Tropico-2-die-pirateninsel-management-pc-spiel
ab 13,67
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008

5 Sterne
(5)
4 Sterne
(4)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Holgiwood

Laß mich dein Pirat sein...

Pro:

Nette Grundidee

Kontra:

Wird schnell eintönig

Empfehlung:

Ja

Wenn etwas recht erfolgreich war muß man doch mehr rausholen können. So denken viele Industriezweige. Man kennt es von der Filmbranche (die anderen liefen so gut, also drehen wir doch gleich noch Dinosauriergarten Teil 37), den Automobilherstellern (wie wäre es mal mit was ganz neuem? Golf Modell 08/15 Y?) oder auch der Kosmetikindustrie (hui… das neue Hydroglibber Plus – macht sie gleich noch mal 70 Jahre jünger!)
Ergo denken sich auch die Spielehersteller, dass sie sich von diesem Kuchen ein Stück abschneiden können. Erst gibt es ein Hauptspiel welchem dann ein oder mehrere Add-ons folgen (bestes Beispiel hierfür wäre die Sims mit den dazugehörenden tausenden Zusatzprogrammen) und wenn das ganze irgendwann für die Kunden eher langweilig wird… tja, dann programmiert man halt einfach ein neues Spiel mit Basis auf dem bestehenden.

Und so muß das auch bei Tropico 2 gewesen sein. Der erste Teil in dem man einen Diktator zum besten geben durfte verkaufte sich ja nun mal richtig gut. Optimale Voraussetzungen für einen zweiten Teil. Allerdings diesmal etwas in der Zeit zurückversetzt, denn noch mal Fidel Castro spielen wäre ja etwas zu langweilig. Also entschied man sich für das exotische Ambiente einer Pirateninsel. Das klingt ja schon mal nicht schlecht. Wer hat da nicht sofort die romantisch verklärten Freibeuterfilme von Anno Neunzehnhundertleipzig im Hinterkopf! Einmal Errol Flynn sein, wenn man dafür doch wirklich nur dieses Spiel benötigt.

Die Verpackung gibt sich vielversprechend: ein grimmiger Pirat mit gezücktem Schwert in der einen und Beute in der anderen Hand grinst einem feist entgegen. Er steht (überdimensional!) auf einem lauschigen Inselchen mit Totenkopffelsen welches friedlich im Meer liegt… vor einem orangeroten Himmel. Ach… ist das schön! Ob Johnny Depp in seinem nächsten Film auch so grinst?
Jedenfalls hat mich dieser böse Mensch überzeugt – ich musste mir das Spiel kaufen.

Zuhause angekommen schaute ich dann (etwas spät!) auf die Packung und war gleich froh, das ich einen neuen Rechner habe. Denn laut Angabe benötigt Tropico 2 Unmengen an Festplattenspeicher. Allem Anschein nach sind die beiden! CD-ROMs vollgepackt bis zum Schluß. Die Installation verläuft ohne Probleme, zwischendurch wird man angewiesen die Disc zu wechseln. Nachdem man dann gut 1,8 GB an Daten auf die Festplatte geschaufelt hat (es sind wirklich soviel!) kann man eigentlich auch sofort loslegen.

Am Anfang sieht man eine nett gemachte Filmsequenz, welche auch recht lustig ist. Wenn man sie allerdings schon kennt, kann man sie auch wegklicken, da sie sich leider nie ändert. Danach landet man auf dem Startbildschirm wo man sich zwischen einigen Optionen entscheiden kann: Spielen lernen, Kampagne, Einzelne Spiele, Extras und Verlassen. Bei jeder Wahl macht die Kamera einen Schwenk durch den Raum und man landet bei weiteren Wahlmöglichkeiten.
Spielen lernen ist für Anfänger sehr Interessant, da dort interaktiv erklärt wird was im Spiel welche Funktion hat. Es ist gut aufgemacht und für viele hilfreicher als sich mühsam durch Handbücher durchzuarbeiten. Ab und an taucht dann so ein Hilfspirat auf und gibt Erklärungen ab. Das macht er allerdings auch später, aber man kann ihn zum Glück dann auch abstellen (ist ratsam, da er irgendwann wirklich nervt!)
Nachdem man also bei Spiel lernen erste Erfahrungen gesammelt hat kann man sich an das richtige Spiel rantrauen. Hier würde ich dem Neuling erstmal vorschlagen Einzelne Spiele anzuwählen. Dort gibt es noch die Optionen sich zwischen einem vorgefertigten Szenario oder dem Sandkastenmodus zu entscheiden. Die Schwierigkeitsstufe ist anpassbar was für Neueinsteiger sicher praktisch ist. Beim Szenario hat man vorgefertigte Aufgaben während man beim Sandkasten viel mehr aussuchen kann (welcher Pirat darfs denn sein? Viel Geld zum Start oder eher weniger?).
Die Kampagne ist eher für etwas erfahrenere Spieler, da hier der Schwierigkeitsgrad mit jeder Aufgabe steigt.
Unter Extras kann man sich seine Rekorde (sofern man bereits welche erreicht hat) oder die Credits (wer war alles an der Herstellung dieses Spiels beteiligt) anschauen oder mit dem Karteneditor sein eigenes Szenario erstellen. Für geübtere Anwender stellt der Editor keine besonders grosse Schwierigkeit dar. Er ist nicht besonders kompliziert zu bedienen und somit kann man sich auch ohne Probleme sein eigenes Piratenszenario erstellen.
Letztendlich gibt es noch Verlassen – und damit beendet man logischerweise das Spiel und kehrt zurück zu Windows.

Wenn man ein Spiel gestartet hat landet man auf einer mehr oder minder grossen Karibikinsel. Dort befindet sich am Anfang noch nicht allzu viel. Ein grösseres Häuschen gehört dem Oberpiraten (also dem Spieler). Je nach Status verändert sich die Hütte. Ansonsten gibt es noch ein Gefängnis, ein Sägewerk und ein paar kleinere Bauten wie eine Getreidefarm. Je nach gewähltem Spiel sind auch andere Bauwerke vorhanden. Das ganze aus einer schrägen Draufsicht zu bestaunen, mit 7 zoombaren Stufen. Hauptaufgabe ist natürlich möglichst reich zu werden und viele Gefangene zu knechten. Ein guter Pirat benötigt natürlich auch ein Schiff. Wenn das vorhanden ist (und sich die notwendige Ausrüstung und Besatzung an Bord befindet) kann man es auf Fahrt schicken damit es eine Aufgabe erledigt. Das kann die Beschaffung von neuen Gefangenen sein oder aber auch eine Plünderfahrt. Manchmal kommt ein Schiff aber auch nicht wieder zurück!
Derweil kümmert man sich um das Inselleben. Man baut Kneipen und Bordelle damit sich die Piraten (und auch die reichen Gefangenen) wohl fühlen und ihre Kohle ausgeben. Die Infrastruktur muß auch weiter ausgebaut werden. Denn ein guter Pirat will ja Rum haben, also sollte man Zuckerrohr anbauen. Alles andere gestaltet sich ähnlich. Zwischendurch kann man sein Schiff losschicken um andere Gebiete zu erkunden (und dort auch zu plündern).
Bei der Kampagne muß immer ein Ziel erreicht werden (baue dies, habe soundsoviele Schiffe) damit man zum nächsten Kapitel kommt. Mit jeder Aufgabe wird es etwas schwerer, aber die ersten sind noch recht Problemlos zu bewältigen.

Problem des Spiels ist die Eintönigkeit des ganzen. Irgendwie sieht alles immer gleich aus. Die Inseln haben zwar unterschiedliche Formen und Grössen, aber trotzdem scheinen sie sich kaum zu unterscheiden. Dafür das Tropico 2 auf zwei Discs ist hätte man doch etwas mehr Abwechslung erwarten können. Da es ja schon das Spiel mit dem Diktator gab ist nicht sehr viel Innovation vorhanden. Da hilft auch dir karibische Begleitmusik nicht viel. Irgendwann lässt die Motivation nach. Und das kann leider schon recht schnell passieren. Selbst bei der Kampagne ist irgendwann die Luft raus. Die Grafik ist zwar für ein Aufbauspiel ganz nett, aber sie haut einen halt auch nicht vom Hocker. Wenn ich in der Realität in eine andere Stadt fahre, dann sieht die ja auch nicht genau so aus wie meine Heimatstadt. Und bei der gewaltigen Datenmenge stellt sich mir auch die Frage, ob man das ganze nicht auch auf einer DVD hätte anbieten können. Da hätten dann auch noch ein paar Videos draufgepasst, als Belohnung nach einer erreichten Aufgabe oder so. Für ein Vollpreisspiel meiner Meinung nach irgendwie zu wenig Langzeitmotivation. Das kann auch der eigentlich recht gute Karteneditor nicht raushauen. Für Fans des ersten Teils und Freunde des Genres ist Tropico 2 – Die Pirateninsel interessant. Für alle anderen würde ich raten abzuwarten, bis man es etwas günstiger bekommt. Denn gut 50 Euro sind eine Menge Geld. Daher kann ich die Frage ob es empfehlenswert ist eigentlich nur mit Jain beantworten, denn es ist zu gut für ein klares Nein aber zu langweilig für ein klares Ja!

Und hier noch die Packungsangaben (ansonsten fragen sie ihren Arzt oder Spieleverkäufer):
Mindestens Win 98, Pentium 3 500Mhz, 64 MB RAM, CD-Laufwerk, DirectX 8.1 Grafikkarte mit 16 MB, 1,8 GB Festplattenspeicher für Installation und 1 GB Festplattenspeicher zum spielen.
(nicht drauf steht: sie brauchen eine Maus! Und eine Soudkarte und Lautsprecher wären auch nicht schlecht! Aber so etwas kann man ja mal vergessen. Die Hersteller habe es ja nun auch wirklich nicht leicht im Leben!)

13 Bewertungen