Erfahrungsbericht von dukemt
wirklich brauchbar? - eine kritische Bilanz!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Bezahlen mit dem Handy? Klingt nicht schlecht. Schauen wir uns Paybox doch ohne Vorurteile mal genauer an: die guten und schlechten Seiten des Systems. Schließlich muß man ja nicht jeder neuen Erfindung hinterherlaufen, die dann vielleicht doch in einem Flop endet (siehe Geldkarte). Aber betrachten wir diese "Innovation" doch im Detail...
Was ist Paybox? Ein Unternehmen der Deutschen Bank, das Bezahlungen über das Handy ermöglicht. Die Voraussetzungen sind relativ leicht zu erfüllen. Nötig sind ein deutsches Girokonto und ein Handy. Es ist dabei völlig unwichtig, ob es sich um eine Prepaid- oder ein Vertragskarte handelt und in welchem Mobilfunknetz man telefoniert.
Um Paybox überhaupt nutzen zu können, muß man sich als erstes beim Unternehmen anmelden. Das geht ganz schnell über die Website oder gleich schriftlich per Post oder Fax. Wählt man die erste Variante, ist der Bestellwert vorübergehend auf 50 Euro beschränkt, bis der Vertrag schriftlich bei Paybox eingegangen ist. Die Anmeldung nimmt höchstens fünf Minuten in Anspruch und man erhält eine vorübergehende PIN, mit der man sofort einkaufen kann. Diese PIN läßt sich später noch ändern und funktioniert wie bei der EC-Karte. Die Nutzung von Paybox kostet pro Jahr pauschal 5 Euro, weitere Kosten fallen nicht an.
Es gibt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten. Mit "Internet-to-Payboy" kann man z.B. bei Online-Shops einkaufen, die Zahlungsoption Paybox wählen und seine Handynummer angeben. Der Shop sendet die Transaktion zu Paybox und diese schicken eine Nachricht ans Handy. Man bestätigt mit seiner PIN den Einkauf und der Betrag wird von Paybox per Lastschrift vom Konto abgezogen und an den Shop weitergeleitet, die Ware (hoffentlich) geliefert.
Mit "Paybox-to-Paybox" ist es möglich, Überweisungen zwischen zwei Paybox-Kunden (sprich zwei Handys) zu tätigen. Der Empfänger ruft bei Paybox an (01804-PAYBOX) und gibt Betrag und Handynummer des Zahlenden an. Der erhält wie oben eine Nachricht und bestätigt die Transaktion mit seiner PIN, die Überweisung wird wie oben von Paybox gebucht. Hier fallen allerdings weitere Kosten an: Paybox verlangt vom Zahlenden pro angefangene 25 Euro nämlich 25 Cent Bearbeitungsgebühr, was mind.1% und max. 2% vom Rechnungsbetrag entspricht. Pro Überweisung ist zudem ein Limit von 200 Euro vorgegeben!
Die dritte Möglichkeit ist "Mobile-to-Payboy" und vergleichbar mit "Paybox-to-Paybox", nur das hier der Zahlungsempfänger (z.B. Taxi oder Pizzadienst) die Kosten für die Transaktion übernimmt. Das Geld wird wie üblich von Paybox eingezogen und an den Empfänger weitergeleitet.
Die Vorteile von Paybox liegen klar auf der Hand:
Das System ist sehr sicher. Zur Nutzung muß das Handy eingeschaltet sein (PIN für Handy nötig), die Nummer des Handys dem Zahlenden bekannt sein - was bei Diebstahl/Verlust i.d.R. nicht so ist - und alle Zahlungen müssen zusätzlich mit der vierstelligen PIN (von Paybox) bestätigt werden. Wer seine Nummer nicht preisgeben möchte, kann sich von Paybox auch ein ALIAS zuweisen lassen. Und: die Kosten sind wesentlich niedriger als bei Kreditkarten. 5 Euro Jahresgebühr ist wirklich nicht die Welt?
Inzwischen unterstützen sehr viele Händler - online wie offline - aus vielen Branchen das System. Hier alle aufzuzählen würden den Rahmen sprengen. Interessenten können sich aber auf der Website von Paybox über die Partner ausgiebig informieren.
Allerdings hat das System aus meiner Sicht auch wesentlich Nachteile, die nicht unterschätzt werden sollten:
Der Zeitpunkt der Abbuchung wird von den Shops bestimmt. Das Geld wird also nach der voraussichtlichen Lieferzeit vom Konto abgebucht. Bei Kreditkarten dagegen liegen zwischen Kauf und Abrechnung zum Teil Zeiträume von mehreren Wochen, in denen das Geld weiter am Konto liegt und "arbeitet".
Einen wesentlichen Nachteil sehe ich aber in der Technik. Es kommt immer wieder vor, dass gerade dann der Akku vom Handy leer ist wenn man es am dringendsten benötigt. So gut wie jedem von uns wird das schon einmal passiert sein? Handy leer = aus mit Paybox.
Der Empfang mit dem Handy ist ein weiteres Problem. Kein Empfang = keine Nachricht von Paybox = keine Bestätigung der Transaktion = keine Zahlung und damit ein Problem! Wie wir wissen gibt es auch heute noch viele Funklöcher und auch die Mobilfunknetze sind teilweise überlastet (viel Spaß wenn jemand an Sylvester seine Taxiheimfahrt mit Paybox zahlen möchte .... ihr wißt, was ich meine). Was machen Leute, die das "Glück" haben in einem Funkloch zu wohnen? Den Pizzalieferung im die Ecke in Empfang nehmen, weil das Handy dort geht? Wie sieht es aus, wenn das Ziel eurer Taxifahrt in einem Funkloch endet? Den Taxifahrer bitte, 500m zurückzufahren, bezahlen und den Rest laufen? Naja ...
Grundsätzlich ist das "payboxen" auf jedem Handy nur mit einer Bankverbindung möglich. Wer also zwei Bank-/Kreditkarten für Privat/Geschäft hat, kommt in den Genuß, immer zwei Handy bei sich haben zu müssen. Zwei Karten in der Geldbörse erscheinen mit da die einfache, leichtere und bequemere Möglichkeit?
Ausland: wie bei Paybox nachzulesen, funktioniert das ganze im Ausland noch nicht. Selbst wenn, dann nicht überall. Eine Kreditkarte, sei es EURO, VISA, AMEX oder sonstige wird i.d.R. fast weltweit akzeptiert. Dazu kommen im Ausland die selben Probleme mit dem Empfang hinzu!
Auch läßt sich (z.B. an den Partner oder die Kinder ? allerdings sollte man Ihnen dann schon gut vertrauen *grins*) eine Bankkarte problemlos weitergeben. Auch das ist bei Paybox nicht möglich, es sei denn, man möchte sein Handy eine Zeit lang loswerden. Zudem muß man dann neben der Paybox PIN auch noch seine Handy PIN offenbaren.
Last but not least: die Bearbeitungsdauer! Eine Zahlung mit Bargeld und/oder EC- bzw. Kreditkarte geht auf jeden Fall schneller als das "payboxen". Zudem bleibt man hier vor technischen Pannen meistens - bei Bargeld behaupte ich fast immer - verschont. Paybox muß sich hier auf Dauer erst noch bewähren!
Fazit: So schön und praktisch Paybox in Einzelfällen auch sein mag, DIE Lösung ist es auf keinen Fall! Den wenigen Vorteilen stehen einfach zu viele Nachteile gegenüber. Der Erfolg von Paybox wird im wesentlichen von der Akzeptanz und Zuverlässigkeit des Systems abhängen.
Ich werde das Gefühl nicht los, hier soll eine mittelmäßige Idee wieder bis in den Himmel gepusht werden, um das ganze in einem finalen Börsengang enden zu lassen, der vor allem die Kassen der Deutschen Bank füllt. Nicht umsonst dürfte wohl auf der Website ein Hinweis zum Thema "Wo kann ich Aktien von Paybox kaufen?" stehen!
Beim Thema Zahlungsmittel ist der richtige Kombination entscheidend. Ein System alleine wird sich meiner Ansicht nach nie durchsetzen können. Und immer dran denken: "nur Bares ist Wahres"!
Was ist Paybox? Ein Unternehmen der Deutschen Bank, das Bezahlungen über das Handy ermöglicht. Die Voraussetzungen sind relativ leicht zu erfüllen. Nötig sind ein deutsches Girokonto und ein Handy. Es ist dabei völlig unwichtig, ob es sich um eine Prepaid- oder ein Vertragskarte handelt und in welchem Mobilfunknetz man telefoniert.
Um Paybox überhaupt nutzen zu können, muß man sich als erstes beim Unternehmen anmelden. Das geht ganz schnell über die Website oder gleich schriftlich per Post oder Fax. Wählt man die erste Variante, ist der Bestellwert vorübergehend auf 50 Euro beschränkt, bis der Vertrag schriftlich bei Paybox eingegangen ist. Die Anmeldung nimmt höchstens fünf Minuten in Anspruch und man erhält eine vorübergehende PIN, mit der man sofort einkaufen kann. Diese PIN läßt sich später noch ändern und funktioniert wie bei der EC-Karte. Die Nutzung von Paybox kostet pro Jahr pauschal 5 Euro, weitere Kosten fallen nicht an.
Es gibt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten. Mit "Internet-to-Payboy" kann man z.B. bei Online-Shops einkaufen, die Zahlungsoption Paybox wählen und seine Handynummer angeben. Der Shop sendet die Transaktion zu Paybox und diese schicken eine Nachricht ans Handy. Man bestätigt mit seiner PIN den Einkauf und der Betrag wird von Paybox per Lastschrift vom Konto abgezogen und an den Shop weitergeleitet, die Ware (hoffentlich) geliefert.
Mit "Paybox-to-Paybox" ist es möglich, Überweisungen zwischen zwei Paybox-Kunden (sprich zwei Handys) zu tätigen. Der Empfänger ruft bei Paybox an (01804-PAYBOX) und gibt Betrag und Handynummer des Zahlenden an. Der erhält wie oben eine Nachricht und bestätigt die Transaktion mit seiner PIN, die Überweisung wird wie oben von Paybox gebucht. Hier fallen allerdings weitere Kosten an: Paybox verlangt vom Zahlenden pro angefangene 25 Euro nämlich 25 Cent Bearbeitungsgebühr, was mind.1% und max. 2% vom Rechnungsbetrag entspricht. Pro Überweisung ist zudem ein Limit von 200 Euro vorgegeben!
Die dritte Möglichkeit ist "Mobile-to-Payboy" und vergleichbar mit "Paybox-to-Paybox", nur das hier der Zahlungsempfänger (z.B. Taxi oder Pizzadienst) die Kosten für die Transaktion übernimmt. Das Geld wird wie üblich von Paybox eingezogen und an den Empfänger weitergeleitet.
Die Vorteile von Paybox liegen klar auf der Hand:
Das System ist sehr sicher. Zur Nutzung muß das Handy eingeschaltet sein (PIN für Handy nötig), die Nummer des Handys dem Zahlenden bekannt sein - was bei Diebstahl/Verlust i.d.R. nicht so ist - und alle Zahlungen müssen zusätzlich mit der vierstelligen PIN (von Paybox) bestätigt werden. Wer seine Nummer nicht preisgeben möchte, kann sich von Paybox auch ein ALIAS zuweisen lassen. Und: die Kosten sind wesentlich niedriger als bei Kreditkarten. 5 Euro Jahresgebühr ist wirklich nicht die Welt?
Inzwischen unterstützen sehr viele Händler - online wie offline - aus vielen Branchen das System. Hier alle aufzuzählen würden den Rahmen sprengen. Interessenten können sich aber auf der Website von Paybox über die Partner ausgiebig informieren.
Allerdings hat das System aus meiner Sicht auch wesentlich Nachteile, die nicht unterschätzt werden sollten:
Der Zeitpunkt der Abbuchung wird von den Shops bestimmt. Das Geld wird also nach der voraussichtlichen Lieferzeit vom Konto abgebucht. Bei Kreditkarten dagegen liegen zwischen Kauf und Abrechnung zum Teil Zeiträume von mehreren Wochen, in denen das Geld weiter am Konto liegt und "arbeitet".
Einen wesentlichen Nachteil sehe ich aber in der Technik. Es kommt immer wieder vor, dass gerade dann der Akku vom Handy leer ist wenn man es am dringendsten benötigt. So gut wie jedem von uns wird das schon einmal passiert sein? Handy leer = aus mit Paybox.
Der Empfang mit dem Handy ist ein weiteres Problem. Kein Empfang = keine Nachricht von Paybox = keine Bestätigung der Transaktion = keine Zahlung und damit ein Problem! Wie wir wissen gibt es auch heute noch viele Funklöcher und auch die Mobilfunknetze sind teilweise überlastet (viel Spaß wenn jemand an Sylvester seine Taxiheimfahrt mit Paybox zahlen möchte .... ihr wißt, was ich meine). Was machen Leute, die das "Glück" haben in einem Funkloch zu wohnen? Den Pizzalieferung im die Ecke in Empfang nehmen, weil das Handy dort geht? Wie sieht es aus, wenn das Ziel eurer Taxifahrt in einem Funkloch endet? Den Taxifahrer bitte, 500m zurückzufahren, bezahlen und den Rest laufen? Naja ...
Grundsätzlich ist das "payboxen" auf jedem Handy nur mit einer Bankverbindung möglich. Wer also zwei Bank-/Kreditkarten für Privat/Geschäft hat, kommt in den Genuß, immer zwei Handy bei sich haben zu müssen. Zwei Karten in der Geldbörse erscheinen mit da die einfache, leichtere und bequemere Möglichkeit?
Ausland: wie bei Paybox nachzulesen, funktioniert das ganze im Ausland noch nicht. Selbst wenn, dann nicht überall. Eine Kreditkarte, sei es EURO, VISA, AMEX oder sonstige wird i.d.R. fast weltweit akzeptiert. Dazu kommen im Ausland die selben Probleme mit dem Empfang hinzu!
Auch läßt sich (z.B. an den Partner oder die Kinder ? allerdings sollte man Ihnen dann schon gut vertrauen *grins*) eine Bankkarte problemlos weitergeben. Auch das ist bei Paybox nicht möglich, es sei denn, man möchte sein Handy eine Zeit lang loswerden. Zudem muß man dann neben der Paybox PIN auch noch seine Handy PIN offenbaren.
Last but not least: die Bearbeitungsdauer! Eine Zahlung mit Bargeld und/oder EC- bzw. Kreditkarte geht auf jeden Fall schneller als das "payboxen". Zudem bleibt man hier vor technischen Pannen meistens - bei Bargeld behaupte ich fast immer - verschont. Paybox muß sich hier auf Dauer erst noch bewähren!
Fazit: So schön und praktisch Paybox in Einzelfällen auch sein mag, DIE Lösung ist es auf keinen Fall! Den wenigen Vorteilen stehen einfach zu viele Nachteile gegenüber. Der Erfolg von Paybox wird im wesentlichen von der Akzeptanz und Zuverlässigkeit des Systems abhängen.
Ich werde das Gefühl nicht los, hier soll eine mittelmäßige Idee wieder bis in den Himmel gepusht werden, um das ganze in einem finalen Börsengang enden zu lassen, der vor allem die Kassen der Deutschen Bank füllt. Nicht umsonst dürfte wohl auf der Website ein Hinweis zum Thema "Wo kann ich Aktien von Paybox kaufen?" stehen!
Beim Thema Zahlungsmittel ist der richtige Kombination entscheidend. Ein System alleine wird sich meiner Ansicht nach nie durchsetzen können. Und immer dran denken: "nur Bares ist Wahres"!
8 Bewertungen, 1 Kommentar
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30.03.2002, 09:21 Uhr von winit
Bewertung: sehr hilfreichDu bringst es auf den Punkt: Paybox ist sinnlos!
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