Nicht auflegen! (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von mima007
Nie wieder telefonieren!
Pro:
spannend, intensiv, gut gespielt, klasse Farell, gutes Bonusmaterial, guter Sound
Kontra:
relativ kurz, Mini-Auftritt von K. Sutherland, keine Deleted Scenes
Empfehlung:
Ja
Filminfos
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O-Titel: Phone booth (USA 2002); DVD: 11.2003
FSK: ab 16
Länge: 78 Min.
Regisseur: Joel Schumacher
Drehbuch: Larry Cohen
Musik: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Colin Farell (Shepherd), Forest Whitaker (Ramey), Kiefer Sutherland (Schütze), Rhada Mitchell (Kelly), Katie Homes (Pam) u.a.
Handlung
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Stu Shepherd (Colin Farell) ist ein PR-Berater und Publicity-Makler, der offenbar von Lügen und Unwahrheiten ganz gut lebt. Er trägt eine Rolex und einen italienischen Anzug. Er hat sogar seinen eigenen Hiwi, Adam, der mit ihm zusammen ein mobiles Büro draußen auf den Straßen New York Citys bildet.
Aber eines Tages ereilt auch Stu das Schicksal in Gestalt der letzten Telefonzelle auf der 53. Straße in Manhattan. Hier pflegt er stets Pam MacFadden anzurufen, eine aufstrebende Schauspielerin aus Montana und wohl bald seine Geliebte. Beim Anrufen nimmt er stets seinen Ehering ab. Er ist mit Kelly verheiratet, einer Verkäuferin am Columbus Square. Er betrügt sie, wenn nicht in Taten, so zumindest doch in Gedanken.
Als Stu diesmal telefoniert, tappt er in eine Falle, die ein Unbekannter aufgestellt hat. Dieser droht damit, ihn auf der Stelle zu erschießen, falls er auflegt und nicht gehorcht. Ein Streifschuss überzeugt Stu. Schon bald tauchen Stripperinnen auf, um ihre Telefonzelle zurückzufordern. Als sie keinen Erfolg haben, bedroht ihr Zuhälter Stu mit einem Baseballschläger. Der Unbekannte erschießt den Zuhälter auf offener Straße. Natürlich denken die Stripperinnen, Stu sei der Killer und rufen die Polizei.
Doch das Letzte, was Stu erlaubt wird, ist, sich zu ergeben oder gar Captain Ed Ramey (F. Whitaker) von dem Heckenschützen zu erzählen. Die Straße gleich in Minutenschnelle einem Schlachtfeld, und Stu steht sozusagen in einem gläsernen Sarg. Daraus wird schnell ein Beichtstuhl, als der Schütze Stu zwingt sowohl vor der herbeieilten Kelly als auch vor Pam und allen anderen eine peinliche, entblößende Beichte abzulegen.
Die Lage spitzt sich zu, als Captain Ramey kapiert, was los ist. Der Heckenschütze wird ausgemacht und Cops eilen, ihn auszuheben. Doch der zwingt Stu, die in der Dachabdeckung versteckte Pistole zu holen. Sobald Stu sie auch nur zeigt, ist er ein toter Mann. Etwa hundert Scharfschützen der Polizei und des SWAT-Teams haben den Finger am Abzug. Stu trifft eine verzweifelte Entscheidung.
Mein Eindruck
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"Nicht auflegen!" ist ein rasanter, den Adrenalinpegel hochputschender Thriller, der ausgezeichnet funktioniert. Die Zeit vergeht wie im Flug, und ich starrte immer verwundert auf die Zeitanzeige meines DVD-Players: Was, schon 45 Minuten vorüber?!
Der Film ist außergewöhnlich geschnitten. Wir haben Splitscreen und Inserts, mindestens vier Kamerawinkel und kaum eine Aufnahme, die länger ist als fünf Sekunden. Da kann man schnell aus der Puste kommen, und am besten sieht man sich den Streifen mindestens zweimal an.
Die Darsteller sind von hoher Qualität. Spielt schon Forest Whitaker einen erstaunlich einsichtigen und einfühlsamen Einsatzleiter, so stiehlt ihm Colin Farell die Show. Farell wächst quasi über sich hinaus, indem er seiner Figur des Stu die höchste emotionale Intensität verleiht, zu der er fähig ist, ohne dass man ihm Overacting vorwerfen könnte. Ich habe versucht, mir Jim Carrey in der Telefonzelle vorzustellen, der ja diese Rolle abgelehnt hat. Ihm würde die nötige Integrität fehlen.
Denn um Integrität geht es dem Heckenschützen, um Werte und vor allem um Ehrlichkeit. Der Vietnam-Veteran hat angeblich bereits einen "deutschen Pornokönig" und einen "korrupten Vorstandsvorsitzenden" auf dem Gewissen, beide in Manhattan erlegt. Stu ist nur eine weitere Nummer auf seiner Liste.
Sein Ziel: eine Lektion über wahre Werte zu erteilen. Leider auf eine sehr aggressive Art. Warum er sich keinen Politiker - Inbild eines Lügners - vornimmt, ist nicht ersichtlich. Vielleicht sieht Stu einfach am besten aus. Denn das Lokalfernsehen ist rasch zur Stelle, Stus Gesicht an jeder Ecke, in jedem TV-Shop zu sehen. Das verleiht seiner Beichte vor den beiden Frauen einen besonders hohen Wert. (Umso mehr, als Stu gezwungen wird, zwischen Kelly und Pam zu wählen.) Der Schütze schlägt Stu mit seiner eigenen Waffe: Publicity.
Im Grunde ist der Film also ein moralisches Märchen mit einer didaktischen Botschaft. Hollywood liebt so etwas. Aber auch Hitchcock hätte diesen Film gerne gemacht. Man kann sich denken, warum: Suspense. Und davon hat auch Joel Schumacher genügend erzeugt, um den Zuschauer an seinen Sitz zu fesseln. So muss es sein.
Die DVD
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Technische Infos:
Bildformate: 16:9
Tonformate: DD 5.1
Sprachen: D, GB
Untertitel: D, GB
Extras der Leihversion:
- Making-of (28:15)
- Audiokommentar von Joel Schumacher
Neben dem Regiekommentar enthält die Leihversion auch ein umfangreiches Making-of, das diese Bezeichnung wirklich verdient. In rund 25 Minuten kommen alle maßgeblichen Leute zu Wort, die an dieser Produktion beteiligt waren. Eine Drehzeit von nur zehn Tagen ist extrem ungewöhnlich und eher für Independent-Low-Budget-Filme typisch. Dementsprechend war ein irres Arbeitspensum pro Tag zu bewältigen: 12 Seiten Skript statt der beim Fernsehen üblichen acht - und das ist schon doppelt so viel wie das beim Spielfilm übliche Pensum.
Aber man drehte in Downtown Los Angeles, im historischen Distrikt, auf der Fünften Straße. Hier ist ziemlich viel los. Die Dekoration erweckt den Eindruck, man befinde sich in der 53sten Straße von New York City, und auch das funktioniert. Das rasant geschnittene Intro suggeriert durch Impressionen aus der Hudson-Stadt, man befinde sich in der Weltmetropole der Kommunikation.
Unterm Strich
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"Nicht auflegen!" ist ein Thriller, der sowohl sehr gut zu unterhalten weiß als auch eine moralische Botschaft transportiert: es ist ein moralisches Märchen, vielleicht ein Wunschbild. Schließlich wird hier ein Mensch gezwungen, seine Täuschungen zu gestehen und über Bord zu werfen, also ein besserer Mensch zu werden. Es soll Sekten geben, in denen Novizen auch so etwas tun müssen....
Die DVD ist selbst in der Leihversion annehmbar. Das Einzige, was man dem Streifen zum Vorwurf machen könnte, ist seine Kürze. Doch in dieser liegt bekanntlich die Würze.
Michael Matzer (c) 2007ff
46 Bewertungen, 13 Kommentare
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21.01.2007, 13:33 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico:-)
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08.01.2007, 14:39 Uhr von rubyk
Bewertung: sehr hilfreichSH und LG
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08.01.2007, 03:02 Uhr von sudden23
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Martin
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07.01.2007, 21:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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07.01.2007, 19:47 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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07.01.2007, 19:08 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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07.01.2007, 13:14 Uhr von NancyNoack
Bewertung: sehr hilfreichEin spannender Film. ich konnte mich beim Gucken wunderbar in die Situation hineinversetzen. *gg*
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07.01.2007, 13:00 Uhr von echodelta
Bewertung: sehr hilfreichsh, wie bei dooyoo auch! Gruß,Kai
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07.01.2007, 12:23 Uhr von coliloli
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht...da kann man nur sh geben....lg coliloli
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07.01.2007, 12:07 Uhr von Saska16
Bewertung: sehr hilfreichden Film hab ich vor kurzem auch mal wieder gesehen. S.H und liebe Grüße, Saska
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07.01.2007, 11:50 Uhr von Nettiteddy
Bewertung: sehr hilfreichLG Nettiteddy
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07.01.2007, 11:48 Uhr von hlemmur
Bewertung: sehr hilfreichcooler film auf jeden fall. war mal was anderes.
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07.01.2007, 11:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich***SH und LG***
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