Erfahrungsbericht von trampastheo
Das Ende der Siedlerreihe
Pro:
Die Helden (ihre Namen und Eigenschaften), das Anfangsinteresse etwas aufzubauen, Kanonentürme, Schönheit einiger Gebäude
Kontra:
Das Gameplay ist eine Kopie von Age of Empires und Anno 1503, konnte mich spielerisch nicht überzeugen, 3D Grafik ist katastrophal, nervender Sound, kein Zusammenhang mit den Vorgängern der Siedler (vor allem der einmaligen, zweiten Ausgabe)
Empfehlung:
Nein
DIE SIEDLER 5 – Meine Eindrücke vom Spiel
Auch bei dieser Siedlerausgabe geht es darum, sein Dorf aufzubauen, in dem man die Rohstoffe, die in der Natur vorhanden sind, ausnutzt. Stein, Eisen, Schwefel und Holz sind hier die die wichtigsten Elemente, um aus der anfangs langweiligen Siedlung, eine prächtige Ortschaft herzuzaubern, in der große Kirchen, schöne Wohnungen, eine beeindruckende Universität, berauschende Brunnen, imposante Statuen und eine Menge andere Schönheiten für eine vorbildliche Gemeinschaft sorgen werden. Doch was so harmonisch klingt und anfangs auch so aussieht, wird sich im Verlauf des Spiels ändern, denn wie auch in den vorherigen Siederlausgaben gibt es auf der Landkarte Feinde, die einem das Leben schwer machen werden.
Eigentlich ist das Herz der Siedlung die Burg, mit der man seine Siedler (Leibeigene im Spiel genannt) produziert und in die große, weite Welt hinausschickt bzw. für sich arbeiten lässt (klingt gemein oder?). Sie besorgen einem das Holz, das für das Errichten der meisten Gebäude nötig ist oder auch den Stein, der vor allem später im Spiel, für das Errichten der Türme gebraucht wird. Doch das wichtigste Gebäude ist im Verlauf des Spiels sicherlich die Hochschule, die man zur Universität restaurieren kann. Auf der Uni kann man forschen, so dass mehr Gebäude gebaut werden können. Auch die Kirche spielt, wie in unserem Leben (zumindest einiger von uns) eine wichtige Rolle: die Priester geben den Bauern, Bänkern oder Handwerkern des Ortes mehr Motivation, damit sie besser ihre Arbeit ausrichten. Um den Zufriedenheitsgrad der Siedler (wird prozentuell im unteren Menü angezeigt und von einem Smilie bestätigt) oben zu halten, sollte man mit seinen Leibeigenen Blumen, Brunnen, Statuen, Uhrwerke etc. für das Wohl aller aufbauen bzw. anbieten. Klassische Berufe wie das des Bergmannes, des Bauern und des Steinmetz kommen im Spiel vor.
In jeder Kampagne verfolgt man ein Ziel, was meist mit der Zerstörung der feindlichen Burg seinen Höhepunkt erreicht. Ich sage Höhepunkt, weil bei dieser Siedlerausgabe zum ersten Mal auch kleinere Aufgaben auf jeder Piste vorkommen. So muss man ab und zu Banditen erledigen oder jemanden aus dem generischen Kerker befreien. Der Angriffsmodus des Spiels ist leicht in der Handhabung. Man kann in den Kasernen oder Schissständen seine Schwertmänner, Bogenschützen oder Speerträger ausbilden (zuerst wird der Hauptmann-Anführer der Truppe trainiert) und dann seinen Gegner nach Wunsch und Laune angreifen. Mit der rechten Maustaste wird auf des Feindes Truppen oder Gebäude geklickt, es erscheint ein goldenes Schwert und der Angriff kann beginnen. Viele Kampagnen erfordern besondere Einheiten, wie z.B. Kanonen, damit man den Gegner bezwingen kann. Wer Probleme hat, aufgrund der großen Besiedlung seiner Ortschaft neue Militäreinheiten zu entwickeln, kann das Spiel mit meiner persönlichen Taktik gewinnen: mit dem Aufbauen von Ballista- bzw. Kanonentürmen. Die Kanonetürme sollten dicht beieinander gebaut werden, damit der eine Kanonenturm die Gegner erreichen kann, wenn diese den benachbarten angreifen. Eine Kanone kann zwischen einem und fünf der gegnerischen Militäreinheiten vernichten. Langsam kann man sich so, mit dem Bauen von Kanonentürmen (man sollte jedoch hier auf seine Steinvorräte achten), an die Burg des Gegners nähern, um dann den Massenangriff mit seinen Einheiten zu starten.
Was mir absolut im Spiel nicht gefällt, ist die Age of Mytholgie-Taktik bzw. Kopie. Man produziert in seiner Burg Leibeigene Siedler, mit denen man seine Gebäude bauen kann oder sie für die Rohstoffsammlung losschickt. Auch für Reparaturen von angeschlagenen Türmen sind sie gut. Erinnert euch das Ganze nicht an etwas? Genau - Age of Empires oder Empire Earth sind ähnliche Spiele. Doch die Frage an Blue Byte lautet: wenn ich ein Siedler Spiel kaufe, erwarte ich dann eine Kopie des Gameplays wie bei einem erfolgreichen Microsoftspiel oder etwas originelles, wie einst bei den Siedlern 2? Nun, darauf wird Blue Byte schwer antworten können. Der langsame Aufbau der Gebäude, das Sammeln von Nahrung und Rohstoffen, die Produktion, die eine Menge von Produkten kombiniert, kommt hier nicht vor. Die Siedler 2 sind ein ganz anderes Spiel geworden. Einfach von Age of Empires den größten Teil des Konzepts kopiert und dazu ein paar Merkmale von Anno 1503 mitgenommen. Der romantische, traditionelle Fan der einstigen Siedler wird endgültig auf Eis gesetzt! Ich bin enttäuscht!
Eines der wenigen Dinge, die mir bei den Siedlern 5 gefällt, sind die Helden, die man als Spieler zur Verfügung gestellt bekommt. Mit ihnen hat man mehr Kraft, um in Auseinandersetzungen mit anderen Völkern zu bestehen. Was die Originalität der Heldennamen angeht, so hat Blue Byte gute Arbeit geleistet und aus der Mythologie, meist der griechischen, einige Namen ausgewählt. Helias und Darios sind zwei der Helden, mit denen man spielen wird, während die Feinde besonders angsteinflössende Namen tragen wie z.B. Kerberos (der Hund also, der vor den Türen des Hades, also der Unterwelt, wachte). Jeder der Helden hat spezielle Fähigkeiten, die er im Kampf gegen seine Feinde zum Einsatz bringen kann. Es handelt sich immer um zwei spezielle Fähigkeiten pro Held. Man kann durch diese Fähigkeiten den Feind z.B. leichter verjagen oder eine Kanone legen, die dann auf die gegnerischen Truppen schießt. Man kann diese beiden Fähigkeiten jedoch nicht ständig im Gefecht benutzen, da es immer etwas dauert, bis der Held zu neuer Energie kommt, um diese erneut in Fähigkeiten umzuwandeln. Die Idee mit den Helden ist eine positive Entwicklung im Siedler-Spiel. Ist es die einzige?
Grafik-Sound
Irgendwann schadet zu viel 3D den Strategiespielen! Diese Ansicht teile ich mit vielen meiner Freunde, die sich auch gerne mit Strategiespielen beschäftigen. Ich bin ziemlich enttäuscht von der 3D Grafik der Siedler 5! Ich finde leider immer wenigere Strategiespiele auf dem Markt, die auf diese zoombare 3D Grafik, wie sie mittlerweile bei den meisten Spielen Mode geworden ist, verzichten und die übliche, Sieder2-like Variante benutzen. Bei einem Strategiespiel brauche ich keine besonderen Zoom und aus einer 3D Absicht bekomme ich auch nicht viel ab! Was ich zur Grafik noch zu bemängeln habe ist die Winterlandschat. Die Idee ist zwar in Ordnung, dass man einige Regionen auf der Karte nur im Winter erreichen kann (der Fluss friert ein und man kann mit seinen Truppen auf dem Eis rüber laufen), doch grafisch wurde es schlecht umgesetzt. Denn wenn es schneit, verliert man grafisch fast den Überblick über seine Ortschaft und der Karte. Die Flocken sind zu groß, der Weißeffekt ebenfalls zu anstrengend. Alles wird zu weiß, man bekommt nach wenigen Minuten sogar Problemen mit den Augen. Für mich ist der Winter bei den Siedlern 5 also in doppelter Hinsicht eine eisige Sache!
Der Sound des Games ist ebenfalls nervend. Nicht nur, dass die mittelalterliche Musik einem nach 15 Minuten so richtig den letzten Nerv raubt, sondern die Leibeigenen Siedler müssen auch noch auf fränkisch und schwäbisch rumreden. Der eine Siedler sagt anstelle von sicher das Wort \"sischer\", der andere hat einen schlimmeren Dialekt drauf wie unser Ex-Ministerpräsident Lothar \"Jenoptik\" Späth! Unmöglich dieser Akzent im Spiel, so dass einem eigentlich auch keine andere Wahl bleibt, als den Ton abzustellen.
Fazit
Auf die Siedler 5 - das Erbe der Könige habe ich lange gewartet und hoffte, auf ein Wiedersehen mit den Vorgängern von Blue Byte - vor allem der Siedler 2-Ausgabe, die eine Vorbildfunktion in der Branche genießt. Leider wurde ich bitter enttäuscht. Die Siedler 5 sind eine Kopie andere Strategiespiele, mit einer schlechten 3D Grafik, die Blue Byte, ebenfalls im negativen Einfluss der Antagonisten, unbedingt übernehmen musste. Was ist von den alten Siedlern geblieben? Was ist mit den goldigen, Männchen, die über die Landkarte hüpften und in einer einzigartigen Grafik das Spielerherz der Strategiespielfans befriedigten? Nichts ist aus dem alten Siedler-Prinzip geblieben – kein einziges Merkmal und wer nicht das ehrt, was ihm den Welterfolg und den finanziellen Durchbruch gebracht hat (Siedler 2), der verdient es auch nicht an Weihnachten an ein boomendes Geschäft zu hoffen. Ich habe den Fehler gemacht die 49 Euro zu bezahlen, mit diesem Bericht werden es einige vielleicht nicht tun. Ich kann das Spiel nicht weiterempfehlen - die traditionellen Siedler-Fans sollten sich diese Enttäuschung ersparen!
54 Bewertungen, 3 Kommentare
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10.03.2006, 18:16 Uhr von Animagus17
Bewertung: sehr hilfreichSehr gut.MfG Debby
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13.02.2005, 10:12 Uhr von kruemel02
Bewertung: sehr hilfreichSpiel was man also getrost in die "Tonne" treten kann*gg*. Die 49,00€, immerhin fast 100,00 DM !, werde ich dann mal für was anderes nutzen. Schöner Bericht wieder. LG Oli
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13.02.2005, 10:12 Uhr von schrift
Bewertung: sehr hilfreichmich wäre es nichts. ich spiele nur actionadventrue und adventures allg. wie westener, t.raider, farcry ODER mal rollenspiele. wichtig ist mir immer die egoperspektive bei allen spielen und grafik und steuerung. man muss nicht soooo viel grübeln

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