Zwei an einem Tag (gebundene Ausgabe) / David Nicholls Testbericht

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ab 10,32
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Summe aller Bewertungen
  • Handlung:  spannend
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Christin78

Mehr als "nur" eine Liebesgeschichte

5
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

die Charaktere, Stil, die Geschichte

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Irgendwann vor ein paar Wochen wurde ich erstmals auf das Buch „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls aufmerksam. Eine kurze Inhaltszusammenfassung sprach mich gleich an und so dauerte es nicht lange, bis ich begann dieses Buch zu lesen und über meine Eindrücke möchte ich heute ein wenig erzählen.


'''Der Autor'''

David Nicholls wurde 1966 geboren. Er war Schauspieler, dann schrieb er Drehbücher, sein erster Roman erschien 2005. Heute lebt er als Drehbuchautor und Autor in London.



'''Die Geschichte'''

Emma und Dexter verbringen im Jahr 1988, am Tag ihres Abschlusses, eine Nacht und einen Tag miteinander, den 15. Juli. Über 20 Jahre nimmt der Autor den 15. Juli ins Visier seiner Beobachtung, erzählt dem Leser was im Leben von Emma und Dexter geschehen ist, wie sie die Zeit gemeinsam und getrennt voneinander verbracht haben.
Zwei Menschen die sich auf den ersten Blick sehr unterscheiden, auf den zweiten Blick schon weniger, die irgendwie nicht zueinander kommen und doch beieinander sind.

Dexter, eine Art Lebemann, landet beim Fernsehen, Drogen, Alkohol und viele Frauen bestimmen seinen Alltag. Emma arbeitet erst in einem Restaurant, wird Lehrerin, scheint mehr Ideale als Dexter zu haben. Ihre Wegen trennen und kreuzen sich und natürlich steht die Frage im Raum, ob sie ganz zueinander finden werden und wenn ja, was dann passieren wird...


'''Meine Leseeindrücke'''

Ich begann dieses Buch mit einer gewissen Spannung aber ohne viele Erwartungen. Ich fing mit dem Lesen an und las, las weiter, las, hörte nicht auf zu lesen und hätte noch 500 Seiten weiter gelesen wenn das Buch 500 Seiten mehr gehabt hätte. Ich kann es nicht genau erklären, aber es ist ein Buch, welches ich am liebsten ohne Unterbrechungen gelesen hätte. Es ist fast als wäre ich hypnotisiert worden.

Eigentlich ist eine fast simple Story, 2 Menschen, Männlein und Weiblein, fühlen sich zueinander hingezogen, können oder wollen nicht zueinander kommen, sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich und tänzeln umeinander herum. Der Leser liest weiter in der Hoffnung sie werden zueinander finden. Hört sich fast ein wenig nach Nicholas Sparks und vielleicht sogar etwas langweilig an. Das Buch ist ganz gewiss nicht langweilig, es ist mitreißend, anrührend und charmant.

Als sie ihre erste Nacht und den ersten Tag miteinander verbringen sind beide noch nicht einmal 20 Jahre alt, haben Träume, Wünsche, Hoffnungen, Ziele für ihr Leben. Sie glauben, die Welt stünde ihnen offen, sie sind jung, ehrgeizig und voller Elan. Doch schon bald stellt sich heraus, dass ihre Wünsche nicht so leicht erfüllt werden, Ziele auch unerreicht bleiben können, Träume in sich zusammenfallen und der Elan der Jugend schon recht bald abnehmen kann. So ist dieses Buch nicht nur die Geschichte einer Liebe und Freundschaft, sondern auch die Geschichte des Erwachsenwerdens. Ideale können sich mit den Jahren verändern und oft entwickeln sich Menschen in eine Richtung, die sie vorher nicht bedacht haben, in positiver und auch negativer Weise. Genau das geschieht mit Emma und Dexter auch. Der Leser nimmt daran teil, begleitet die Protagonisten und möchte doch manches Mal Tipps und Hinweise geben, zumindest erging es mir so.

Im Laufe des Buches variierten meine Sympathien für die Protagonisten sehr, besonders bei Dexter erging es mir so. Zwischenzeitlich habe ich ihn fast schon als Ekel empfunden und gleichzeitig tat er mir leid und es stellte sich mir immer die Frage warum er sich so verhält wie er es getan hat und was Emma in ihm zu finden glaubt und ob das wirklich vorhanden ist. An dem Charakter Dexter wird aufgezeigt wie schwer das Altern fallen kann, wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der man nur angesagt ist, wenn man jung und dynamisch ist. Es wird aufgezeigt das man unter unzähligen sogenannten Freunden ein absolut einsamer Mensch sein kann und das niemand da ist, wenn man ihn braucht. Außer Emma, Emma ist fast immer für Dexter da, sein Rettungsanker in Zeiten seiner Not und seine Nöte sind zwischenzeitlich sehr groß.

Sehr interessant fand ich die unterschiedlichen Werdegänge der beiden Protagonisten. Während Dexter in seinen 20er Jahren durchstartet, Erfolg hat, viel Geld verdient, läuft Emmas Leben eher gemächlich. Doch irgendwann kippt es, Dexters Karriere scheint vorbei und Emmas fängt erst an.
Dexter arbeitet im Fernsehen, Emma dagegen erst als Kellnerin, dann als Lehrerin und letztendlich als Autorin. Oberflächlichkeit gegenüber Tiefe, so kamen mir beide Werdegänge vor. Schneller Start - tiefer Fall, langsamer Start - mäßiges Steigen.

Die Idee, Geschehnisse aus der Perspektive eines Tages zu erzählen, hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube das ist auch mit ein Grund warum ich die Geschichte so spannend und zu keiner Zeile langweilig fand. Der Leser erfährt was an dem 15. Juli des jeweiligen Jahres passiert, er erfährt was im vergangenen Jahr geschehen ist. Wobei Dexter und Emma getrennt voneinander aber auch zusammen dargestellt werden. Der Autor spricht einige Entwicklungen an, geht in dem jeweiligen Jahr nicht weiter darauf ein. So wird dem Leser oftmals ein Häppchen zugeworfen und erfährt erst viel später wie die Entwicklung weiter geht. Oft wird etwas auch nicht direkt angesprochen oder aufgeklärt, der Leser erfährt es beinahe zwischendurch und das ist etwas was ich an diesem Buch sehr gelungen fand. Der Leser bekommt Erklärungen immer Stück für Stück, manchmal erst Jahre später und zufällig erzählt.
Durch diese Art des Erzählens bleibt sehr viel Spielraum für eigene Gedanken, Interpretationen und Spekulationen. Der Autor gibt kaum etwas vor, er erzählt und überlässt Wertungen dem Leser, sofern der Leser diese tätigen möchte. Ich habe mich während der Lektüre ständig aufgefordert gefühlt das Verhalten der Beiden zu analysieren, genügend Freiraum hatte ich dafür.

Wie ich schon erwähnte, lernt der Leser Emma und Dexter kennen, als diese noch nicht einmal 20 sind und verlässt die Protagonisten über 20 Jahre später. Ein 20 jähriger spricht und denkt anders als ein 40 jähriger und diese Entwicklung sollte auch in einem solchen Buch erkennbar sein. Bei Emma trifft das zu, bei Dexter eher weniger, was aber daran liegt, dass Dexter gar nicht älter werden möchte und mit Mitte 30 immer noch so sein möchte, wie mit Mitte 20, er seiner Jugend hinterher weint und im Vergleich zu Emma große Probleme mit dem Älterwerden hat.

Die Sprache dieses Buches möchte ich als locker bezeichnen, mir manchmal etwas zu umgangssprachlich was aber nicht negativ ist, denn irgendwie wirkte das Erzählte dadurch authentischer. In dem Buch kommen viele Dialoge vor, etwas was ich eigentlich nicht gerne mag, hier hat es mich aber nicht gestört. Die Dialoge sind kurz, knapp, oft witzig, manchmal traurig und anrührend.

Ein unterhaltsames Werk ohne Trivialität, ein Buch das sehr berührt aber nicht belastet und sich nicht zentnerschwer auf das Gemüt des Leser legt, dennoch kann das Erzählte nicht als leicht und oberflächlich bezeichnet werden. Eine Geschichte die mich gepackt und auch nach Beendigung der Lektüre nicht losgelassen hat. Fast schon ein Buch zum Seufzen, zum Weinen, zum Lachen, zum Mitfiebern ein schönes und doch so trauriges Buch, dessen Ende ich mir übrigens anders gewünscht hätte, was nicht bedeutet das ich das Ende schlecht fand.

Frank Goosen von Magazin der Frankfurter Rundschau sagte zu diesem Buch: „ Sicher haben Sie schon zu oft auf Rückseiten von Büchern gelesen, der Inhalt sei witzig, anrührend und Sie würden es nicht mehr weglegen wollen. Meistens ist das übertrieben, hier aber stimmt es.“
Dieser Aussage kann ich nur zustimmen, ich habe bis nachts 0:30 Uhr gelesen und das obwohl ich normalerweise gegen 22:30 Uhr schon schlafe. Ich denke das spricht sehr für dieses Buch


'''Sonstiges'''

Das Buch ist im Kein&Aber Verlag erschienen, es hat 541 Seiten, kostet 22,90 Euro und hat folgende ISBN Nr.: 978-3-0369-5542-1.



'''Mein Fazit'''

Ein großartiges Buch, das viel mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte erzählt. Ein Buch das ich sehr gerne gelesen habe und jedem interessierten aber noch unentschlossenen Leser empfehlen möchte.

43 Bewertungen, 9 Kommentare

  • trullilu

    15.10.2010, 23:37 Uhr von trullilu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße schickt dir trullilu !!!

  • MasterSirTobi

    14.10.2010, 02:41 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Bericht gefällt mir wirklich gut. SH

  • Venenum84

    13.10.2010, 18:26 Uhr von Venenum84
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen angenehmen Tag und bedanke mich für deine Lesungen! lg jenny

  • Gemini_

    13.10.2010, 01:09 Uhr von Gemini_
    Bewertung: sehr hilfreich

    Vielen lieben Gruß von Gemini_!

  • XXLALF

    11.10.2010, 15:09 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und einen guten wochenstart

  • katjafranke

    11.10.2010, 14:33 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA

  • Lanch999

    11.10.2010, 14:24 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999

  • morla

    11.10.2010, 14:10 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    einen guten wochenstart wünsch ich dir. lg. petra

  • tina08

    11.10.2010, 13:16 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina