Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von filmfacts

Dicke Titten sind keine Rechtfertigung für einen Oscar

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ohne eine Ausbildung und ohne Erfahrung im Berufsleben ist die dreifache Mutter und zweifach geschiedene Erin Brockovich (Julia Roberts) auf der Suche nach einem neuen Job. Die nicht vorhandenen Referenzen und ihre eher offenherzige Kleidung machen dieses Unterfangen zusätzlich schwerer. Schlußendlich bekommt sie mit viel Glück eine Stelle in einer kleinen Anwaltskanzlei. Dort eckt sie aufgrund Ihrer schroffen Art mit den "alteingesessenen" Damen an und macht sich so keine Freu(n)de.


Als sie die Akten einer Familie in die Hand bekommt, die in einer Immobiliensache mehr Geld aus dem Verkauf ihres Hauses herausschlagen will, machen sie die in der Akte befindlichen Arztrechnungen stutzig. Sie beginnt intensiver nachzuforschen und entdeckt, daß es um weitaus mehr als nur Quadratmeter-Preise geht ...

Hmm ...
Hörte sich nach einem rührseligen Drama an, was Steven Soderbergh da dirigiert hatte. Der Trailer zeigte eine alleinerziehende Mutter, die sich mit ihrem langhaarigen Freund zankt, in knappen Klamotten rumrennt und mit derber Sprache gelackten Juristen vor den Kopf stößt. Naja, und im Prinzip war es das dann auch.

Tatsächlich spielt Julia Roberts fast den ganzen Film über ziemlich "vulgär", was mir zum einen nicht unwesentlichen Augenschmaus bereitete, zum anderen die ganze Geschichte aber leidlich unglaubwürdig machte. Ich weiß nicht, wie die Bosse von Anwaltskanzleien in den USA ihre Mitarbeiter einstellen, glaube jedoch nicht, daß man mit *der* Kleidung und *dem* Auftreten auch nur den Hauch einer Chance hätte. Mir wollte es jedenfalls nicht in den Kopf und schon gar nicht, daß die gute Fee Erin auch später ihren Stil nicht wirklich wesentlich änderte.


Eigentlich haben mir trotzdem gerade die Typen des Films gut gefallen, Albert Finney als knautschiger Anwalt Ed Masry und vor allen Dingen auch Aarron Eckhart, als der - völlig entgegen seinem Äußeren - gelassene und besonnene George, waren in ihren Rollen gut aufgehoben. Allerdings ohne je ihre Beweggründe offen zu legen. Nie war ich mir im Klaren, warum George die ruppige Erin nicht einfach in den Wind geschossen hat - kann ja nicht nur an den Push-Up BHs gelegen haben. Warum hat Masry Erin eine Chance gegeben? Nur damit der Film überhaupt gedreht wird? Äh ... nein, ist ja wohl eine wahre Geschichte ;-) Es interessiert mich dann schon etwas, wieviel davon denn nun wirklich "wahr" war.

Trotzdem vermag "Erin Brockovich" den Zuschauer zu fesseln. Die Geschichte an sich wird schnörkellos erzählt, ohne sich großartig zu verzetteln. Oft besteht die Gefahr, daß die Liebesgeschichte sich stark in den Vordergrund drängelt. Nun kann ich nicht einen Absatz weiter oben schreiben, daß ich nicht verstehe, warum George nicht Schluß macht und gleichzeitig die wenig erwähnte Liebesgeschichte loben. Aber ich glaube Steven Soderbergh hätte mit ein bis zwei Szenen doch etwas mehr Klarheit schaffen können, ohne das Nebenthema auszuwalzen.

Irgendwie kommt einem am Schluß alles bekannt und schonmal gesehen vor. Doch warum nicht? Manche Sachen kann man auch mehrmals erzählen, wenn es gut vorgetragen wird und das wird "Erin Brockovich". Trotz der paar Ungereimtheiten nett anzusehen, halbwegs spannend und insgesamt nicht langweilig. Es ist halt ein typischer "Hollywoodfilm". Ob man das zwei Wochen später noch weiß? Hmm ...

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