The Elder Scrolls III: Morrowind (PC Rollenspiel) Testbericht

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ab 11,06
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Erfahrungsbericht von firespiderxs

Morrowind - Das Mammut-Rollenspiel im Test

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Jetzt ist Morrowind-Deutsch dran:


Story
Das Spiel beginnt auf einem Gefangenenschiff des Imperiums. Ihr spielt einen Sträfling am Tag seiner Entlassung. Über seine Geschichte erfahrt Ihr zunächst nicht wirklich viel: Der Imperator persönlich hat Eure Freilassung angeordnet. In der kleinen Hafenstadt \"Seyda Neen\" beginnt Euer Abenteuer. Eure Aufgabe ist es, ein Paket des Imperators in die Metropole \"Balmora\" zu einem gewissen Caius Cosades zu bringen. Caius wiederum arbeitet als Spion für den Imperator und versorgt Euch im weiteren Verlauf des Spiels mit Storylastigen Aufgaben und Quests. Ihr erfahrt von einer dunklen Prophezeiung und der Auferstehung eines allmächtigen \"Dunmer\" (ein Dunkelelf). Ihr lernt schnell, dass Eure kurzfristige Entlassung und die Gnade des Imperators kein Zufall war...

Die Spielwelt
Im Gegensatz zu anderen Fortsetzungen, wurde die Spielwelt von \"Morrowind\" im Vergleich zum Vorgänger \"Daggerfall\", verkleinert. Ort des Geschehens ist die Insel \"Vvardenfell\". Das Eiland ist das Herz von \"Morrowind\" und gleichzeitig die Heimat der Dunkelelfen.
Obwohl die Spielwelt kleiner ist, als bei \"Daggerfall\", gibt es hier mindestens genauso viel zu entdecken. Das liegt vor allem an den bis ins letzte Detail ausgefeilten Städten und Landschaften. Selten habe ich ein Spiel erlebt, bei dem die Welt so realistisch umgesetzt wurde. Jede Stadt präsentiert sich mit einem eigenen Design und einer individuellen Architektur. Durch Wanderwege sind die meisten Städte wage miteinander verbunden. Wegweiser deuten Abenteurern den richtigen Weg, eigenartige Kreaturen treiben am Wegrand ihr Unwesen und zufallsgenerierte Wetterwechsel sorgen für die nötige Atmosphäre.
Überhaupt wirkt einfach alles auf \"Vvardenfell\" äußerst lebendig: Während Mittags auf den Marktplätzen der Dörfer reger Andrang herrscht, ziehen sich die Bewohner Nachts in Ihre Häuser zurück oder treffen sich zum gemütlichen Plausch in der Taverne. Nachts hingegen durchkämmen grimmige Wachmänner die dunklen Gassen und werfen Euch skeptische Blicke entgegen.
Gereist wird in \"Morrowind\" auf drei verschiedene Arten: Zu Fuß, per \"Stiltstrider\" (ein übergroßer Reitkäfer) oder per Teleport-Zauberspruch. Besonders die letzteren Beiden sind auch nötig, um die großen Distanzen zurücklegen zu können, denn besonders schnell ist man (zumindest zu Beginn) nicht per Pedes.

Rollenspiel?
Wie schon oben erwähnt, ist die Welt von \"Morrowind\" äußerst lebendig und realistisch umgesetzt. Die Bewohner der Insel haben ihren eigenen Kopf und genug eigene Probleme. Nur wer einen guten Ruf hat und gelegentlich ein paar Septims (Die Währung auf \"Vvardenfell\") locker macht, wird auch auf freundliche und entgegenkommende Mitbürger treffen. Aber nicht nur Reputation und Geld spielen eine wichtige Rolle. Euer Ansehen und die Reaktionen der NPCs hängen von vielen Faktoren ab. Wie im echten Leben reagieren die Menschen auf Euer auftreten, auf die Kleidung, die Rasse und Eure Ausstrahlung.
Wer zum Beispiel ständig mit gezückter Waffe und finsterer Rüstung durch die Stadt läuft und mit den Bewohnern spricht, bekommt schon mal einen Korb. Abhilfe schaffen kleinere Sidequests und gute Taten, die Euch ins rechte Licht rücken und Euch viele Vorteile verschaffen können. So ist es immer von Vorteil, wenn der ansässige Waffenhändler nur Gutes von Euch gehört hat. Denn einem Freund macht man schon mal einen Sonderpreis...

Wie Eingangs erwähnt zeichnet sich die \"Elder Scrolls\"-Reihe durch ihre extreme Non-Linearität aus. Das gilt auch oder besonders für den dritten Teil. Nach dem Motto: \"Alles kann, nichts muss\", entscheidet Ihr völlig selbstständig, wie Ihr das Spiel beenden wollt. Folgt Ihr gleich zu Beginn der Storyline oder erforscht Ihr die Welt auf eigene Faust? Auch die einzelnen Quests lassen Euch stets die Wahl. So findet Ihr einmal die Leiche eines vermissten Steuereintreibers samt gefüllter Brieftasche. Jetzt könnt Ihr Euch entscheiden: Bringt Ihr die Kohle ordnungsgemäß zurück zum zuständigen Amt oder sackt Ihr sie lieber ein und kauft Euch eine schicke Rüstung dafür?
Wie immer Ihr Euch auch entscheidet, denkt an die Auswirkungen Eurer Tat...

Charakter Entwicklung und Skill-System
Das Fertigkeiten-System von \"Morrowind\" basiert auf dem immer beliebter werdenden \"Learning by Doing\"-Prinzip. Nur wer regelmäßig Gebrauch von gewissen Fähigkeiten macht, kann diese auch im Verlauf des Spiels steigern.
Bei \"Morrowind\" wird streng zwischen Attributen und Fertigkeiten unterschieden. Die Grund-Attribute (wie Strength, Intelligence, Speed, Personality usw.), werden zu Beginn des Spiels generiert. Sie sind von verschiedenen Faktoren wie Rasse, Klasse und Sternzeichen abhängig. Diese Attribute können nicht aktiv beeinflusst werden, bzw. erst nach einem Levelaufstieg könnt Ihr neugewonnene Attributspunkte verteilen.
Die Fertigkeiten hingegen werden nach dem oben beschrieben \"Learning by Doing\"-Prinzip gesteigert. Wenn Ihr beispielsweise regelmäßig mit Pfeil und Bogen kämpft, steigt Euer \"Marksman\"-Skill. Im weiteren Verlauf werdet Ihr mit dem Bogen immer versierter, macht mehr Schaden und trefft öfter ins Schwarze.
Weiterhin wird zwischen Major-, Minor- und Misc-Skills unterschieden:
Die Major- und Minor-Skills sind die Skills, die am meisten benutzt werden und die für den Levelaufstieg des Chars verantwortlich sind. Fertigkeiten selbst können auch im Level aufsteigen. Durch häufiges Benutzen einer Fertigkeit gewinnt diese quasi an \"Erfahrung\".
Sobald Ihr eine Major- oder Minor-Fertigkeit gesteigert habt, bekommt Ihr einen Punkt auf Euer Gesamtlevel-Konto gutgeschrieben. Bei zehn Punkten steigt Euer Charakter ein Level auf.
Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht. Wichtig ist eigentlich nur, dass man darauf achtet, mit seinem Charakter wirklich so zu spielen, wie es anhand der ausgewählten Skills auch gedacht ist. Ein Kämpfer, dessen Major- und Minor-Skills hauptsächlich aus Kampf- und Rüstungsfertigkeiten bestehen, sollte sich nicht unnötig mit Zaubersprüchen aufhalten, während ein Magier gut beraten ist, regen Gebrauch von seinen Zaubersprüchen zu machen, anstatt mit der Axt in den Kampf zu ziehen.
Glücklicherweise kann man seinen Charakter zu Beginn des Spiel nach freiem Gusto mit Skills ausstatten, so dass auch außergewöhnliche Klassen (Ein auf Äxte und Heilzauber spezialisierter Mönch beispielsweise) zustande kommen können.

Technik
Die technische Seite von \"Morrowind\" lässt die Genre-Konkurrenz weit hinter sich. Kein anderes Spiel kann sowohl grafisch als auch soundtechnisch so überzeugen, wie \"Bethesda\'s\" Mammut-RPG.
Traumhaft gezeichnete Landschaften, Dörfer und Städte sorgen für unvergleichliche Stimmung am heimischen Rechner. Dazu kommen tolle Soundeffekte und Kampfgeräusche die ihresgleichen suchen. Wenn es in \"Vvardenfell\" anfängt zu donnern und zu regnen, läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken und man greift instinktiv nach dem Regenschirm...
Das absolute Highlight ist aber der Soundtrack, der vom John Williams der Computerspiele - Jeremy Soule (\"Dungeon Siege\", \"Unreal 2\" etc.) - komponiert wurde.
Das technische Feuerwerk, das \"Morrowind\" auf Eurem PC abfeuert hat allerdings auch seinen Preis. Ohne High-End Rechner mit mindestens einer GeForce 3 und einem schnellen Gigahertz Prozessor, werdet Ihr Euch an der tollen Optik nicht erfreuen können. Und auch auf Killer-Maschinen habe ich \"Morrowind\" noch ruckeln sehen. Wer auf flüssige 30 FPS hofft, sollte schon mal für eine Workstation sparen.

Fazit
\"Morrowind\" ist mit Abstand das beste Rollenspiel des Jahres und mit Sicherheit auch eines der besten RPGs die je auf dem PC erschienen sind. Die Welt von \"Morrowind\" verzaubert Euch bereits nach der ersten Minute. Spätestens wenn Ihr zum ersten Mal das Wasser der Hafenstadt \"Seyda Neen\" erblickt, ist es um Euch geschehen. Die gigantische Spielwelt fesselt Euch für Monate an den Rechner. Die zahlreichen Sidequests sorgen für ständige Motivation und Abwechslung. Das Skill-System ist gut durchdacht, wenngleich es gelegentlich \"ausgetrickst\" werden kann. \"Morrowind\" entfaltet ein Suchtpotential, wie ich es nur von kostenlastigen Online-RPGs kenne. Trotz der komplexen Spielwelt und des anspruchsvollen Skill-Systems überfordert Euch das Spiel zu keiner Zeit. Im Gegenteil, selten habe ich ein einsteigerfreundlicheres RPG gespielt.
Kritikpunkte gibt es aber auch: Die Anforderungen sind zum Teil eine Frechheit. Wenn ich schon ein System mit der nahezu neuesten Hardware habe, dann möchte ich auch, dass das Spiel flüssig läuft.
Auch dass die Händler in der Regel nur sehr wenig Geld bei sich tragen, hat sich als negativ erwiesen. Wo soll ich meine hochwertvollen Glas-Waffen verkaufen? Nicht wirklich schlimm, aber trotzdem erwähnenswert ist die nicht immer ordentliche Gegner-KI: Oft rennen die Monster gegen eine Wand oder bleiben an einem Türrahmen hängen und werden dadurch zu vermeintlich leichten Opfern.
Abhilfe schafft hoffentlich der bald erscheinende Patch. Wer solange nicht auf Veränderungen warten will, kann sich auch aus über drei dutzend Mods und PlugIns die passende raussuchen. Vom Packesel bis zum stinkreichen Waffenhändler kann sich jeder sein ganz eigenes \"Morrowind\" dank des mitgelieferten Editors kreieren (lassen).

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