Der Professor (gebundene Ausgabe) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von verbatim

Demenz

3
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

=== Hallo liebe Leser und Leserinnen ===
In meinem heutigen Bericht möchte ich euch einen Thriller vorstellen, den ich von meinem Freund zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Es handelt sich um „Der Professor“ von John Katzenbach, also einem Psychothriller. Ich hatte mir diesen auf meinen kleinen Wunschzettel geschrieben, denn genau hier hatte ich einen guten Bericht über den Thriller gelesen und wollte ihn mir auch mal zu Gemüte führen. Nun ich war überrascht, dass mein Freund mir nun genau diesen von 10 Romanen und Thrillern auf der Liste aussuchte. Vielleicht hat er einfach gesehen, dass ich ebenfalls von John Katzenbach schon einen Thriller in meinem Bücherregal stehen habe und hat ihn mir deswegen bestellt. Wenn man Bücher zu solchen Anlässen verschenkt, dann sollte man sich immer klar sein, dass der Leser weiß, was die Bücher gekostet haben und darum sollte man sich dann auch nicht schämen, wenn genau diese Tatsache zur Sprache kommt. Zudem muss man bei mir und bestimmt noch bei anderen Schreiberlingen beachten, dass wir dem Geschenk ins Maul schauen und einen Bericht darüber verfassen. So konnte auch ich mich nicht halten und wie mir dieses Weihnachtsgeschenk gefallen hat, das könnt ihr in meinem weiteren Bericht lesen.

=== Aussehen ===
Das Buch von außen macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck, aber das soll ein Thriller ja auch gar nicht. Auf dem Cover sieht man zwei Unterarme mit den Händen aneinander gefesselt und alles in einem leichten Blauton, so dass es sehr geheimnisvoll wirkt. Oben stehen natürlich der Name von Autor, dem Thriller und dem Verlag. Ein Aufkleber rechts unten zeigt, dass der Thriller zu einem Spiegel Bestseller auserkoren wurde. Leider habe ich mit solchen Romanen kaum gute Erfahrungen gemacht, da irgendwie mein Geschmack nie in den Spiegel-Bestsellerlisten hinterfragt wird.
Auf der Rückseite zeigt sich ein weißer Klappentext auf schwarzem Hintergrund, was auch sehr passend für einen Thriller ist. Rundum also ein ansehnliches Buch und auch die Buchstaben sind in normaler Größe gedruckt. Bei meinem Exemplar gab es im ganzen Buch nicht einen Druckfehler und auch Schreib- bzw. Tippfehler konnte ich nicht erkennen. Dies ist in letzter Zeit schon eine Seltenheit geworden.

=== Allgemeines ===
Seitenzahl: 555
ISBN: 978-3-426-50070-5
Preis: 9,99 Euro (A- 10,30€)
Verlag: www.knaur.de/katzenbach
Autor: www.johnkatzenbach.com oder www.john-katzenbach.de
Übersetzung aus dem Amerikanischen von: Anke und Eberhard Kreutzer
Vollständige Taschenbuchausgabe: Dezember 2011

=== Der Autor: John Katzenbach ===
„John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den Miami Herald und die Miami News. Bei Droemer Knaur sind inzwischen sieben Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller „Die Anstalt“, „Der Patient“, „Das Rätsel“ und „Das Opfer“. Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award, den renommiertesten Krimipreis der USA, nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst/Massachusetts.“

=== kurze Inhaltsangabe meinerseits ===
Adrian Thomas, ein Psychologieprofessor in Rente, sieht aus sicherer Entfernung zu, wie ein 16-jähriges Mädchen entführt wird. Aufgrund einer schweren Diagnose, die ihm ein befreundeter Arzt gab, fragt er sich, ob er diese Geschichte wirklich gesehen hat.
Seien Zweifel werden in den folgenden Tagen durch die Geister seiner Frau, seines Bruders und seines Sohnes ausgemerzt und er sucht mit der zuständigen Polizistin nach dem Mädchen.

Als die Polizistin sich in Adrians Augen nicht genug um den Fall kümmert, möchte er den Fall selbst aufklären und hofft dabei auf die Stimmen der Geister. Nur ob Geister helfen können ein entführtes Mädchen zu finden? Und ob die Geister die Krankheit von Adrian zurück drängen können? Rufen sie ihn zu sich? Oder rufen sie das Mädchen Jennifer zu sich?

=== Kernthema Demenz ===
Ich habe mich während des Thrillers ein bisschen bei Wikipedia belesen- was ist Demenz? Wie sollte man damit umgehen? Wie viele Menschen sind von Demenz betroffen, in Deutschland und der Welt?

Was ist Demenz?
Demenz ist eine Krankheit, die den Verlust von kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten hervorruft. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Dies kann zu erheblichen Einschränkungen in sozialen und beruflichen Funktionen führen.

Wie sollte man damit umgehen?
Bei dieser Frage habe ich lange recherchieren müssen und bin zum Schluss doch selbst auf eine Antwort gekommen. Man kann sich im privaten Bereich nicht davor schützen und sich nur sagen, wie man damit umgehen würde. Doch wenn ein geliebter Mensch diese Krankheit diagnostiziert bekommt, dann weiß man nicht, wie man sich verhält. Man kann sich viel belesen, aber wie man sich tatsächlich verhalten würde, das weiß man nie.
In beruflichen Situationen stelle ich es mir sehr schwer vor, mit diesen Patienten umzugehen und ich bewundere die Menschen, die das in den Griff bekommen.

Wie viele Menschen sind von Demenz betroffen?
Im Jahr 2011 waren in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Menschen betroffen.
Hier war ich geschockt, denn ich habe nicht gedacht, dass so viele Menschen unter uns von der Krankheit Demenz betroffen sind. Dafür wird über die Krankheit viel zu wenig aufgeklärt. Laut Statistikern soll diese Zahl im Jahr 2050 auf das Doppelte angestiegen sein.

=== Spiel, Spaß und Spannung ===
Der Thriller brachte mich wirklich zum Nachdenken, dass auch Demenzkranke mit ihrer Krankheit Probleme haben könnten. Ich dachte immer, dass die es nicht mehr mitbekommen und nur die Umgebung mit den Veränderungen kämpfen muss. Jeder ist davon Betroffen, aber in allererster Linie eben auch die Betroffenen selbst, das wurde mir durch diesen Thriller ganz genau bewusst.
An manchen Textstellen kann man schmunzeln, weil der Autor das Fehlen des richtigen Denkens von dem Professor gut und vor allem leicht witzig umsetzt. John Katzenbach versteht es seine Protagonistin nicht komplett ins offene Messer laufen zu lassen und den Leser trotzdem zu begeistern. Obwohl es ein Thriller ist, berührt John Katzenbach viele Themen mehr in seinem Buch. Nicht nur die Krankheit Demenz wird von ihm verarbeitet, wobei es dem Leser so erscheint, dass der Autor selbst einen Demenzkranken in seinem Umfeld hat. Auch das Thema Geister im Gehirn wird bearbeitet und wie die vielen Geschichten über Geister vielleicht zustande gekommen sein könnten. Zudem bearbeitet er noch Ängste, wie Platzangst oder Angst vor Spinnen. Eben solche klischeehaften Ängste. Dies tut der Autor zwar nur am Rande, aber der aufmerksame Leser bemerkt diese Randthemen auf jeden Fall.
Vor allem die Umsetzung im Roman mit den Stimmen im Kopf stelle ich mir beim Schreiben des Thrillers nicht so einfach vor, hier ziehe ich den Hut vor dem Autor.
Allerdings muss ich sagen, dass mir der Thriller ein wenig zu lang war und ich durch die etwas hochtrabende Sprache (die aber sicherlich zu einem Professor dazu gehört) öfter das Buch weggelegt habe und schlafen konnte. Wenn das Buch richtig spannend ist, dann lese ich nicht nur 20 Seiten am Abend. Ich habe für dieses Buch wirklich sehr lange gebraucht, was mich zum Schluss richtig genervt hat. Also von Kurzweiligkeit kann hier keine Rede sein, trotzdem versteht es der Autor dem Leser sein Kernthema nahe zu bringen.

=== LESEPAUSE ===
„Der letzte Knoten löste sich, und Jennifer merkte, dass die Haube ihr nur noch lose auf dem Kopf saß. Sie brauchte sie nur hochzuheben und zu entfernen. Sie zögerte. Es war ihr inzwischen egal, ob sie damit irgendwelche Regeln brach. Sie fürchtete sich auch nicht mehr davor, was der Mann und die Frau mir ihr machen könnten. Ihr blieb nur noch ein einziger letzter Schritt, doch plötzlich steckte sie wie in einem Spinnennetz fest; obwohl es nur eine zarte Handbewegung gekostet hätte, es zu zerstören, scheute sie davor zurück: Sie wusste nicht, ob sie in ihren letzten Sekunden ihre Zelle sehen wollte. Es käme ihr so vor, als stünde sie am Rand ihres eigenen Grabes und starrte in ein Erdloch, das sie willkommen hieß. Hier stirbt Nummer 4. Wie erwartet.“
(Seite 516)


== °°°FAZIT°°° ==
Mir gefällt die hochtrabende Sprache und die fehlende Kurzweiligkeit des Thrillers nicht, aber der Autor versteht es dem Leser das Kernthema Demenz nahe zu bringen und ich gehe nun mit offeneren Augen durch die Straßen.
Deswegen: 3*Sterne und eine Empfehlung

Liebe Grüße eure Jasmin

33 Bewertungen, 10 Kommentare

  • gracia

    19.03.2012, 22:27 Uhr von gracia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich hab leider kein bw mehr. :-(

  • Clarinetta2

    03.03.2012, 19:37 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    für mich ist es auf jeden fall ein interessantes buch, da wir jemanden gepflegt haben, der demenz war

  • DMaster89

    28.02.2012, 16:56 Uhr von DMaster89
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super geschrieben!!! Weiter so!!! LG Daniel :-)

  • titus01

    28.02.2012, 13:03 Uhr von titus01
    Bewertung: besonders wertvoll

    bw und LG....titus01

  • mima007

    27.02.2012, 11:45 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • morla

    26.02.2012, 22:22 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen sonntag noch lg. petra

  • swissghostly

    26.02.2012, 18:10 Uhr von swissghostly
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht.

  • Walter1974

    26.02.2012, 14:41 Uhr von Walter1974
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht!! Gegenlesung wäre klasse! Gruß Walter 1974

  • katjafranke

    26.02.2012, 14:25 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße KATJA...

  • sigrid9979

    26.02.2012, 14:24 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Sonntags Grüße...