Schwarzer Schmetterling (Taschenbuch) / Bernard Minier Testbericht

ab 5,84
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Summe aller Bewertungen
  • Handlung:  spannend
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von HEIDIZ

Thriller der Extraklasse

5
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  kein Humor
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

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Kontra:

siehe text

Empfehlung:

Ja

Das am 1. März erschienene Buch von Bernhard Minier möchte ich euch heute vorstellen. Wir befinden uns mitten im Winter in St. Martin, einem kleinen Ort in den französischen Pyrenäen. Ein Talkessel, Schieferdächer, Tannen, ein Wasserkraftwerk und viel Schnee … - das sind die Worte, an die ich im Laufe des Buches erst einmal denke. Dann denke ich an das erste schreckliche dramatische Verbrechen. Ein Pferd ohne Kopf, der Kadaver schrecklich zerstückelt …. Man kann es förmlich an der Seilbahn hängen sehen, die hinauf zum Wasserkraftwerk führt, so bildhaft ist die Szene beschrieben – bildhaft und detailliert, aber, das – so finde ich – muss einfach so sein. Aber – liebe Leser – zieht euch warm an, es kommt noch doller … Am Tatort wird ermittelt und man findet DNA-Spuren von Julian Hirtmann, einem als hochintelligent bekannten Serienmörders. Dieser aber sitzt im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt ein, kann also eigentlich nicht der Täter sein …

Zwei Charaktere sind es, die ermitteln: Martin Servaz der Commandant und Diane Berg, die Anstaltspsychologin ist. Beide werden – wie auch die anderen „Darsteller“ – sehr bildhaft und authentisch auch in ihrer Entwicklung während der Thrillerhandlung herausgearbeitet. Ich fand es besonders angenehm, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann, weil es gleich zu Beginn vor Spannung sprüht und diese Spannung mittels eines perfekt ausgedachten Spannungsbogens ständig gehalten und immer wieder ausgebaut wird.

Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist in den Ausläufern der Pyrenäen im Südwesten Frankreichs aufgewachsen. "Schwarzer Schmetterling" ist sein erster Roman, mit dem er nicht nur unterhalten, sondern auch ein Bild unserer Zeit zeichnen möchte. Er wurde dafür mit dem renommierten Prix Polar 2011 für den besten Roman ausgezeichnet. Bernard Minier lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe von Paris.
Quelle: amazon.de

Daten zum Buch:

• Broschiert: 688 Seiten
• Verlag: Droemer (1. März 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3426199289
• ISBN-13: 978-3426199282
• Originaltitel: Glacé
• Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 4,6 cm

PREIS: 14,99 Euro

Leseprobe aus
TEIL EINS
DER MANN, DER DIE PFERDE LIEBTE

DIE PYRENÄEN. In dem Moment, als Diane Berg die Kuppe des Hügels erreichte, sah sie den hoch aufragenden Gebirgszug vor sich. Eine noch recht weit entfernte weiße Barriere, die sich über den gesamten Horizont hinzog: Wie Wogen brachen sich an diesen mächtigen Felsspornen die davor liegenden Hügel. Ein Raubvogel zog am Himmel seine Kreise. Der 10. Dezember, neun Uhr morgens. Wenn man der Straßenkarte auf dem Armaturenbrett Glauben schenken konnte, dann müsste sie die nächste Ausfahrt nehmen und Richtung Süden, nach Spanien, fahren. Ihr uralter Lancia hatte weder ein Navi noch einen Bordcomputer. Sie sah ein Schild über der Autobahn: »Ausfahrt Nr. 17, Montréjeau / Spanien, 1000 m«. Diane hatte die Nacht in Toulouse verbracht. Ein preiswertes Hotel, ein winziges Zimmer mit einer Nasszelle aus Plastik und einem kleinen Fernseher. In der Nacht war sie durch mehrere Schreie geweckt worden. Mit klopfendem Herzen hatte sie sich ans Kopfende des Bettes gesetzt und die Ohren gespitzt – aber im Hotel war es mucksmäuschen- still geblieben, und sie hatte schon geglaubt, sie hätte geträumt, bis die Schreie von neuem begannen, noch lauter diesmal. Übelkeit überkam sie, bis ihr schließlich klar wurde, dass sich unter ihrem Fenster die Kater balgten. Danach hatte sie nicht mehr richtig einschlafen können. Noch am Vortag war sie in Genf gewesen und hatte ihren Abschied mit Kollegen und Freunden begossen. Sie hatte die Einrichtung ihres Wohnheimzimmers an der Universität betrachtet und sich gefragt, wie wohl das nächste aussehen würde.

… Nachdem man den Mord des Tieres verdaut hat, geht es weiter – Menschen werden ermordet. Ist es ein Psychopath, der hier sein Unwesen treibt ???

Absolute Spannung – Nervenkitzel – und authentische Charaktere, Szenen, die bildhafter nicht in Worte gefasst werden könnten – und dass alles in einem Debütroman … Ich bin begeistert. Hier lohnt es sich absolut, diesen mehr als 600seitigen Thriller in die Hand zu nehmen. Auch kommt sehr schön die Landschaft der Pyrenäen zur Geltung. Ich habe es sehr genossen, wie der Autor die Handlung aufgebaut hat. Mir hat es gut gefallen, wie er seine Idee umgesetzt hat – wie er aus dem eigentlich Nur-Tiermord eine Schreckensszenerie erschaffen hat, die dem Leser Gänsehautfeeling vermittelt. Man weiß bis zum Schluss nicht, wer nun wirklich der Täter ist. Diese Handlung in der kalten einsamen eisigen Landschaft, dieses kleine Dörfchen – all das ist allein schon mysteriös und die atemberaubende Spannung noch dazu, das alles treibt den Leser von Seite zu Seite. Eine dichte Handlung mit literarischem Anspruch und doch leicht und flüssig zu lesen – ein perfekter Spagat wie ich finde und von der Schreibweise her für einen solchen Thriller bestens geeignet.

Der Autor verwendet oftmals die wörtliche Rede und nutzt bildhafte Adjektive, um die Handlung noch authentischer und realer vor dem geistigen Auge des Leser erstehen zu lassen. Ich vergebe aus meinen gesammelten Erfahrungen mit dem Buch 100 von 100 möglichen Punkten !!!

3 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Clarinetta2

    30.05.2013, 12:23 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Lesetipp